Einfluss von Aufmerksamkeit auf die auditive Verarbeitung

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1 Einfluss von Aufmerksamkeit auf die auditive Verarbeitung eine fmri-einzelfallstudie Alexandra Liebs Universität Salzburg ULG Klinische Linguistik

2 Patient L.A.S., 1967 St. n. Subarachnoidalblutung am und Entwicklung bilateraler cerebraler Ischämien: MRI v

3 Klinische Befunde Nov Unvermögen, gesprochene Sprache und andere auditive Stimuli wahrzunehmen und darauf zu reagieren Keine Aphasie Eingeschränkte Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit Erhaltenes peripheres Hörvermögen (Audiometrie 01/2007) = modalitätsspezifische Funktionsstörung

4 Therapeutische Intervention: Hörtraining (Sept Juli 2008) Audiva DichoTrainer: Ziel Sprachliche Stimuli auditiv wahrnehmen und verstehen

5 Stand bei Ende des Hörtrainings Verbesserungen in den trainierten Hörfähigkeiten (NS sprachlicher Stimuli) Sprachliche Informationen werden im Gespräch besser verstanden (bei langsamem Sprechtempo) Weiterhin deutliche Einschränkungen der Hörfähigkeit im Alltag (Störgeräusche, Gespräche in Gruppen, Telefon) Dadurch eingeschränkte Möglichkeiten der Berufsausübung

6 Neuropsychologische Standortbestimmung Jan.09 Im Vordergrund stehen Minderleistungen frontaler Hirnfunktionen Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt Fehlerkontrolle reduziert Interferenzanfälligkeit diskret erhöht Leichte Antriebsverminderung, wenn alternative Lösungsstrategien gefordert sind Reduzierte auditive Merkspanne / Einschränkungen des AG

7 fmri-einzelfallstudie Fragestellung: Welcher Zusammenhang besteht zwischen der auditiven Verarbeitungsstörung und der Aufmerksamkeitsstörung? Gibt es weitere therapeutische Möglichkeiten?

8 fmri-paradigma Unterschiede zwischen auditiver und visueller Verarbeitung Unterschiede zwischen semantischlexikalischer Verarbeitung und lexikalischphonologischer Verarbeitung aufzeigen Protokollierung Aktivierungsdaten und Verhaltensdaten (korr. /falsche Antworten, Reaktionszeiten) Vergleich mit gesunden Probanden möglich (Keisker et al., submitted)

9 fmri-paradigma Wort-Bild- Zuordnungsaufgabe Visuell : Strichzeichnung + geschriebenes Wort Auditiv: Strichzeichnung + gehörtes Wort Zielaufgabe: entscheiden, ob das gelesene oder gehörte Wort zur Abbildung passt oder nicht (je 30 gleich und verschieden) Visuelle Kontrollbedingung: entscheiden, ob zwei bedeutungslose Strichzeichnungen gleich oder verschieden sind Auditive Kontrollbedingung: Ruhe (gezeichnetes Kreuz fixieren) Blockdesign

10

11 fmri-paradigma Lexikalische Entscheidungsaufgabe Visuell : Wort / Pseudowort lesen Auditiv: Wort / Pseudowort hören Zielaufgabe: entscheiden, ob gelesener oder gehörter Stimulus ein deutsches Wort ist oder nicht Visuelle Kontrollbedingung: anzeigen, ob in Konsonantenketten ein T enthalten ist oder nicht Auditive Kontrollbedingung: Ruhe (gezeichnetes Kreuz fixieren)

12

13 Ergebnisse: Wort-Bild-Zuordnung

14 Wort-Bild-Entscheidung auditiv vs. Ruhebedingung Aktivierungsmuster in der auditiven Wort-Bild-Zuordnungsaufgabe im Vergleich zur Ruhebedingung beim Patienten (links) und der Kontrollgruppe (rechts)

15 Lexikalische Entscheidung Wiederholung der Aufgabe nötig, da Pat. sich nur eine der beiden Aufgabenstellungen merken konnte 1. Durchgang: alle vis. Stimuli auf Vorhandensein eines T beurteilt 2. Durchgang: alle vis. Stimuli auf ihre Lexikalität hin beurteilt

16 Lexikalische Entscheidung Entscheidung, ob T vorhanden: nahezu 100% korrekt Lexikalität: Bei visueller Stimulusvorgabe: ähnliche Leistungen wie Gesunde, allerdings weniger korrekte Beurteilungen bei auditiver Stimulusvorgabe: gar keine Reaktion

17 Lexikalische Entscheidung

18 Lexikalische Entscheidung auditiv vs. Ruhe Aktivierungsmuster L.A.S. lexikalische Entscheidung auditiv vs. Ruhe Aktivierungsmuster Kontrollgruppe: lexikalische Entscheidung auditiv vs. Ruhe; aus: Keisker et al., submitted

19 Diskussion Dissoziation zwischen Leistungen in Wort- Bild-Zuordnung und lexikalischer Entscheidung jeweils bei auditiver Stimuluspräsentation Lexikalische Entscheidung: keine Reaktion (nicht überraschend) Wort-Bild- Zuordnung: 50% korrekte Beurteilungen?

20 Diskussion Unterschiede in Aufgabenstellung Bildvorgabe löst gespannte Erwartungshaltung aus Anforderungen an Selektionsprozesse geringer Aufmerksamkeit spielt eine entscheidende Rolle

21 Schlussfolgerungen für die Funktionelle Ziele: Therapie Aufmerksamkeit soweit verbessern, dass die auditive Perzeption erleichtert wird Arbeitsgedächtnis verbessern, um gehörte Inhalte besser kurzfristig speichern zu können Partizipatorische Ziele: Erleichterung der beruflichen Reintegration Mundbild zur Verbesserung des Verstehens gesprochener Sprache nutzen

22 Aufmerksamkeit verbessern PC-gestütztes Aufmerksamkeitstraining NCSys: CURE Programm Gerichtete Aufmerksamkeit Selektive Aufmerksamkeit Geteilte Aufmerksamkeit Einsatz von Aufgaben, bei denen Stimuli sowohl auditiv als auch visuell präsentiert werden auditive Perzeption soll über die gleichzeitige Präsentation visueller Stimuli angeregt werden

23 Arbeitsgedächtnis verbessern PC-gestütztes Arbeitsgedächtnis- Training NCSys: CURE Programm BrainTwister

24 Erleichterung der beruflichen Hilfsmittel: Reintegration Videotelefonie (Mundbild des Gesprächspartners erleichtert das Verstehen gesprochener Inhalte) z.b. I-Pad oder Smartphone mit grossem Display Internettelefonieprogramm, z.b. Skype Kontaktaufnahme mit Berufsberater der Invalidenversicherung nach erfolgtem Training Reevaluation der beruflichen Möglichkeiten

25 Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

Inhalte der Präsentation

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