Niedrigwasser-Berichtsperiode Niedrigwasser in Deutschland: Ein Ende in Sicht?

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1 Niedrigwasser-Berichtsperiode Niedrigwasser in Deutschland: Ein Ende in Sicht? Die Mündung der Ahr bei Niedrigwasser des Rheins im November 2016 (Bild: E. Behring, BfG) Derzeit erholen sich die niedrigen Pegelstände der Bundeswasserstraßen. Dabei sind trotz der nahezu flächendeckenden Niederschläge der letzten Tage mittlere Abflussniveaus vielfach noch unterschritten. Deutschlandweit sind für die kommende Woche ergiebige Niederschläge vorhergesagt. Diese werden in Verbindung mit kühlen, aber nicht frostigen Temperaturen verbreitet zu einer weiteren Entschärfung der Niedrigwasserlage beitragen. Meteorologische Entwicklung In allen mitteleuropäischen Stromgebieten fielen zwischen dem 01. und deutlich häufigere und höhere Niederschläge als in den Wochen zuvor. Einzige Ausnahme dabei blieb das Odergebiet. Die regional differenzierten flächengemittelten Wochensummen erreichten Niederschlagshöhen zwischen ca. 10 und 15 mm, in den alpin geprägten Teileinzugsgebieten (Rhein oberhalb Basel, Donau) sogar Werte zwischen ca. 20 und 30 mm ( Abbildung 1). Besonders niederschlagsreich war das Wochenende 05./06.11., wie Abbildung 2 zu entnehmen ist. Verursacht wurden die häufigen Niederschläge durch zahlreiche Tiefdruckgebiete, die kalte und feuchte Luftmassen heranführten. Der damit auch verbundene Temperaturrückgang bewirkte bereits am Sonntag, den , erste Schneefälle in den Alpen und im Alpenvorland. Am bildete sich dann auch eine Schneedecke in Norddeutschland sowie in den west- und ostdeutschen Mittelgebirgen. 1

2 Abb. 1: Flächenmittel der Wochensummen des Niederschlages (N_WS) der aktuellen und der vorangegangenen Berichtswoche für Flussgebiete Mitteleuropas (vorläufige Werte mit ausländischen Flussgebietsanteilen, Mittelwerte basierend auf Stationsdaten; Datenquelle der Stationsdaten: Deutscher Wetterdienst und Wetterdienste des benachbarten Auslandes) Abb. 2: Zeitlicher Verlauf der Flächenmittel der Tagessummen des Niederschlages der Flussgebiete Mitteleuropas (FG-ME) sowie des Rheingebietes (Rhein) für die Zeitreihe 01. Oktober November 2016 (vorläufige Werte mit ausländischen Flussgebietsanteilen, Mittelwerte basierend auf Stationsdaten; Datenquelle der Stationsdaten: Deutscher Wetterdienst und Wetterdienste des benachbarten Auslandes) 2

3 Die hydrologische Lage in Deutschland Im Berichtszeitraum 04. bis setzte sich der bereits im vorangegangenen BfG- Niedrigwasserbericht vom 04. November vorhergesagte Anstieg der Wasserstände und Abflüsse verbreitet durch. Die aktuelle Pegelkarte (Abbildung 3) zeigt folgerichtig fast keine orangen Niedrigwassermarkierungen mehr. Abb. 3: Pegelkarte für Deutschland am 09. November 2016 Quelle: WSV/PEGELONLINE Die gleiche Entwicklung offenbart sich auch beim Vergleich der Wasserstandsganglinien vor dem Hintergrund der nautisch relevanten Niedrigwassermarken GlW (=gleichwertiger Wasserstand). Der GlW ist mittlerweile nur mehr am Weserpegel Vlotho unterschritten (Abbildung 4). In den meisten mitteleuropäischen Strömen ist der Herbst Niedrigwasserzeit, d.h. im Jahresverlauf weisen die Monate September bis November im Mittel die geringste Wasserführung auf. Trotz der nun zu konstatierenden Erholung der Pegelstände sind aber diese ohnehin niedrigen saisonalen Durchschnittswerte derzeit noch verbreitet unterschritten. Diese Tatsache wird exemplarisch anhand Abbildung 5 verdeutlicht: Die aktuellen Durchflüsse am Niederrheinpegel Duisburg-Ruhrort (rote Ganglinie) pendeln derzeit um MNQ (die vieljährig gemittelten Niedrigwasserabflüsse, hier der Periode ) und liegen so noch erheblich, nämlich um rd. 800 m³/s, unter dem vieljährigen Durchschnitt (gelbe Linie). 3

4 Abb. 4: Ganglinie der täglichen Wasserstände (W) an repräsentativen Bundeswasserstraßenpegeln (Magdeburg/Elbe, Vlotho/Weser, Hofkirchen/Donau, Maxau/(Ober-)Rhein sowie Ruhrort /(Nieder-)Rhein) vor dem Hintergrund der Unterschreitung der jeweiligen schifffahrtsrelevanten GlW- bzw. RNW-Schwellenwerte (Stand ) Abb. 5: Pegel Duisburg-Ruhrort/ (Nieder-)Rhein: Abfluss-Ganglinie/Tageswerte des Jahres 2016 (Tageswerte des Abflusses (tq) rot, Stand ) vor dem Hintergrund des mittleren Jahresabflusses (MQ), mittleren Niedrigwasserabflusses (MNQ) und der täglich gemittelten Abflusswerte der Periode

5 Ausblick Für die nächsten Tage werden vom Deutschen Wetterdienst und vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage für Deutschland weiterhin Regen- und Schneefälle vorhergesagt. Der Schnee wird aufgrund nicht allzu niedriger Temperaturen in den niedrigen und mittleren Lagen sehr schnell wieder schmelzen. Aufgrund dessen werden die Wasserstände in den nächsten Tagen in den großen Flüssen zumindest stagnieren, oft sogar weiter ansteigen. Abbildung 6 zeigt diese Anstiegsprognose für den Pegel Duisburg-Ruhrort / (Nieder-) Rhein in der aktuellen Wasserstandsvorhersage der BfG im Elektronischen Wasserstraßen-Informationsservice ELWIS. Abb. 6: Pegel Duisburg-Ruhrort/ (Nieder-)Rhein: Wasserstandsvorhersage vom 09. November Quelle: WSV/ELWIS ( Aktuelle Wasserstände und Vorhersagen finden Sie internetgestützt im Elektronischen Wasserstraßen-Informationsservice ( unter Gewässerkundliche Informationen Wasserstände. 5

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