Waldbrandgefahrenstufen in Thüringen. Anett Wenzel, Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha

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1 Waldbrandgefahrenstufen in Thüringen Anett Wenzel, Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha

2 Gliederung Waldbrandstatistik der letzten Jahre Altes Modell - Waldbrandwarnstufen Neues Modell - Waldbrandgefahrenstufen Waldbrandrisiko in der Zukunft (Dr. N. Frischbier) 2 / 25

3 Anzahl Waldbrände Waldbrandstatistik - wie viel? / 25

4 Fläche Waldbrände (ha) Waldbrandstatistik - wie viel? / 25

5 Größter Einzelbrand (ha) Waldbrandstatistik - wie viel? / 25

6 Anzahl Waldbrände Waldbrandstatistik - Wann? Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 6 / 25

7 Waldbrandstatistik - Wo? Risikogebiete Häufig betroffene Forstämter: Weida, alt Crawinkel, Paulinzella, Neustadt, Stadtroda, Heldburg 7 / 25

8 Altes Modell - Waldbrandwarnstufen Waldbrandprognoseverfahren wurde 1959 in der DDR eingeführt bereits 1967 kritische Hinterfragung des Verfahrens, das das Verfahren nur den Feuchtigkeitsgehalt der Luft und die Niederschlagsmenge heranzieht. 1. Der Warntermin ist für die Einleitung von Maßnahmen im vorbeugenden Brandschutz zu spät 2. die Treffsicherheit ist unzureichend 3. Vorhersagen für den Folgetag sind nicht möglich 1969 Einführung des von KÄSE (Meteorologischer Dienst der DDR) in Zusammenarbeit mit waldbranderfahrenen Forstpraktikern entwickelten Bestimmungs-/Vorhersagemodells M 68 in den StFB der DDR 1990 Rückkehr zum alten Verfahren von 1959 als einziges ostdeutsches Land 8 / 25

9 Qualität und territoriale Repräsentanz der Warnstufe Größe der Vorhersageregionen mit der Strukturänderung 2005 Reduzierung der Vorhersageregionen (FoÄ) von 46 auf 28 Lage des Forstamtssitzes Messpunkt für meteorologische Werte 9 / 25

10 DWD-STATIONEN FORSTÄMTER DWD-STATIONEN FORSTÄMTER Vergleich Warnstufen Forstverwaltung und DWD (M 68) APRIL 2010 MAI 2010 JUNI 2010 JULI 2010 Waldbrand Forstverwaltung warnstufe FoA FoA FoA FoA DWD keine Waldbrandgefahr 0 Waldbrandgefahr 1 erhöhte Waldbrandgefahr 2 stark erhöhte Waldbrandgefahr 3 höchste Waldbrandgefahr 4 Deutscher Wetterdienst APRIL MAI 2007 JUNI JULI sehr geringe Gefahr 1 geringe Gefahr 2 mittlere Gefahr 3 hohe Gefahr 4 sehr hohe Gefahr Anz. Brände / 25

11 Fazit Sowohl das Verfahren der damaligen Warnstufenermittlung als auch die Flächenrepräsentanz der ermittelten Warnstufe für die Bezugsregion (FoA) mussten kritisch hinterfragt werden. Zum Teil starke Differenzen zwischen den im Internet veröffentlichten Waldbrandwarnstufen des DWD und denen der Thüringer Forstämter Unterstützung durch den Deutschen Wetterdienst Zusammenarbeit mit der Abteilung Agrarmeteorolgie (Außenstelle Leipzig) Der DWD ermittelt die Waldbrandwarnstufen für Sachsen seit 2007 für Brandenburg seit 2009 für Thüringen seit / 25

12 Weiterentwicklung der Waldbrandwarnstufen 2012 Ausscheidung von Waldbrandwarnstufen über den DWD nach M Einführung des Waldbrandgefahrenindex WBI beim DWD und Übernahme der Waldbrandgefahrenstufen in Thüringen 2014 Einführung von Waldbrandgefahrenstufen in ganz Deutschland 12 / 25

13 Waldbrandvorhersageregionen Org.struktur Messnetz DWD Naturraum Klima 32 Vorhersageregionen 13 / 25

14 Was sagt der Waldbrandgefahrenindex WBI aus? Implementierung des weltweit verbreiteten kanadischen FWI (Fire Weather Index) im DWD FWI beschreibt Feuerintensität durch Streufeuchte und Laufgeschwindigkeit der Feuerfront FWI ist international akzeptiert 14 / 25

15 Messung der Streufeuchte und relativen Luftfeuchte in Wetterhütte/im Freiland an DWD-Stationen 15 / 25

16 Nachteile / Vorteile des WBI WBI reagiert sensibel auf Niederschlag und Wind Qualität der Gefahrenvorhersage hängt in hohem Maße von der Qualität des Wettervorhersage ab WBI ist prozessorientiert beschreibt Tagesgang der Waldbrandgefahr ist auf internationalem Stand ständige Weiterentwicklung und Anpassung wird von den Forstämtern akzeptiert 16 / 25

17 Vergleich DWD und ThüringenForst! 17 / 25

18 Stand in Thüringen Thüringer Waldgesetz DO 2.2 über den Waldbrandschutz März bis Oktober 9 Uhr Werte im Forstamt und Internet Für aktuellen Tag und 3 Folgetage 18 / 25

19 Waldbrand und Klimawandel der globale Klimawandel erhöht das Waldbrandrisiko zusätzlich, durch: o höhere Durchschnittstemperaturen, o geringere und seltenere Niederschläge in der Vegetationszeit, o höhere Einstrahlungen und resultierende Verdunstungsraten, o häufigere Extreme (v. a. Hitze, Trockenheit, Gewitter), o intensivere menschliche Nutzung des klimatisch günstigen Waldes. Zündbereitschaft der Bodenvegetation steigt an, natürliche und anthropogene Zündgefahr nimmt zu. 19 / 25

20 Waldbrand und Klimapolitik Waldbrand ist ein zentrales Thema in der Klima- Politik: o Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) der Bundesregierung von 2008, o Entwicklung eines Indikatorensystems für die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) von 2011 (UBA, Indikator FW-I-6) o Thüringer Klima- und Anpassungsprogramm (TAS) von 2009, o Integriertes Maßnahmenprogramm Anpassung an den Klimawandel in Thüringen (IMPAKT) von / 25

21 Waldbrand und Klimaforschung Klimaszenarien für die Zukunft 21 / 25

22 Waldbrand und Klimaschutz globalen Klima-Schutz - Treibhausgasfreisetzung und/oder Aerosolbelastung der Atmosphäre 22 / 25

23 Waldbauliche Waldbrandrisiko in Thüringen momentan latent, aber sehr gering, wegen: o bewährter Vorsorge, Überwachung, Bekämpfung etc., o vergleichsweise günstiger Naturraum- und Naturalausstattung künftig gering und abnehmend, wegen: o waldbaulichem Leitbild: naturnaher, artenreicher, strukturierter Dauerwald, steter Überschirmung mit Schatt- und Halbschattbaumarten, 20 % Misch- und Nebenbaumarten, etc. o Waldumbauzielen: Baumartenwechsel (-2% auch bei KI), Mischung, Naturnähe, ökologischer (Laubholz-)Aufwertung, etc. o komplexer Waldbehandlung: u.a. Waldränder, räumliche Ordnung, konsequente Feinerschließung, Z-Baumorientierte Hdf., artenreiche Vorausverjüngung, etc. 23 / 25

24 Waldbauliche Waldbrandrisiko in Thüringen steht richtigerweise im Risikokatalog von Thüringen- Forst-AöR o Nr darf aber auch bei zukünftigen Weichenstellungen im Forstbetrieb nicht vergessen werden, z. B.: o in der DO-Walderschließung, o bei Flächenstilllegungen und Wegerückbauten, o bei Waldtourismus-Konzeptionen, o beim Versuch, Nadelholzanteile im Betrieb zu halten/zu kompensieren, z. B. durch E-, J- u. H-Lärche oder Tsuga ssp., o bei Schwerpunktsetzungen im (geförderten) Waldumbau. 24 / 25

25 Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit! 25 / 25

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