Angebote für Demenzkranke im frühen Stadium der Erkrankung

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1 Angebote für Demenzkranke im frühen Stadium der Erkrankung Vortrag auf dem Fachtag am 5. April 2014 W. Hartmann, A. Manthey, E. Meyer und K. Zeiler

2 Ein paar Begriffe Krankheit und Störung Vorbeugung Heilung Behandlung Frühes Stadium der Erkrankung

3 Über die Krankheit Alzheimer Die Alzheimer-Krankheit ist eine sogenannte neurodegenerative Erkrankung: Hirngewebe, v. a. Nervenzellen gehen zu Grunde. Im Gehirn findet man die zuerst von Alois Alzheimer beschriebenen Veränderungen: Amyloid- Plaques und Neurofibrillen-Knäuel. Zum Krankheitsprozess gehört alles, was dabei biologisch geschieht oder messbar ist, z.b. tau- Protein, beta-amyloid, Atrophie von Hirngewebe.

4 Störungen bei der Alzheimer- Krankheit Hierzu gehören alle Veränderungen des Verhaltens, der geistigen und seelischen Funktionen, von denen man annimmt, dass sie eine Folge des neurodegenerativen Prozesses sind. Z. B. Störungen der Merkfähigkeit, des Gedächtnisses, der Orientierung im Raum.

5 Heilung Behandlung - Vorbeugung Der neurodegenerative Prozess kann bis heute nicht aufgehalten werden. Dagegen kann die Störung sowohl durch Medikamente als auch durch andere Maßnahmen etwas abgemildert werden. Eine Vorbeugung der Störung ist möglich.

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7 Die Bedeutung der Gefäße Verkalkung - Arteriosklerose Gemeinsames Auftreten von Alzheimer - und vaskulärer Demenz. Die Risikofaktoren für eine Demenz vom Alzheimertyp und eine vaskuläre Demenz sind die gleichen. Auch ohne deutliche Arteriosklerose tritt Alzheimer später auf bei gesunder Lebensweise.

8 Was schadet den Gefäßen? Zum Beispiel: Hoher Blutdruck Übergewicht Diabetes Bewegungsmangel Nikotin Rauchen Zuviel Alkohol

9 2 Möglichkeiten der Behandlung 1. Medikamente: sie wirken wie der Reserve-Benzin-Hahn eines Autos. 2. Die vier Faktoren Ernährung, Bewegung, geistige Aktivität und soziale Kontakte. Sie schaffen im Gehirn Reserve- Kapazitäten.

10 Was sollen wir anbieten Aus vielen Untersuchungen wissen wir, dass es vier Faktoren gibt, die die Gefäße und das Gehirn schützen: 1. Ernährung 2. Bewegung 3. Geistige Aktivität 4. Soziale Kontakte

11 Wie wirken diese Faktoren? Die genannten Faktoren halten den neurodegenerativen Prozess wahrscheinlich nicht entscheidend auf. Aber sie vermeiden zusätzliche Schäden am Gehirn und aktivieren Reserve- Kapazitäten, so dass Störungen später auftreten oder abgemildert werden.

12 Gesunde Ernährung Vitamine Omega-3-Fettsäuren Obst- und Gemüse-Säfte sowie Rotwein Mediterrane Kost

13 Die Bedeutung von Vitaminen Die Vitamine B6, B12 und Folsäure helfen das schädliche Stoffwechsel-Zwischen- Produkt Homocystein abzubauen. Das anti-oxydative Vitamin E alleine hat enttäuscht.

14 Omega-3-Fettsäuren Es gibt Hinweise für eine Verzögerung des Auftretens von Demenz-Symptomen bei einer frühzeitigen Anwendung. Für die menschliche Nahrung wichtig sind v.a. die α-linolensäure und EPA (Eicosapentaensäure) und DHE (Docosexalensäure). α-linolensäure in Lein-, Walnuss-, Rapsöl EPA und DHE in Lachs, Sardellen, Sardinen Fischöl-Kapseln. Tagesdosis: 250 mg DHE empfohlen.

15 Gerb- und Farbstoffe Neben Vitaminen enthalten Obst- und Gemüse-Säfte verschiedene Gerb- und Farbstoffe (Polyphenole), die einen vorbeugenden Effekt haben. Auch Rotwein enthält solche Stoffe (Die Dosis macht das Gift!).

16 Mediterrane Kost Nachgewiesen ist ein vorbeugender Effekt einer konsequenten mediterranen Diät. Es sind nicht die Einzelkomponenten, sondern eine ausgewogene Mischung. Ein hoher Anteil von Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Getreide, ein mäßiger Anteil von Milchprodukten, Fisch und (Rot) -Wein und wenig rotes Fleisch und Geflügel. Gekocht wird hauptsächlich mit Olivenöl.

17 Bewegung An der positiven Wirkung von körperlicher Aktivität bei der Vorbeugung und Behandlung von einer Alzheimerstörung gibt es heute keinen Zweifel mehr. Als Ziel: 30 Minuten wenigstens 3 mal in der Woche, z. B. Spazieren gehen, Radfahren, Dauerlauf, Schwimmen, Tanzen jede Bewegung, die Spaß macht. Besonders effektiv soll die Kombination mit einer bewussten Ernährung sein.

18 Geistige Aktivität Das Gehirn ist auch ein Organ wie jedes andere: wenn es gefordert, nehmen die Verbindungen zwischen den Nervenzellen zu und schaffen damit eine Reserve- Kapazität. Das gilt für jede Form geistiger Aktivität, z. B. Zeitung lesen, eine Ausstellung oder ein Konzert besuchen. Neugier Neues entdecken.

19 Soziale Kontakte Neben allem anderen fordern und fördern soziale Kontakte die geistige Aktivität: ich höre, ich spreche, ich brauche mein Gedächtnis, ich schaue auf die anderen, übe die non-verbale Kommunikation u. s. w.. Es ist ziemlich egal, welche Gruppe es ist oder welches Hobby dabei gepflegt wird. Der soziale Rückzug, wenn erste Symptome auftreten ist dadurch doppelt schädlich.

20 Wann sollte man mit der Vorbeugung beginnen? Gestern Aber es ist nie zu spät

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22 Zur Vorbeugung Problem: Je früher eine Intervention erfolgt, desto individueller muss sie auf die Person zugeschnitten werden. Es ist von Anfang an also Biografie-Arbeit gefordert. Wir gehen davon aus, dass die Worte Alzheimer oder Demenz eher abschrecken. Die Angebote sollen deshalb z. B. unter dem Stichwort für geistige Frische bis ins hohe Alter erfolgen.

23 Welches Angebot sollten wir machen? Aus den vorhandenen Ressourcen des Klienten erstellt eine Fachkraft mit ihm zusammen ein Programm, in dem die oben genannten Faktoren berücksichtigt werden. Welche Hobbies werden noch gepflegt oder lassen sich reaktivieren, in welchen sozialen Gruppen ist der Klient und wie oft, woran hätte er noch Interesse. Am problematischsten dürfte die Ernährung werden. Der Klient sollte dann durch die Fachkraft länger begleitet werden, um ihn weiter zu motivieren.

24 Vorbeugende Angebote Neben den Ressourcen des Klienten sind die Möglichkeiten vor Ort in die Planung einzubeziehen. Z. B.: Ein Konversationskurs in der VHS auf Englisch, das er einmal gelernt hat. Ein Theaterabonnement. Teilnahme an einer Exkursion des Historischen Vereins. Hier sind die Fantasie und das Wissen der Fachkraft gefordert. Entscheidend ist es, das Interesse des Klienten zu wecken und seine Aktivität zu fördern.

25 Altes wieder aktivieren Im Laufe der Berufstätigkeit haben mit zunehmendem Alter viele Menschen frühere Aktivitäten aufgegeben. Vielleicht ist es möglich sie wieder aufzunehmen. Ein Tanzkurs? Wieder Schach im Verein spielen? Vögel beobachten und bestimmen? Der Kirchenchor sucht Mitglieder.

26 Interesse wecken und für Abwechslung sorgen Es ist wichtig den Alltagstrott zu durchbrechen und etwas Neues zu wagen. Eine Sprache oder Gedichte lernen. Golf spielen ist inzwischen Volkssport. Wie funktioniert mein Computer. Ein Ehrenamt übernehmen.

27 Ein Angebot für beginnende Störungen Auch hier muss auf die eben genannten individuellen Faktoren eingegangen werden. Als Ansatzpunkt sehen wir eine Gruppe, die Bewegung und geistige Aktivierung anbietet. Zielgruppe sind Menschen mit beginnenden Gedächtnisstörungen. Eine Gruppe motiviert stärker und bietet zugleich soziale Kontakte. Auf Dauer muss auch die Ernährung Thema werden. Sie sollte dreimal in der Woche stattfinden.

28 Jeder kann etwas gegen Demenz tun Die Vorbeugung und frühe Intervention gegen die Alzheimerkrankheit muss Thema in der Öffentlichkeit werden. Die Ohnmacht, die wir heute noch gegen das Fortschreiten der Neurodegeneration haben, darf nicht dazu verführen, die durchaus erfolgreichen Ansätze einer Vorbeugung und frühen Behandlung zu übersehen.

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