Fragen, Antworten und Organisation Teil B (Zusatzpension) der Versorgungseinrichtung. (FAQ Frequently Asked Questions)

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1 Fragen, Antworten und Organisation Teil B (Zusatzpension) der Versorgungseinrichtung (FAQ Frequently Asked Questions)

2 Inhalt 1. Unterschied zwischen den Satzungen Teil A und B Wer ist beitragspflichtig? Ab wann entsteht oder endet die Beitragspflicht? Wie hoch ist der jährliche Beitrag? Wann kann man sich von der Beitragsleistung befreien lassen? Wann kann man einen Ermäßigungsantrag stellen? Kann ich eine Einzugsermächtigung erteilen? Wann wird der Beitrag fällig? In welchen Fonds erfolgt die Veranlagung? Kann ich selbst über die Art der Veranlagung meiner Beiträge bestimmen? Wie hoch ist das Guthaben auf Ihrem Pensionskonto? Welche Einflussgrößen sind für die Entwicklung der Hochrechnungs-ergebnisse maßgeblich? Sind die Beiträge steuerlich absetzbar? Welche Leistungen erhalten Hinterbliebene? Was passiert im Falle der Berufsunfähigkeit? Wann kann die Altersrente in Anspruch genommen werden? Kann man sich das Kapital bei Pensionsantritt auszahlen lassen? Steuerliche Behandlung der Teilabfindung? Was passiert bei einem Rechtsanwaltskammerwechsel? Was ist die "Abfindung für den Todesfall"? Was passiert bei Erlöschen oder Ruhen der Rechtsanwaltschaft? Veranlagung Wie waren die Ergebniszuteilungen seit Beginn der Zusatzpension? Kontrolle der Verwaltung der Zusatzpension und der Veranlagung? (siehe Organigramm) Sie haben Fragen?

3 Fragen und Antworten zum Teil B der Versorgungseinrichtung der Rechtsanwaltskammern Die Versorgungseinrichtung Teil B Zusatzpension ist mit österreichweit in Kraft getreten. Die Rechtsanwaltskammern haben gem. 49 RAO Einrichtungen zur Versorgu ng der Rechtsanwälte für den F all des Alters und der Beruf sunfähigkeit sowie zur Versorgung der Hinterbliebenen für den Fall des Todes des Rechtsanwalts mit einer zu beschließenden Satzung zu schaffen und aufrechtzuerhalten. Die Mittel der Versorgungseinrichtung bilden ein Sondervermögen der Rechtsanwaltskammern. Die Kosten der Verwaltung der Versorgungseinrichtung sind aus den Mitteln der Versorgungseinrichtung zu tragen. Nachstehend ein kurzer Überblick über wichtige Fragen: 1. Unterschied zwischen den Satzungen Teil A und B Die Satzung Teil A basiert auf dem Umlageverfahren, jene des Teil B auf dem Kapitaldeckung sverfahren. Teil A wird von jeder Rechtsanwaltskammer selbst verwaltet, Teil B von der Concisa Vorsorgeberatung und Management AG (vormals Wintisa Management und Consulting Aktiengesellschaft). Die Carl Spängler Kapitalanlagegesellschaft m.b.h. ist von den neun Rechtsanwaltskammern beauftragt, die auf Depots und Konten verwahrten Vermögenswerte im Rahmen der Anlageziele und Investitionsbeschränkungen gemäß den Weisungen der Portfoliomanager zu verwalten. Die Rechtsanwaltskammern haben die Portfoliomanager mit der Veranlagung der Vermögenswerte nach Maßgabe der Anlageziele und unter Einhaltung der Anlagebestimmungen des Pensionskassengesetzes beauftragt. Ein eigener, von den neun Rechtsanwaltskammern beauftragter Berater für Dienstleistungen, die P&F Portfolio- und Finanzmanagement GmbH, Bearbeiter Felix Kottmann, überprüft die Carl Spängler KAG sowie die Fondsmanager und berichtet regelmäß ig den Rechtsanwaltskammern und dem A nlageausschuss. Die Concisa führt das Management der Versorgungseinrichtung durch, dh, verwaltet die Ein - und Auszahlungen und ist für organisatorische Belange zuständig, sie handelt im Auftrag der jeweiligen Rechtsanwaltskammer. Die Concisa ist als Dienstleister ausschließlich für den Bereich der Verwaltung tätig und hat keinen Einfluss auf die Veranlagung. Die Tätigkeiten der Concisa erfolgen in Abstimmung mit der j eweiligen Rechtsanwaltskammer und mit dem Beirat (gem. 20 der Satzung = Anlageausschuss). 2

4 2. Wer ist beitragspflichtig? Alle selbständigen sowie unselbständigen in die Liste der Rechtsanwälte eingetragenen österreichischen und niedergelassenen europäischen Rechtsanwälte. 3. Ab wann entsteht oder endet die Beitragspflicht? Die Beiträge zur Zusatzpension der Rechtsanwälte sind Pflichtbeiträge is des 4 Ab s. 4 Z 1 lit. b bzw. 16 Abs. 1 Z 4 lit. e EStG 1988 bei angestellten Rechtsanwälten. Die Beitragspflicht entsteht mit dem der Eintragung in die jeweilige Liste folgenden Monatsersten. Die erstmalige Vorschreibung von Beiträgen erfolgt ungeachtet der bestehenden Beitragspfli cht frühestens zwei Monate nach dem Tag der Eintragung. Die Beitragspflicht endet mit dem Erlöschen der Berechtigung zur Ausübung der Rechtsanwaltschaft bzw. für die niedergelassenen europäischen Rechtsanwälte mit dem Erlöschen der Berechtigung zur Ausübung der Rechtsanwaltschaft in Österreich oder dem der Vollendung des 65. Lebensjahres folgenden Monatsletzten. Fällt di e Eintragung auf den Monatsersten oder das Erlöschen /die Vollendung des 65. Lebensjahres auf den Monatsletzten, so beginnt die Beitragspflicht mit dem Tag der Eintragung und endet die Beitragspflicht mit dem Tag des Erlöschens / der Vollendung des 65. Lebensjahres. 4. Wie hoch ist der jährliche Beitrag? Der Beitrag ist je nach Rechtsanwaltskammer unterschiedlich und wird alljährlich von der Plenarversammlung bzw. Vollversammlung festgesetzt. Besteht die Rechtsanwaltskammermitgliedschaft nicht das ganze Jahr hindurch, wird der Jahresbeitrag entsprechend der tatsäc hlichen Dauer der Mitgliedschaft aliquotiert, bezüglich einer/eines Eintragung/Austritt während eines Monats siehe Frage Wann kann man sich von der Beitragsleistung befreien lassen? Der Rechtsanwalt, der nachweist, dass er Beiträge zu einer gesetzlich geregelten Altersvorsorge im Inoder Ausland leistet, in die er aufgrund gesetzlicher Bestimmungen einbezogen wurde oder wird, oder Leistungen aus einer solchen Altersvorsorge bezieht, ist auf Antrag von Beiträgen zur Zusatzpension zu befreien. Ein entsprechender Antrag ist jeweils bis 31. Jänner eines jeden Kalenderjahres, im Falle der Eintragung binnen sechs Wochen ab dem Tage der Eintragung, unter Vorlage des letzten Kontoauszuges der Versicherungsanstalt der gesetzlichen Altersvorsorge zu stellen. Im Falle einer elektronischen Antragstellung unter https://www.rechtsanwaelte.at/mitglieder/anmeldung/zum-login/ (Versorgungseinrichtungen Zusatzpension Teil B Link zur Serviceseite der Concisa) verringern sich Ihre Verwaltungskosten um EUR 2,36 pro Jahr. 3

5 HINWEIS Es besteht kein Anspruch auf Berufsunfähigkeitsrente nach 4, wenn im Zeitpunkt des Eintritts der Berufsunfähigkeit oder im Zeitpunkt der Antragstellung die Befreiung nach 12 Abs 6 in Anspruch genommen worden ist ( 4 Abs 1a). 6. Wann kann man einen Ermäßigungsantrag stellen? Auf Antrag kann der jährliche Beitrag auf einen in der Umlagenordnung festzulegenden ermäßigten Beitrag, reduziert werden und zwar: Für das Jahr der Ersteintragung des Rechtsanwaltes und das folgende Kalenderjahr. (Achtung: erfolgt die Eintragung beispielsweise am , so hat der Anwalt für das Jahr 2015 keinen Beitrag zu entrichten, für den Antrag auf Beitragsreduktion ist jedoch das Jahr der Eintragung maßgeblich, d.h. in diesem Fall kann die Reduktion nur für das Jahr 2016 beantragt werden!) Der Antrag ist innerhalb von zwei Monaten nach Ersteintragung und für das Folgejahr jeweils bis 31. Jänner des Folgejahres zu stellen. Der Ermäßigungsantrag kann sowohl für Ersteintragung und das Folgejahr gemeinsam als auch getrennt gestellt werden. oder wenn der jährliche Einnahmenüberschuss oder Gewinn aus rechtsanwaltlicher Tätigkeit vor Ertragsteuern oder das jährli che Bruttogehalt ,61 (Stand 2015) oder weniger beträgt, mindestens 1/5 des jährlichen Beitrages, wenn der jährliche Einnahmenüberschuss oder Gewinn aus rechtsanwaltlicher Tätigkeit vor Ertragsteuern oder das jährli che Bruttogehalt ,23 (Stand 2015) oder weniger beträgt, mindestens 2/5 des jährlichen Beitrages, wenn der jährliche Einnahmenüberschuss oder Gewinn aus rechtsanwaltlicher Tätigkeit vor Ertragsteuern oder das jährli che Bruttogehalt ,84 (Stand 2015) oder weniger beträgt, mindestens 3/5 des jährlichen Beitrages, Liegen Einkünfte aus selbständiger und unselbständiger rechtsanwaltlicher Tätigkeit vor, sind diese zusammenzurechnen. Der Antrag ist unter gleichzeitiger Vorlage des Einkommensteuerbescheides des vorletzten Kalenderjahres und/oder einer Gehaltsbestätigung für das Vorjahr bis 30. Juni eines jeden Jahres für das laufende Beitragsjahr zu stellen. Die Ermäßigung gilt jeweils nur für ein Beitragsjahr. 4

6 Im Falle einer elektronischen Antragstellung unter https://www.rechtsanwaelte.at/mitglieder/anmeldung/zum-login/ (Versorgungseinrichtungen Zusatzpension Teil B Link zur Serviceseite der Concisa) verringern sich Ihre Verwaltungskosten um EUR 2,36 pro Jahr. HINWEIS Bei einer Inanspruchnahme der Ermäßigungsbestimmungen wird zwar der einzuzahlende Betrag reduziert, aber nicht im selben Verhältnis der Risikobeitrag (Berufsunfähigkeitsschutz, Hinterbliebenenversorgung). Deshalb kann es zu einem geringeren bzw. keinem Sparbeitrag für die Alterspension kommen. 7. Kann ich eine Einzugsermächtigung erteilen? Durch Erteilung einer Einzugsermächtigung werden die anfallenden Verwaltungskosten um Euro 2,32 pro Jahr v erringern. Die Ei nzugsermächtigung muss mittels Formular unter https://www.rechtsanwaelte.at/mitglieder/anmeldung/zum-login/ (Versorgungseinrichtungen Zusatzpension Teil B Link zur Serviceseite der Concisa) der zuständigen Rechtsanwaltskammer bekannt gegeben werden. 8. Wann wird der Beitrag fällig? In den Bundesländern Nied erösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Tirol und Vorarlberg ist der Beitrag jeweils am 15.2., 15.5., und eines jeden Jahres zur Zahlung fällig. In den Bundesländern Wien, Burgenland und Salzburg ist der Beitrag jeweils am 1.3., 1.6., 1.9. und eines jeden Jahres zur Zahlung fällig. 9. In welchen Fonds erfolgt die Veranlagung? Seit besteht für jedes Mitglied ein Wahlrecht für die Art der Veranl agung der auf seinem Konto verbuchten Beträge sowie seiner zukünftigen Beiträge zwischen den bestehenden Veranlagungs- und Risikogemeinschaften (VRG) - AVO Classic, AVO 30, AVO 50 und AVO Plus. Die Veranlagung im AVO Classic erfolgt nach dem Grundsatz des Kapitalerhalts. In der VRG AVO 30 wird mit der grundsätzlichen Veranlagungsstrategie von 30% Aktien, in der VRG AVO 50 mit der grundsätzlichen Veranlagungsstrategie von 50% Aktien in der VRG AVO Plus mit der Wertsicherungsstrategie mit Kapitalerhaltungsgrenze von 95% bezogen auf das jeweilige bevorstehende Kalenderjahr, veranlagt. Für Fragen zur Veranlagung wenden Sie sich bitte direkt an Herrn Michael Illsinger von der Spängler IQAM Invest (Telefonnummer bzw. 5

7 10. Kann ich selbst über die Art der Veranlagung meiner Beiträge bestimmen? Über Antrag hat die Ausübung des Wahlrechtes bis längstens 30. November des jeweiligen Kalenderjahres zu erfolgen und wirkt zum 31. Dezember desselben Jahres. Mitglieder die erstmals in die Liste der Rechtsanwälte oder die Liste der niedergelassenen europäischen Rechtsanwälte einer österreichischen Rechtsanwaltskammer eingetragen werden, haben diese Erklärung binnen sechs Wochen ab Eintragung abzugeben. Sie wirkt auf den Tag der Eintragung zurück. Falls kein Antrag gestellt wird, erfolgt die Veranlagung in der VRG AVO Classic. Nach Ausübung des Wahlrechts muss der Rechtsanwalt ein volles Kalenderjahr in der gewählten Veranlagungs- und Risikogemeinschaft (VRG) verbleiben. Weitere Informationen sowie den Antrag zur Ausübung des Wahlrechts finden Sie unter https://www.rechtsanwaelte.at/mitglieder/anmeldung/zum-login/ (Versorgungseinrichtungen Zusatzpension Teil B Link zur Serviceseite der Concisa) der zuständigen Rechtsanwaltskammer. 11. Wie hoch ist das Guthaben auf Ihrem Pensionskonto? Jedem Rechtsanwalt der an der Versorgungseinrichtung teilnimmt, steht jährlich bis spätestens 30. Juni eine Kontonachricht mit Erläuterungen und Veranlagungsinformationen unter https://www.rechtsanwaelte.at/mitglieder/anmeldung/zum-login/ (Versorgungseinrichtungen Zusatzpension Teil B Link zur Serviceseite der Concisa) zur Verfügu ng, die den Kontostand per 31. Dezember des vergangenen Jahres ausweist. Dieser Kontonachricht sind auch ev. geleistete Beiträge für den Nachkauf von Versicherungszeiten zu entnehmen. Bei elektronischer Einsicht bis zu einem über Infomail bekannt gegebenen Termin und gleichzeitigem Verzicht auf eine postalische Zustellung (erfolgt bei elektronischer Einsichtnahme) werden die anfallenden Verwaltungskosten um EUR 3,52 reduziert. Über die Serviceseite der Concisa Vorsorgeberatung und Management AG https://www.rechtsanwaelte.at/mitglieder/anmeldung/zum-login/ (Versorgungseinrichtungen Zusatzpension Teil B Link zur Serviceseite der Concisa) können Sie neben Ihren Kontonachrichten auch Zahlungsbestätigungen für Einzahlungen (ab dem Jahr 2008) abrufen, die Sie z.b. für die Vorlage beim Finanzamt verwenden können. 6

8 12. Welche Einflussgrößen sind für die Entwicklung der Hochrechnungsergebnisse maßgeblich? Einflussgrößen, die sich auf den Kontostand zum Stichtag der Betrachtung auswirken, sind: Veranlagungsgruppe Prognosezinssatz die Höhe der Risikoprämien die Kosten das bereits angesparte Kapital Aus diesem Grund befindet sich in den Informationen zur Kontonachricht nachstehender Hinweis: Textauszug Erläuterungen zur Kontonachricht Bei den ausgewiesenen Leistungen handelt es sich um Hochrechnungsergebnisse. Abweichungen auf- grund veränderter wirtschaftlicher Einflüsse oder aufgrund geänderter Sterblichkeits- oder Invalidi- tätsverhältnisse sind daher möglich. Auf Basis des oben beschriebenen Vorgehens wurde in der Kontonachricht der Zusatzpension Teil B in den Jahren und 1999 ein Hochrechnungszinssatz von 7,5%, in d en Jahren 2000 bis 2007 ein Hochrechnungszinssatz von 4% und ab dem Jahr 2008 ein Hoc hrechnungszinssatz von 3 % angenommen. Der Zinssatz von 7,5% wurde in Anlehnung an die damals gültigen Rechnungsgrundlagen, welche von der Aufsichtsbehörde der Pensionskassen vorgegeben wurden, verwendet. Die damalige Situation auf den Kapitalmärkten hat den Arbeitskreis Wirtschaftsfragen bestehend aus Vertretern aller Rechtsanwaltskammern in Abstimmung und auf Empfehlung des Prüfaktuars veranlasst, diesen Hochrechnungszinssatz auf eine der wirtschaftlichen Situation angemessene Höhe von 4% zu verändern. Ab dem Jahr 2008 beträgt der Rechnungszinssatz 3%, da die bisherigen 4% nicht realisierbar waren. Ab dem Jahr 2016 beträgt der Rechnungszinssatz im AVO Classic 1,5% da die bisherigen 3% nicht realisierbar waren. In den weiteren Veranlagungs- und Risikogemeinschaften bleibt der Rechnungszinssatz unverändert bei 3%. 7

9 13. Sind die Beiträge steuerlich absetzbar? Die Beiträge zur Versorgungseinrichtun g sind zur Gänze als Betriebsausgabe, bei unselbständig täti - gen Mitgliedern als Werbungskosten steuerlich absetzbar. Der Nachkauf ist als unlimitierte Sonderausgabe im jeweiligen Jahr der Zahlung steuerlich absetzbar. 14. Welche Leistungen erhalten Hinterbliebene? Witwen/Witwer: Die Witwen-/Witwerrente beträgt 60% der Rente des/der Rechtsanwaltes/Rechtsanwältin, die dieser /diese zum Zeitpunkt seines/ihres Ablebens bezogen hat oder als Aktiver/Aktive im Falle der Berufsunfähigkeit bezogen hätte. Waisen: Die Waisenrente beträgt für Halbwaisen 10%, für Vo llwaisen 20% der bezogenen Rente; im Falle des Todes eines/einer Aktiven für Halbwai sen 10%, für Vollwaisen 20% der fiktiv en Berufsunfähigkeitsrente. Sind nach einem/einer Rechtsanwalt/Rechtsanwältin oder ei nem/einer Bezieher/in einer Alters- oder Berufsunfähigkeitsrente zwei oder mehrere Personen mi t Anspruch auf Hinterb liebenenversorgung vorhanden, so darf die Summe der Leistungen für diese Anspruchsberechtigten nicht höher sein, als die Leistungen, auf die der/die Rechtsanwalt/Rechtsanwältin (Bezieher/in einer Rente) selbst Anspruch gehabt hätte. Innerhalb dieses Höchstausmaßes sind die den einzelnen Anspruchsberechtigten zustehenden Leistungen verhältnismäßig zu kürzen.!achtung! Die in der jeweiligen Leistungsordnung angegebene Mindestleistung bestimmt die Höhe der Rente zum Leistungsbeginn. In der Leistungsphase (d.h. in den Folgejahren) unterliegen die Renten ebenfalls den Entwicklungen des Kapitalmarktes und Risikoverlaufs (zb. Sterblichkeitswahrscheinlichkeiten etc.). Die laufende Leistung kann sich daher erhöhen oder verringern. Die Höhe der Veränderung entscheidet das Ergebnis des jeweiligen Jahresabschlusses der Folgejahre. HINWEIS Es besteht kein Anspruch auf Mindest-Hi nterbliebenenrente nach 5, wenn der Rechtsan walt im Zeitpunkt des Ablebens die Befreiung nach 12 Abs 6 in Anspruch genommen hat ( 4 Abs 1a). Es erfolgt die Verrentung des Kapitals. 8

10 15. Was passiert im Falle der Berufsunfähigkeit? Berufsunfähigkeitsrenten werden jenen Rechtsanwälten gewährt, die infolge körperlicher oder geistiger Gebrechen zur Ausübung des Rechtsanwaltsberufes unfähig sind. Ein Verzicht auf die Ausübung des Rechtsanwaltsberufes ist für den Bezug allerdings Voraussetzung. Über das Vorliegen einer Berufsunfähigkeit e ntscheidet die Rechtsanwaltskammer, allenfalls unter Bedachtnahme auf von ihr eingeholte Gutachten von ihr bestellter Vertrauensärzte. Die Kosten der Begutachtung sind von der Rechtsanwaltskammer zu tragen. Ein gleichzeitiger Bezug einer Altersrente und einer Berufsunfähigkeitsrente ist unzulässig. Mindestberufsunfähigkeitsrente: Eine Mindestberufsunfähigkeitsrente wird auch dann gewährt, wenn die bis zum Eintritt der Berufsunfähigkeit geleisteten Beiträge zur Auszahlung der Rente nicht ausreichen. Dies gilt auch für die Leistungen an Hinterbliebene. Die Absicherung der Mindestberufsunfähigkeitsrente erfolgt durch eine Rückversicherung. Jedes Mitglied hat jährlich eine Prämie zu dieser Versicherung zu leisten (Risikoprämie). Die Höhe der Prämie bestimmt sich nach dem Alter des Mitglieds und seinem Kontostand und wird jährlich neu berechnet. Die Prämie steigt mit zunehmendem Alter, da d as Risiko zunimmt, und sie fällt mit zunehmendem Kontostand, weil ein immer größer werdender Teil der Leistungen im Versicherungsfall aus bereits eingezahlten Beiträgen des Mitgliedes selbst finanziert werden kann. Die Risikoprämie ist auf der Konton achricht ausgewiesen und ist so lange zu leisten, bis die Mindestleistung ausfinanziert ist. Es kann jedoch auch nach erfolgter Ausfinanzierung der Fall eintreten, dass erneut Risikoprämien zu leisten sind, wenn die Veranlagungsergebnisse nicht ausreichend sind. Die Mindestberufsunfähigkeitsrente reduziert sich im Falle einer Beitragsermäßigung bzw. befreiung! Für Rechtsanwälte, deren Beitragspflicht aufgrund der Eintragung in die j eweilige Liste ( 12 Abs. 3) erstmals nach dem 31. Dezember 2007 beginnt und die zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme der Berufsunfähigkeitsrente das 58. Lebensjahr vollendet haben, ist die Berufsunfähigkeitsrente nach den für die Altersrente nach 3 Abs. 2 (siehe Frage 16) geltenden Bestimmungen zu berechnen. Der Verzicht auf die Ausübung der Rechtsanwaltschaft ist Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Berufsunfähigkeitsrente. 9

11 !ACHTUNG! Die in der jeweiligen Leistungsordnung angegebene Mindestleistung bestimmt die Höhe der Rente zum Leistungsbeginn. In der Leistungsphase (d.h. in den Folgejahren) unterliegen die Renten ebenfalls den Entwicklungen aus Kapitalmarkt und Risikoverlauf (zb Sterblichkeitswahrscheinlichkeiten etc). Die laufende Leistung kann sich daher erhöhen oder verringern. Die Höhe der Veränderung entscheidet das Ergebnis des jeweiligen Jahresabschlusses der Folgejahre. HINWEIS Es besteht kein Anspruch auf Berufsunfähigkeitsrente nach 4, wenn im Zeitpunkt des Eintritts der Berufsunfähigkeit oder im Zeitpunkt der Antragstellung die Befreiung nach 12 Abs 6 in Anspruch genommen worden ist ( 4 Abs 1a). 16. Wann kann die Altersrente in Anspruch genommen werden? Altersrenten werden über Antrag Rechtsanwälten oder emeritierten Rechtsanwälten ab Vollendung des 65. Lebensjahres oder im Falle der Inanspruchnahme der vorzeitigen Altersrente gem 6 Abs. 2 Satzung Teil A ab dem Pensionsantritt gewährt. Der Verzicht auf die Ausübung der Rechtsanwaltschaft ist nicht Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Altersrente (ausgenommen vorzeitige Altersrente). Eine Antragsstellung ist für die Gewährung unbedingt erforderlich! Die Höhe der Altersrente errechnet sich über den Verrentungsfaktor gemäß Geschäftsplan aus ver- buchten Beiträgen und erzielten Veranlagungsergebnissen auf dem Pensionskonto zum Zeitpunkt des Pensionsantrittes. 17. Kann man sich das Kapital bei Pensionsantritt auszahlen lassen? Bei Antritt der Alterspension kann der Rechtsanwalt einen Antrag auf Teilabfindung stellen. Diese Teilabfindung beträgt höc hstens 50% der auf dem Konto des Rechtsanwaltes verbuchten Beiträge und Veranlagungsergebnisse. Die Berechnung der Alters- und Hinterbliebenenrenten erfolgt auf Basis des reduzierten Kontostandes. 18. Steuerliche Behandlung der Teilabfindung? Die Teilabfindung stellt eine Bruttoleistung dar und ist gemäß 67 Abs. 10 EStG 1988 wie ein laufender Bezug im Zeitpunkt des Zufließens nach dem Lohnsteuertarif des jeweiligen Kalendermonats der Besteuerung zu unterziehen ( 124b Z53 EStG 1988). 10

12 19. Was passiert bei einem Rechtsanwaltskammerwechsel? Übersiedelt ein Rechtsanwalt in den Bereich einer anderen Rech tsanwaltskammer, sind seine Kontostände mit Wirksamkeit des dem Ausscheiden aus dieser Rechtsanwaltskammer folgenden Jahresletzten, bei Ausscheiden mit 31. Dezember eines Kalenderjahres mit diesem, auf die Versorgungseinrichtung der anderen Rechtsanwaltskammer zu übertragen. 20. Was ist die "Abfindung für den Todesfall"? Rechtsanwälte und ehemalige Rechtsanwälte können zu Lebzeiten für den Fall ihres Ablebens vor Inanspruchnahme einer Leistung und ohne Hinterlassung von Anspruchsberechtigten durch eine schriftliche an die Rechtsanwaltskammer zu richtende Erklärung eine Person bestimmen, an die die Abfindung auszuzahlen ist. Die Abfindung beträgt 40 % der auf den Konten des Rechtsanwaltes verbuchten Beiträge und erzielten Veranlagungsergebnisse, mindestens das 10-fache der jährlichen Mindest- Witwen-/Witwerpension, die bezogen auf das Eintrittsalter des Rechtsanwaltes gemäß 4 Abs 5 errechnet wird, jedoch nie mehr als die auf dem Konto des Rechtsanwalts verbuchten Beiträge und erzielten Veranlagungsergebnisse. Im Falle der Umwandlung der Anwartschaft in eine beitragsfrei gestellte Anwartschaft infolge des Erlöschens oder Ruhens der Rechtsanwaltschaft gemäß 34 RAO beträgt die Abfindung 40 % der auf dem Konto des Rechtsanwaltes verbuchten Beiträge und erzielten Veranlagungsergebnisse. 21. Was passiert bei Erlöschen oder Ruhen der Rechtsanwaltschaft? In diesem Fall erfolgt die Umwandlung in eine beitragsfrei gestellte Anwartschaft. Bei Eintritt des Leistungsfalles hat der Rechtsanwalt Anspruch auf eine Alters- bzw. Berufsunfähigkeitsrente unter Berücksichtigung der verb uchten Beiträge und der erzielten Veranlagungserträge. Es besteht jedoch kein Anspruch auf eine Mindestberuf sunfähigkeitsrente. Die Berufsunfähigkeitsrente und die Ansprüche der Hinterbliebenen ( 5) sind gemäß 3 Abs 2 auf Basis des angesparten Kapitals zu errechnen. Im Übrigen sind auch für diese Fälle der Berufsunfähigkeitsrente die Regelungen der jeweils g ültigen Satzung, insbesondere 4, anzuwenden. Beträgt der S oll-kontostand ( Satz) einschließlich fälliger unbezahlter Beiträge zum Zeitpunkt des Erlöschens der Recht sanwaltschaft nicht mehr als den Abfindungsbetrag nach dem Pension skassengesetz ( 1 Abs 2 Z 1 und Abs 2a PKG oder Nachfolgebestimmungen) EUR ,00 (Stand 2015) - k ann der Rechtsanwalt bei sonstigem Verlust dieses Rechtes binnen 3 Monaten (Frist!) ab dem Erlöschen die Auszahlung des Kontostandes beantragen oder 11

13 gemäß 34 Abs 1 RAO kann der Rec htsanwalt binnen drei Monaten (Frist!) die Übertragung seines Kontostandes auf eine gleichartige staatliche oder berufsständische Versorgungseinrichtung oder ein kapitalgedecktes Pensionssystem oder eine andere ihm offenstehende Versorgungseinrichtung, insbesondere eine Pensionskasse, Gruppenrentenversicherung oder Versorgungs- und Unterstützungseinrichtung der selbständig Erwerbstätigen, welchen der ehemalige Rechtsanwalt in Zukunft verpflichtend oder freiwillig angehört, beantragen. 22. Veranlagung Die neun Rechtsanwaltskammern haben einen Anlageausschuss gebildet, der sich in periodischen Sitzungen mit den Ergebnissen der Veranlagung auseinandersetzt. Die Carl Spängler Kapitalanlagegesellschaft m.b.h. ist von den neun Rechtsanwaltskammern beauftragt, die auf Depots und Konten verwahrten Vermögenswerte im Rahmen der Anlageziele und Investitionsbeschränkungen gemäß den Weisungen der Portfoliomanager zu verwalten. Die Rechtsanwaltskammern haben die Portfoliomanager mit der Vera nlagung der Vermögenswerte nach Maßgabe der Anlageziele und unter Einhaltung der Anlagebestimmungen des Pensionskassengesetzes beauftragt. Für Fragen zur Veranlagung wenden Sie sich bitte direkt an Herrn Michael Illsinger von der Spängler IQAM Invest (Telefonnummer bzw Wie waren die Ergebniszuteilungen seit Beginn der Zusatzpension? Der Ertrag der Versorgungseinrichtung setzt sich zusammen aus dem Veranlagungsergebnis und dem versicherungstechnischen Ergebnis. Die Entscheidun g über die Höhe der Ergebniszuteilung obliegt dem Arbeitskreis Wirtschaftsfragen unter Beiziehung von Experten. Nachstehend eine Aufstellung über die Performancewerte und Ergebniszuteilung für die Jahre 2007 bis 2014: Mit Stichtag wurden zwei weitere Veranlagungs- und Risikogemeinschaften ins Leben gerufen. Performancewerte Ergebniszuteilung AVO Classic AVO 30 AVO 50 AVO Classic AVO 30 AVO ,95% 0,40% 0,35% ,00% 3,93% 3,73% ,07% -11,25% -21,36% ,13% -9,85% -18,71% ,21% 13,82% 18,73% ,00% 4,81% 4,80% ,09% 6,23% 8,05% ,34% 4,82% 4,81% ,08% -1,41% -3,58% ,02% 3,00% 3,00% ,58% 9,51% 10,82% ,00% 5,00% 5,00% ,39% 5,19% 8,59% ,68% 6,00% 6,00% ,20% 11,90% 12,62%

14 24. Kontrolle der Verwaltung der Zusatzpension und der Veranlagung? (siehe Organigramm) Die Tätigkeiten der Concisa erfolgen in Abstimmung mit der jeweiligen Rechtsanwaltskammer und mit dem Beirat (gem. 20 der Satzung = Anlageausschuss). Die administrative Abwicklung der Zusatzpension wird aus versicherungsmathematischer Sicht vom Prüfaktuar geprüft. Der Prüfaktuar wird von den neun Rechtsanwaltskammern bestellt, er berichtet in regelmäßigen Abständen dem Beirat über seine Prüfungstätigkeiten. Der Prüfaktuar hat insbesondere zu überprüfen, ob die Gebarung der Versorgungseinrichtung der Satzung und dem Geschäftsplan entspricht, ob Änderungen der bestehenden Umlagen- und Leistungsordnung erforderlich sind, ob und in welchem Ausmaß und in welcher Frist die Versorgungseinrichtung allfällig aufgetretene Deckungslücken zu schließen hat und ob den Versicherungserfordernissen in angemessenem Ausmaß Rechnung getragen wurde. Der Prüfaktuar hat weiters den Geschäftsplan zu überprüfen und zu genehmigen. Zum Ende eines jeden Kalenderjahres ist über die Gebarung der Versorgungseinrichtung ein Prüfbericht zu erstellen. Ein eigener, von den neun Rechtsanwaltskammern beauftragter Berater für Dienstleistungen, die P&F Portfolio- und Finanzmanagement GmbH, Bearbeiter Felix Kottmann, überprüft die Carl Spängler KAG sowie die Fondsman ager, berichtet den Rechtsanwaltskammern und dem Anlageausschuss über die Tätigkeiten der Kapitalanlagegesellschaft. 13

15 ÖRAK RAK RAK RAK RAK RAK RAK RAK RAK RAK Bgld. Ktn. NÖ OÖ Sbg. Stmk. Tir ol Vbg. Wien berichtet Carl Spängler KAG berichtet administrative Abwicklung der Zusatzpension überwacht beauftragen prüft FONDSMANAGER: Innovest, Lazard überwacht P&F Portfolio- und Finanzmanagement GmbH, Bearbeiter Herr Felix Kottmann Prüfaktuar VERWALTUNG der Zusatzpension berichtet berichtet berichtet Abstimmung VERANLAGUNG der Zusatzpension ANLAGE- AUSSCHUSS Infoaustausch Beirat gem. 20 der Satzung Teil B bestehend aus Mitgliedern jeder Rechtsanwaltskammer 14

16 25. Sie haben Fragen? Die Mitarbeiter der Conci sa Vorsorgeberatung und Management AG stehen Ihnen für Auskünfte zur Verwaltung gerne zur Verfügung. Tel.: 01/ DW 1928 Fax: 01/ DW

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