Berufsbildung und Umbau des Übergangssystems von der Schule in den Beruf zur Sicherung des Fachkräftebedarfs - neue Ansätze in Nordrhein-Westfalen -

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1 Berufsbildung und Umbau des Übergangssystems von der Schule in den Beruf zur Sicherung des Fachkräftebedarfs - neue Ansätze in Nordrhein-Westfalen - Ingrid Schleimer Beschäftigungsfähigkeit und berufliche Bildung Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des landes Nordrhein-Westfalen

2 Fachkräftesicherung als Herausforderung Die Wirtschaft in NRW ist eingebunden in globale Märkte bzw. Wettbewerbe und kann dort dauerhaft nur bestehen durch hohe Qualität und Innovationen. Die Auswirkungen des demografischen Wandels werden regional und branchenspezifisch bereits spürbar. Wachsender Bedarf nach immer besser ausgebildeten Fachkräften für den globalen Wettbewerb (Ingenieure, gut ausgebildete Fachkräfte) Wachsender Bedarf nach Fachkräften in einer alternden Gesellschaft (Pflegeberufe) 2

3 Fachkräftesicherung geplante Initiative Transparenz über vorhandenen und absehbaren Fachkräftebedarf herstellen Ermittlung vorhandener Potentiale (z.b. bei Jugendlichen, Arbeitslosen, Berufsrückkehrenden, zugewanderten Personen) hinsichtlich des Umfangs und der Qualifikationsniveaus Bedarfsgerechte Entwicklung und Anpassung von Qualifikationen bei Beschäftigten und potentiellen Fachkräften Verbesserung des Matchingprozesses 3

4 Adressaten der Initiative Betriebe und Branchen mit nachweisbarem oder absehbarem Fachkräftebedarf Personengruppen wie Jugendliche ohne Berufsabschluss, Berufsrückkehrende, Studienabbrecher, un- und angelernte Beschäftigte, Menschen mit Migrationshintergrund als zu entwickelndes Fachkräftepotential Wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Akteure, Bildungsinstitutionen und -einrichtungen 4

5 Handlungsfelder Erwerbsbeteiligung von Menschen über 55 erhöhen Erwerbsbeteiligung von Frauen erhöhen Zuwanderung von Fachkräften steuern Arbeitsmarkttransparenz erhöhen Teilqualifizierungen anerkennen Kompetenzfeststellung ermöglichen Beschäftigungsfähigkeit verbessern Kinderbetreuung frühkindliche Förderung Übergangssystem Schule/Beruf neu ausrichten 5

6 Schwerpunkt Übergangssystem als Teil einer Strategie zur Entwicklung des Fachkräftepotentials - Aufbau eines Gesamtsystems des Übergangs Schule/Studium/Beruf - zu einer höheren Attraktivität des dualen Systems - als Basis verbindlicher Ausbildungsangebote - unmittelbar nach Schule / Herstellung der Ausbildungsreife 6

7 Handlungsfelder im Übergang von der Schule in der Beruf Schulabgang ohne Abschluss reduzieren Ausbildungsreife sicherstellen Ausbildungs- und Studienabbrüche reduzieren Ausbildung und Qualifizierung vorantreiben Attraktivität der dualen Ausbildung erhöhen Zahl der Ausbildungsplätze erhöhen 7

8 Fakten Jugendliche befinden sich im Übergangssystem zwischen Schule und Beruf, d. h. in Schulen und geförderten Maßnahmen davon haben einen Förderbedarf (d.h. richtiger Weg, aber Maßnahmen sind zu optimieren) sind bereits ausbildungsreif Oder anders: 20% Ausbildungsabbrüche 30% Studienabbrüche Das bedeutet: Studien- und Berufsorientierung müssen verbessert werden 8

9 Handlungsrahmen Beschluss im Ausbildungskonsens am Motto Prävention statt teure Nachbesserung Umsetzungskonzept bis Herbst

10 Beschluss Ausbildungskonsens nachhaltige Studien- und Berufsorientierung für alle Schüler/innen, Übergang von der Schule in Beruf und Studium durch schlanke und klare Angebotsstrukturen und unter deutlicher Reduzierung der derzeitig existierenden Angebote systematisieren, Chancen einer dualen Berufsausbildung transparenter machen und die Attraktivität beruflicher Aus- und Weiterbildung weiter steigern, Ausbildungsangebote im direkten Anschluss an den Besuch der allgemeinbildenden Schule bzw. an Maßnahmen zur Herstellung der Ausbildungsreife bereit stellen alle Jugendlichen mit und ohne Förderbedarf im Rahmen eines Gesamtkonzeptes möglichst rasch in Ausbildung und Arbeitsmarkt integrieren. 10

11 Jugendliche im Übergangssystem NRW Insgesamt sind rund Jugendlichen im Schuljahr 2010/11 im Übergangssystem aufgenommen worden: An Berufskollegs (Stichtag 15. Oktober 2010) - (inkl BvB und Werkstattjahr) An Berufskollegs (Stichtag 15. Oktober (ohne BvB und Werkstattjahr) In Maßnahmen nach SGB II und III (Stichtag Februar 2011) davon BvB (davon in KSOB) davon EQ (teilweise Überschneidung mit KSOB) Im Werkstattjahr (davon in KSOB) GESAMT ca. (Positionen 2, 3 und 6)

12 Konsequenzen Verbindliches, standardisiertes, geschlechtersensibles, flächendeckendes Angebot der Berufsorientierung für alle Schulformen Präventiver individueller Förderansatz ab 7./8. Schulbesuchsjahr für besondere Zielgruppen Konsequentes Organisieren des Übergangs von der Schule in Ausbildung Sicherstellung von Ausbildungsangeboten Gesamtverantwortung des Landes, Koordination und Steuerung auf kommunaler Ebene 12

13 Handlungsfelder ÜSB Einstieg in Haupt-, Gesamt-, Förderschulen Nutzung der Erfahrungen von STARTKLAR! und Zukunft Fördern Systematische, zwischen den verschiedenen Akteuren abgesprochene Beratung und Empfehlung Hinreichendes Angebot von Ausbildungsplätzen durch vernetzte Nutzung von betrieblichen, schulischen, außerbetrieblichen Lernorten Vermeidung / Abbau von Doppelstrukturen 13

14 11. Schuljahr 7. Bis 10. Schuljahr Vollschulische anerkannte Ausbildung Betriebliche Ausbildung ausbildungsreif Geförderte/ vollzeitschulische Ausbildung Berufs- und Studienorientierung Allgemein bildende Schulen in Kooperation mit außerschulischen Partnern und BKs BAE Außerbetriebliche Ausbildung Ausbildungsvorbereitung JW* Partiell/nicht ausbildungsreif kommunales Übergangsmanagement 14 * JW = Jugendwerkstatt

15 Qualitative Aspekte Standards guter Berufsorientierung durchsetzen Stärken orientierte Förderung auf der Basis von Potentialanalysen organisieren Sicherung von schulischen Abschlüssen mit Herstellung von Ausbildungsreife verbinden Berücksichtigung von spezifischen Zugangsbedingungen, z. B. von - Jungen / Mädchen - Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte - Jugendlichen mit Behinderungen - 15

16 Umsetzung Koordination des Prozesses auf kommunaler Ebene Einbeziehung aller regionalen Akteure Integration bereits vorhandener Ansätze Aufstockungsmöglichkeit auf das Basisangebot Berücksichtigung regionaler wirtschaftlicher Bedingungen Verlaufs- und Ergebnis-Controlling 16

17 Ausbildungsgarantie Verbindliche Ausbildungsperspektive Voraussetzung einer Zusage ist die aktive Beteiligung der Jugendlichen an Berufsorientierung und Übergangsmanagement Neuausrichtung der Ressourcen der Berufskollegs (Veränderung / Verschlankung von Bildungsgängen) Probleme: - Akzeptanz der außerbetrieblich erbrachten Ausbildungsleistungen durch Betriebe (Anrechnung) - Zweite Schwelle 17

18 Ausbildungsgarantie Ausbildungszusage umfasst folgende Angebote (in Reihenfolge des Vorrangs): - betriebliche Ausbildungsstellen, deren Zahl weiter gesteigert werden soll - kooperative Ausbildungsformen mit den Partnern Berufskolleg und Betrieb - vollzeitschulische Berufsausbildungen mit arbeitsmarktrelevanten Abschlüssen - außerbetriebliche Ausbildung 18

19 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 19

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