PANIK-FOCUSSIERTE PSYCHODYNAMISCHE KURZZEITTHERAPIE. Barbara Milrod, Claudia Subic-Wrana, Manfred Beutel, Mary Rudden, Frederic Busch

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1 PANIK-FOCUSSIERTE PSYCHODYNAMISCHE KURZZEITTHERAPIE Barbara Milrod, Claudia Subic-Wrana, Manfred Beutel, Mary Rudden, Frederic Busch

2 Indikation: PatientInnen mit Panikstörungen ( mit und ohne Agoraphobie) Nach gescheiterter VT (1/3 der PatientInnen) Einsichtsorientiertes Arbeiten Voraussetzung: Ansatzweise Verständnis für ein psychologisches Krankheitsverständnis Ansatzweise Neugier für hinter der Symptomatik liegende verursachende Konflikte Ziele: Besserung oder dauerhafte Heilung INDIKATION UND ZIELE

3 1. Psychosomatische Geschehen: Psychischer Auslöser erzeugt eine automatisierte neurobiologisch verankerte Reaktion 2.Körperliche Korrelate erzeugen Todesangst 3. Teufelskreis: Körperliche Reaktion verstärkt Todesangst und Todesangst verstärkt Körpererleben. 4.Paradoxie:Pat. Weiß, das er nicht sterben wird und erlebt sich dennoch Todes Nah. Die Panikattacke zerstört das Denkvermögen. Statt Ich habe Angst ---- Ich sterbe! (Modus der psychischen Äquivalenz) 5. Die Angst vor der Panikattacke wird zum Auslöser ( verstärktes dauerhaftes Körperscreening) PANIKATTACKE ALS (VORÜBERGEHENDE) MASSIVE EINSCHRÄNKUNG DER MENTALISIERUNGSFÄHIGKEIT

4 Eine inadäquate gesteigerte Erregbarkeit der Amygdalae und des Hippocampus Unteraktivierung des ventro -medialen präfrontalen Kortex (statt einer Downregulation im Sinne einer Feedbackschleife erfolgt eine Steigerung der Angst durch katastrophisierende Gedanken) NEUROBIOLOGISCHE KORRELATE ( FURCHTGEDÄCHTNIS BEUTEL ET AL. 2010

5 Neurobiologische Irritierbarkeit Angsterzeugendes Elternverhalten Abhängigkeit, Autonomiekonflikte, häufige und intensive negative Affekte Negatives Selbstbild (hilflos und ausgeliefert zu sein) Vermeidungsverhalten in Bezug auf negative Gedanken und Gefühle, Konflikte Stress Intrusive Konflikte Neurobiologische Sensitivität Panikattacke PSYCHO-DYNAMISCHES MODELL DER VERURSACHUNG EINER PANIKATTACKE (MELROD, SHEAR 1993, SHEER ET AL.1991)

6 Furchtsame Abhängigkeit Verminderte Affekttoleranz (Trennungs- und Verlustangst) Kontraphobische reaktive Aggression Zunehmende Panikattacken Schuldgefühle, Angst vor Zerstörung des Objektes Angst vor dem Verlassenwerden/Bestraftwerden PSYCHODYNAMIK DER PANIKSTÖRUNG NACH MILROD

7 Gefühlsambivalenz in einer Abhängigkeitsbeziehung Auslöser: überwältigende negative Affekte Panikattacke als Kompromißbildung Pat. Kann sich als hilflos und bedürftig präsentieren Aggression gegen die Abhängigkeitsobjekte ist versteckt Abhängigkeitswünsche werden unter scheinbar somatischen Prozessen verborgen Abhängigkeitswünsche können partiell erfüllt werden PSYCHODYNAMIK DER PANIK (SUBIC- WRANA ET AL.2012)

8 1.Phase Behandlung der akuten Panik Erwartete Reaktion: Symptomreduktion Exploration der Anfälle (Gedanken, Gefühle) Bedeutung, Genese 2.Phase: Behandlung der Panikvulnerabilität Bearbeitung von Konflikten in der Übertragung, 1. Verbesserte Beziehung Durcharbeiten 2. Geringeres Erleben von Konflikten Erweiterung der Ansichten auf andere Lebens- (Trennung, Ärger, Sexualität) bereiche im Sinne eines Musters 3. Reduktion der Anfälligkeit für neue Reflexion von neuen Verhaltensweisen Panikattacken 3.Phase: Erwartet: Vorübergehendes Wieder- Durcharbeiten des Wiedererlebens zentraler auftreten der Symptomatik Trennung-und Ärgerthemen in der Übertragung Neue Fähigkeiten im Umgang mit Trennung und Unabhängigkeit THERAPIEPHASEN

9 1. Phobischer Begleiter muss einbezogen werden in die Therapie in der Einleitungsphase (Paarund Familiengespräch) 2. 2.Rücksichr durch Anpassung an die Angstsymptome im Setting während der Anfangsphase 3. Angst in der Gegenübertragung: Schonung statt Exploration der Panik! Notwendigkeit der Supervision 4. Komorbide schwere Persönlichkeitsstörung: Modifikation des Settings (Langzeittherapie) 5. Psychotische Erkrankung: Kontraindikation PROBLEME BEI DER DURCHFÜHRUNG DER PFPP

10 1.Bewußtmachung der intersubjektiven Auslöser und Bedeutung der Panik 2.Das Arbeiten in der Übertragung macht dieses in der Hic-at Nunc- Beziehung deutlich 3.Panik wird als Hinweis auf dahinter liegende Beziehungs-und Selbstwertprobleme verstehbar. VERÄNDERUNGSTHEORIE (WIRKMECHANISMEN)

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