Vom Exportweltmeister zur Stärkung der Binnenwirtschaft Wo können neue Arbeitsplätze entstehen? Berlin, 29. April 2010 Dr. Michael Dauderstädt

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1 Vom Exportweltmeister zur Stärkung der Binnenwirtschaft Wo können neue Arbeitsplätze entstehen? Berlin, 29. April 2010 Dr. Michael Dauderstädt

2 Struktur meiner Präsentation Wachstumsmodell gesucht Exportorientierung: Problem oder Lösung? Binnenmarkt soziales Wachstum Beschäftigung und Produktivität Neuer Wohlstand durch Dienstleistungsfordismus

3 Wachstumsmodell gesucht Wir können uns nicht selbst aus dem Sumpf ziehen. (C.M. Schmidt RWI/SVR) Und die Weltwirtschaft? Der kurze Traum immerwährender Prosperität (B. Lutz) Kostenfetischismus: Löhne zu hoch; Gesundheitskosten zu hoch, etc. Aber Kosten = Einkommen Mehr Ausgaben mehr Einkommen mehr Nachfrage (Startpunkt: Kredite?)

4 Exportorientierung: Problem oder Lösung? Anstieg der Exportquote von 22% (1992) auf 47% (2008) Importe ebenfalls gestiegen Reorganisation der Wertschöpfungsketten Basarökonomie? Nein! Wachstum durch Exportüberschuss? Arbeitsteilung: Produktivität steigt und Beschäftigung sinkt langfristig

5 Exportentwicklung 50,00 Exporte, Importe, Bilanz (in % des BIP) Westdeutschland Gesamtdeutschland 40,00 30,00 20,00 10,00 0, ,

6 Produktive Kreisläufe Produzieren, um zu konsumieren! Ausgabenanteile reflektieren Präferenzen der Nachfrager und Produktivität und Marktmacht der Anbieter Nachfragemuster dynamisch (Nahrung und Kleidung weniger, anderes mehr) Sektoren mit mehr Produktivität senken Beschäftigung Produktivität als Schlüssel des Wohlstands Niedergang programmiert?

7 Beschäftigung nach Sektoren (Arbeitsstunden) Landwirtschaft, Bergbau Dienstleistungen Verarbeitendes Gewerbe Total

8 Beschäftigung nach Sektoren (Personen) Landwirtschaft, Bergbau Dienstleistungen Verarbeitendes Gewerbe Total

9 % Schwaches Produktivitätswachstum Industrie Marktbezogene Dienstleistungen Deutschland Frankreich Schweden UK USA EU-15

10 Beschäftigung: gute oder prekäre Arbeit? Export als Hochlohnzone, binnenmarktorientierte DL Niedriglohnzone? US-Modell: Dienstleistungsexpansion mit Lohnspreizung Produktivität und Lohn ein schwieriger Zusammenhang Kostenkrankheit - Geldillusion Nachfrage bestimmt auch Produktivität

11 Binnennachfrage: Niveau + Struktur Das Nachfragewachstum hängt vom Kreditrahmen und der Sparquote ab Hohe Sparquote der reichen Haushalte Investitionen oder Exportüberschuss Investitionen nur bei guten Absatzaussichten Kaufkraft ist ungleich verteilt Die Bedarfe liegen eher bei den armen Haushalten

12 Beschäftigungsstruktur Beschäftigung nach Sektoren (in 1000) Landwirtschaft Industrie Baugewerbe Handel Gastgewerbe Verkehr und Kommunikation Kredit und Versicherung Immobilien. Unternehmen-DL Verwaltung Bildung Gesundheit Sonstige DL Häusliche Dienste

13 Wertschöpfungsstruktur Reale Bruttowertschöpfung nach Sektoren Landwirtschaft Industrie Baugewerbe Handel Gastgewerbe Verkehr und Kommunikation Kredit und Versicherung Immobilien. Unternehmen-DL Verwaltung Bildung Gesundheit Sonstige DL Häusliche Dienste

14 Bruttowertschöpfung pro Beschäftigte (in ) Landwirtschaft Industrie Baugewerbe Handel Gastgewerbe Verkehr und Kommunikation Kredit und Versicherung Immobilien. Unternehmen-DL Verwaltung Bildung Gesundheit Sonstige DL Häusliche Dienste Total

15 Dienstleistungsfordismus: die Finanzierungsseite Das gescheiterte Modell der kreditierten Nachfrage (Arme in den USA, MOE etc.) Kredite an wen: Staat, Unternehmen? Kredite in welchen Sektor: Dot.com; Immobilien? (Herdentrieb der Märkte) Kredite von wem: Fiatmoney oder Ersparnis im voraus? Priming the pump oder Fass ohne Boden? Entschuldung durch Inflation Steuerfinanzierter Zwangskonsum

16 Dienstleistungsfordismus: die realwirtschaftliche Seite Das fordistische Modell des guten Kapitalismus Massenkaufkraft und Nachfrage nach Dienstleistungen Soziale Dienstleistungen: Bildung, Gesundheit, Pflege Zusätzliche Beschäftigung durch niedrigere Arbeitslosigkeit Produktivitätssteigerung durch Qualifizierung und Kapitalausstattung

17 Soziales Wachstumsmodell Wohlstand neu definieren Gesellschaftliche Bedarfe mit Kaufkraft ausstatten Qualifizierungsprofil der Arbeitskraft anpassen Gute Arbeit, gute Einkommen, gute Kaufkraft langfristig ausgeglichene Zahlungsbilanz

18 Danke für Ihre Aufmerksamkeit!

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