Können kleine Kinder Konflikte selbst austragen?

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1 1 Können kleine Kinder Konflikte selbst austragen? Kufstein wissenschaftlicher Hintergrund entwicklungspsychologische Arbeiten von Norbert Bischof und Doris Bischof- Köhler Reifungsschritte der kindlichen Entwicklung das menschliche Moralverhalten hat stammesgeschichtliche Wurzeln (Medicus) 1

2 Stammesgeschichtliche Wurzeln der Humanität nach Übersicht 7 von Medicus (2013), S Stimmungsübertragung: ein physiologischer Synchronisationsprozess, mit dem sich Muttertier und Junge wechselseitig über ihre momentane Antriebslage informieren Säugetiere Stammesgeschichtliche Wurzeln der Humanität nach Übersicht 7 von Medicus (2013), S Sozialverhalten: "reziproker Altruismus" unter einander vertrauten Gruppenmitgliedern Tieraffen Stimmungsübertragung: ein physiologischer Synchronisationsprozess, mit dem sich Muttertier und Junge wechselseitig über ihre momentane Antriebslage informieren Säugetiere 2

3 Stammesgeschichtliche Wurzeln der Humanität nach Übersicht 7 von Medicus (2013), S Empathie: Selbsterkennen, Selbstexploration und Unterscheidung eigener Gefühle von denen anderer: emotionale Perspektivenübernahme Menschenaffen Sozialverhalten: "reziproker Altruismus" unter einander vertrauten Gruppenmitgliedern Tieraffen Stimmungsübertragung: ein physiologischer Synchronisationsprozess, mit dem sich Muttertier und Junge wechselseitig über ihre momentane Antriebslage informieren Säugetiere Stammesgeschichtliche Wurzeln der Humanität nach Übersicht 7 von Medicus (2013), S Theory of Mind: Orientierung in der Zeit, Nachdenken über das, was jemand anderer denkt: rationale Perspektivenübernahme menschliche Vorfahren Empathie: Selbsterkennen, Selbstexploration und Unterscheidung eigener Gefühle von denen anderer: emotionale Perspektivenübernahme Menschenaffen Sozialverhalten: "reziproker Altruismus" unter einander vertrauten Gruppenmitgliedern Tieraffen Stimmungsübertragung: ein physiologischer Synchronisationsprozess, mit dem sich Muttertier und Junge wechselseitig über ihre momentane Antriebslage informieren Säugetiere 3

4 Stammesgeschichtliche Wurzeln der Humanität nach Übersicht 7 von Medicus (2013), S Reflexion: prüfendes und vergleichendes Denken (differenzierte Wortsprache), verantwortliches moralisches Handeln Mensch Theory of Mind: Orientierung in der Zeit, Nachdenken über das, was jemand anderer denkt: rationale Perspektivenübernahme menschliche Vorfahren Empathie: Selbsterkennen, Selbstexploration und Unterscheidung eigener Gefühle von denen anderer: emotionale Perspektivenübernahme Menschenaffen Sozialverhalten: "reziproker Altruismus" unter einander vertrauten Gruppenmitgliedern Tieraffen Stimmungsübertragung: ein physiologischer Synchronisationsprozess, mit dem sich Muttertier und Junge wechselseitig über ihre momentane Antriebslage informieren Säugetiere 8 Konflikt von lateinisch "conflictus" = Zusammenstoß Zusammentreffen unterschiedlicher Motivationen unterbricht Handlungsablauf 4

5 Beispiele für Konflikte beim Säugling 9 keine eigenen Konflikte er nimmt Konflikte der Bezugsperson wahr er reagiert unmittelbar und kongruent die Konfliktlösung liegt im Verantwortungsbereich der Bezugsperson Entwicklungsschritte von sensumotorischenzu differenzierteren kognitiven Fähigkeiten nach Übersicht 7 von Medicus (2012), S Stimmungsübertragung: ganzheitliches Erfassen von Wohlbehagen oder Unbehagen über sensomotorische von Geburt an 5

6 Beispiele für Konflikte beim Krabbelbaby 11 Ambivalenz-Konflikt: Annäherung oder Abwendung (attraktiv gefährlich) Ambivalenz-Konflikt: selber machen Hilfe brauchen erste Rivalitäten Konflikte mit der Bezugsperson (Behinderung der Selbständigkeit) 12 gemeinsame Aufmerksamkeit zwei oder mehrere Partner richten ihre Aufmerksamkeit gleichzeitig auf denselben Bezugspunkt 6

7 13 Soziale Rückversicherung Kind "liest" im emotionalen Gesichtsausdruck eines Menschen, von dem es intuitiv annimmt, dass seine Einschätzung relevant in einer bestimmten Situation ist 14 Blickkontakt bei emotionaler Unsicherheit mehr zur Mutter hin bei emotionaler Sicherheit zur Person, von der intuitiv die momentan erwünschte Information erwartet wird 7

8 15 Geteilte Aufmerksamkeit im Alltag eine der wichtigsten Fähigkeiten der Bezugsperson selbstverständliches Verbunden-Sein mit dem Kind im Kontakt mit sich selbst Fähigkeit, verschiedene Ziele im Auge zu behalten und die Aufmerksamkeit auf mehrere Abläufe zu gerichtet zu halten Entwicklungsschritte von sensumotorischenzu differenzierteren kognitiven Fähigkeiten nach Übersicht 7 von Medicus (2013), S Intuition: ahnendes Erfassen sozialer Signale und möglicher Gefahren über visuelle und akustische ab 6 bis 9 Monaten Stimmungsübertragung: ganzheitliches Erfassen von Wohlbehagen oder Unbehagen über sensomotorische von Geburt an 8

9 17 Umgang mit Konflikten Motivationen wahrnehmen Spannungen aushalten "Ausverhandeln" der verschiedenen Motivationen Beispiele für Konflikte bei Kleinkindern 18 Rivalitäten um Besitz, Raum und Bezugsperson (Eifersucht) egoistische oder altruistische Motivation (Entweder Oder) erste innere Konflikte (Selbstwirksamkeit oder Abhängigkeit) 9

10 Entwicklungsschritte von sensumotorischen zu differenzierteren kognitiven Fähigkeiten 19 Empathie: Erkennen und Unterscheiden von Gefühlen im Hier-und-Jetzt bei sich selbst und anderen über emotionale ab 14 Monaten bis 2 Jahre Intuition: ahnendes Erfassen sozialer Signale und möglicher Bedrohungen über visuelle und akustische ab 6 bis 9 Monaten Stimmungsübertragung: ganzheitliches Erfassen von Wohlbehagen oder Unbehagen über sensomotorische von Geburt an Beispiele für Konflikte bei Vierjährigen 20 innere Konflikte (viele Motivationen müssen gegeneinander abgewogen werden) Bewertungskonflikte: Scham und Schuldgefühle Rivalitäten (Neid, Geiz) 10

11 Entwicklungsschritte von sensumotorischen zu differenzierteren kognitiven Fähigkeiten 21 Theory of Mind: Erkennen anderer Perspektiven und der eigenen Leistungsfähigkeit über kognitive ab 4 Jahren Empathie: Erkennen und Unterscheiden von Gefühlen im Hier-und-Jetzt bei sich selbst und anderen über emotionale ab 14 Monaten bis 2 Jahre Intuition: ahnendes Erfassen sozialer Signale und möglicher Bedrohungen über visuelle und akustische ab 6 bis 9 Monaten Stimmungsübertragung: ganzheitliches Erfassen von Wohlbehagen oder Unbehagen über sensomotorische von Geburt an kindliche Selbständigkeit bei Konflikten ist möglich: 22 im geschützten Rahmen bei ausreichend Zeit und Ruhe in gemeinsamer Aufmerksamkeit mit der Bezugsperson, bzw. deren Erreichbarkeit 11

12 Besondere Fähigkeiten 23 Vermeiden, Täuschen, Lügen, Sich- Entschuldigen, Schenken, Verzichten, Kooperieren, Regeln verstehen, Impulse kontrollieren Sich-Verteidigen (Schlagen, Kratzen, Beißen), Nein-Sagen, Ausweichen, Danken, Sich- Versöhnen, Warten, Teilen, Trösten, Symbolisieren ab 4 Jahren ab 14 Monaten bis 2 Jahre Flüchten (zur sicheren Basis), Soziales Rückversichern, offenes Abweisen oder Akzeptieren ab 6 bis 9 Monaten Feinfühligkeit, Anpassungsfähigkeit von Geburt an Unterstützung bei Konflikten ist notwendig: 24 wenn es schnell gehen muss bei Konflikten mit ungleichen Partnern bei entsprechenden Signalen des Kindes 12

13 Zeichen, dass Kind Hilfe braucht 25 Fragen, Bitten, Ängste ab 4 Jahren Bitte, Aufforderung, Trotz, Gefühlsausbruch ab 14 Monaten bis 2 Jahre Appellieren über Mimik und Gestik ab 6 bis 9 Monaten "Feinzeichen", Schreien, Weinen von Geburt an Was braucht das Kind? 26 Begleitung in der Bewertung und Gewichtung von Motivationen (Regeln, Ordnungen, Rollen, Bezugssysteme) ab 4 Jahren Versprachlichen von Gefühlen und Erinnerungen auf Augenhöhe ab 14 Monaten bis 2 Jahre Beantwortung kindlicher Signale ab 6 bis 9 Monaten Veränderung der Distanz von Geburt an 13

14 27 Literatur Norbert Bischof: Psychologie, Ein Grundkurs für Anspruchsvolle, Kohlhammer 2009 Doris Bischof-Köhler: Soziale Entwicklung in Kindheit und Jugend, Bindung, Empathie, Theory of Mind, Kohlhammer 2011 Doris Bischof-Köhler: Spiegelbild und Empathie, Die Anfänge der sozialen Kognition, Verlag Hans Huber 1989 Gerhard Medicus: Was uns Menschen verbindet, 2013 Irenäus Eibl-Eibesfeldt: Die Biologie menschlichen Verhaltens, Grundriß der Humanethologie, Piper

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