Unternehmensführung zwischen Baby-Boomern und Generation Internet lebensphasenorientierte Arbeitsgestaltung in der Pflege

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1 Unternehmensführung zwischen Baby-Boomern und Generation Internet lebensphasenorientierte Arbeitsgestaltung in der Pflege Parlamentarischer Abend Berlin 04. November 2015 Stephan Köhler Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, Hamburg

2 Agenda 1 Herausforderungen in der Pflegebranche 2 Handlungsfelder einer lebensphasenorientierten Arbeitsgestaltung 4 3 Herausforderungen für die Einrichtungen, Sozialversicherung und die Politik Unterstützung durch die BGW

3 Herausforderungen in der Pflegebranche steigende Anforderungen an die Kompetenzen und die Leistungskraft des Pflegepersonals zunehmende Arbeitsverdichtung und Stressbelastung Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit der Pflegenden Fluktuationsambitionen und Ausstieg aus dem Beruf Nachwuchsprobleme auf dem Pflegearbeitsmarkt

4 Pflege ist weiblich Anteil der weiblichen Beschäftigten in der stationären/teilstationären und ambulanten Pflege und in Krankenhäusern 2000 bis ,0 87,6 85,0 85,0 80,0 in % 75,0 70,0 65, ambulante Pflege stationäre/ teilstationäre Pflege Krankenhäuser 76,0 Quelle: > Gesundheitsversorgung > Beschäftigte und Einrichtungen der Gesundheitsversorgung > Personal im Gesundheitswesen, Gesundheitspersonalrechnung > Tabelle (gestaltbar): GPR, Beschäftigte im Gesundheitswesen, u.a. nach Art der Beschäftigung und der Einrichtung, abgerufen am

5 Herausforderungen in der Pflegebranche Teilzeitbeschäftigung Gründe für die Ausübung einer Teilzeittätigkeit, % 20% 40% Quelle: Was man in den Pflegeberufen in Deutschland verdient - Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung (IAB), 2015

6 Herausforderungen in der Pflegebranche Gründe für Teilzeitbeschäftigung in der Pflegebranche: Eine Vollzeitstelle ist nicht zu finden Persönliche oder familiäre Gründe verhindern die Ausübung einer Vollzeittätigkeit Bildungs-, Ausbildungs- oder Weiterbildungsaktivitäten binden Zeitressourcen Andere, nicht genauer spezifizierte Gründe Quelle: Was man in den Pflegeberufen in Deutschland verdient - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2015

7 Herausforderungen in der Pflegebranche Wie können neue Fachkräfte gewonnen werden? Wie können die vorhandenen Fachkräfte gesund und motiviert im Beruf gehalten werden? Wie müssen Arbeitsbedingungen und Personalarbeit gestaltet werden? Ansatz: Lebensphasenorientierte Arbeitsgestaltung

8 Mehrere Generationen in der Arbeitswelt Wirtschaftswundergeneration (Geburtsjahrgänge ) Baby-Boomer Generation (Geburtsjahrgänge ) Generation Golf (Geburtsjahrgänge ) Internetgeneration Geburtsjahrgänge ab 1981) Idealistisch Postmaterielle Werte Anspruchsvoll Selbstbestimmung und Mitspracherecht Geburtsjahr 1950 Durchsetzungsfähig Gute Teamfähigkeit Konkurrenz- und konflikterprobt Umweltbewusstsein und Emanzipation 1960 Individualismus und materielle Werte Karriereorientierung pragmatisch und rational nur kurzfristig loyal 1970 Quelle: modifiziert nach Kunze, F., in: iga-kolloquium 2013, Dresden lernbereit technologieaffin hohe Flexibilität und Mobilität tolerant 1980

9 Unterschiedliche Ausrichtungen Baby-Boomer -Generation (bis 1965 geboren) Generation Internet (ab 1981 geboren) Leistungsorientierung, verbunden mit Pflicht und Disziplin Führung im Sinne von Partizipation Entscheidung für Beruf oder Familie Solidarität und Kollegialität im Team starkes Sicherheitsbedürfnis Leistungsorientierung, verbunden mit Spaß Führung im Sinne von Delegation Vereinbarkeit von Beruf und Familie Team als Zweckgemeinschaft Sicherheitsbedürfnis, aber: Sicherheit nicht um jeden Preis Quelle: J. Rump, 2014, Institut für Beschäftigung und Employability

10 Was muss eine lebensphasenorientierte Arbeitsgestaltung in der Pflege berücksichtigen? Voraussetzungen, Fähigkeiten und Erwartungen der Mitarbeiter/innen Betriebliche Ressourcenund Belastungssituation: Arbeitsanforderungen und Anreize

11 Handlungsfelder einer lebensphasenorientierten Arbeitsgestaltung Gesundheit und Arbeitsschutz Führung und Unternehmenskultur Arbeitsorganisation und Arbeitsgestaltung Personalrekrutierung Qualifizierung und Kompetenzentwicklung

12 Handlungsfeld Personalführung und Rekrutierung Wiedereinstieg ins Berufsleben durch Einarbeitungskonzepte fördern Bedürfnisse von Mitarbeiter/innen berücksichtigen Attraktivität der Arbeitsplätze steigern: gute Arbeitsbedingungen, flexible Arbeitsmodelle, Zusatzleistungen

13 Was bietet die BGW zum Thema alter(n)sgerechte Beschäftigung in der Pflege? Demografie-Check und Altersstrukturanalyse auf Eine Ausbildung die passt Schulungsunterlagen für die Kranken- und Altenpflege Seminar Älter werden in der Pflege Ansätze der Personal- und Organisationsentwicklung Handlungshilfe für Unternehmen Älter werden im Pflegeberuf Fit und motiviert bis zur Rente Beratung zur Organisationsentwicklung Älter werden im Beruf

14 Empfehlungen für eine lebensphasenorientierte Arbeitsgestaltung in der Pflege Entwicklung unternehmensübergreifender Konzepte für einen dauerhaften Verbleib in der Branche unter Mitarbeit von Arbeitgeber, Sozialversicherungsträger, Politik und Beschäftigten Stärkere Berücksichtigung gesundheitsbezogener Interventionen bereits in der Ausbildung in Pflegeschulen Förderung technologischer Entwicklungen und Refinanzierung der notwendigen Maßnahmen insb. in der Ausbildung

15 Ansprechpartner Stephan Köhler Leiter des Arbeitskreises Alter(n)sgerechte Beschäftigung Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) Tel. (040) Weitere Informationen unter: in der Rubrik Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz Thema: Demografischer Wandel

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