2. Wo sich die Formen des Konjunktivs I nicht von denen des Indikativs unterscheiden, verwendet man der Deutlichkeit wegen den Konjunktiv II.

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1 Die indirekte Rede Die indirekte Rede steht gewöhnlich im Konjunktiv. So drückt der Sprecher oder Schreiber die Distanz aus zu dem, was er berichtet. Er kennzeichnet es als etwas, dessen Wahrheit er nicht selber verbürgen kann. Der Konjunktivgebrauch ist heute bei der indirekten Rede vor allem in dass-sätzen nicht mehr ganz fest. Am sinnvollsten hält man sich an die folgenden Regeln: 1. Grundsätzlich verwendet man in der indirekten Rede den Konjunktiv I. Sie schreibt, die Geschichte sei der beste Lehrmeister mit den unaufmerksamsten Schülern. Er hat gesagt, die Vernunft spreche leise, deshalb werde sie so oft nicht gehört. 2. Wo sich die Formen des Konjunktivs I nicht von denen des Indikativs unterscheiden, verwendet man der Deutlichkeit wegen den Konjunktiv II. Viele glauben, die Politiker redeten (nicht: reden) zu viel und handelten (nicht: handeln) zu wenig. Sie glauben immer wieder, sie hätten (nicht: haben) die besseren Argumente. Manche Raucher glauben, sie dürften (nicht: dürfen) überall ihren Qualm verbreiten. Die Zeitung schreibt, solch handfeste Methoden würden sich unter gesitteten Bürgern nicht empfehlen. (Die würde-form vermeidet hier die altertümlichen Formen des Konjunktivs II - empföhlen/empfählen.) Daneben dient der Konjunktiv dazu, Folgendes auszudrücken: Konjunktiv I - AUFFORDERUNGEN: Man füge drei Eier hinzu. - EINRÄUMUNGEN: Ich gehe morgen baden und sei es noch so kalt! Konjunktiv II - GEDANKLICHE KONSTRUKTIONEN: Hättest du nur auf mich gehört! - HÖFLICHE BITTEN: Würden Sie mich bitte nicht länger stören! Bemerkungen zum Konjunktiv II Im Konjunktiv II kann man oft wählen zwischen den einfachen Verbformen und den Verbindungen mit würde. Zwischen den beiden Varianten besteht fast kein Unterschied mehr die Wahl der Form ist von einem grammatischen zu einem stilistischen Problem geworden. - Die würde-formen empfehlen sich anstelle ungebräuchlicher, altertümlicher Formen: Wenn ich Zeit hätte, würde ich dir helfen. (Statt: hülfe ich dir.) - Indikativ Präteritum und Konjunktiv II haben bei vielen Verben gleich lautende Formen. Wo dies zu Missverständnissen führen kann, verwendet man die würde-formen. Ein Sieg unserer Mannschaft würde mich überraschen. (Zu undeutlich: Ein Sieg unserer Mannschaft überraschte mich.) Wenn wir anfangen würden, liessen wir es euch wissen. (Zu undeutlich: Wenn wir anfingen, liessen wir es euch wissen.)

2 Setze in die indirekte Rede. Verzichte auf «dass». 1. Hans behauptet: «Ich habe davon nichts gewusst.» 2. Sie wiederholten: «Davon haben wir nichts gewusst.» 3. Die Angler sagen: «Wir plaudern und das Wasser steigt.» 4. Betty erzählte: «Manchmal hat Vater mich rufen lassen und ich habe ihm etwas vorgelesen.» 5. Der Vorarbeiter befahl ihm: «Erledige die Arbeiten noch heute!» 6. Die Mutter sagt zu ihrem Sohn: «Reiche mir bitte das Salz!» 7. Der Kanzler erklärt: «Ich bin zu weiteren Verhandlungen bereit.» 8. Sie sagte: «Ich wäre gekommen, wenn es nicht geregnet hätte.» 9. Er sagte: «Ja, das lässt sich sehen.» 10. Er meinte: «Ich habe mich getäuscht, das wird mir aber nicht mehr passieren.» 11. Ich erklärte: «Ich habe ihn in Dresden gesehen.» 12. Er rief laut: «Käme ich einmal in diese Lage, dann würde ich den Herren schon den Standpunkt klarmachen.» 13. Sie versicherten: «Wir haben das Feuer nicht gelegt, vielleicht sind es die Lehrlinge gewesen.» 14. Sie versprach uns: «Ich werde euch begleiten.» 15. In einem Sachbuch heisst es: «Ohne Sauerstoffmaske wird man sich auf dem Mars nicht bewegen können.»

3 Setze in die indirekte Rede. Verzichte auf «dass». 1. Hans behauptet: «Ich habe davon nichts gewusst.» Hans behauptet, er habe davon nichts gewusst. 2. Sie wiederholten: «Davon haben wir nichts gewusst.» Sie wiederholten, davon hätten sie nichts gewusst. 3. Die Angler sagen: «Wir plaudern und das Wasser steigt.» Die Angler sagen, sie würden plaudern (plauderten) und das Wasser steige. 4. Betty erzählte: «Manchmal hat Vater mich rufen lassen und ich habe ihm etwas vorgelesen.» Betty erzählte, manchmal habe Vater sie rufen lassen und sie habe ihm etwas vorgelesen. 5. Der Vorarbeiter befahl ihm: «Erledige die Arbeiten noch heute!» Der Vorarbeiter befahl ihm, er solle die Arbeiten noch heute erledigen. 6. Die Mutter sagt zu ihrem Sohn: «Reiche mir bitte das Salz!» Die Mutter sagt zu ihrem Sohn, er solle ihr bitte das Salz reichen. 7. Der Kanzler erklärt: «Ich bin zu weiteren Verhandlungen bereit.» Der Kanzler erklärt, er sei zu weiteren Verhandlungen bereit. 8. Sie sagte: «Ich wäre gekommen, wenn es nicht geregnet hätte.» Sie sagte, sie wäre gekommen, wenn es nicht geregnet hätte. 9. Er sagte: «Ja, das lässt sich sehen.» Er sagte, ja, das lasse sich sehen. 10. Er meinte: «Ich habe mich getäuscht, das wird mir aber nicht mehr passieren.» Er meinte, er habe sich getäuscht, das werde ihm aber nicht mehr passieren. 11. Ich erklärte: «Ich habe ihn in Dresden gesehen.» Ich erklärte, ich hätte ihn in Dresden gesehen. 12. Er rief laut: «Käme ich einmal in diese Lage, dann würde ich den Herren schon den Standpunkt klarmachen.» Er rief laut, käme er einmal in diese Lage, dann würde er den Herren schon den Standpunkt klarmachen. 13. Sie versicherten: «Wir haben das Feuer nicht gelegt, vielleicht sind es die Lehrlinge gewesen.» Sie versicherten, sie hätten das Feuer nicht gelegt, vielleicht seien es die Lehrlinge gewesen. 14. Sie versprach uns: «Ich werde euch begleiten.» Sie versprach uns, sie werde uns begleiten. 15. In einem Sachbuch heisst es: «Ohne Sauerstoffmaske wird man sich auf dem Mars nicht bewegen können.» In einem Sachbuch heisst es, ohne Sauerstoffmaske werde man sich auf dem Mars nicht bewegen können.

4 Test Setze den Satz im gleichen Wortlaut und in gleicher Wortreihenfolge in die direkte oder indirekte Rede um. Direkte Rede Indirekte Rede Der Vater sagt zu den Kindern: "Ihr dürft euch ein Menu aussuchen." "Das stimmt nicht", widerspricht ihm Kurt, "ich habe den Streit nicht angefangen." "Hast du die Zähne geputzt?" fragte die Mutter skeptisch. Er rief ihr zu, sie könne den Fluss gefahrlos durchqueren. Heinz fragte zweifelnd, ob wir die Geschichte wirklich glaubten. Ihr gefalle dieses Kleid überhaupt nicht, erwiderte Maria trotzig. Punktzahl: Note: Name:

5 Direkte Rede Indirekte Rede Der Vater sagt zu den Kindern: "Ihr dürft euch ein Menu aussuchen." Der Vater sagt zu den Kindern, sie dürften sich ein Menu aussuchen. Er rief ihr zu: "Du kannst den Fluss gefahrlos durchqueren." Er rief ihr zu, sie könne den Fluss gefahrlos durchqueren. "Das stimmt nicht", widerspricht ihm Kurt, "ich habe den Streit nicht angefangen." Das stimme nicht, widerspricht ihm Kurt, er habe den Streit nicht angefangen. Heinz fragte zweifelnd: "Glaubt ihr die Geschichte wirklich?" Heinz fragte zweifelnd, ob wir die Geschichte wirklich glaubten. "Hast du die Zähne geputzt?" fragte die Mutter skeptisch. Ob er/sie die Zähne geputzt habe, fragte die Mutter skeptisch. "Mir gefällt dieses Kleid überhaupt nicht", erwiderte Maria trotzig. Ihr gefalle dieses Kleid überhaupt nicht, erwiderte Maria trotzig.

6 Der Angeber Aufgabe: 1. Schreibe eine Geschichte zur vorliegenden Bildergeschichte. 2. Verwende im Text sowohl die direkte Rede, als auch die indirekte Rede. Schätze selber ab, wo die direkte Rede eingesetzt werden könnte, weil der genaue Wortlaut wichtig ist die Spannung der Geschichte ihren Höhepunkt erreicht 3. Vermeide in den Ankündigungssätzen das Verb sagen. Ersetze es mit einem treffenderen Ausdruck, wie z.b.: fragen behaupten prahlen preisgeben beschreiben plaudern schwatzen flüstern rühmen überzeugen angeben einwenden erwidern herunterspielen auspacken aushorchen mitteilen erzählen berichten schildern verraten murmeln übertreiben kritisieren versprechen entgegnen rufen Bewertung: und so weiter 1. Rechtschreibung. 2. Richtige Zeichensetzung bei direkter und indirekter Rede. 3. Vermeidung von Wiederholungen

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