Teil B. Fachübergreifende Kompetenzentwicklung

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1 Teil B Fachübergreifende Kompetenzentwicklung Anhörungsfassung vom

2 Inhalt Einleitung 3 1 Basiscurriculum Sprachbildung ie Bedeutung der Sprachbildung er Beitrag der Sprachbildung zum Kompetenzerwerb in den Unterrichtsfächern Standards Rezeption/Hörverstehen Rezeption/Leseverstehen Produktion/Sprechen Produktion/Schreiben Interaktion Sprachbewusstheit Operatoren lossar 12 2 Basiscurriculum Medienbildung ie Bedeutung der Medienbildung er Beitrag der Medienbildung zum Kompetenzerwerb in den Unterrichtsfächern Standards Informieren Kommunizieren Präsentieren Produzieren Analysieren Reflektieren lossar 23 3 Übergreifende Themen Berufs- und Studienorientierung emokratieerziehung Europabildung in der Schule esundheitsförderung und Suchtprävention ewaltprävention leichstellung und leichberechtigung der eschlechter (ender Mainstreaming) Interkulturelle Bildung und Erziehung Kulturelle Bildung Nachhaltige Entwicklung/Lernen in globalen Zusammenhängen Umgang mit Vielfalt (iversity) Verbraucherbildung Verkehrs- und Mobilitätserziehung 35

3 B Fachübergreifende Kompetenzentwicklung Einleitung Schule bereitet Kinder und Jugendliche auf die Welt von morgen vor. er Unterricht leistet einen wichtigen Beitrag, indem er die Persönlichkeitsbildung unterstützt, gesellschaftliche und politische Herausforderungen aufgreift und Partizipation fördert. Fachübergreifende Kompetenzentwicklung nutzt Lerngelegenheiten für ein Leben mit anderen und in Vielfalt, das ressourcenorientiert und zukunftsbezogen ausgerichtet ist. ie Sprach- und die Medienkompetenz sind die rundlagen für Teilhabe. en fachbezogenen Teilen C1 C3 des Rahmenlehrplanes sind deshalb die Basiscurricula für die Sprachund Medienbildung vorangestellt. Sie beschreiben die zentralen Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler am Ende der rundschulzeit und am Ende der Sekundarstufe I. amit ist eine verbindliche rundlage für die systematische Entwicklung bildungssprachlicher Kompetenz und Medienkompetenz gegeben, die für das fachliche Lernen und damit für den Bildungserfolg insgesamt relevant sind. Fachübergreifende Kompetenzentwicklung findet darüber hinaus auf der rundlage übergreifender Themen statt, die weitere Anknüpfungspunkte für den Unterricht in den Fächern und Lernbereichen sowie zur Ausgestaltung der schulinternen Curricula bieten. Für zwölf übergreifende Themen werden im Teil B jeweils Bedeutung, Ausführungen zum Kompetenzerwerb und Bezüge zu den Unterrichtsfächern dargestellt. er Teil B enthält neben den Basiscurricula und den Ausführungen zu den übergreifenden Themen außerdem eine Übersicht, wo die Sprach- und Medienbildung sowie die übergreifenden Themen in den fachbezogenen Teilen C1 - C3 des Rahmenlehrplanes verankert sind. Seite 3 von 37

4 B Fachübergreifende Kompetenzentwicklung Anhörungsfassung vom Basiscurriculum Sprachbildung 1.1 ie Bedeutung der Sprachbildung Eine flexible und sichere Sprachkompetenz ist von entscheidender Bedeutung für die individuelle Identitätsbildung sowie für die Teilhabe an esellschaft und Kultur. Sie ist eine rundvoraussetzung für lebenslanges Lernen. Sprachbildung ist daher Teil von Bildung insgesamt und Aufgabe aller an Schule Beteiligten. ie Mehrsprachigkeit bietet eine Chance, die Entwicklung von Sprachkompetenz anhand von Sprachvergleichen zusätzlich zu unterstützen und zu fördern. 1.2 er Beitrag der Sprachbildung zum Kompetenzerwerb in den Unterrichtsfächern Im Unterricht findet fachliches Lernen im Wesentlichen durch sprachliches Handeln statt. Sachverhalte und Zusammenhänge werden primär durch Sprache angeeignet. ie Sprache der schulischen Bildung - Bildungssprache - unterscheidet sich von der Alltagssprache dadurch, dass sie im Hinblick auf Präzision in der Wortwahl (z. B. durch Verwendung von Fachsprache), grammatische Richtigkeit und durch Vollständigkeit im Satzbau den Anforderungen an schriftliche Texte entspricht. Für die Schülerinnen und Schüler bedeutet dies, dass sie lernen, längeren Erklärungen zu folgen, Fachtexte zu lesen und zu verstehen, Vorträge zu halten sowie mündlich oder schriftlich Sachverhalte zusammenhängend und verständlich darzulegen. Bildungssprache stellt somit höhere Ansprüche an die Lernenden als Alltagssprache, die meist situationsgebunden und dialogisch geprägt ist. Sprachkompetenz entwickelt sich in der gesamten Schulzeit in erster Linie in den vier Fertigkeiten verstehendes Hören und Lesen sowie Sprechen und Schreiben. er Aufbau von sprachlichem Wissen (Fachwortschatz und fachsprachliche rammatik wie z. B. Passivformen oder Nominalisierungen) wird besonders gefördert durch die konsequente Einbettung in sprachliche Handlungen (z. B. beim Erklären, Beschreiben, Begründen). Jeder Unterricht trägt dazu bei, die bildungssprachlichen Kompetenzen aufzubauen. ie systematische Entwicklung bildungssprachlicher Kompetenzen sichert ein nachhaltiges Verständnis der Fachinhalte und ist somit primär für das Fachlernen von Bedeutung. ie fachübergreifenden und die fachspezifischen sprachlichen Kompetenzen ergänzen einander. In den Standards des Basiscurriculums sind die sprachlichen Anforderungen beschrieben, an denen die Standards der Unterrichtsfächer anknüpfen. Von zentraler Bedeutung ist dabei die geschriebene Sprache. Sie ermöglicht es, Wissenswelten, die über die unmittelbare Erfahrung hinausgehen, selbstständig zu erschließen. In allen Fächern, besonders aber in den Natur- und esellschaftswissenschaften, wird den Schülerinnen und Schülern neues Wissen anhand verschiedener Textsorten zugänglich gemacht und verarbeitet. ies erfordert Lesekompetenz sowie die Kompetenz, eigene Texte für andere oder für sich selbst schreiben zu können. Beim monologischen Sprechen entwickeln die Lernenden die Kompetenz, sich zusammenhängend und adressatenbezogen zu äußern, beim Zuhören lernen sie, einem längeren Text zu folgen. In der Interaktion werden Kompetenzen der Lernenden insbesondere im Hinblick auf eine konstruktive Teilnahme an iskussionen entwickelt. Reflexion über Sprache fördert und sichert die bildungssprachliche Handlungskompetenz insofern, als sprachliche Phänomene bewusst wahrgenommen und in ihrer Beschaffenheit erkannt werden. Seite 4 von 37

5 B Fachübergreifende Kompetenzentwicklung Bildungssprachliche Handlungskompetenz entwickelt sich in allen Fächern: durch eine aktive Teilnahme an iskussionen (Interaktion) durch das Erschließen von mündlichen und schriftlichen Texten (Rezeption) durch das Sprechen und Schreiben von zusammenhängenden und in sich schlüssigen Texten (Produktion) durch die Wahrnehmung unterschiedlicher sprachlicher Phänomene (Sprachbewusstheit) Sie wächst in allen Bereichen: mit dem Aufbau eines differenzierten und reichhaltigen Wortschatzes mit dem Verfügen über vielfältige Satzbaumuster sowie mit einer breiten Kenntnis von Text- und esprächssorten Kompetenzmodell Sprachbildung Kompetenzbereiche der Sprachbildung, die für das Lernen in allen Fächern von Bedeutung sind: Interaktion Hörverstehen Rezeption Bildungssprachliche Handlungskompetenz Sprechen Produktion Leseverstehen Schreiben Sprachbewusstheit Im Kompetenzmodell sind die zentralen sprachlichen Kompetenzbereiche benannt. Für jeden Bereich werden im Folgenden sprachliche Kompetenzen ausgewiesen, die die Schülerinnen und Schüler im Unterricht der rundschule (Niveaustufe ) und der Sekundarstufe I (Niveaustufe ) erwerben. ie Niveaustufe schließt dabei die für Niveaustufe beschriebenen Kompetenzen ein. Einige Standards sind niveauübergreifend dargestellt. Seite 5 von 37

6 B Fachübergreifende Kompetenzentwicklung Anhörungsfassung vom Standards Rezeption/Hörverstehen Hörtexte, auch medial vermittelte, verstehen und nutzen Einzelinformationen aus klar strukturierten Vorträgen aufgabengeleitet ermitteln und wiedergeben Einzelinformationen aus medial vermittelten Texten (z. B. Hörbuch, Film) aufgabengeleitet ermitteln und wiedergeben zentrale Informationen aus Vorträgen, Berichten ermitteln und wiedergeben zentrale Informationen aus medial vermittelten Texten (z. B. Radiobeitrag, Interview, Podcast, Online-Tutorials) ermitteln und wiedergeben Strategien des verstehenden Zuhörens anwenden gezielte Aufmerksamkeit auf Aussagen von Hörtexten und längeren Redebeiträgen richten sprachliche Handlungen wie Frage, Aufforderung, Bitte u. a. unterscheiden in Hörtexten und längeren Redebeiträgen Wesentliches von Nebensächlichem unterscheiden und wiedergeben sprachliche Handlungen wie Rückfrage, Richtigstellung, Hervorhebung, Äußerung von Zweifel u. a. als Redeabsicht deuten Nichtverstandenes aus Hörtexten und längeren Redebeiträgen benennen und gezielt nachfragen die Bedeutung unbekannter Wörter, Fachbegriffe oder Wendungen aus dem Textbzw. Redezusammenhang erschließen Stichpunkte zur Unterstützung des Hörverständnisses notieren Seite 6 von 37

7 B Fachübergreifende Kompetenzentwicklung Rezeption/Leseverstehen Texte verstehen und nutzen aus Texten gezielt Informationen ermitteln (z. B. Fakten, Ereignisse, Themen) grafische arstellungen beschreiben und erläutern Informationen verschiedener Texte zu einem Thema vergleichen die Meinung der Autorin/des Autors zusammenfassend wiedergeben Informationen aus Texten zweckgerichtet nutzen grafische arstellungen interpretieren und bewerten Informationen verschiedener Texte zu einem Thema bewerten Begründungen für Meinungen/Haltungen/ Thesen von Autorinnen/Autoren wiedergeben den wesentlichen Inhalt von Texten zusammenfassen Texte verschiedener Art lesen und in andere arstellungsformen übertragen Lesetechniken und Lesestrategien anwenden Lesetechniken (u. a. orientierendes, kursorisches, selektives, überfliegendes und wiederholtes Lesen) entsprechend der Leseabsicht anwenden Lesestrategien für die einzelnen Phasen des Lesens (vor, während und nach dem Lesen) nutzen Seite 7 von 37

8 B Fachübergreifende Kompetenzentwicklung Anhörungsfassung vom Produktion/Sprechen Sachverhalte und Informationen zusammenfassend wiedergeben wichtige Informationen aus Texten auf der rundlage eigener Notizen nennen Sachverhalte und Abläufe beschreiben Beobachtungen wiedergeben Informationen aus Texten kommentierend zusammenfassen Sachverhalte und Abläufe veranschaulichen, erklären und interpretieren Beobachtungen und Betrachtungen (z. B. Vorgang, Abbildung, Bild, Objekt und Modell) beschreiben und erläutern Arbeitsergebnisse aus Einzel-, Partnerund ruppenarbeit präsentieren Überlegungen zu einem Thema darlegen zu einem Sachverhalt oder zu Texten eigene Überlegungen äußern Vermutungen äußern und begründen zu einem Sachverhalt oder zu Texten Stellung nehmen Hypothesen formulieren und begründen die eigene Meinung mit Argumenten stützen Einen Vortrag halten Inhalte mithilfe verschiedener Visualisierungsformen darstellen Inhalte mithilfe multimedialer Präsentationsprogramme darstellen mithilfe von Stichwörtern und vorgegebenen Redemitteln (z. B. im Folgenden, abschließend, zusammenfassend) adressatenbezogen vortragen estaltungsmittel (Betonung, Lautstärke, Sprechtempo, Pausen, Körpersprache) zur Verstärkung von Redeabsichten einsetzen Seite 8 von 37

9 B Fachübergreifende Kompetenzentwicklung Produktion/Schreiben Texte schreiben Textmuster (z. B. persönlicher Brief, Liste, Protokoll) und Textbausteine (z. B. Anrede im Brief) anwenden sprachliche Mittel (z. B. Präpositionen, Konjunktionen wie wenn, dann, bevor, nachdem, solange) zur Verdeutlichung inhaltlicher Zusammenhänge anwenden informierende Texte (z. B. Bericht, Beschreibung) unter Nutzung von geeigneten Textmustern und -bausteinen sowie von Wortlisten schreiben die eigene Meinung unter Nutzung von geeigneten sprachlichen Mitteln und Wortlisten darlegen Textmuster (z. B. formeller Brief, Bauanleitung, Tabelle) und fachspezifische Textbausteine (z. B. Formelschreibweise) anwenden weitere sprachliche Mittel (z. B. Passiv/ Aktiv, indirekte Rede) nutzen Zusammenfassungen, Protokolle unter Nutzung geeigneter Textmuster und -bausteine (z. B. Kraft einwirken, ausüben ) schreiben einen Kommentar oder eine Stellungnahme unter Nutzung geeigneter Textmuster und -bausteine verfassen die Adressaten und den Schreibanlass berücksichtigen (z. B. durch den Schreibstil und die Wahl der sprachlichen Mittel) für die Lesbarkeit ihrer Texte bedeutsame rammatik-, Rechtschreib- und Zeichensetzungsregeln nutzen Schreibstrategien anwenden vorgegebene Textmuster zur Planung eines Textes (z. B. Steckbrief, Mindmap, Brainstorming, Schlüsselfragen, Clustering, Stichworttechnik) nutzen im Text edanken verbinden, den Text einleiten und abschließen und dabei vorgegebene Wörter oder Textbausteine verwenden geeignete Textmuster zur Planung eines Textes zweckgerichtet auswählen und nutzen Texte in Abschnitte gliedern und dabei strukturierende Textbausteine verwenden (z. B. daraus folgt, es ist anzunehmen, zu beweisen ist) Texte überarbeiten und Überarbeitungshilfen nutzen (Formen der Rückmeldung, Wörterbuch) Seite 9 von 37

10 B Fachübergreifende Kompetenzentwicklung Anhörungsfassung vom Interaktion In esprächen auf Redebeiträge reagieren esprächsregeln vereinbaren und beachten eigene esprächsbeiträge unter Beachtung der esprächssituation, des Themas und des egenübers formulieren (z. B. Fragen und Rückfragen stellen, Zustimmung und Zweifel äußern, bereits esagtes wertschätzen und daran anschließen) sprachliche Handlungen wie Vermutung, Behauptung, Kritik usw. unterscheiden sprachliche Handlungen wie Rückfrage, Richtigstellung, Hervorhebung, Äußerung von Zweifel als Redeabsicht deuten Sprachbewusstheit Wörter und Formulierungen der Alltags-, Bildungs- und Fachsprache unterscheiden alltagssprachliche und bildungssprachliche Formulierungen (z. B. ein Urteil/ einen Baum fällen, Beitrag zahlen/leisten) situationsgemäß anwenden Fachbegriffe und fachliche Wendungen (z. B. ein Urteil fällen, einen Beitrag leisten, Aufgabe lösen) nutzen Wortbildungsmuster nutzen Wörter zerlegen und bilden aus Stamm, Präfix (Vorsilbe, z. B. be-, ge-) und Suffix (Nachsilbe, z. B. -ung, -keit) Wortbildungsmuster (Zusammensetzungen, Ableitungen mit Präfixen und Suffixen, Nominalisierungen, z. B. -bar, ent-, -ieren, -heit, un-) für eigene Wortbildungen nutzen die Bedeutung von Wörtern und Fachbegriffen aufgrund von Wortbildungsmustern erklären die Bedeutung von Fach- bzw. Fremdwörtern aus ihren Wortbestandteilen (z. B. inter-, trans-, pro-) ableiten Mehrsprachigkeit nutzen Wörter (z. B. Zahlwörter, Operatoren) und Formulierungen in verschiedenen Sprachen nutzen Wörter und Wendungen in verschiedenen Sprachen vergleichen Fachbegriffe in die Erstsprachen übersetzen Seite 10 von 37

11 B Fachübergreifende Kompetenzentwicklung 1.4 Operatoren ie vorliegende Liste von Operatoren aus den Bereichen Natur- und esellschaftswissenschaften sowie eutsch, Mathematik und Englisch stellt den exemplarischen Versuch dar, aus den in den einzelnen Fächern genutzten Operatoren diejenigen herauszufiltern, die in allen Fächern verwendet werden, aus den in den Fächern genannten efinitionen den ihnen allen gemeinsamen Kern herauszufiltern, die so gefundenen Operatoren in einer für Schülerinnen und Schüler verständlichen Sprache zu formulieren. er ewinn liegt in der Möglichkeit einer breiten Anwendung dieser Operatoren in vielen Fächern. Operator Handlung Nennen, Angeben Informationen aufzählen, zusammentragen, wiedergeben Beschreiben Vergleichen Erklären Erläutern Begründen Analysieren, Untersuchen iskutieren, Erörtern Beurteilen Sachverhalte, Objekte oder Verfahren mit eigenen Worten darstellen emeinsamkeiten, Ähnlichkeiten und Unterschiede ermitteln und darstellen Sachverhalte verständlich und nachvollziehbar machen und in Zusammenhängen darstellen Sachverhalte darstellen und unter Verwendung zusätzlicher Informationen veranschaulichen Sachverhalte, Entscheidungen bzw. Thesen durch nachvollziehbare Argumente stützen und sachlich (beispielhaft) belegen Unter einer Fragestellung wesentliche Bestandteile, Ursachen oder Eigenschaften herausarbeiten bzw. nachweisen Sich argumentativ mit verschiedenen Positionen auseinandersetzen und ggf. zu einer begründeten Schlussfolgerung gelangen Zu Sachverhalten eine selbstständige Einschätzung formulieren und begründen Seite 11 von 37

12 B Fachübergreifende Kompetenzentwicklung Anhörungsfassung vom lossar Bildungssprache Alltagssprache Sprachbildung Sprachförderung Sprachliche Mittel Text Textmuster Bildungssprache unterscheidet sich von der Alltagssprache, indem sie sie im Hinblick auf Präzision in der Wortwahl (z. B. durch Verwendung von Fachsprache), grammatische Richtigkeit und durch Vollständigkeit im Satzbau in etwa dem Anspruchsniveau schriftlicher Texte entspricht ( konzeptionelle Schriftlichkeit im Unterschied zu konzeptioneller Mündlichkeit ). Sprachbildung ist die Aufgabe der Bildungsinstitutionen für alle Kinder und Jugendlichen. Sie erfolgt alltagsintegriert, aber nicht beiläufig, sondern gezielt. Sprachbildung bezeichnet alle durch das Bildungssystem systematisch angeregten Sprachentwicklungsprozesse und ist allgemeine Aufgabe im Elementarbereich und des Unterrichts in allen Fächern. ie Lehr- oder Erzieherperson greift geeignete Situationen auf, plant und gestaltet sprachlich bildende Kontexte und integriert sprachliche Förderstrategien in das Sprachangebot für alle Kinder und Jugendlichen. Sprachförderung zielt darauf ab, festgestellte efizite einzelner Kinder und Jugendlicher abzubauen. Während Sprachbildung grundsätzlich integrativer Bestandteil jeden Unterrichts sein soll, zielt die Sprachförderung auf eine gezielte und diagnosegestützte Weiterentwicklung der Sprachkompetenz. Sprachliche Mittel unterstützen die Mitteilung eines bestimmten Anliegens, einer Befindlichkeit u. Ä. ( Wie sage ich was?). Es gibt sie im Bereich der mündlichen Produktion als Redemittel und im Bereich der schriftlichen Produktion als Textbausteine. [lat. textum,ewebe,,eflecht ]. Texte im engeren Sinne sind sprachliche Äußerungen in schriftlicher Form. er erweiterte Textbegriff schließt überdies auch mündliche Äußerungen ein sowie Informationen, die auch durch andere Zeichen(systeme) übermittelt werden (rafiken, Hörtexte, Filme etc.). Texte können sehr individuell geschrieben werden. Zugleich gibt es Konventionen der Textgestaltung, die z. B. eine liederung und eine bestimmte Wortwahl vorgeben. Solche Muster sind z. B. Bewerbungsschreiben, formelle Briefe, Bauanleitungen, wissenschaftliche Arbeiten. as Verfügen über Textmuster ist die rundlage für eine individuelle estaltung von Texten. Seite 12 von 37

13 B Fachübergreifende Kompetenzentwicklung 2 Basiscurriculum Medienbildung 2.1 ie Bedeutung der Medienbildung Kinder und Jugendliche leben in einer durch Medien wesentlich mitbestimmten Welt, und der Einfluss von Medien wird in allen Lebensbereichen weiter zunehmen. iese Entwicklung stellt die Informationsgesellschaft und das Bildungssystem vor neue Herausforderungen. Medien dienen der Verbreitung von Informationen und Inhalten durch Sprache, Text, Töne, Bilder und Bewegtbilder, unterstützen Kommunikations- und Verständigungsprozesse und erweitern die individuellen Ausdrucksmöglichkeiten des Menschen. Zugleich werden durch Medien auch Werte, Normen, Orientierungen und Weltanschauungen vermittelt. er im Basiscurriculum Medienbildung verwendete Medienbegriff schließt alle Medienarten vom gedruckten Buch über Zeitung, Radio, Film/Fernsehen bis hin zu digitalen Medien (z. B. Internet, Soziale Netzwerke, Smartphone und Computerspiele) ausdrücklich mit ein. Schulische Medienbildung versteht sich über alle Schulstufen hinweg als ein dauerhafter, pädagogisch strukturierter und begleiteter Prozess der konstruktiven und kritischen Auseinandersetzung mit der Medienwelt, ihren Medientechnologien und -inhalten in allen Medienarten sowie dem eigenen Mediengebrauch. abei knüpft Medienbildung an die Alltagserfahrungen der Schülerinnen und Schüler an. Medienbildung eröffnet zahlreiche elegenheiten vielfältiger individueller und kollektiver Kompetenzentwicklung. Sie ist unverzichtbarer Bestandteil der Berufsorientierung, essenzielle Voraussetzung für Ausbildungs- und Studierfähigkeit und rundlage lebenslangen Lernens. 2.2 er Beitrag der Medienbildung zum Kompetenzerwerb in den Unterrichtsfächern Medienkompetenz bezeichnet die Fähigkeit, mit Medien sachgerecht und verantwortungsvoll umzugehen und sie produktiv und kreativ für eigene Ziele und Bedürfnisse zu nutzen. Medienbildung ist verbindliche Querschnittsaufgabe aller Fächer mit bestimmten Schwerpunkten des Lernens mit und über Medien. Medien können den Erwerb und die Ausprägung fachlicher Kompetenzen didaktisch unterstützen sowie den Unterricht methodisch bereichern. Lernen mit Medien bedeutet, dass sich die Lernenden Informationen selbständig, interaktiv und kooperativ aneignen und Wissensbereiche erschließen, die über ihren eigenen Erfahrungshintergrund hinausreichen Medien ermöglichen ihnen, an einer erweiterten Kommunikation jenseits des Klassenraums teilzuhaben. Sie unterstützen sie zudem bei der Präsentation eigener Informationsangebote und Rechercheergebnisse. In allen Fächern bieten sich vielfältige elegenheiten, die Medienwelt, alle Medienarten und deren Inhalte zum Lerngegenstand zu machen, sie zu analysieren und kritisch zu hinterfragen. ie elegenheit zu eigener produktiver estaltung fördert das Verständnis medialer Wirkungsweisen. ementsprechend unterstützt Medienbildung im Sinne des Lernens über Medien die fächerübergreifende Kompetenz zur Analyse, Bewertung und Reflexion von Texten, Alltagserlebnissen und gesellschaftlichen Herausforderungen. ie Auseinandersetzung mit Medien(-inhalten) als Lerngegenstand fördert zudem die Fähigkeit, im eigenen Medienhandeln sowohl Chancen als auch Risiken zu erkennen und aktiv gestaltend wie auch sozial verantwortungsvoll im Umgang mit Medien zu handeln. arüber hinaus können die Potenziale der Medien im Unterricht, bei der Umsetzung des inklusiven Lernens, der altersgerechten gesellschaftlichen Teilhabe sowie zur iagnose von Lernständen und der sich daraus ableitenden individuellen Förderung unterstützend genutzt werden. Seite 13 von 37

14 B Fachübergreifende Kompetenzentwicklung Anhörungsfassung vom Kompetenzmodell Medienbildung Medienkompetenz beinhaltet folgende Kompetenzbereiche, die in vielfältigen Wechselbeziehungen stehen und inhaltliche Zusammenhänge sowie notwendige Schnittmengen aufweisen: Informieren Kommunizieren Analysieren Medienkompetenz Präsentieren Reflektieren Produzieren Für jeden Bereich werden im Folgenden Kompetenzen ausgewiesen, die die Schülerinnen und Schüler im Unterricht der rundschule (Niveaustufe ) und der Sekundarstufe I (Niveaustufe ) erwerben. ie Niveaustufe schließt dabei die für Niveaustufe beschriebenen Kompetenzen ein. Einige Standards sind niveauübergreifend dargestellt. ie Bereiche Informieren, Kommunizieren und Präsentieren können vorrangig dem Lernen mit Medien, die Bereiche Produzieren, Analysieren und Reflektieren dem Lernen über Medien zugeordnet werden. Seite 14 von 37

15 B Fachübergreifende Kompetenzentwicklung 2.3 Standards Informieren Informationsquellen und ihre spezifischen Merkmale Vor- und Nachteile verschiedener Informationsquellen benennen mediale Informationsquellen auswählen und diese bewerten Unterschiede zwischen analogen und digitalen Informationsquellen beschreiben bei der Bearbeitung von Lern- und Arbeitsaufgaben mediale Quellen gezielt zur Informationsgewinnung und zum Wissenserwerb nutzen die inhaltliche Qualität von (vernetzten bzw. konvergenten) Informationsquellen kriterienbezogen vergleichen und bewerten Unterschiede zwischen analogen und digitalen Informationsquellen kriterienorientiert untersuchen Suchstrategien geeignete Suchstrategien zur ewinnung von Informationen aus unterschiedlichen Quellen auswählen Suchmaschinen interessensbezogen und sachgerecht als Werkzeuge zur Informationsgewinnung nutzen erweiterte Suchstrategien zielgerichtet und reflektiert zur ewinnung von Informationen aus unterschiedlichen Quellen einsetzen bei der Nutzung von Suchmaschinen die Suchergebnisse und ihr Zustandekommen kritisch reflektieren Prüfung und Bewertung von Quellen und Information zwischen sachlichen Informationen und interessengeleiteter arstellung unterscheiden die laubwürdigkeit von Informationen und Informationsquellen hinterfragen Informationsquellen in Bezug auf ihre Absicht und Wirkung analysieren die laubwürdigkeit von Informationsquellen kriterienbezogen analysieren und beurteilen Informationsverarbeitung Informationen unter Angabe der Quellen auswählen und für die Bearbeitung von Aufgaben ordnen die ausgewählten Informationen strukturiert unter Beachtung von Zitierregeln sowie des Urheberrechts bearbeiten und diese medial aufbereiten Seite 15 von 37

16 B Fachübergreifende Kompetenzentwicklung Anhörungsfassung vom Kommunizieren Verantwortungsbewusstsein, Angemessenheit und Adressatenbezug Kommunikationsmedien aufgabengerecht auswählen und diese sachgerecht anwenden Kommunikationsmedien aus ihrer Lebenswelt sachgerecht anwenden Regeln der verantwortungsvollen Kommunikation mit Medien aus ihrer Lebenswelt heraus benennen und diese anwenden Kommunikationsmedien adressatengerecht auswählen und diese reflektiert anwenden Regeln der verantwortungsvollen Kommunikation mit Medien entwickeln und ihre Bedeutung im Kommunikationsprozess erörtern unterschiedliche Rollen in medialen Kommunikationsprozessen erproben und ihre Feedback-Kultur entwickeln Kriterien, Merkmale und Strukturen medialer Kommunikation die rundstruktur medialer Kommunikation beschreiben (Sender-Medium-Empfänger sowie Feedbackmöglichkeiten) das Internet altersgemäß für die Zusammenarbeit und den Austausch darüber nutzen die komplexen Wechselbeziehungen zwischen den beteiligten Personen(-gruppen) in medialen Kommunikationsprozessen beschreiben und ihre Kenntnisse zielorientiert anwenden webbasierte Plattformen zur Kooperation, zum Austausch und zur gemeinsamen Bearbeitung von okumenten sachgerecht nutzen im Alters- und Lebensweltbezug Chancen und Risiken digitaler Kommunikation diskutieren und altersgerechte Handlungsmöglichkeiten entwickeln zwischen privaten und öffentlichen aten unterscheiden Seite 16 von 37

17 B Fachübergreifende Kompetenzentwicklung Kommunikationsbedingungen in der Mediengesellschaft die Medienlandschaft in ihren rundzügen beschreiben ihnen bekannte Kommunikationsdienstleister beschreiben und bewerten mediale Werkzeuge zur zweckmäßigen Kommunikation in Lernprozessen nutzen ein rundverständnis für die Komplexität und ynamik der Mediengesellschaft nutzen die Interessen unterschiedlicher Kommunikationsdienstleister analysieren und bewerten ihre lernprozessbezogene Kommunikation unter Nutzung unterschiedlicher medialer Möglichkeiten (z. B. Lernplattformen) gestalten altersgemäß und medienbezogen die rundlagen des Urheber- und Persönlichkeitsrechts sowie des aten- und Jugendmedienschutzes bei der medialen Kommunikation berücksichtigen Präsentieren Präsentationsarten und ihre sachgerechte Auswahl Präsentationsarten unterscheiden und in rundzügen die Vor- und Nachteile benennen Präsentationsarten sowie deren Bestandteile analysieren die dem jeweiligen Einsatzzweck angemessene Präsentationsart kriterienorientiert auswählen Aufwand und Nutzen einer Präsentation realistisch einschätzen Medienspezifische estaltungsprinzipien die estaltung von Präsentationen an den Zielen und Wirkungsabsichten ausrichten den grundlegenden Aufbau einer Präsentation und dessen Konsequenzen für Inhalt und estaltung beschreiben estaltungselemente für eine Präsentation (Text, Audio, Bildmaterial und Video) nach vorgegebenen Kriterien auswählen eine Präsentation von Lern- und Arbeitsergebnissen sach- und situationsgerecht gestalten ihre estaltungsentscheidungen kriterienorientiert begründen verschiedene Formen der ramaturgie für eine Präsentation entwickeln multimediale estaltungselemente für eine Präsentation kriterienorientiert auswählen und ihre Auswahl reflektieren eine Präsentation von Lern- und Arbeitsergebnissen in multimedialen arstellungsformen gestalten Seite 17 von 37

18 B Fachübergreifende Kompetenzentwicklung Anhörungsfassung vom urchführung einer Präsentation die für die Präsentation notwendige Medientechnik nach Vorgaben und unter Beachtung der Rahmenbedingungen einsetzen Einzel- und ruppenarbeitsergebnisse vor einem Publikum präsentieren Regeln und Methoden für das eben und Annehmen von Feedback erproben und das Feedback zur Selbsteinschätzung nutzen die für die Präsentation erforderlichen Rahmenbedingungen herstellen, optimale Medientechnologien auswählen und diese sachgerecht bedienen Präsentationen regelmäßig einzeln und in der ruppe einsetzen ihre Feedback-Kultur weiterentwickeln und sie regelmäßig zur Selbsteinschätzung und zur Optimierung der Präsentationen anwenden ihre Präsentationen in personalisierten Lernumgebungen, Arbeitsplattformen oder eportfolios archivieren und sie anderen für Lernprozesse zur Verfügung stellen Präsentieren in der Mediengesellschaft altersgemäß und medienbezogen die rundlagen des Urheber- und Persönlichkeitsrechts, des atenschutzes und Jugendmedienschutzes bei der Erstellung von Präsentationen berücksichtigen Produzieren Medientechnik Medientechnik einschließlich Hard- und Software nach Vorgaben einsetzen Medientechnologien einschließlich Hardund Software routiniert mit Hilfe von Anleitungstexten, Blogs oder Tutorials handhaben altersgemäße Text-, rafik-, Bild-, Audiound Videobearbeitung anwenden Seite 18 von 37

19 B Fachübergreifende Kompetenzentwicklung Medienproduktion als planvoller Prozess eine Medienart für ihre Medienproduktion auswählen eine Medienproduktion in Einzel- oder ruppenarbeit nach Vorgaben planen diese Auswahl begründen eine multimediale Produktion kriterienorientiert in Einzel- und ruppenarbeit planen bei der Planung einer Medienproduktion die verfügbaren Ressourcen und ihren effektiven Einsatz berücksichtigen estaltung von Medienproduktionen mediale estaltungselemente (z. B. Bild-, Video-, Audiomaterial ) unterscheiden grundlegende Elemente der Bild-, Ton- und Textgestaltung nach Vorgaben einsetzen die estaltung und Wirkung von eigenen Medienproduktionen nach vorgegebenen Kriterien einschätzen eigene und lizensierte estaltungselemente unterscheiden estaltungselemente für ihre Medienproduktion kriterienorientiert auswählen und sie sachgerecht einsetzen ästhetische estaltungskriterien sachgerecht anwenden und ihre Wirkungsmechanismen reflektieren die estaltung und Wirkung von eigenen und fremden Medienproduktionen kriterienorientiert bewerten lizenzrechtliche Vorgaben berücksichtigen und ausgewählte Angebote nutzen Herstellung von Medienprodukten mit Hilfestellung eigene Medienprodukte einzeln und in der ruppe herstellen unter Nutzung erforderlicher Technologien (multi-)mediale Produkte einzeln und in der ruppe herstellen bei der Herstellung die rundlagen des Urheber- und Persönlichkeitsrechts, des atenschutzes und des Jugendmedienschutzes berücksichtigen Feedbackmöglichkeiten zur Optimierung ihrer Medienproduktion nutzen Veröffentlichung von Medienproduktionen vorhandene Möglichkeiten zur Veröffentlichung eigener Medienproduktionen prüfen und sie nutzen altersgemäß und medienbezogene rundkenntnisse des Urheber- und Persönlichkeitsrechts, des atenschutzes und des Jugendmedienschutzes in Bezug zur eigenen Lebenswelt berücksichtigen Regeln und Methoden für das eben und Nehmen von Feedback anwenden ihre Feedback-Kultur weiterentwickeln und sie regelmäßig anwenden Seite 19 von 37

20 B Fachübergreifende Kompetenzentwicklung Anhörungsfassung vom Analysieren Orientierung im Medienangebot das altersgemäße Medienangebot beschreiben Merkmale, emeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Medienarten benennen Komplexität und Vielfalt des aktuellen Medienangebots analysieren Merkmale, emeinsamkeiten (Medienkonvergenz) und Unterschiede verschiedener Medienarten, -formate und -genres vergleichen und bewerten Medienangebote situations- und bedürfnisbezogen auswählen estaltung, Aussage und Botschaft von Medienangeboten estaltungselemente medialer Angebote und deren Wirkung nach vorgegeben Analysekriterien exemplarisch beschreiben mediale Symbole und Zeichensysteme aus ihrem unmittelbaren Lebensweltbezug beschreiben gestalterische rundlagen der Filmsprache bei der Filmanalyse anwenden Computerspiele nach vorgegebenen Kriterien vergleichen Werbung und deren Botschaft in ihrer Lebenswelt anhand von Kriterien beschreiben Entstehungsbedingungen medialer Angebote benennen estaltungselemente medialer Angebote untersuchen und deren Wirkungsabsichten kriterienorientiert bewerten die Verwendung medialer Symbole und Zeichensysteme untersuchen und ihre Auswirkungen auf Aussage und Botschaft von Medienangeboten bewerten Methoden der Filmanalyse anwenden und das Medium Film regelmäßig als wichtiges Kulturgut nutzen Inhalt, ethische Aussage und ästhetische estaltung von On- und Offline-Computerspielen analysieren den Zusammenhang von estaltung und intendierter Funktion von Medienangeboten (Information, Unterhaltung, Werbung, Manipulation) untersuchen und bewerten komplexe Entstehungsbedingungen medialer Angebote untersuchen Seite 20 von 37

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