FRAG MICH DOCH EINFACH!

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1 FRAG MICH DOCH EINFACH! Fragen Sie sich manchmal, ob Ihr Pferd sich in seiner Herde wohl fühlt? Ob ihm die Dinge, die Sie mit ihm machen, Freude bereiten? Ob es wirklich geritten werden möchte? Ob es Schmerzen hat? Wie es gerne auf einen eventuellen Stallwechsel vorbereitet werden möchte? Und die allerschwierigste Frage am Ende des gemeinsamen Weges ist wohl die: Wie möchte es sterben? Tierkommunikatoren können mit Ihrem Pferd in Kontakt treten und viel über die Wünsche Ihres Pferdes herausinden. Barbara Echtler aus Rammingen im Unterallgäu schaut sich intensiv das Foto eines Pferdes an. Eine Pferdebesitzerin oder Pferdebegleiterin, wie Barbara Echtler lieber sagt möchte wissen, warum ihr Halinger immer nur Unsinn im Kopf hat. Manchmal bringe es sie auf die Palme, wenn ihr Wallach wieder und wieder mit einem Vorderbein auf seinen Fresseimer steige. Er sei davon gar nicht mehr abzubringen. Barbara Echtler vertieft sich in das Foto und nimmt so mental, über den Geist, Kontakt mit dem Pferd auf. Sie sitzt dabei in ihrer Praxis in Bayern, der Halinger steht derweil auf seiner Koppel im Ruhrgebiet. Der Wallach freut sich über die Kontaktaufnahme. Manche Pferde reagieren verblüfft, wenn man sie anspricht, freuen sich aber, dass endlich jemand mit ihnen reden möchte, und sie über ihre Wünsche und Sorgen sprechen können, sagt Barbara Echtler. Die meisten Tiere seien sehr kooperativ. Und dabei so verschieden wie die Menschen. Tierkommunikation hilft, Antworten zu inden 32 natural horse Ausgabe

2 Tier kommunikation hilft, Antworten zu inden Andrea Klasen und Barbara Echtler 33

3 FRAG MICH DOCH EINFACH! Manche Pferde sind richtige Plaudertaschen, manche sind sachlich und strukturiert, andere sprechen mithilfe von Bildern, senden Gefühle, Farben, einige Pferde schicken mir so etwas wie kurze Filmsequenzen, wieder andere senden Wissen an mich weiter. Ja, es gibt sehr philosophische Pferde. Der Halinger erzählt ihr den Grund seiner täglichen akrobatischen Einlage mit seinem Futtereimer: Ihm sei es sehr wichtig, seinen Menschen jeden Tag zum Schmunzeln zu bringen. Er möchte, dass seine Besitzerin mit ihm gemeinsam lacht, ihre Sorgen vergisst und einfach für eine gewisse Zeit, während der Zeit mit ihm, fröhlich ist. Tiere, egal ob Pferd, Hund oder Katze, haben ein unglaublich großes Herz, sie sind für uns da und nehmen manchmal richtige Bürden auf sich, um uns Menschen in unserer geistigen und seelischen Entwicklung zu helfen, uns auf unserem Weg weiterzubringen. Und manchmal müssen sie uns auch mit schwierigen Situationen konfrontieren, denn wenn alles gut läuft, verändern und entwickeln wir Menschen uns nicht. Unsere Tiere zeigen uns unsere Probleme, unsere Ängste und unsere Muster. Pferde tragen viel für uns So erkrankte eine Stute an Borreliose. Die Zecke, die diese Krankheit unter anderem überträgt, steht in der Tiersymbolik für das Aussaugen, für Übergrifigkeit, für Grenzüberschreitungen. Die Besitzerin dieser Stute lebte zu diesem Zeitpunkt in einer Wohnung, über ihr die Vermieterin, die ihr das Leben schwer machte. Als Mieterin fühlte sie sich in ihrem Raum Manchmal wollen uns Pferde einfach zum Lachen bringen. 34

4 beschnitten, die Vermieterin missachtete die von ihr gesetzten Grenzen und saugte beständig Energie ab. Das Leben in dieser Wohnung war nur noch ein Überleben. Sie wollte nicht ausziehen, weil sie so viel Geld in die Wohnung gesteckt hatte. Als ihre Stute jedoch an Borreliose erkrankte, wusste ihre Besitzerin, was zu tun ist. Das Pferd wollte ihr zeigen, wie krank diese ständige Übergrifigkeit macht. Wie belastend es ist, nicht genügend Raum für sich zu haben. Genauso gut hätte die Besitzerin an Borreliose erkranken können, aber das Pferd wollte diese Krankheit für sie übernehmen und ihr klar machen: Ändere etwas, sonst gehst du kaputt. Als sich ihre Begleiterin dann für einen Wohnungswechsel entschied und konkret suchte, verschwand die Borrelienbelastung. Die Stute wurde wieder gesund. Barbara Echtler ist davon überzeugt, dass kein Pferd böse Absichten hat. Wenn es überfordert sei, reagiere es, wie es eben könne. Dann könne es passieren, dass es uns zwickt, ausschlägt oder uns abwirft. Damit möchte es uns etwas sagen, uns zeigen, dass etwas nicht stimmt, mit uns, mit ihm, mit uns beiden. Tierkommunikatoren können in solchen Situationen helfen. Ein Pferd handle nie mit dem Vorsatz: Ich hasse meinen Menschen, ich schmeiße ihn jetzt runter! Hinter seinem Verhalten stecke immer eine Botschaft, ein Wunsch. So wie ein Friese immer bockte, wenn seine Reiterin angaloppieren wollte: Er wusste ganz einfach, dass sie Angst vor dem Galoppieren hatte, und wollte sie davor bewahren. Über eine Tierkommunikatorin erfuhr die Frau vom Schutzprogramm ihres Pferdes. Was für einen großartigen Aufpasser hatte sie doch an ihrer Seite! Ein unglaubliches Bild Pferde wie alle anderen Tiere auch haben genau diese Aufgabe: Uns auf u n s e r e n persönlichen Weg zu lenken, unsere Richtung zu korrigieren, uns zu helfen. Bestimmte Tiere sind für bestimmte Menschen da. Nicht wir suchen unser Pferd aus, unser Pferd sucht uns aus. Es gibt erstaunliche Geschichten, wie Pferde das schaffen. Während einer Meditation hat sich mir einmal ein unglaubliches Bild gezeigt: Alle Tiere auf dieser Welt waren durch ein riesiges Netzwerk, das sie geschaffen haben, verbunden. Mit diesem Bild wollten die Tiere mir zeigen, dass sie über den ganzen Erdball verteilt zusammenarbeiten, um Konstellationen herzustellen. Dieses Bild ihres gigantischen kraftvollen Netzwerkes rührt mich wirklich zu Tränen, sagt Barbara Echtler tief ergriffen. Tiere kommen zu uns, um unser Leben zu bereichern. Sie lassen uns niemals im Stich, verzeihen immer, sind loyal und lieben uns bedingungslos. Hat mein Pferd Schmerzen? Sehr häuig sind Pferde beim Reiten widersetzlich, weil sie schlicht Schmerzen haben. Barbara Echtler kann auch in solchen Fällen für Aufklärung sorgen: Während des Gespräches mit dem Pferd fühlt sie sich in den Körper des Tieres ein und spürt dann eventuelle Schmerzen am eigenen Körper. Sie erkennt, wo Druck im Körper des Tieres herrscht, sieht etwa bei Entzündungen die Farbe Rot, und die Pferde sind oft froh, wenn sie ihr zeigen können: Mein Mensch denkt immer, mir täte das linke Vorderbein weh. Aber an diesen Schmerz habe ich mich schon gewöhnt. Ich kann gut damit leben. Aber er soll bitte einmal meine Zähne kontrollieren lassen. Die tun mir sehr weh. Oft schmerzen unvermutete Stellen das Pferd. Und oft sind das Folgen alter Verletzungen und schwer nachvollziehbar. Tierkommunikation hilft, Antworten zu inden natural horse Ausgabe

5 Barbara Echtler betont, dass sie mit ihrem Einfühlen in den Körper des Tieres keineswegs Diagnosen stellt. Sie liefere als Mittlerin Hinweise und rate den Besitzern des Pferdes, mal einen Tierheilpraktiker oder einen Tierarzt nachschauen zu lassen. Möchten Pferde geritten werden? Auch die Frage aller Fragen soll Barbara Echtler immer öfter mit dem Pferd besprechen: Möchte es geritten werden? Fragt die Bayerin das Pferd danach, dann sagen die meisten Pferde, dass sie sich einen angstfreien Menschen auf ihrem Rücken wünschen, der mithilfe von Gedanken und Visualisierung reitet, der sich hundertprozentig auf sein Pferd konzentriert, sodass die beiden zu einem Wesen verschmelzen. Wäre das so, würden Pferde gerne geritten. Ist diese Art des Reitens nicht möglich, so gingen sie lieber mit ihrem Menschen in der Natur spazieren. Frage ich das Pferd danach, ob es geritten werden möchte, dann zeigt es mir ein Bild, das seinen Menschen neben sich zeigt. Wie beide einen langen Spaziergang durch die schöne Natur machen, wie sie gemeinsam,gefährliche' Dinge wie die Plane über einem Holzstapel erkunden, durch tiefe Pfützen gehen oder an einer Wiese mit wilden Bullen vorbeispazieren. Pferde mögen es dann sehr, wenn der Mensch vorausgeht und ihnen so Sicherheit gibt. D a s schafft eine tiefe Bindung zwischen Mensch und Pferd. Und nicht unbedingt das Reiten. Stallwechsel vorbereiten Eine weitere häuige Frage der Pferdebesitzer ist die: Wie kann ich einen Stallwechsel für mein Pferd schonender vorbereiten? Barbara Echtler bittet den Pferdemenschen dann, Fotos vom neuen Stall zu machen: von den anderen Pferden, von den Heuraufen, von den Koppeln, den Ruheplätzen, dem Ausblick. Diese Fotos übermittelt sie dem Pferd. Das hat dann die Chance, sich auf diese Bilder einzulassen, sich mit dem Kommenden auseinanderzusetzen. Kommt es dann am neuen Stall an, ist gleich alles viel vertrauter, weil das Pferd mithilfe der Fotos vieles schon einmal gesehen hat. Stallwechsel sind meiner Erfahrung nach dann viel stressfreier. Und enorm wichtig ist es, den Pferden zu sagen, warum sie den Stall wechseln müssen. Kennen sie den Grund, fällt es ihnen leichter, sich auf diese große und meist anstrengende Veränderung einzulassen, erklärt Barbara Echtler. Ein friedliches Ende Am Ende eines gemeinsamen Weges von Pferd und Mensch steht oft die schwierige Frage: Wie möchte mein Pferd sterben? Barbara Echtler betreut Pferd und Mensch auch, wenn der Abschied voneinander naht. Sie selber ist generell gegen das Einschläfern, weil Tiere selber bestimmen sollten, wann sie gehen. Tiere in freier Natur können das. Wildtiere sondern sich von ihrer Herde ab, wenn sie spüren, dass ihr Leben zu Ende geht, und bestimmen so selber den Zeitpunkt ihres Todes. In unserer zivilisierten Welt haben nur noch Katzen diese Chance. Sie gehen dann einfach und man indet sie niemals wieder. Spricht sie mit Pferden darüber, wie sie gehen möchten, dann möchten Pferde oft im Freien sterben, auf einer weiten Fläche liegend, damit sich ihre Seele ausbreiten kann. Sie möchten am liebsten nur den Himmel über sich haben. Aber wo ist das möglich in unserer engen Kulturlandschaft? Kommt man dem Wunsch des Pferdes nach und lässt es auf einer weiten Wiese, fern des Paddocks, einschläfern, dann wird so etwas sofort gemeldet. Und: Auch der Abtransport des toten Tieres muss irgendwie machbar sein. Barbara Echtler versucht dann, Kompromisse mit dem Pferd zu schließen, fragt nach anderen Möglichkeiten. Pferde, Tiere generell, möchten nicht eingeschläfert werden, doch wenn es doch sein muss, so sollte man die unterschiedlichen Sterbephasen so weit wie mög Tierkommunikation hilft, Antworten zu inden 36 natural horse Ausgabe

6 lich ausweiten, erklärt Barbara Echtler. Die Seele braucht diesen Prozess. Wird er abgekürzt durch vorzeitiges Einschläfern, so glaube ich, dass die Pferde in ihrem nächsten Leben dann wieder bis zu diesem Moment, bis zu dieser Situation kommen müssen, um es dann besser machen zu können. Auch ihre Seele muss reifen. Die Seele müsse die körperliche Hülle sanft verlassen, der letzte bewusste Atemzug sei wichtig für die Pferde, um mit eigenem Willen sterben zu können. Würden Pferde zu früh während des Sterbeprozesses eingeschläfert, so ist ihre Seele irritiert darüber, dass der Körper schon tot ist, bevor dieses so letzte wichtige Ausatmen geschehen konnte. Das sei kein gutes Ende. Barbara Echtler rät, das Pferd in den einzelnen Phasen ganz genau zu beobachten. Oft wünschen sich die Pferde einen letzten innigen Körperkontakt oder sie möchten noch einmal einen ganz bestimmten Menschen treffen, um sich zu verabschieden. Man könne auch, wenn man schon nicht auf dem freien Feld sein könnte, den Sterbeort mit energetischen Dingen wie Licht und Farben verschönern. Und eines sei ganz wichtig: Niemals dürfe man sich vom Tierarzt unter Druck setzen lassen. Während ein Pferd im Sterbeprozess ist, müsse man in kleinen Schritten denken: Wie geht es ihm heute Morgen? Gut? Dann schaue, wie es sich bis heute Mittag entwickelt. An den Abend und die Nacht denke ich noch nicht. Sehr häuig steht ein Pferd auch wieder auf, hat plötzlich wieder klare Augen und lebt noch für ein paar Stunden, ein paar Tage oder sogar ein paar Monate weiter. Beobachten Sie Ihr Pferd, sagen Sie dem Tierarzt ab, wenn Ihnen Ihr Gefühl dazu rät! Dann nehmen Sie so viel Druck raus. Mensch und Pferd benötigen dann eben diese Phasen, dieses stundenlange oder sogar wochenlange Auf und Ab. Es ist wichtig für die seelische Entwicklung beider, erklärt Barbara Echtler. Denn Pferde sind vor allem eines: Wunderbare Wesen mit großen Herzen, die uns niemals verurteilen, niemals über uns lachen, sondern uns mit all ihren besonderen Fähigkeiten zur Seite stehen möchten und uns in unserer seelisch geistigen Entwicklung begleiten wollen. Barbara Echtler Barbara Echtler ist Tierheilpraktikerin und Tierkommunikatorin. In ihrer Praxis in Rammingen, im Unterallgäu, arbeitet sie mit Tieren und deren menschlichen Begleitern. Sie hat sich damit einen großen Traum erfüllt. Sie gibt neben anderen Seminaren auch Kurse in der Tierkommunikation. Vita Foto: Klaus Echtler FRAG MICH DOCH EINFACH! 37

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