Situation von pflegenden. Angehörigen. Zuhause gut versorgt? Zukunftsmodelle für ältere Menschen und ihre. Angehörigen

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1 Zuhause gut versorgt? Zukunftsmodelle für ältere Menschen und ihre Angehörigen Situation von pflegenden Angehörigen Bernd Tews Geschäftsführer Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.v.

2 Der bpa Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.v. vertritt bundesweit über Pflegeeinrichtungen. Seit fast vierzehn Jahren kooperieren die TK und der bpa im Bereich der Schulung pflegender Angehöriger haben wir ein richtungsweisendes Konzept aus drei Modulen entwickelt: bedarfsorientierte Pflegekurse, häusliche Schulungen und Beratungen, Überleitungspflegen. Ziel war es, an der Bedarfslage der pflegenden Angehörigen anzusetzen und Informationen zu spezifischen Krankheits- u. Pflegesituationen verknüpft mit einem sozialem Austauschangebot mit praktischen Schulungen in Kursen und der Häuslichkeit anzubieten. Die akute Situation im Krankenhaus aber auch in der eigenen Wohnung ist zusammen mit den Versorgungsbedarfen und Ressourcen der Angehörigen Ausgangspunkt der Planung, Schulung und Anleitung. Rund Pflegeberater/innen sind bundesweit flächendeckend nach 45 SGB XI im Einsatz. 2 Bernd Tews Forum Versorgung

3 Bedeutung pflegender Angehöriger Pflegende Angehörige sind die tragende Säule der Sicherstellung der pflegerischen Versorgung. Im Vorfeld der Pflegebedürftigkeit übernehmen sie ca. 90 % der Leistungen; liegt eine Pflegestufe vor, stellen sie zu 70 % in der Häuslichkeit die Pflege allein oder zusammen mit Pflegediensten sicher. Ambulante Pflege bedingt ein informelles Hilfesystem, alleinige professionelle Hilfe ist personell und materiell nicht leistbar. Pflegedienste sind daher auf funktionierende Kooperationsbeziehungen angewiesen. Befragungen belegen, die präferierte Versorgungsform ist die eigene Häuslichkeit in der gewohnten Umgebung. 64 % würden durch Angehörige und / oder Pflegedienste versorgt werden wollen (Bertelsmann). Die Zahl der potentiellen pflegenden Angehörigen geht jedoch zurück, die Wohn-, Arbeits- und Lebensbedingungen lassen die Ressource erheblich schwinden. 3 Bernd Tews Forum Versorgung

4 Pflegende Angehörige und ihre Situation Bei den pflegenden Angehörigen handelt es sich in der Regel um Ehepartner/in oder Töchter/Schwiegertöchter. Erstere sind häufig selbst hochaltrig und gebrechlich. Letztere stehen zusätzlich vor der Vereinbarkeit mit dem Beruf und der eigenen Familie und im Spannungsverhältnis zu Geschwistern, die oftmals nicht ortsansässig sind. Die pflegenden Angehörigen sind physisch und psychisch und auch finanziell stark belastet. Sie fühlen sich für die Bewältigung der Pflege- und Lebenssituation des Pflegebedürftigen verantwortlich, sind die zentrale Kontaktperson und organisieren und kommunizieren mit dem übrigen Hilfesystem, z. B. dem Pflegedienst. Häufig fehlen Informationen hinsichtlich der Beratungs-, Entlastungs- und Unterstützungsangebote. Die verschiedenen Leistungsansprüche, Leistungserbringer, Kostenträger und fehlende zugehende niedrigschwellige Entlastungsangebote für sich und ihre Pflegetätigkeit stellen oft scheinbar kaum überwindbare Barrieren dar. 4 Bernd Tews Forum Versorgung

5 Zufriedenheitsbefragung Pflegekurse 87 % der Befragten haben das Gefühl, dass ihnen der Kurs persönlich etwas gebracht hat. 76 % der Befragten beabsichtigen, das erworbene Wissen auf jeden Fall aktiv in den Pflegealltag einzubringen. 91 % der Befragten würden bestimmt oder wahrscheinlich wieder an einem Kurs teilnehmen. 98 % würden die Teilnahme an dem Pflegekurs bestimmt oder wahrscheinlich weiterempfehlen. Quelle: Eigenerhebung über alle Vertragspartner, 2011 Befragung Qualitätszirkelraster 5 Bernd Tews Forum Versorgung

6 Zufriedenheitsbefragung Häusliche Schulungen 74 % Die Schulung hat mir persönlich etwas gebracht. 77 % Das erworbene Wissen kann ich auf jeden Fall aktiv in den Pflegealltag einbringen. 86 % Würden bestimmt oder wahrscheinlich wieder eine Schulung in Anspruch nehmen. 93 % Würden die Schulung bestimmt oder wahrscheinlich einer anderen Person weiterempfehlen. Quelle: Eigenerhebung über alle Vertragskassen des bpa, 2011 Befragung Qualitätszirkelraster 6 Bernd Tews Forum Versorgung

7 Erfordernisse der Situation der Angehörigen Pflegende Angehörige benötigen einen niedrigschwelligen Zugang und aufsuchende Informations- Beratungs- und Entlastungsangebote. Diese müssen sich konkret auf ihre Versorgungssituation und den aktuellen Bedarf beziehen. Unterstützungssysteme müssen an den relevanten Schnittstellen ansetzen, insbesondere im Krankenhaus (Überleitungspflege) und beim Hausarzt (Info über Hilfesystem) aber auch durch den Arbeitgeber (Pflegezeit). Trotz der geplanten Maßnahmen des Pflegestärkungsgesetzes, wie z. B. dem Ausbau niedrigschwelliger Leistungen für Angehörige, sind weitere gezielte Maßnahmen erforderlich. 7 Bernd Tews Forum Versorgung

8 Erfordernisse der Situation der Angehörigen (Pflicht-) Pflegeberatung nach 37 Abs. 3 SGB XI: Qualitätssicherung und praktische Hilfestellung der Pflegeperson bei Bezug von Pflegegeld sind deutlich unterbewertet, was eine Zielerfüllung verhindert. Die Leistung ist so auszugestalten, dass mindestens 1 Stunde pro Besuch zur Verfügung steht und die Pflegebedürftigen und Angehörigen den Umfang, innerhalb der Leistungsdeckelung des SGB XI, selbst wählen können. Die Schulungsleistungen nach 45 SGB XI für pflegende Angehörige sollten mit der Pflegeberatung nach 37 Abs. 3 SGB XI zusammengelegt werden. Beide Leistungen, d.h. die Beratung / Schulung sowie die Anleitung der Pflegebedürftigen, könnten aus einer Hand erfolgen. Pflegekurse sollten parallel einen zusätzlichen Anspruch auf Versorgung der pflegebedürftigen Menschen in der Häuslichkeit oder Tagespflege auslösen. 8 Bernd Tews Forum Versorgung

9 Erfordernisse der Situation der Angehörigen Pflegebedürftige Menschen sollten im Rahmen ihrer Sachleistungsansprüche auch die Möglichkeit haben, für sich und ihre pflegenden Angehörigen bei zugelassenen qualifizierten Pflegeeinrichtungen, Beratungsleistungen oder geeignete Entlastungsangebote einzukaufen. Der im Rahmen des Pflegestärkungsgesetzes geplante Anspruch auf eine mindestens zehntägige Freistellung bei vollem Lohnausgleich sollte zügig umgesetzt werden. 9 Bernd Tews Forum Versorgung

10 Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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