Ulrich Peltzer, Teil der Lösung ein zeitgenössischer Großstadtroman

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1 1 Ulrich Peltzer, Teil der Lösung ein zeitgenössischer Großstadtroman Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung 1 2. Der Autor 1 3. Der Aufbau 2 4. Der Inhalt 3 5. Die Personengruppen und ihre Konflikte a) Personengruppe 1 die Mittdreißiger 4 b) Die Mitzwanziger 10 c) Personengruppe 2 Die Stadtguerilla 12 d) Personengruppe 3 Die Staatssicherheit ein zeitgenössischer Großstadtroman Stil und Erzählweise 16 8 Der Titel Das Motto Wir leben, wie wir träumen allein. Joseph Conrad Zusammenfassung Hintergründe Literarische Vorbilder 22 Anhang: Figurenkonstellation 1. Einleitung 2007/8 war das Jahr der Rückbesinnung auf die Studentenbewegung. Austs Baader-Meinhof- Komplex kam in die Kinos, alle Zeitungen brachten umfangreiche Artikel. Peter Schneider veröffentlichte sein Buch Rebellion und Wahn. Der Titel Teil der Lösung ist ein Teilzitat von Holger Meins. Da stellt sich mir die Frage: Reitet Ulrich Peltzer auf einer Welle mit, um in dem Roman sich laut Covertext mit der Beobachtung neuer politischer Bewegungen in einer Atmosphäre der Überwachung, der Realität unserer Zeit, zu beschäftigen? Siegried Löffler kritisierte Anfang 2008 heftig die Vergabe des Deutschen Buchpreises an Julia Franck in Literaturen ½ 08. In ihrem Artikel Im Sog der Stromlinie war einer ihrer Kandidaten dagegen Ulrich Peltzer mit Teil der Lösung. Schon am 25. Oktober 07 behauptet der Kommentator im STERN, dass Peltzer der Buchpreis gebühre: Niemand hätte dieses Jahr die Auszeichnung mehr verdient Und auch die ZEIT findet es am blamabel, dass Peltzers Roman noch nicht einmal auf der Longlist erschienen ist. Immerhin stand er im Oktober an siebenter Stelle der Bestenliste des Abendblattes und ist im August/September 2008 der meistgekaufte Roman bei der Büchergilde. Eine kleine Ehrenrettung für den Buchbetrieb bedeutete es da, dass sich der Roman unter den fünf Finalisten für den Leipziger Buchpreis im März 2008 befand. Mit diesen Hinweisen war meine Neugierde auf den Roman geweckt, den ich heute vorstelle. Eine Warnung vorweg: Durch meine Gliederung werde ich einige Aussagen in verschiedenen Kapiteln wiederholen müssen. Hoffentlich stört Sie das nicht zu sehr. 2. Der Autor Ulrich Peltzer wurde am 9. Dezember 1956 in Krefeld geboren.

2 2 Er zog 1975 nach Berlin, wo er bis 1982 Philosophie und Sozialpsychologie studierte und den Titel eines Diplom-Psychologen erwarb. Er ist seitdem als freier Schriftsteller tätig und hat bisher fünf Bücher veröffentlicht. Von diesen verarbeiten vier Berliner und eines New Yorker Erfahrungen. Charakteristisch für Peltzers Großstadtromane ist die Zurückhaltung bei einer herkömmlichen realistischen Schilderung der Außenwelt. Im Zentrum steht stattdessen die Wiedergabe von Bewusstseinsvorgängen der Protagonisten. Werke [Bearbeiten] Nicht vortragen Vom Verschwinden der Illusionen und den wiedergefundenen Dingen. Rede an die Abiturienten des Jahrgangs. Gollenstein Verlag, Merzig 2008, Teil der Lösung. Roman. Ammann-Verlag, Zürich 2007 Bryant Park. Erzählung. Zürich 2002 Alle oder keiner. Roman. Zürich 1999 Stefan Martinez. Roman. Zürich 1995 Die Sünden der Faulheit. Roman. Zürich Der Aufbau Bevor ich auf den Inhalt eingehe, muss unbedingt etwas zum Aufbau dieses Romans gesagt werden. Es gibt drei Personengruppen, die die Handlung tragen und von unterschiedlicher Bedeutung sind: 1. drei Schulfreunde Jakob Schüssler, Christian Eich, eine der beiden Hauptpersonen, Martin, 2. Untergrundaktivisten, darunter Nele, die zweite Hauptperson, 3. der Staatsschutz. In allen drei Gruppen existieren Konflikte. Die Geschichte dieser Personen bzw. Personengruppen wird in kurze Textabschnitte von einem Satz bis zu 12 Seiten zerhackt, einerseits chronologisch für jede Gruppe, andererseits innerhalb eines Abschnitts mit Rückblenden versehen. Verknüpft werden die Stränge durch Personen, die in zwei Gruppen agieren oder miteinander in Konflikt geraten. Zunächst erschwert diese Methode das Verständnis. Hilfreich ist es deswegen, sich sogleich Personencluster anzulegen, um den Überblick zu behalten. Diese habe ich für Sie vorbereitet. (s. Anhang!) Man fragt sich natürlich, wozu diese Methode dienen soll. An zwei Stellen scheint es eine Zusammenfassung des bisher Erzählten zu geben. Auf den Seiten werden die bis dahin erkennbaren Hauptpersonen am Ende eines Tages in sehr kurzen Abschnitten in ihren abendlichen Aktivitäten vorgestellt und damit ihre Unterschiedlichkeit betont. Auf den Seiten bezieht sich diese abendliche Zusammenfassung nicht nur auf die wichtigen Personen, sondern auch auf Aktionen an den verschiedensten Stellen Berlins. Damit sieht es so aus, als sollte diese Häppchenmethode dazu dienen, die Vielstimmigkeit möglicher Aktivitäten in einer (Groß-)Stadt darzustellen, die parallel zueinander stattfinden. Der Leser soll sich nie in eine Handlung vergraben, sich nicht fesseln lassen, sondern pluralistisch denken und fühlen, Verknüpfungen selbst herstellen.

3 3 Ein paar Seiten später nimmt Christian selbst zum Aufbau Stellung. Er selbst verfasst einen Roman und beschreibt dessen Aufbauprinzip wie folgt: na, ja, es handele sich um Stimmen, Stimmen aus allen Bereichen, oben, unten, die in wechselnden Tonlagen ein Alltagspanorama, Alltäglichkeit in allen ihren Facetten, entwerfen würden, wobei sich die einzelnen Geschichten durchaus überschneiden könnten, also, die überschnitten sich auch, weil sie ab und zu eine Sache, einen Gegenstand, aus verschiedenen Blickwinkeln aufrollten, zwei Stimmen, die von demselben Ereignis berichteten, Verkehrsunfall, Wohnungsräumung, was wisse er, eine Begegnung auf der Straße. (S. 260) Bis zu dieser Erklärung sind 57 % des Romans gelesen und der Leser könnte schon längst die Lust daran verloren haben. Aber dieses Risiko nimmt Pelzer offensichtlich in Kauf. Ulrich Peltzer kennzeichnete in einem Interview mit dem Saarländischen Rundfunk vom seine Schreibweise als einen Versuch, unterschiedliche Lebensentwürfe darzustellen: Es ist eine Lust am Losgelassensein des Erzählens und ich glaube, dass ich mit dem Buch einen Schritt hin zu diesem Losgelassensein des Erzählens gemacht habe. Also wo es nicht mehr darum geht, etwas zu beweisen, sondern einfach Möglichkeiten auszuloten. Ich wollte möglichst viele Stimmen, viele Szenen, Situationen haben und [habe] mich gefragt, wie lassen die sich in einem Roman organisieren. Also wie ist das Verhältnis von Freiheit und Notwendigkeit bei dieser Art des Erzählens. Wie viel Kontingenz ist möglich und wie kann ich das Kontingent in das Buch einfließen lassen, dass es nicht zerfasert. Demnach könnte man die Frage stellen, ob Christian auch das Lebensgefühl des Autors wiedergibt. Das bestätigt Peltzer in einem Gespräch mit Inforadio Aus der Hauptstadt für Berlin und Brandenburg vom : Ich habe immer eine ganze Menge Jobs gemacht, kein Geld gehabt, Schulden gehabt, Schulden gestundet, nicht besonders gut gewohnt. Das ist mir schon sehr nahe, dieses prekäre Leben mit dem Ziel im Kopf, von dem man nicht genau weiß, ob es sich verwirklicht, ob man die Energie hat, das zu verwirklichen, ein Buch zu schreiben, eine große Reportage zu machen. 4. Der Inhalt Die Handlung lässt sich sehr knapp erzählen oder muss sehr umständlich dargestellt werden. Ich entscheide mich für einen knappen Überblick, Einzelheiten werden bei der Darstellung der Personen und ihrer Beziehungskonflikte deutlicher. Der Roman spielt 2003 in Berlin. Die Hauptperson Christian Eich ist ca. 35 Jahre alt und freier Journalist. Er arbeitet in einem Dreierbüro für Design und möchte über die italienische Stadtguerilla der 70er Jahre und über das Leben ihrer ehemaligen Anhänger 2001 schreiben. Dazu braucht er den Kontakt zu Carl Brenner, Romanist an der HU, der dabei gewesen ist. Jakob, Christians Schulfreund und Germanist an der Humboldt-Universität, soll ihm dabei helfen. Jakob bringt ihn mit Carl zusammen und Carl vermittelt tatsächlich den gewünschten Kontakt. Um jemanden zu treffen, wird Christian per Handy in Berlin hin und her geschickt, bis er in einer Industriebrache des Ostens einen Unbekannten trifft, der ihn zu einem bestimmten Termin nach Paris bestellt und dort bereits ein Hotel vorgebucht hat. In Frankreich wird er seinen Interviewpartner auf ähnliche Anweisungen hin finden.

4 4 Nele begleitet Christian nach Paris. Sie ist die zweite Hauptperson und eine schillernde Person. Sie macht bei Jakob als seine beste Studentin ihre Magisterarbeit über Jean Paul und lernt durch ihn Christian kennen. Die beiden verlieben sich ineinander und können ohne einander keine Ruhe mehr finden. Dennoch verheimlicht Nele ihrem neuen Freund die andere Seite ihres Lebens. Sie ist Mitglied einer aktiven Stadtguerillagruppe in Berlin und gehört zu den vier Leuten des harten Kerns. Die Gruppe führt Aktivitäten gegen den Überwachungsstaat durch. Zunächst geht es dabei um die Schaffung eines öffentlichen Bewusstseins für die Überwachung. Mit Clownnummern tritt die Gruppe im Sonycenter und in einer Einkaufsmeile am Kudamm auf, verteilt dabei Flyer mit Schaltanlagen über die im Center installierten Videokameras und ruft damit bereits den geballten Einsatz der privaten Sicherheitsdienste und der Polizei auf den Plan. Es gelingt den Akteuren, in ihren Masken unerkannt zu verschwinden. Die erste Steigerung ist das Zusprayen von Videokameras auf einem Bahnhof und das Verkleben der Fahrkartenautomaten auf dem Bahnsteig wie das Besprayen von Schaufenstern. Auch diese Aktionen sind so gut vorbereitet, dass alle unerkannt entkommen. Die nächste Steigerung ist das Abfackeln von vier neuen Polos auf dem Gelände des Treptower Ordnungsamtes. Diese Aktion bewirkt erheblichen Medienrummel, doch keiner weiß, wer dahinter steht. Solche Aktionen passieren immer wieder. Während der Vorbereitung des Vortrags habe ich drei Artikel in der LZ mit der Nachricht über gleiche Aktionen gefunden, z.b. am Die dritte Steigerung ist die Fahrt nach Zürich zur Demo gegen die Weltbanktagung. Dorthin werden Molotowcoctails und Zwillen mitgenommen. Nele erlebt dabei, wie das Mädchen neben ihr von einem gepanzerten Polizeifahrzeug gegen eine Wand gepresst und zerquetscht wird. Unter diesem Trauma lebend, steigt sie aus der Gruppe aus, deren Abgleiten in die Gewalt zunächst gegen Sachen, dann gegen Menschen sie schon vorher als falsche Methode kritisiert hat. Sie fährt mit Christian nach Paris, um Abstand zu gewinnen, kann ihm aber nichts davon erzählen. In Paris erfährt sie per SMS, dass zwei Gruppenmitglieder verhaftet worden seien. Dieser Fahndungserfolg ist der Staatssicherheitsgruppe unter Eberhard Eisenhut zu verdanken. Er leitet ein Amt, das schon gegen die 68er und die RAF aktiv gewesen ist und dessen Amt im Umbruch von den alten Recherchemethoden mit Kontaktmännern und Eingeschleusten zu den neuen des digitalen Zeitalters, der Arbeit der Computerfachleute, steht. Die damit einhergehenden Konflikte werden noch behandelt. Der Schluss bleibt weitgehend offen. Christian bekommt sein Interview. Nele will mit einem Unbekannten vor der Verfolgung durch die deutsche Polizei nach Marseille fliehen, kehrt jedoch am Gare du Nord um und trifft sich verspätet mit Christian in dem verabredeten Café. Das und ihr Ausstieg aus der Gewaltspirale sind die beiden positiven Nachrichten. Unklar bleibt, ob die beiden ihr Eheversprechen einlösen und welche Konsequenzen die Gruppenzugehörigkeit für Nele haben wird. Angedeutet sind schon weit vorher drei Jahre Gefängnis ohne Bewährung für die Gründung einer terroristischen Vereinigung nach 129a STGB. Unklar bleibt auch, ob das Interview, wenn es denn veröffentlicht wird, für Christian den erhofften finanziellen Erfolg haben wird, um seinen Kleinkredit zurückzuzahlen und mit Nele leben zu können. Diese und alle anderen Lebensläufe und Handlungsstränge ließen sich beliebig fortsetzen, bis dass der Tod sie scheidet. So atmet der Leser erleichtert auf, wenn der Roman nach 456 Seiten zu Ende ist. 5. Die Personengruppen und ihre Konflikte a) Personengruppe 1 die Mittdreißiger

5 5 Im Zentrum des Romans steht die erste Personengruppe, die drei Schulfreunde Christian, Jakob und Martin, die jetzt Mitte Dreißig sind. Sie sind zu jung, um die Bewegung der 68iger und die RAF als politische Aktion bewusst erfahren zu haben. Stattdessen kennen sie sie aus Büchern und Horrornachrichten über die tödlichen Anschläge der RAF. Ihren jugendlichen Protest drücken sie während der Schulzeit in der Vorliebe für bestimmte Bands und mit dem Umgehen von elterlichen Verboten aus. So ist der Besuch von dem Konzert der Gruppe Clash mit Originalbesetzung in der Düsseldorfer Philipshalle Anfang der 80er ihre erste Aktion, um das strenge Gebot der Eltern, zu einer bestimmten Zeit nach Hause zu kommen, zu umgehen. Dass sie später den Zug verpasst und sich bis morgens um vier in der Früh am Hauptbahnhof die Zeit vertrieben hatten, machte das erste Konzert, auf dem sie waren, zu einem denkwürdigen Erlebnis, zwei Fünfzehnjährige im Neonlicht der Kaschemmen und Peepshows, Dosenbier trinkend und selbst gedrehte Zigaretten rauchend in einen Zustand nicht gekannten Glücks. In London, in New York würde es nicht anders sein, in all den großen Städten einer Gesellschaft, die ihre Zukunft schon hinter sich hatte, Straßen ohne Namen, in denen sich der Unrat türmte, und mittendrin sie, die Outsider, die wussten, wo s langging, geborene Rebellen. Oh my carazon. Die Strafe fürs unentschuldigte, nächtliche Ausbleiben folgte auf dem Fuß, der beste Freund wurde zu einem Monat Reihenhausknast verurteilt, Christians Strafe bekundete sich in moralischen Vorwürfen, die er als Erpressung empfand, hör mal, ich bin nicht deine moralische Krücke. Mir egal, dann erlaub s halt nicht mehr. Die geborenen Rebellen haben sich aber an keiner politischen Aktion beteiligt, auch wenn ihr Herz ein Leben lang links schlägt. Stattdessen gehören alte 68er wie Carl Brenner, Professor für Romanistik an der Humboldtuniversität, zum engen Bekanntenkreis und Christian verfolgt aus einem journalistischen Interesse die Entwicklung der Politik. Berlusconi hatte gefordert, dass Angehörige der Roten Brigaden, die in den 70ern besonders aktiv waren und unter Mitterand Zuflucht in Frankreich gefunden hatte, ausgeliefert werden sollten. So tauchten arrivierte Ärzte, Rechtsanwälte etc. wieder in den Untergrund ab. Ausgerüstet mit dem Wissen der gesamten revolutionären Theorie diskutieren die Mittdreißiger gelegentlich über diese Schicksale. Auch sind sie sich bewusst, dass ihre Musikvorlieben eventuelle Phantasmen der Mittelklasse von politischem Widerstand sind. Außerdem sind die Mittdreißiger nicht genug politisch interessiert, gegen Missstände der eigenen Gegenwart auf die Straße zu gehen. Stattdessen verfolgen sie sehr bürgerliche Ziele, z. B. genügend Geld für ein angenehmes Leben zu verdienen oder eine sichere Anstellung zu haben. Jakob Schüssler ist dabei am erfolgreichsten. In Paris lernt er während des Studiums Severine kennen und heiratet sie. Sie haben zwei Kinder, von denen der jüngere Mathieu ihnen durch nächtliches Schreien den Schlaf raubt. Er ist Dozent für Germanistik an der Humboldtuniversität und veröffentlicht Monographien über Foucault und Jean Paul. Er bewirbt sich gerade in Regensburg um eine Professur. Sein Vorstellungsvortrag über Kleist kommt nicht voran, weil er sich unausgeschlafen nicht konzentrieren kann. Auf seiner Geburtstagsparty treffen sich Menschen aus drei Generationen: viele gleichaltrige alte Freunde, die ältere Generation, zu der Carl Brenner gehört, sowie die jüngere Generation, z.b. Nele, die beste Studentin Jakobs. Damit ist die Darstellung der Party ein Mittel, um verschiedene Handlungsstränge zu verknüpfen und mit den protokolliert wirkenden Gesprächen den geistigen Hintergrund der Handelnden zu verdeutlichen. Dies erkennt der Leser allerdings nicht gleich, sondern erst im Verlaufe des Romans. Eigentlich müsste jeder Leser immer wieder

6 6 zurückblättern, um solche Stellen beim zweiten Mal mit mehr Wissen über die Handlung in allen Facetten verstehen zu können. Jakob, der bürgerliche Erfolgsmensch, versagt allerdings gründlich im Falle Martin. Er bekommt den letzten Anruf von Martin und weiß genau aufgrund gleicher Erlebnisse vor zwei Jahren, dass Martin Hilfe braucht. Stattdessen zieht er den Stecker des Telefons, um beim Zusammensein mit seiner Frau nicht gestört zu werden. Martin Pretzel ist das genaue Gegenteil, der sich als Versager fühlt, in Depressionen fällt, Verfolgungswahn entwickelt und sich deswegen erhängt. Nach Christians Meinung ist er ein genialer Schauspieler, dem es gelingt, dass er alles verwandeln konnte zu etwas Magischem, zu einer jähen Erkenntnis, dass einem die Augen aufgingen. In den Blutbädern des Titus Andronicus, als Prinz Friedrich von Homburg, General der Reiterei, ein anderer Mensch, ein zweites Ich, das einem in der Gestalt von Martin da begegnete, Verkörperungen. Er war es, und er war es nicht. (S. 382) Dieses zweite Ich verselbständigt sich bei Martin in eine handfeste Schizophrenie und Paranoia, die mit heftigen Alkoholexzessen gekoppelt ist. Schon zwei Jahre zuvor hatte Christian dafür gesorgt, dass er in den Entzug geschickt und anschließend psychologisch begleitet in einer geschlossenen Anstalt entwöhnt wurde. Christian und Jakob hatten die Wohnung aufgeräumt und die Mengen leerer Flaschen entsorgt, dabei das Ausmaß der Alkoholabhängigkeit wahrnehmen können. Christian hatte für Martin zudem den Schriftverkehr für die Behandlung erledigt. Durch unkontrollierte Telefonanrufe und mysteriösen Mails traktiert Martin die beiden Freunde erneut. Jakob hat nicht den Nerv, sich zu kümmern, und Christian, der immerhin durch Anrufe Kontakt aufnehmen will, ist damit beschäftigt, Nele für sich zu gewinnen und den Kontakt zu den ehemaligen Mitgliedern der Roten Brigaden zu knüpfen. Martins Zustand wird sehr eindringlich beschrieben. Er lässt sich mehrere Abende im Theater einschließen und sucht nach den Mikrophonen und der Telefonanlage, die die Stimmen erzeugen und ihn wahnsinnig machen. Er konstruiert eine Verschwörungstheorie aller Mitarbeiter am Theater gegen sich und will durch einen Brief an die Welt die Wahrheit verkünden. Seine Wohnung betritt er nicht mehr, so dass Christians Anrufe ihn gar nicht erreichen. Zur Arbeit erscheint er nicht. Die Vermisstenmeldung wird bei der Polizei nicht ernst genommen. Er erhängt sich schließlich auf dem Schnürboden des Theaters, wo ihn die Bühnenarbeiter finden. Christian fährt immerhin auf dem Weg nach Paris zur Beerdigung ins Rheinland. Sein Verhalten am Grab, das aus der Perspektive der beobachtenden Nele beschrieben wird, zeigt, worunter Martin gelitten hat an der Einsamkeit. Alle Signale an die Freunde, z.b. unverständliche Mails und chaotische Anrufe, haben nicht dazu geführt, dass einer hinfährt und das Ausmaß seiner Gefährdung erkennt. Martin ist offensichtlich der Extremfall, mit dem der Autor sein Motto illustriert: Wir leben wie wir träumen - allein. (Josef Conrad) Beobachtung und Verfolgung werden hier zur Paranoia, während sie im Sonycenter realer Alltag sind. Dadurch wird Martin auch zum Spiegelbild einer Gesellschaft, die durch flächendeckende Überwachung ihre Angst vor Terrorismus besiegen will. Ermordet sie sich damit selbst, ihre Kreativität und Freiheit? das fragt sich der Leser. Christian Eich ist der dritte Freund und die eigentliche Hauptfigur des Romans. Deswegen werde ich genauer auf ihn eingehen und nach einer kurzen allgemeinen Darstellung seines Charakters die drei Themen Frauen, Beruf und Geld sowie das Verhältnis zu Nele behandeln. Er ist im Rheinland aufgewachsen,

7 7 ein Kriegskind, das in den Trümmern eines Verbrechens aufwuchs, für das sich niemand verantwortlich fühlte,.nichts als Verlogenheit, die man dem eigenen Nachwuchs ersparen wollte. (S. 251) Seine Bildungseinflüsse waren Rock n Roll, Sartre, Camus, Günter Anders und Theodor W. Adorno. Er entwickelt eine Abneigung gegen die Ansprüche der Universität, verschaffte sich Raubdrucke, um die Theorien zum unterdrückten Unbewussten und zur Lage der unterdrückten Massen kennen zu lernen. Aus dem Wunsch, ein Leben ohne Herrschaft und Zwang zu führen, nimmt er Drogen, sympathisiert mit der Studentenbewegung, wendet sich aber von der radikalisierten Form ab und findet schließlich Dante, Leopardi, Manzoni und Vergas, Stendal und Baudelaire lesenswert. (S. 251 f.) Christian erinnert sich auch Monate und Jahre, die aus Nichtstun bestanden.. Wodkaräusche und Speed in Behausungen unterhalb jeden Standards. Erst zehn Jahre her, und es kommt einem vor, als seien es hundert gewesen. (S. 39) Charakter Seinen Charakter beschreibt am kürzesten und besten Jakob, sein ältester und immer noch bester Freund, in einem inneren Monolog während eines Gesprächs mit Christian im Universitätsbüro. Stimmt, dachte Jakob, du brauchst eine Wohnung, und zwar dringend. Eine nette Freundin statt diese ewigen Geschichten, dazu für eine gewisse Zeit mal einen regulären Job, der dir ein festes Einkommen beschert. Längere Fristen. Die dir bekanntlich ein Gräuel sind. Heute zu wissen, was morgen anliegt, ein Programm, ein Ziel, eine Perspektive. Ehrgeiz in normalen Bahnen. Selbst wenn Leute wie du irgendwo händeringend gebraucht würden, brächtest du es wahrscheinlich nicht übers Herz, dich dort zu installieren, das wäre zuviel verlangt. Oder täusche ich mich, haben sie dich weich gekocht inzwischen? Wovon träumst du? Was soll in zehn Jahren sein, in fünfzehn, in zwanzig? Schreibst du dann Romane? Wenn du schon deinen ersten nicht fertig kriegst, weil du das, was du hast, jedes halbe Jahr in den Papierkorb wirfst. Kann man dauernd von vorne beginnen? Sich nicht zu installieren ist am besten an der Wohnungseinrichtung abzulesen, mit der sich Christian umgibt ein Futon, ein Brett als Schreibtisch mit seinem Computer in einer Wohnung, die renovierungsbedürftig und sonst bis auf ein paar Küchenrequisiten leer ist. Christian kann nicht lange bei einer Sache bleiben. Seinen Büroplatz besucht er immer nur für kurze Zeit, er wechselt die Cafés und Kneipen, ist in der Stadt unterwegs. Nachts hockt er allerdings stundenlang am Computer, um ohne die Stadtgeräusche vor seinen Fenstern zu recherchieren oder an seinem Roman zu schreiben. Diese einsame Beschäftigung hilft ihm über seine Schlaflosigkeit hinweg. Das Unstete wird durch sein Kettenrauchen unterstrichen. Er mag sich auch nicht seinen Problemen stellen. Briefe, in denen er Rechnungen vermutet, öffnet er lieber nicht, sondern lässt sie in seiner Schreibtischschublade im Büro verschwinden. Verlässlich ist er als Freund. Er hat Martin bei seinem Zusammenbruch versorgt, für ihn die Behördengänge unternommen und den Schriftverkehr erledigt. Er versucht ihn in dessen aktuellen Krankheitsschub zu erreichen, fährt aber auch nicht dorthin, wo Martin wohnt, weil er an Nele dranbleiben will. D.h. auch er verhindert Martins Selbstmord nicht. Allerdings fährt er zu Martins Beerdigung in seinen Heimatort. Frauen Sich nicht zu installieren wird besonders an Christians Frauengeschichten illustriert. Einige seiner Verflossenen werden dem Leser vorgestellt. Da ist Vera Sellmann, ebenfalls an dem gemeinsamen Büro beteiligt. Sie ist wütend darüber, dass sie Christian nicht an sich binden kann. Erst nach einem klärenden Gespräch können die beiden wieder normal miteinander

8 8 umgehen. Immerhin besorgt ihm Vera eine Adresse, bei der sich Christian nach einer neuen Unterkunft umsehen kann. Außerdem wird die Galeristin Constanze vorgestellt, die als attraktiv, geradezu sexy beschrieben wird. Sie will die kurze Affäre offensichtlich schnell vergessen, denn sie lässt Christian bei dessen Besuch in der Galerie gründlich abblitzen. Der Grund ihres Unmuts liegt darin, dass Christian nach der gemeinsamen Nacht mit ihr das Honorar für einen Artikel aushandeln will und sie die Vermischung von Geschäft und Sex offensichtlich als beleidigend empfindet. (75 ff.) Carolin, die Besitzerin von Christians derzeit genutzter Wohnung, war seine mehrjährige Lebensgefährtin, die sich mit seiner Unentschiedenheit allerdings nicht länger abgeben will und ihn endgültig vor die Tür setzt. (133 ff.) Auf Jakobs Geburtstagsparty trifft Christian Nadja Montanus, eine flüchtige Affäre, wieder. Immerhin ist Nadja die Frau gewesen, mit der er sich unverkrampft unterhalten konnte. Dem trauert er nach. (167 f.) Das Gemeinsame aller Frauen ist ihre Attraktivität. Auch ähneln sie sich in dem Wunsch, Christian an sich zu binden. Was Christian selbst von all diesen Frauengeschichten hält, gibt er in einer verallgemeinerten Form wieder. Er sieht das Leben aller als galaktische Umlaufbahnen an und jede Begegnung, jeden Ort als zufälligen Schnittpunkt ohne Dauer. Somit ist es für ihn nicht verwunderlich, dass seine Beziehungen nicht halten. (168) Solche nahezu philosophischen Reflexionen nutzt Peltzer gern zur Darstellung seiner Personen. Hier lässt sich die später noch behandelte Philosophie von Deleuze fassen. Ganz anders läuft die Beziehung zu Nele. Auch sie trifft er auf Jakobs Geburtstagsparty. Er führt mit ihr ein ernsthaftes Gespräch über Erfolg, Glück und Revolution und wundert sich selbst über das Unverkrampfte dieser Begegnung. Die Themen dieses ersten Gesprächs sind der Dreiklang, unter dem sich die Beziehung zwischen Nele und Christian entwickelt. Genaueres dazu später. In diesem Zusammensein wird aus dem unentschlossenen Christian ein ziel gerichteter Mensch. So steckt in Peltzers Roman auch ein kleiner Entwicklungsroman. Beruf und Geld Christian hat mit Ach und Krach seinen Schulabschluss und sein Universitätsexamen geschafft, denn Jakob hat ihm immer geholfen, auch mit Geld, und weitgehend seine Magisterarbeit geschrieben. Das ungebundene Leben eines freien journalistischen Mitarbeiters bei Zeitungen und Zeitschriften entspricht Christians Lebensmotto: Sich zu entziehen, war Programm und Verpflichtung, nichts und niemandem Macht über sich zu gestatten. Um nicht Sklave der eigenen Angst zu werden wie der Rest der Menschheit. (S. 198) Immer wieder verfasst er Rezensionen von Filmen (S. 42), Zeitungsberichte zu Vernissagen und Kongressen, so dass er allabendlich einsatzbereit sein muss, um die Veranstaltungen zu besuchen. Oft haben die Auftraggeber keine gute Zahlungsmoral, er muss sie in Mails mahnen ihm sein Honorar zu überweisen: liebe, lieber leider ist noch kein geld bei mir für den artikel am 12., die besprechung am 14., das gespräch am 26. eingegangen. Kann eure buchhaltung nicht einen tick pünktlicher sein? Die krise ist schlimm. Dein c. (S. 41) Sein Arbeitsplatz dafür ist in einem Büro, das er gemeinsam mit Vera Sellmann und David Tremmel angemietet hat. Zufällig trifft Christian auf der Straße seinen alten Freund Christian Schilling, der ihm eine gut honorierte Mitarbeit an einem Restaurantführer anbietet 30 pro Lokal. Jens hat gerade seine Promotion in Chicago abgeschlossen. (S. 41 f.) Gemeinsam haben sie Spaß am Schönreden der Lokale. Nach dem Erscheinen zahlt Jens ihm das Honorar in bar aus. So kann

9 9 Christian endlich bei David die Büromiete bezahlen, die dieser schon lange bei jedem Treffen im Büro angemahnt hat. Dennoch möchte Christian endlich mit einem besonderen Clou das große Geld verdienen. Deswegen plant er ein Interview mit einem ehemaligen italienischen Rotgardisten der 70er Jahre. Sein Ziel dabei ist: Eine dünne Zeitungsnachricht zurückverwandeln in ein Gesicht, eine Biographie, Politik. (S. 119) Das Thema ist in der Tagespolitik schon deswegen aktuell, weil die Mitglieder unter Mitterand nach Frankreich geflüchtet und dort untergetaucht sind. Sie schlüpfen als Ärzte und Rechtsanwälte in eine bürgerliche Lebensform Berlusconi fordert allerdings die Auslieferung unter Chirac und die Ehemaligen müssen erneut untertauchen. Deswegen möchte Christian ergründen: Warum jetzt, und warum mit dieser Härte? (S.33) Er ist überzeugt, dass in vielen Fällen viel zu hohe Strafen verhängt und vielfach politische Urteile gefällt worden sind. (S.31) Auch Jakob sieht die Chance vertan. Exempel am Sündenbock, statt einer Versöhnung. (S.34) Christian ist in Gedanken ständig bei seinem Projekt, weil er an die Recherchen nach illegalen Websites im Internet und deren Inhalt denkt (S. 119). Um einen Kontakt zu diesen Menschen herzustellen, braucht er die Hilfe von Carl Brenner, der in den 70er Jahren Student und Doktorand in Perugia und Florenz gewesen ist. Durch die Wohngemeinschaft in Florenz ist er in die Untergrundaktivitäten verstrickt gewesen, hat Waffen und Menschen versteckt. (S. 250, 401 ff.) Sein langer Haarzopf und eine Tätowierung zeugen noch immer von seinen Sympathien, obwohl er inzwischen Professor für Romanistik an der HU in Berlin ist und sich mit seinen Danteforschungen einen internationalen Ruf erworben hat. Auch strebt Carl ein gutbürgerliches Leben an, denn er will seine Sekretärin Gerlinde heiraten und ein Wochenendhaus im Oderbruch kaufen. Von einem Kongress in Bordeaux kommt er zu Jakobs Geburtstagsparty (191 ff). Christian glaubt, dass er nicht nur auf dem Kongress war, sondern sich auch mit ehemaligen, von der Auslieferung bedrohten Genossen getroffen hat. Verabredungsgemäß besucht Christian Carl im Institut und ist über den Widerspruch zwischen Carls Äußerem und seinem Zimmer verblüfft, das seinem Amt entspricht. Er vergleicht das sich ihm Dargebotene mit einer Collage von Max Ernst. Dem ausgeleierten Sweatshirt, dem grauen Zopf und den grauen Bartstoppeln widerspricht ein großes Zimmer mit Managerschreibtisch und ergometrischem Ledersessel als Schreibtischstuhl, Ruheliege und den Borden voller Forschungsmaterial. Carl verspricht seine Hilfe, lässt sich von Christian dessen Handynummer aufschreiben und verspricht, dass dieser angerufen werde. (S. 246 f., 251) Ebenso empfindet Christian einen Widerspruch zwischen ihrer beider Lebensläufe bei ca. 20 Lebensjahren Unterschied: Carl ein Aktivist in Italien, Christian - ein Sympathisant in Deutschland ohne politische Taten. Beide distanzieren sich von der Radikalisierung, sehen sie als Fehler an. Beide sind sich darin einig, dass es aber darauf ankomme, für die Protestbewegungen und ihre Ziele die richtige Darstellung zu finden. Christian will eine neue Sprache des Eingriffs und der Bedürfnisse finden damit hängt auch sein Interviewwunsch zusammen-, Carl will ein Gegengewicht gegen die offizielle und offiziöse Darstellung des Protests ermöglichen und hilft deswegen Christian, den Kontakt herzustellen. Was ein Irrtum ist, begreift man oft zu spät. Aber sich den Lügen der Sieger zu beugen wäre Verrat an der Geschichte. Nicht nur der eigenen. Die Toten sind nicht tot, das ist ein anderer Irrtum. Weder die noch die. Definitionsmacht und Wahrheit sind nie ein und dasselbe. Das Schweigen, das ist der Tod. (S. 408) Das könnte auch Christians Arbeitsmotto bei der Recherche sein. Sein Ziel ist, schreibend die Kluft zwischen zwei Zeitebenen zu schließen. Dafür nimmt er in Kauf, dass er per Handy kreuz und quer durch Berlin geschickt wird, bis er in der Industriebrache auf der Stralauer

10 10 Insel einen Unbekannten trifft, der ihm genaue Anweisungen gibt. Christian müsse nach Paris fahren, an einem bestimmten Tag in einem vorbestellten Hotel sein. Per Handy oder , abgefragt in wechselnden Internetcafés, bekomme er weitere Anweisungen und schließlich ein Interview. Wegen seiner nur schreibenden Bearbeitung der Revolution kommt es zum Streit mit Nele. Während Christian der Meinung ist, dass nur Dummköpfe sich die Hände schmutzig machen würden und Heldenepen eben rar geworden seien, ist sie am aktiven politischen Widerstand gegen den Überwachungsstaat beteiligt, ohne dass Christian davon weiß. Deshalb wirft sie Christian kapitalistisches Verhalten vor, dass er mit seinen Recherchen die Leute aussauge und ihre Geschichten dann verkaufe. Dabei riskiere er selber gar nichts, weil er keine Ahnung von revolutionärer Praxis habe. Sie kann gar nicht auf seine Argumente eingehen, da sie gerade per SMS erfahren hat, dass zwei Mitglieder ihrer Gruppe verhaftet worden sind. Ihre Wut darüber richtet sie sogar tätlich gegen Christian. (434 ff) Auch in diesem Handlungsstrang steht Christian als Schreibender, Künstler in der Mitte zwischen zwei Positionen, den Aktiven der 68er Studentenbewegung (Carl) und den zeitgenössischen Aktiven der Stadtguerilla (Nele). Der Leser bekommt Lebensentwürfe und Seinsdifferenzen (404) vorgestellt und kann wählen, welchem er den Vortritt gibt. Ob Christian schließlich den erwünschten Erfolg haben wir, bleibt offen. Zwar bekommt er in einem fahrenden Transporter sein Interview, doch wird ihm das Aufnahmegerät weggenommen. Ihm wird versprochen, dass ihm eine autorisierte Abschrift und das Gerät zugeschickt werden. Ob das passiert, ob das Interview für Christian zur Goldquelle wird, ob sich seine Reise nach Paris gelohnt hat, bleibt unklar. Unklar ist damit auch, ob er den Kredit, den er für die Parisreise aufgenommen hat, je zurückzahlen kann. b) Die Mitzwanziger Nele Fridrich Nele wird von allen Frauen am differenziertesten dargestellt, sie ist die zweite Hauptperson. Ihre Mutter ist an multipler Sklerose gestorben, ihr Vater hat deshalb die Familie verlassen und sich einer jüngeren Frau angeschlossen. Deswegen verdient sich Nele ihr Studium, indem sie zweimal in der Woche im Archiv von Zechbauer arbeitet. Sie kommt aus Waren an der Müritz, wo ihre Schwester mit Mann und den beiden Söhnen Moritz und Philip immer noch wohnt, Neles Refugium bei großer Belastung. In der Schulzeit hat sie sogar bei Segelmeisterschaften den ersten Platz erreicht. Sie wird als vorbildlich in Arbeitsdisziplin und Zeitplanung vorgestellt. Ihr Cello bringt sie in Sphären der Schwerelosigkeit, doch rettet sie sich daraus mit ihrem Verstand. Sie steckt voller Ängste, vor allem in geschlossenen Räumen. Daraus rettet sie sich durch Fahrradfahren, Schwimmen und politisches Engagement. Sie ist Filmfan, besonderes von italienischen Filmen, möglichst in Originalsprache, denn sie hat ein Jahr in Rom studiert und beherrscht deswegen die Sprache. Genauer wird ihr Besuch in dem Film Lamerica von Azurro Scipione beschrieben, in dem das Schicksal der Flüchtlinge aus Albanien erzählt wird. Darin schätzt sie die Kameraführung des Regisseurs, Großaufnahmen von einzelnen Flüchtlingen, die sie aus der Menge heraushoben, sie aus einer Schlagzeile wieder in Menschen verwandelte. (S.155) Damit liebt sie genau die Methode, die Christian bei einem Bericht über die Roten Brigaden anwenden will. Es entsteht für den Leser bereits eine Gemeinsamkeit zwischen den beiden, bevor sie das erste mal miteinander reden. Auch sehnt sich Nele nach jemandem, Mit dem man einschläft, in dessen Armen man morgens erwacht, um sich sofort wieder zu lieben. Aber nicht, weil man fälschlicherweise glaubt, dass es zu zweit einfacher ist, dieses groteske Märchen. (S. 156)

11 11 Damit ist die Begegnung mit Christian auf Jakobs Party hinreichend vorbereitet. Beziehung zu Christian Die ersten beiden Begegnungen zwischen Nele und Christian verlaufen schmerzhaft. Beim ersten Mal treffen sie in der Tür eines Clubs zusammen, indem Nele versehentlich ihren Ellbogen in Christians Rücken stößt. Aggressiv reagiert Nele so, als habe Christian sie verletzt. Er kontert mit einer ironischen Bemerkung und einer Einladung zu einem Drink. Doch sie geht blicklos zu ihrem Fahrrad. (S. 43 f.) Auffällig ist, dass Christian sofort sehr viele Einzelheiten ihres Äußeren registriert: blonde Haare, zu einem Pferdeschwanz gebunden, randlose Brille, volles rundes Gesicht und weiche Lippen, Farben und Art von Hose, T-Shirt, Schuhen, Tasche. Beim Besuch Jakobs in dessen Universitätsbüro knallt Christian Nele den Türgriff in die Seite. Sie war gerade im Begriff, das Büro nach einer Besprechung ihrer Magisterarbeit zu verlassen. Der Stoß wird von den Büchern in Neles Tasche abgefangen, vor allem von Deleuzes Différence et répétition. Trotz ihrer großen Wut erkennt Christian auch diesmal Einzelheiten ihres Aussehens, vor allem staunt er über das Grün ihrer Augen. Weitere Einzelheiten sind die braunen Strähnen in ihren blonden Haaren, der breite nervöse Mund und die flachen Wangenknochen. Auch die Kleidung nimmt er in allen Details wahr. Christian kann sich nicht vorstellen, Neles Freund wegen ihrer Unwirschheit und Angriffslust zu sein. Erst bei der dritten Begegnung auf Jakobs Geburtstagsparty kommt es zu einem Gespräch der beiden. Beim Betrachten der Fotos von Jakobs Familie gelingt es Christian, Neles Ablehnung in ein schönes Lächeln zu verwandeln. Die genaue Beschreibung von Neles Gesicht zeigt die Stufen der Veränderung. Ihre Stimmung wird von da an mit der Darstellung der Augenlider verknüpft, die entweder flackern oder zur Ruhe kommen. Sehr ausführlich wird das Gespräch der beiden im Flur der Wohnung über Familie, Erfolg und Glück wiedergegeben, kombiniert mit den emotionalen Reaktionen. Bei Nele spricht das Gesicht Bände, bei Christian werden in erlebter Rede seine Körperreaktionen und Gedanken wiedergegeben, z.b. Er schien einen Nerv getroffen zu haben (S.179) Er spürte einen Druck in der Kehle, Schluckbeschwerden, völlig absurd. Als stünde man vor einem Ausschuss, der etwas Bestimmtes hören will. (S. 182) Sie finden nach dem ernsten Gespräch plötzlich eine gemeinsame Ebene in einem Nonsensgespräch, das Nele mit einem strahlenden Lachen quittiert. Dass es bei Christian mehr als heftig gefunkt hat, erkennt man an seiner Sprachlosigkeit. Wie Nele ihn jetzt ansah sämtliche Worte, mit denen Christian später ihren Blick zu beschrieben versucht, empfand er als unzulänglich, zu schwach, verkürzend, als ihm nichts mehr einfiel, blätterte er im Duden, stieß auf sehnsuchtsvoll, brennend, bittend, fordernd, alles Adjektive, die sowieso schon auf seiner Liste standen, überwältigend, bezwingend, seinen Atem raubend, wie in diesem einen kitschigen Lied, wo es heißt, dass sie über ihn kam wie der vierzehnte Juli über Paris, diese eine Frau die er verloren hat, kein Lächeln, rein gar nichts, was Schutz geboten hätte, nimm dich in acht, geh sofort zu ihr, lass es bleiben. (S. 194) In diesem Textstück wird wieder ein besonderes Gestaltungsprinzip Peltzers deutlich. Die Grenzen zwischen Beschreibung, erlebter Rede, Musikzitaten/-anspielungen, innerem Monolog sind fließend. So weiß man hier nicht, ob die letzten drei Sätze, wie zu handeln ist, noch Liedzitat oder Christians Gedanken sind, die seine Unschlüssigkeit ausdrücken. Als Nele unbemerkt gegangen ist, will auch Christian nicht länger bleiben. Er macht sich sogar Vorwürfe, dass er eventuell der Grund für ihr Verschwinden ist.

12 12 Die nächste Begegnung ermöglicht der Zufall, doch dann beginnt eine lange Serie von Verabredungen. Zunächst bittet Christian Nele, einige italienische Zeitungsartikel über die Roten Brigaden für ihn zu übersetzen. Damit weiht er sie auch in seine aktuelle Arbeit ein. Sie ist von seinem Plan fasziniert und begleitet ihn schließlich auch nach Paris. Dass die beiden auch ein Liebespaar werden, die sich nacheinander sehnen und beieinander Schutz suchen, ist schließlich Neles Verdienst, die Christians Hemmung überwindet. Die erste Liebesbegegnung auf der einsamen Parkbank gestaltet Peltzer zum hocherotischen Liebesakt. Während Christian in allen seine Plänen offen zu Nele ist, ihr auch von seinem Roman erzählt und ihr sogar die fertigen Seiten zum Lesen geben will, verheimlicht sie ihre Aktivitäten im aktiven politischen Untergrund. Er weiß nicht, dass sie bei der Demonstration in Zürich war, sie sagt ihm nicht, was in der SMS, die sie in Paris erhält, steht, sie will nach Marseilles fliehen. Dass sie umkehrt und zum verabredeten Treffpunkt geht, ist schließlich der Hoffnungsschimmer für den Leser, dass die Liebe ein Teil der Lösung sein kann. Auch Ulrich Rüdenauer interpretiert in Literaturen 11/07 den Schluss auf gleiche Weise. Christian selbst kann schlecht mit Neles Selbstständigkeit umgehen. Er liest heimlich die SMS. Peltzer selbst sieht darin eine Spiegelung der Überwachung des öffentlichen Raumes (Sonycenter) in der Privatsphäre. Im Nordwestradio, Literaturzeit vom , äußert er sich wie folgt: Eine Liebesgeschichte hat sehr viel mit Überwachung und der Angst, dass sich das Objekt der Liebe der Überwachung entzieht, zu tun. c) Personengruppe 2 Die Stadtguerilla Nele als Schnittstelle aller Personengruppen Nele verknüpft alle Personengruppen, die in diesem Roman agieren. 1. Als beste Studentin macht sie bei Jakob ihre Magisterarbeit über Jean Paul. Dabei ist sie ehrgeizig, kann genau ihre Zeit einteilen und dadurch ein umfangreiches Arbeitspensum bewältigen. Sie beschäftigt sich mit den philosophischen Theorien, die schon für die 68er Bewegung prägend waren, Deleuze und Foucault. Die intensivste Verknüpfung mit den Mitdreißigern entsteht durch ihre Liebe zu Christian. 2. Sie ist eine der vier politisch Aktiven, die mit ihren Aktionen auf die Gefahren des Überwachungsstaates aufmerksam machen wollen. Sie spielt bei den beiden geschilderten Clownsaktionen im Sonycenter und in der Mall am Kudamm sowie beim Zusprayen der Bahnhofskameras mit, steigt aber aus, als sie die wachsende Gewalt hautnah miterlebt. Bei der Demonstration in Zürich wird neben ihr ein Mädchen durch ein Polizeifahrzeug zerquetscht. Das Anstecken der Fahrzeuge in Treptow, eventuelle Aktionen, bei denen Personen zu Schaden kommen könnten, kann sie nicht billigen. 3. Die Staatssicherheit beschäftigt sich mit ihr und den Aktivitäten ihrer Gruppe. Da ihre Adresse im Netz durch einen Computerfachmann der Polizei erfasst wird, gerät sie in die Gefahr, von der Polizei verhaftet zu werden. Es kann also passieren, dass sie Christian und Jakob, Carl Brenner und ihre Schwester in diesen Strudel der Recherchen mit hineinzieht. Die Mitglieder der Stadtguerilla werden in den meisten Textstellen anonym gelassen. Nur bei dem Treffen, bei dem Zürich vorbereitet wird, stehen plötzlich die Namen: Holger, Jan, Paul, Jenny, Nele (S. 276f) Zum innersten Kern gehören vier Personen, zwei Männer und zwei Frauen. Der führende Kopf ist Holger, der dem Materialismus anhängt und Aktionen um jeden Preis, auch mit den Mitteln der Gewalt, befürwortet. Er lagert in seinem Keller die Materialien, um Sprengsätze bauen zu können. In einem abschließenden Gespräch (S ) wirft er Nele vor zu moralisieren. Sie glaubt nicht daran, in Berlin Resonanz mit den

13 13 bisherigen Aktionen erreicht zu haben, sondern sieht die Gruppe allein und isoliert ohne soziale Wirkung dastehen. Zeichen werden zu leeren Zeichen, wenn sie keine Konsequenzen haben, wenn aus ihnen nichts folgt als: hat ja mal wieder gut geklappt. (S. 390) Sie betrachtet diese Haltung als Selbstbefriedigung, bei der sie nicht mehr mitmachen will. Hinzu kommt der Schock über den Tod des Mädchens direkt neben ihr in Zürich. Sie steigt aus. Dass Nele Gruppenmitglied ist, kann der Leser zunächst nur aus Indizien schließen. Ein fast zu übersehendes Indiz ist der Gurt ihrer Tasche, der in gleicher Weise einschneidet, als sie Christian begegnet und auf dem Weg zur Bahnhofsaktion ist. In Malchow bei der Schwester schreibt sie eine Nachricht in dem Zahlencode der Gruppe, den die Staatssicherheit nicht entschlüsseln kann. (S. 329) Jan ist der dritte, dessen Name häufiger erwähnt wird. Er bereitet Zürich vor. Die zweite Frau bleibt wenig fassbar. Es ist noch der Indio bekannt, ohne konkreten Namen und somit halbanonym, der zu Andreas Klosters und Klaus Witzke gehört und eingeschleust wird. Er gehört zum erweiterten Kreis. Nele wehrt sich gegen seine Aufnahme. Die weitgehende Namenlosigkeit ist eventuell ein Zeichen dafür, sich möglichst keine Identität zu geben. (S. 106) Sie ist vielleicht auch ein Zeichen dafür, dass die Ziele nicht einheitlich sind. (S. 107) Dazu gehört stilistisch auch, dass man nur schwer erkennen kann, wer was sagt, wie in dem Gespräch zwischen Holger und Nele. Die Ziele der Gruppe sind nicht einheitlich. Zunächst führen sie eine witzige Aktion im Sonycenter durch. Als Zirkusdirektor, Clown und Ballerina verkleidet machen sie auf die Überwachungskameras aufmerksam. Sie wollen die Bevölkerung darüber aufklären, dass von privaten Firmen in deren Grundrechte eingegriffen wird. Sie verlangen von den privaten Sicherheitskräften, die sie vertreiben, Duplikate der Filme und die Wahrung des Anstands. Unmotiviert werden sie geduzt und einer bietet deswegen demonstrativ dem Sicherheitsbeamten das Du an. Die zweite Aktion gegen die Kameras auf dem U-Bahnhof richtet sich gegen die staatliche Überwachung, allerdings diesmal ohne Publikum. Erst in der Einkaufsmall am Kudamm treten sie wieder mit witzigen Pappmasken vor der Öffentlichkeit auf, werden diesmal allerdings mit Reizgas von der privaten Security angegriffen. Auch in diesen beiden Aktionen geht es um Aufklärung und Wahrung der Persönlichkeitsrechte, bei der Aktion in der Mall auch um die Rechte der Asylbewerber, ihr Leben frei von Repressionen führen zu können und nicht abgeschoben zu werden. Politisch geht es um Medienberichte und Erreichen von Aufmerksamkeit in der Bevölkerung. In Kauf genommen werden dabei Sachbeschädigungen durch Zusprayen von Kameras und Schaufenstern und Zerkratzen von Fenstern. Bei der Aktion am Kuhdamm kommen allerdings schon marxistische Begründungen dazu. Aber hier wäre die symbolische Wirkung am größten, im Herzen des städtischen Umbaus, der Vision eines Systems ohne Reibungsverluste. Dem Nervenzentrum ihres neuen Kapitalismus,. Selbst wenn sie es totschweigen werden, wir waren da, wir kommen wieder, das Gewissen der Menschheit. (S. 146) Die Großdemonstration in Zürich gegen die Weltbanksitzung, an der Menschen aus ganz Europa zusammenkommen und friedlich demonstrieren, markiert den Wendepunkt. Mit Panzerfahrzeugen und großem Polizeieinsatz werden Demonstranten gejagt und in die Enge getrieben, dabei wird ein Mädchen zerquetscht und stirbt. Die Darstellung ist so, dass die Gewalt eindeutig von der Staatsmacht ausgeht, Holger die Zwille nur einsetzt, um aus dem Polizeikessel herauszukommen, eine berechtigte Notwehr. Nele fragt sich in der Ruhe des Müritzsees bei ihrer Schwester, wofür sie bereit sei zu sterben. Sie kommt zu dem Schluss, dass Aktionismus nichts bringe. Die anderen in der Gruppe

14 14 dagegen gehen zur Gewalt gegen Sachen über, setzen in Treptow Autos in Brand und planen nach Aussagen des Indios -einen Großbrand im Wedding in einer Asylküche. Wie sehr Nele unter dem Widerspruch von wachsender Ungerechtigkeit und ungesetzlichem wie ohnmächtigem Aktionismus leidet, zeigt ihre Auseinandersetzung mit Christian in Paris. (S ) Christian will zu dem Interview mit einem ehemaligen Mitgliede der Roten Brigaden und muss allein erscheinen, Nele will mit. Als er das ablehnt, wirft sie ihm vor, ein schlimmer Kapitalist zu sein, der das Blut = ihre Geschichten aus den Leuten sauge, d.h. sie ausbeute, um ihre Geschichten zu verkaufen und daran zu verdienen, aber keine Ahnung von Praxis habe. Dass sie darunter das Risiko bei Aktionen, die Gefahr der Gefangennahme und Verurteilung versteht, weiß Christian nicht, aber der Leser, denn eine SMS hat Nele gerade über die Verhaftungen in Berlin informiert. Nele will flüchten, kehrt aber dennoch zu Christian zurück. Da von den vielen Stimmen zum Schluss die von Nele und Christian übrig bleiben, könnte man als Leser folgende Fragen stellen: Heißt das, dass die Liebe Teil der Lösung aus diesem Widerspruch ist? Heißt das, dass die Darstellung der unterschiedlichen Verhaltensweisen innerhalb der Stadtguerilla eine Entscheidung vom Leser fordert, nämlich zu überlegen, was er selbst zu tun bereit ist, um Ungerechtigkeiten und Unmenschlichkeiten entgegenzutreten, wie er mit Medienmacht, Staatsmacht und Wirtschaftsmacht umgehen will? d) Personengruppe 3 Die Staatssicherheit Auch zu diesem Kreis gehören sechs Personen, die allerdings hierarchisch voneinander abhängig sind. Abteilungsleiter ist Eberhard Seidenhut, 63 Jahre alt. Er ist gut situiert. In seinem Garten mit Villa hat er sich gerade einen neuen Swimmingpool mit Gegenstromanlage einbauen lassen, in dem er die Last seines Amtes und seiner Gedanken wegschwimmen lassen kann. Seine Frau liest, seine jüngste Tochter ist Ökofreak mit eigenem Gartenstück, wo sie ökologisch Gemüse anbaut. Sie ist friedensbewegt, nimmt an Mahnwachen und Schweigemärschen mit ihrem Freund teil, verurteilt den amerikanischen Präsidenten und schmückt ihr Fenster mit Friedenssymbolen, hat aber keinen blassen Schimmer von der Arbeit ihres Vaters, dass er jederzeit die Macht hat, sie zu verhaften. (S ) Der Riss durch die Gesellschaft, die in der Auseinandersetzung zwischen neuer Stadtguerilla und Staatssicherheit zum Ausdruck kommt und dort sogar gewaltsam ausgetragen wird, geht also sogar durch die Familie des Leiters der Staatssicherheit. Es schwelt aber auch ein Konflikt innerhalb seiner Abteilung, für den Seidenhut mitverantwortlich ist, nämlich der zwischen den Vertretern der alten und der neuen Methoden. Die alten Methoden bevorzugt der alte Mitstreiter Klaus Witzke. Mit ihm arbeitet Seidenhut schon seit 35 Jahren zusammen, hat mit ihm die Aktionen gegen die APO und RAF sowie in Zusammenarbeit mit den Briten gegen die IRA geführt und ein fast privates Verhältnis aufgebaut, sie duzen sich und treffen sich seit 35 Jahren zu geheimen Gesprächen auf einer bestimmten Parkbank (S. 346). Sie wissen mehr übereinander und ihre Gedanken, als sie aussprechen. Die übliche Methode, die die beiden angewendet haben, ist das Einschleusen von Beobachtern in die Gruppen, um an die Pläne für Aktionen und die Personen heranzukommen, eventuell Codes der Kommunikation zu knacken. Witzkes Ehe hat unter der unregelmäßigen Arbeit gelitten, er ist geschieden, trifft sich aber in Harmonie mit Frau und Kindern. Seinen Frust arbeitet er beim Segeln ab. Früher waren Seidenhut und Witzke sich über die Prinzipien des operativen Sektors und dessen gesteigerter Sensibilität (S. 108) einig. Man muss

15 15 Ideen in die Köpfe der Kids pflanzen (S. 108), Die Szene infiltrieren, um sie unbedacht werden zu lassen und an die Oberfläche zu spülen, anfüttern und abfischen. (S. 348) Diese Lenkung muss Seidenhut als Dienstleiter decken. Dazu ist er nicht mehr bereit, auch nicht dazu, die Beurteilung der neuen Stadtguerilla durch Witzke als völlig unbeschriebene Blätter. Jungfrauen, Anfänger (S. 108) zu akzeptieren. Er denkt sogar darüber nach, dieses alte Bündnis aufzukündigen (S. 347) und Witzke vorzeitig in Pension zu schicken, weil er den Referatsleiter neuerdings für größenwahnsinnig hält. Unter der Führung von Witzke agiert Andreas Klosters, der etwa im gleichen Alter wie die politische Untergrundgruppe ist. Die beiden Männer treffen sich an belebten Plätzen wie im Café Kranzler, um Aktionen zu besprechen, die als Zufallsgespräche nach außen erscheinen. Klosters muss über seine Aktivitäten schriftlich Bericht erstatten, was ihm gar nicht behagt. Er wiederum leitet den Indio an und gibt ihm in geschlossenen Umschlägen Geld für seine Spitzeltätigkeit. Durch ihn, der von Holger gegen den Widerstand von Nele in den eingeweihten Kreis der Gruppe geholt wird, erfährt die Staatssicherheit, dass in Holgers Keller Bombenmaterial liegt, Holgers Freundin schwanger ist sie ist vermutlich die zweite Frau des inneren Kreises - und wie der Geheimcode zu entschlüsseln ist, der aus Zahlenfolgen mit Kommastellen besteht. Jedes Wort entspricht einer Zahl mit Komma, wobei die Zahl links vom Komma die Seite, und die rechts die Position dieses Wortes auf dieser Seite ist man zählt von links oben herunter. Zwei Kommas markieren einen einzelnen Buchstaben, Seite aufschlagen, bis zu dem Wort zählen, fünfter Buchstabe. Das Buch, das sie im Augenblick dazu verwenden das Buch heißt Sylvie und Bruno von einem Lewis Caroll. (S. 389) Die Gegenposition im Amt nimmt Oliver Damm ein. Witzke beurteilt ihn verächtlich als Computerhengst, der glaubt, alles sei nur eine Frage des Datenmaterials, trockener Kombinatorik. Oliver Damm, der Superchecker. Von Praxis habe der keine Ahnung. (S. 105) Er ist ein junger Kollege mit Ambitionen auf eine Karriere und sieht die Aktionen der Stadtguerilla als seine Chance an, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und schließlich mit Hilfe des SEK und einer Razzia (S. 210) Festnahmen als Erfolg vorweisen zu können. Er teilt seine Ergebnisse immer nur Seidenhut persönlich mit und achtet peinlich darauf, dass Witzke nicht dabei ist. Selbst Seidenhut sieht er als unfähig an, die neuen Möglichkeiten der Computertechnik zu erfassen, spekuliert eventuell sogar damit, schließlich an Seidenhuts Stelle Amtsleiter zu werden. Sein wichtigster Mitarbeiter ist der Computerspezialist Gerd Bergenhain. Dieser liebt seine Arbeit bei der Staatssicherheit: Ein Traumjob, eine Lebensstellung, Dienstzeiten nach Bedarf und Dringlichkeit. Niemand, der ihm reinredete, niemand, der ihm täglich Vorschriften machte und Druck auf ihn ausübte wie in allen IT-Klitschen, in denen er (viel zu lange) gearbeitet hatte. (S. 335) Er knackt die Adressen des inneren Kreises des politischen Untergrunds, weil sich die Teilnehmer auf einem Internetforum über Gegenaktionen gegen die Tagung der Weltbank in Zürich verständigt haben, auch wenn sie dabei keine persönlichen Verabredungen getroffen haben. Allerdings kann er den Zahlencode nicht entschlüsseln, sodass die Grenzen seiner Technik deutlich werden. Welche Folgen seine Arbeit hat, ist für ihn völlig egal. Er geht nach Hause zum Schlafen, während Seidenhut und Damm mit der SEK Holger und seine schwangere Freundin gefangen nehmen und dabei die Wohnung völlig verwüsten ein unverhältnismäßiger Einsatz von Mitteln, da überhaupt keine Widerstand geleistet wird. (419 21)

16 16 Mit dieser feindlichen Konkurrenz unter den Mitarbeitern geht der Riss auch durch das Amt, das die Sicherheit des Staates garantieren soll. Deren Methoden werden immer wieder als ungesetzlich und übertrieben dargestellt, so dass die Aktionen als self fulfilling prophecy erscheinen. Man schafft sich seine Terroristen, die man als Existenzberechtigung braucht. Seidenhut steht sogar als jemand da, der die Fähigkeit verloren hat, die Vor- und Nachteile der Methoden und der Mittel abzuwägen. Dies scheint die Quintessenz der Gesellschaftskritik in diesem Roman zu sein ein zeitgenössischer Großstadtroman Wieso entsteht durch diese Personengruppen ein zeitgenössischer Grp0stadtroman? Ich habe versucht, anhand der Handlungsorte mit einer punktierten Karte ein Bild zu entwickeln, welche Rolle Berlin spielt. Christian lebt in Prenzlau, einem immer noch kostengünstigen Stadtteil. Das passt zu seiner finanziellen Lage, zu seinem Prekariat. Die Stadtguerilla agiert in den Konsumtempeln der alten Stadtzentren wie auch in Randlagen. Damit wird die vielseitige Verunsicherung erkennbar, die sie beabsichtigt. Wo die Staatssicherheit ihr Schaltzentrum hat, wird nicht gesagt. Die geheimen Treffen außerhalb der Zentrale, Wohnort und Freizeitraum sind überwiegend in Westberlin angesiedelt und spiegeln die Wurzeln in der Zeit der Teilung wider. Neles und Christians Begegnungen spielen sich vor allem im neuen Zentrum ab, allerdings an den Orten, die eher von Insidern geschätzt werden. Es ist also ein anderes Berlin vorhanden als das der schönen Abbildungen auf werbenden Glanzseiten. Er im Rheinland geboren, sie an der Müritz, vertreten sie die Generation der gelebten neuen Einheit Deutschlands. Die HU statt der FU ist der Arbeitgeber der Intelligenz. Auch damit ist die Verschiebung des Schwerpunktes in der neuen Hauptstadt belegt. Somit spielt Berlin nicht nur als Großraum verschiedenster Lebensläufe eine Rolle, sondern ist auch der Spiegel der deutschen Geschichte. 7. Stil und Erzählweise Das Prinzip, das Peltzer bei seinem Roman verfolgt, ist schon aus dem Interview bekannt. Ich wollte möglichst viele Stimmen, viele Szenen, Situationen haben Nun ist die Frage, wie er es stilistisch umsetzt. Dazu möchte ich die erste Sitzung bei Seidenhut analysieren, bei der der U-Bahn-Anschlag das Thema ist. (S ) Die gesamte Welt wird über das ständig laufende Fernsehgerät in das Amtszimmer hereingeholt. Orte sind weltweit präsent und Themen bunt gemischt z.b. Amerika, Sudan, deutsche Börse, Werbung, deutscher Bundestag. Eine Auswahl nach Bedeutsamkeit gibt es nicht. Wörtliche Rede wechselt bei dieser Besprechung miteinander ab, ohne dass die Sprecher genannt werden sie sind also genau so beliebig wie die laufenden Nachrichten. Erst nach und nach erhalten die Beteiligten Konturen über Kleidungsstücke, Decknamen und schließlich über die richtigen Namen, z.b. der dritte Mann, grünes Polohemd von Fred Perry, Fred Perry, dessen bürgerlicher Name Witzke war, Klaus, Schließlich hat die Person auch Gefühle, die sich über die Miene verdeutlichen, Missmut und Ärger. (105) Der Referent ist Damm, der unvermittelt eingeführt wird. Dass zwischen Witzke und Damm Dissenz und Konkurrenz besteht, signalisiert die Erzählweise. Auf Damms wörtliche Rede folgt der Kommentar Witzkes im inneren Monolog. Aber auch Zustimmung zu einer Aussage kann auf gleiche Art und Weise vorgetragen werden. (S. 106) Die Aversionen Seidenhuts gegen seinen alten Mitarbeiter Witzke werden ebenfalls im inneren Monolog für den Leser offensichtlich (S. 108) ebenso wie seine Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit bei Pressekonferenzen. Denn den Journalisten sind durchaus die Machenschaften der Staatssicherheit bekannt, wie der innere Monolog Seidenhuts auf S. 109 verdeutlicht:

17 17 Und pokert damit, dass ich euch in jedem Fall decke, auf Pressekonferenzen, in der Kontrollkommission. Inwieweit waren Angehörige Ihrer Behörde an den Aktionen beteiligt? Fragen, die Unterstellungen sind. Auch die unausgesprochene Übereinstimmung zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter ist wiederholt nur durch die inneren Monologe zu erfassen. (S. 210) Die Absicht, die Ulrich Peltzer mit diesem Stil verfolgt, formuliert er in einem Interview mit dem Saarländischen Rundfunk am folgendermaßen: Das ist eine Lust am Losgelassenen des Erzählens und ich glaube, dass ich mit dem Buch einen Schritt hin zu diesem Losgelassensein des Erzählens gemacht habe. Also wo es nicht mehr darum geht, etwas zu beweisen, sondern einfach Möglichkeiten auszuloten. Ich wollte möglichst viele Stimmen, viele Szenen, Situationen haben und mich fragen, wie lassen die sich in einem Roman organisieren. Also wie ist das Verhältnis von Freiheit und Notwendigkeit bei dieser Art des Erzählens. Wie viel Kontingenz ist nötig und wie kann ich das Kontingent in das Buch einfließen lassen, dass es nicht zerfasert. Diese Mixtur der Erzählweisen, die mangelnde Kennzeichnung der Sprechenden ermöglichen zwar den Eindruck der Gleichzeitigkeit vieler Stimmen, erschweren aber immer wieder das Verständnis des Lesers. Auch die kurzen Erzähleinheiten von einem Satz bis zu 12 Seiten tragen dazu bei. Der Leser wird gefordert, genau zu lesen bzw. hinzuschauen und sich in die Situation und die Personen hinein zu versetzen. Ob unter diesen Schwierigkeiten viele den Roman zu Ende lesen, sei dahingestellt. 8 Der Titel Der Titel ist ein Zitat aus dem Abschiedsbrief von Holger Meins ( ). Während seines Studiums an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin wurde am Benno Ohnesorge erschossen, was zur Gründung der APO, der Kommune 1 und schließlich der RAF führte schloss sich Meins unter dem Decknamen Rolf der RAF an und beteiligte sich ab 1972 an deren Bombenanschlägen. Am wurde er mit Baader und Raspe in Frankfurt am Main verhaftet. Er wurde in Bochum, Koblenz und Wittlich gefangen gehalten und trat gegen die Haftbedingungen in Hungerstreik, zuerst im Januar/Februar 1973, dann im Mai/Juni 73 und schließlich ab September 74. Trotz Zwangsernährung starb er am (www.dieterwunderlich.de/holger_meins.htm?) In der siebten Woche des letzten Hungerstreiks besetzte ein Kommando aus 32 Aktivisten vom Anti-Folter-Komitee die Hamburger Zentrale von Amnesty International. Einen Tag danach schrieb Holger Meins einen Brief, sein Vermächtnis: Entweder schwein oder mensch, entweder überleben um jeden preis oder kampf bis zum tod, entweder problem oder lösung, dazwischen gibt es nichts. Gudrun Ensslin hatte Meins ermuntert: Du bestimmst, wann du stirbst, freiheit oder tod. (http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/708/_holger_der_kampf_geht_weit er.html) In literaturkritik.de vom 1. Januar 2008 ist eine Variante des Zitats zu finden: Entweder du bist Teil der Lösung oder du bist Teil des Problems. Dazwischen gibt es nichts. (www.literaturkritik.de/public/druckfassung_rez.php?rez_id=11463) Diese Formulierung geht auf die Black-Panther-Bewegung in Amerika zurück. (Mannheimer Morgen )

18 18 Trotz dieser Anklänge an die RAF-Ideologie leugnet Ulrich Peltzer in einem Interview mit dem Börsenblatt vom , sich mit dem deutschen Herbst auseinandersetzen zu wollen. Der so genannte bewaffnete Kampf in Deutschland interessiert mich nicht derart. Allerdings waren die 70er Jahre auch für mich eine politisch prägende Zeit. Es ärgert mich, dass sie heute in den Medien auf verquere Weise dargestellt werden. Da sind die dominierenden Figuren Joschka Fischer und Antje Vollmer, als hätte es nicht eine große Masse autonomer Linker gegeben. Er behauptet, stattdessen die Möglichkeiten politischen Handelns heute ausloten zu wollen. Und er lehnt lebenslängliche Fixierung an die Feinde von einst kategorisch ab. Bei dem Widerspruch zwischen Meins-Zitat und Peltzer-Kommentar bleibt es wieder Sache des Lesers, wie er damit umgeht. Seine Antworten werden verschieden sein. So hat Peltzer offensichtlich auch bei der Rezeption des Romans sein Ziel im Auge, Vielstimmigkeit zu erreichen. 9. Das Motto Wir leben, wie wir träumen allein. Joseph Conrad In der Darstellung von Martin bin ich bereits auf das Motto eingegangen, doch spielt es eine sehr viel umfassendere Rolle. Einsamkeit wird in mehrere Synonyme verwandelt. Am Beispiel Christians heißt es Alleinsein ohne Freundin sein. Das führt bei Christian zu Schlaflosigkeit. Obwohl die Geräusche der Straße wohltuend abnehmen, schlägt er sich die Nächte mit Arbeit am Computer, mit Musik hören und Rauchen um die Ohren, bis der Kopf auf die Tasten sinkt. Ein einziges Mal findet er am Tage eine beruhigende Umgebung zum Einschlafen, die ungestörte Natur im Oderbruch. Ruhe ist also auch ein Synonym. Carl erhofft sich von dieser Ruhe der Natur Kreativität. Alleinsein ist bei Christian allerdings auch ein Lebensmotto. Sich zu entziehen war Programm und Verpflichtung, nichts und niemandem Macht über sich zu gestatten. Um nicht Sklave der eigenen Angst zu werden wie der Rest der Menschheit. (S. 198) Eine Horrorvorstellung von fremder Macht formuliert Christian, als er sich Davids Zusammensein mit einer Frau vorstellt: zumindest einen Abend in der Woche gemeinsam.. verbringen. Sonntägliche Ausflüge mit dem Fahrrad und Picknickzeug nach Buckow, nach Rheinsberg, das übliche Beziehungsprogramm. (S. 118) Das Ergebnis sind schnell wechselnde Beziehungen, die ihn unzufrieden machen, die er sich im Bild eine Pflanzensymbiose als Belastung vorstellt (S. 66). Er beruhigt sich mit der Vorstellung von den sich zufällig treffenden Galaxien, um sich in der Verallgemeinerung von seiner eigenen Unzufriedenheit zu distanzieren. Erst im Zusammensein mit Nele überwindet er diesen Horror, genießt ihre Blicke als Überwindung von Grenzen, genießt das Gespräch mit ihr als so selbstverständlich wie zu atmen (S. 260), lässt im Zusammensein mit ihr die Zeit still stehen (S. 263), glaubt sogar, in einer Ehe mit ihr glücklich zu werden. Weiteres Synonym für Einsamkeit ist Angst und Bedrückung. Nele hat Angst vor geschlossenen Räumen, unkontrollierten Gefühlen, Martin vor Erfolglosigkeit und Nichtanerkennung. Dagegen helfen bei Nele Sport, Vernunft und die Sehnsucht nach Partnerschaft und Kindern. Kinder sind für sie der Traum davon, wie es sein könnte. (S. 277) Es gibt auch eine politisch relevante Variante der Einsamkeit, die zur Schuld wird, nämlich das Schweigen bei tendenziöser Darstellung von Ereignissen. Definitionsmacht und Wahrheit sind nie ein und dasselbe. Das Schweigen, das ist der Tod. (S. 408)

19 19 Damit rechtfertigt Carl seine Mithilfe bei dem Interview, das Christian mit ehemaligen italienischen Radikalen führen will. Berlusconis Medienmacht ist die reale Bedrohung der Wahrheit. Auch Neles Schweigen ist eine reale Bedrohung für die Beziehung zu Christian. Wenn sie ihre Mitarbeit im Untergrund nicht preisgibt, das Vertrauen zu ihm nicht hat, kann er sich auf keine der anstehenden Schwierigkeiten einstellen. (S. 408f) Damit ist klar zu erkennen, dass auch in diesem Punkt die Vielstimmigkeit der Bedeutungen für Peltzer wesentlich ist. Grundsätzlich wird das Thema der Einsamkeit in künstlerisch gestaltete Form gegossen. Christian will in seinem Roman die Entidentifizierung des modernen Menschen darstellen, als hätte Dos Passos vorher Kafka getroffen. (S.260) 10. Zusammenfassung Inzwischen kann sich auch Siegried Löffler beruhigen. Nicht nur hat Peltzer vor dem Erscheinen von Teil der Lösung verschiedene Ehrungen erhalten, z.b.1992 das Bertelsmann-Stipendium beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt, 1996 den Berliner Literaturpreis der Stiftung Preußische Seehandlung, 1997 den Anna-Seghers-Preis, 2000 den Preis der SWR-Bestenliste, 2001 den Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld, 2003 den Bremer Literaturpreis Auch hat sie offensichtlich als Mitglied der Jury mit dafür gesorgt, dass er 2008 erneut den Berliner Literaturpreis, dotiert mit , für sein Gesamtwerk und damit die Heiner- Müller-Gastprofessur an der FU Berlin erhielt (Buchmarkt.de vom ). Im selben Jahr erhielt er den Spycher: Literaturpreis Leuk mit einem fünfjährigen Aufenthaltsrecht für je zwei Monate in Leuk, einschließlich Reiskosten und monatlichem Stipendium von Franken, wenn er dort wohnt. (boersenblatt.online vom ). Außerdem bekam er mit dem Literaturpreis d.lit noch einmal Sie werden anfangs bemerkt haben, dass ich immer wieder auf die Schwierigkeiten eingegangen bin, diesen Roman zu lesen. Es hat mich erhebliche Mühe gekostet. So wundert es mich nicht, dass der Rezensent Uwe Wittstock in der Literarischen Welt vom sich darüber beschwert, dass Peltzer nicht fähig und bereit [sei], aus diesen Szenen ein Ganzes zu formen, das literarisch mehr darstellte als eine Anhäufung der einzelnen Szenen. Als ich jedoch anfing, Hintergründe zu recherchieren, wurde mir klar, dass hier ein Autor am Werk ist, der sich nicht nur aufs Erzählen beschränkt, sondern anspielungsreich mit Namen und damit verknüpften Texten jongliert. D.h. das Werk wurde für mich zunehmend interessanter. Vielleicht ist es für Sie jetzt einfacher, sich an den Roman heranzumachen, nachdem Sie heute einen kleinen Überblick darüber erhalten haben. Wer jetzt müde vom Zuhören ist, der kann nach Hause gehen. Wer noch Lust auf einige Hintergründe hat, möge bleiben. 11. Hintergründe Peltzer hat ab 1975 in Berlin Philosophie und Sozialpsychologie studiert und bezeichnet sich als Deleuzianer. (ORF Exlibris ) Das Werk von Deleuze in Neles Tasche federt den Stoß des Türgriffes ab, als Christian in Jakobs Unibüro stürmt und Nele die Tür in die Seite rammt. Nele sucht ohne Christian in Paris das Haus auf, aus dem Deleuze in den Freitod gesprungen ist. Welche Bedeutung hat dessen Philosophie für den Roman?

20 20 Die wichtigsten Informationen stammen aus Gilles Deleuze wurde am 18. Januar 1925 in Paris geboren und starb dort am 4. November Im Jahr des Pariser Mai 1968 reichte er seine Dissertation Differenz und Wiederholung und seine Zweitthese Spinoza und das Problem des Ausdrucks in der Philosophie ein. Nachträglich wurden diese Arbeiten als erste und fruchtbarste Versuche erkannt, die Studentenrevolte philosophisch zu begreifen erhielt er dann eine Stelle an der Universität Paris VIII, einer Reformuniversität, die viele herausragende Gelehrte anzog, darunter auch Michel Foucault und Félix Guattari. Mit dem Psychiater Guattari schloss er eine tiefe Freundschaft, die langjährige fruchtbare Zusammenarbeit mit sich brachte. Während der 1970er Jahre veröffentlichten sie gemeinsam die bahnbrechenden Arbeiten Kapitalismus und Schizophrenie I und II. In dieser Zeit lernte er auch Gilbert Simondon kennen, der insbesondere auf seine Technikphilosophie Einfluss hatte beteiligte er sich an Foucaults Arbeitskreis zur Situation der Gefangenen in Frankreich und demonstrierte mit Sartre und Jean Genet gegen rassistische Gewalt und für die Rechte der Einwanderer. [In seiner Philosophie schafft er die Voraussetzungen für das Denken de Pluralität, indem er Hegels Willen, die Dialektik und Platons unveränderliche Ideen abschafft. An die Stelle tritt] das All-Eine, die Totalität von Allem, die das gesamte physikalische Universum und seine Möglichkeitsbedingungen umfasst. Platons Auffassung war, dass die Dinge der Welt nur unvollkommene Manifestationen von Ideen seien, die selbst vollkommen, ewig und unveränderlich sind. Deleuze setzte dem seine Vorstellung von der Welt des Virtuellen entgegen. Jede Realisierung von Gegenständen in der Welt ist ein Nexus (Ort eines Verbundenseins) von Virtualitäten, die notwendigerweise unvollkommen miteinander interagieren. Da sie unvollkommen sind, stören sie auch die zukünftige Realisierung von Virtualitäten. [ Hier fühlt sich der Romanleser an Christians Galaxien erinnert.] In politischer und moralischer Hinsicht ist diese Auffassung für Deleuze eine Verpflichtung, den Faschismus und den Kapitalismus abzulehnen. Beide erscheinen als Versuche, die Instabilität der physischen Welt zu leugnen und die Möglichkeiten der Realisierung einzuschränken. Stattdessen solle man die Instabilität und Unvollkommenheit der realen Welt akzeptieren und sich frei durch die Realisierungen der Virtualität bewegen. Deleuze' Werk trägt daher Züge eines Anti-Hegelianismus. Es ist für ihn nicht die Dialektik des Willens (von Herr und Knecht), die Veränderung hervorbringt, sondern interne, immanente Differenz. Von Henri Bergson übernimmt Deleuze die Idee der Dauer, die Körperzeit, in der der Körper selbst Differenz hervorbringt, ohne dafür Anstoß von außen zu benötigen. Begriffe sind für ihn nicht Ideen (im Sinne Hegels), die die reale Welt transzendieren und dadurch negieren, sondern sie stehen an einer Bruchstelle zwischen den Gegenständen, die Veränderung und Durchdringung ermöglicht. Der Begriff ermöglicht neue Verbindungen zwischen den Dingen, indem es ihre virtuellen Unbestimmtheiten verknüpft. Es ist somit in positivem Sinne produktiv. Deleuze' Philosophie kennt keine Negation in Hegels Sinne; sie trägt die Züge reiner Affirmation der Verknüpfung des bisher Unverbundenen.

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