Planerischer Brandschutz Brandschutz in der TGA

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1 Planerischer Brandschutz Brandschutz in der TGA PD Dr.-Ing. habil. des Stefan Wirth Formatvorlage Untertitelmasters durch Klicken bearbeiten

2 1) 2) 3) 4) Einleitung (Wie sieht die Praxis aus?) Rechtliche Grundlagen (Leitungsanlagenrichtlinie, Lüftungsanlagenrichtlinie, LBO,Verordnungen für Sonderbauten) Normen und Richtlinien Rohrleitungen und Kabel 4.1 Begriffe 4.2 Notwendigkeit des Brandschutzes 4.3 Leitungsanlagen in notwendigen Treppenräumen und Fluren 4.4 Führung von Leitungen durch Wände und Decken 4.5 Funktionserhalt

3 1. Einleitung (Wie sieht die Praxis aus?) Installationsschacht mit gedämmten Rohrleitungen (nichtbrennbare Mineralwolle und brennbares Weichschaummaterial)

4 1. Einleitung (Wie sieht die Praxis aus?) Fortluftleitung eines chinesichen Gaststätte mit ungereinigtem Kanal

5 1. Einleitung (Wie sieht die Praxis aus?) Handwerklich nicht einwandfreie Wanddurchführungen in einer Heizzentrale

6 1. Einleitung (Wie sieht die Praxis aus?) Wandhydrant um Selbstschutz

7 1. Einleitung (Wie sieht die Praxis aus?) Sprinklerzentrale

8 1. Einleitung (Wie sieht die Praxis aus?) Sprinklerzentrale

9 1. Einleitung (Wie sieht die Praxis aus?) Brandschutzklappe

10 1. Einleitung (Wie sieht die Praxis aus?) Küchenablufthaube mit fammendurchschlagsicheren Durchlässen

11 1. Einleitung (Wie sieht die Praxis aus?) Holzbefeuerter Heizkessel mit Glanzrußbildung

12 1. Einleitung (Wie sieht die Praxis aus?) Kabel ohne Schottung neben einer geschotteten Leitungsdurchführung

13 2. Rechtliche Grundlagen (Leitungsanlagenrichtlinie, Lüftungsanlagenrichtlinie, LBO, Verordnungen für Sonderbauten) Forderungen an den Brandschutz in der TGA fnden sich in: Landesbauordnung und Durchführungsverordnung Baugenehmigung (untere Bauaufsicht) Leitungsanlagen-Richtlinie (Bundesland spezifsch) Lüftunganlagen-Richtlinie (Bundesland spezifsch) Verordnungen zur Sonderbauten ( Hochhausrichtlinie, Versammlungstättenverordnung, Gaststättenverordnung, Verkaufstättenverordnung, Haustechnische Prüfverordnung, Garagenverordnung; Bundesland spezifsch) Industriebaurichtlinie

14 Normen und Richtlinien DIN 4102, Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen Teil 4: regelt die Anforderungen an Lüftungsleitungen hinsichtlich der Feuerwiderstandsklasse Teil 6: regelt die Anforderungen und Prüfungen von Lüftungsleitungen Teil 21: regelt die Anforderungen an feuerwiderstandsfähige Lüftungsleitungen (Vornorm)

15 Normen und Richtlinien DIN 18230, Baulicher Brandschutz im Industriebau (3 Teile) Kommentar zur DIN DIN 18232, Rauch- und Wärmefreihaltung (7 Teile) DIN EN Rauch- und Wärmefreihaltung (10 Teile) VDI 3819 Brandschutz in der Gebäudetechnik (3 Teile) VDI 6019 Ingenieur-Verfahren zur Bemessung der Rauchableitung aus Gebäuden (2 Teile) VDMA Ventilatoren zur Rauch- und Wärmefreihaltung im Brandfall von Gebäuden DIN Technische Regeln für Trinkwasserinstallationen, Teil 6: Feuerlösch- und

16 4 Rohrleitungen und Kabel - Begriffe Leitungsanlagen Anlagen aus Leitungen (Rohrleitungen und elektrische Kabel) einschl. aller zugehörigen Formund Verbindungsteile, Wärmedämmung, Befestigungen, Beschichtungen, Mess-, Steuer- und Regelungseinrichtungen Elektrische Anlagen mit verbessertem Brandverhalten Notwendige Treppenräume (geringe Nutzung oder nicht geringe Nutzung) Notwendige Flure (geringe Nutzung oder nicht geringe Nutzung)

17 4 Rohrleitungen und Kabel Notwendigkeit des Brandschutzes Früher: Verwendung nicht brennbarer Rohrleitungen Geringe Installationsdichte bei elektrischen Leitungen Keine Verwendung von Dämmstoffen oder Verwendung nicht brennbarer Dämmstoffe Leitungsführung unter Putz in Schlitzen Fazit: Besondere Brandschutzmaßnahmen wurden nicht eingeplant. Geringes Risiko der Brandausbreitung

18 4 Rohrleitungen und Kabel Notwendigkeit des Brandschutzes Heute: Verwendung brennbarer Rohrleitungen (Korrosionsschutz bei Trinkwasser-, Heizungs- und Abwasserleitungen; vereinfachte Montage Stichwort: Pressftting) Generell hohe Installationsdichte (nicht nur bei elektrischen Leitungen) Verwendung brennbarer Dämmstoffe (aus Montageerleichtung, als Schutz vor Tauwasser) Leitungsführung vor der Wand und in Schächten Fazit: Hohes Risiko der Brandausbreitung über Leitungsanlagen

19 4 Rohrleitungen und Kabel Leitungsanlagen in notwendigen Treppenräumen und Fluren Leitsatz: Leitungsanlagen in notwendigen Treppenräumen, Räumen zwischen notwendigen Treppenräumen und Ausgängen, notwendigen Fluren und offenen Gängen vor Gebäudeaußenwänden sind nur dann zulässig, wenn keine baurechtlichen Bedenken bestehen Allgemeine Anforderungen: Leitungsanlagen dürfen die Feuerwiderstandsdauer in Wänden und Decken nicht schwächen. In Sicherheitstreppenräumen nur Leitungsanlagen zur

20 4 Rohrleitungen und Kabel Leitungsanlagen in notwendigen Treppenräumen und Fluren Elektrische Leitungen: Messeinrichtungen und Verteiler sind abzutrennen gegenüber notwendigen Treppenräumen, Räumen zwischen notwendigen Treppenräumen und Ausgängen ins Freie (feuerhemmend-f30) gegenüber notwendigen Treppenräumen geringer Nutzung, Räumen zwischen notwendigen Treppenräumen geringer Nutzung und Ausgängen ins Freie (Verwendung nicht brennbarer Stoffe)

21 4 Rohrleitungen und Kabel Leitungsanlagen in notwendigen Treppenräumen und Fluren Rohrleitungsanlagen für nicht brennbare Flüssigkeiten, Dämpfe, Gase oder Stäube: Rohrleitungsanlagen aus nicht brennbaren Baustoffen dürfen offen verlegt werden (Ausnahme brennbare Umhüllung der Wärmedämmung oder der Rohrleitung bis zu einer Dicke von 0,5 mm) Verlegung von Rohrleitungsanlagen aus brennbaren Baustoffen unter Putz zwingend notwendig ( eingeputzt, in Installationsschächten, oberhalb von Unterdecken oder in Hohlraumböden)

22 4 Rohrleitungen und Kabel Leitungsanlagen in notwendigen Treppenräumen und Fluren Gaszähler in notwendigen Fluren: Erhöhte thermische Belastbarkeit Thermisch auslösende Absperreinrichtung Abtrennung von feuerbeständigen Bauteilen durch nichtbrennbare Baustoffe

23 4 Rohrleitungen und Kabel Leitungsanlagen in notwendigen Treppenräumen und Fluren Installationsschächte und Unterdecken: Herstellung aus nicht brennbaren Stoffen Gleiche Feuerwiderstandsklasse wie Decke (Ausnahme: Installationsschächte in notwendigen Fluren, die keinen Brandabschnitt überbrücken, nur F30 und aus nicht brennbaren Stoffen) Feuerwiderstandsdauer von Unterdecken muss sowohl bei einer Brandbelastung von oben als auch von unten gewährleistet sein. Ausnahme bei geringer Nutzung: Herstellung der Installationsschächte aus nicht brennbaren Stoffen Bauliche Hohlräume für die Anordnung von Rohrleitungsanlagen für brennbare Flüssigkeiten, etc.

24 4 Rohrleitungen und Kabel Führung von Leitungen durch raumabschließende Bauteile Führung von Leitungen durch raumabschließende Bauteile nur zulässig, wenn eine Brandausbreitung ausreichend lang nicht zu befürchten ist oder Vorkehrungen hiergegen getroffen sind. Ausnahmen: Gebäudeklassen 1 und 2 Innerhalb von Wohnungen Innerhalb derselben Nutzeinheit (max. 400 m², nicht mehr als zwei Stockwerke)

25 4 Rohrleitungen und Kabel Führung von Leitungen durch raumabschließende Bauteile Grundsätzliche Anforderungen: Abschottungen derselben Feuerwiderstandsklasse wie die betroffenen Bauteile Leitungen, die innerhalb von Installationsschächten oder -kanälen geführt werden, - einschließlich der Abschlüsse von Öffnungen müssen mindestens die gleiche Feuerwiderstandsfähigkeit aufweisen wie die durchdrungenen raumabschließenden Bauteile und aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen. Mindestabstände zwischen Rohrleitungen, etc. aus Verwendbarkeitsnachweis mindestens aber 50 mm

26 4 Rohrleitungen und Kabel Führung von Leitungen durch raumabschließende Bauteile Erleichterungen für die Leitungsdurchführung durch feuerhemmende Wände Abweichend dürfen durch feuerhemmende Wände ausgenommen solche notwendiger Treppenräume und Räume zwischen notwendigen Treppenräumen und den Ausgängen ins Freie elektrische Leitungen, Rohrleitungen aus nichtbrennbaren Baustoffen auch mit brennbaren Rohrbeschichtungen bis 2 mm Dicke geführt werden, wenn der Raum zwischen den Leitungen

27 4 Rohrleitungen und Kabel Führung von Leitungen durch raumabschließende Bauteile Erleichterungen für einzelne Leitungen Einzelne Leitungen ohne Dämmung in gemeinsamen Durchbrüchen für mehrere Leitungen Abweichend dürfen einzelne a) elektrische Leitungen, b) Rohrleitungen mit einem Außendurchmesser bis 160 mm aus nichtbrennbaren Baustoffen c) ausgenommen Aluminium und Glas -, auch mit Beschichtung aus brennbaren Baustoffen bis zu 2 d) mm Dicke,

28 4 Rohrleitungen und Kabel Führung von Leitungen durch raumabschließende Bauteile Erleichterungen für einzelne Leitungen Einzelne Leitungen ohne Dämmung in gemeinsamen Durchbrüchen für mehrere Leitungen über gemeinsame Durchbrüche durch die Wände und Decken geführt werden. Dies gilt nur, wenn a) der lichte Abstand der Leitungen untereinander bei Leitungen nach Satz 1 Buchstaben a und b mindestens dem einfachen, nach Satz 1 Buchstabe c mindestens dem fünffachen des größeren Leitungsdurchmessers

29 4 Rohrleitungen und Kabel Führung von Leitungen durch raumabschließende Bauteile Erleichterungen für einzelne Leitungen Einzelne Leitungen ohne Dämmung in jeweils eigenen Durchbrüchen oder Bohröffnungen Abweichend gelten die Vorgaben des Abschnitts zu einzelnen in gemeinsamen Durchbrüchen. Es genügt jedoch, den Raum zwischen der Leitung und dem umgebenden Bauteil oder Hüllrohr aus nichtbrennbaren Baustoffen mit Baustoffen aus Mineralfasern oder mit im Brandfall

30 4 Rohrleitungen und Kabel Führung von Leitungen durch raumabschließende Bauteile Erleichterungen für einzelne Leitungen Einzelne Rohrleitungen mit Dämmung in Durchbrüchen oder Bohröffnungen Abweichend dürfen einzelne Rohrleitungen nach Abschnitt Satz 1 Buchstaben b und c mit Dämmung in gemeinsamen oder eigenen Durchbrüchen oder Bohröffnungen durch Wände und Decken geführt werden, wenn a) die feuerbeständige Wand oder Decke eine Dicke von mindestens 80 mm, die hochfeuerhemmendewand oder

31 4 Rohrleitungen und Kabel Führung von Leitungen durch raumabschließende Bauteile Erleichterungen für einzelne Leitungen Einzelne Rohrleitungen mit oder ohne Dämmung in Wandschlitzen oder mit Ummantelung Abweichend dürfen einzelne Rohrleitungen mit einem Außendurchmesser bis 160 mm a) b) aus nichtbrennbaren Baustoffen - ausgenommen Aluminium und Glas (auch mit brennbaren Beschichtungen) oder aus brennbaren Baustoffen, Aluminium oder Glas für

32 4 Rohrleitungen und Kabel Funktionserhalt Dauer des Funktionserhalts 90 Minuten bei Druckerhöhungsanlagen zur Löschwasserversorgung, Rauchabzugs und RauchschutzDruckanlagen, Bettenaufzügen in Krankenhäusern o.ä., Feuerwehraufzügen 30 Minuten bei Sicherheitsbeleuchtungsanlagen, Brandmeldeanlagen, elektroakustischen Anlagen, natürlichen Rauchabzugsanlagen und Personenaufzügen mit Brandfallsteuerung

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