Von Bienen, Wespen & Co

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1 Von Bienen, Wespen & Co Fast überall auf der Welt sind Bienen und Wespen zu finden. Ob in der Wüste, in den Tropen oder im kühlen Norden sie sind auf der ganzen Welt zu Hause. Zoologisch betrachtet gehören die Bienen und Wespen zur Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera). Mit etwa verschiedenen Arten haben sie sich weltweit auf die verschiedensten Lebensräume spezialisiert. Einzelgänger und Staatenbildner Über 500 verschiedene Bienenarten kommen in Deutschland vor. Die staatenbildende Honigbiene und die pelzigen Hummeln sind wohl die bekanntesten Vertreter. Die übrigen Arten werden als Wildbienen bezeichnet. Sie leben meist allein (solitär) oder in Nestgemeinschaften. Auch bei Wespen gibt es eine Vielzahl solitär lebender Arten. Zu den Staaten bildenden Wespen gehören die Deutsche Wespe und die Hornisse. Nicht alle Stachel stechen Bei den meisten Wespen- und Bienenarten besitzen die weiblichen Tiere einen Wehrstachel. Die meisten Arten sind allerdings überaus friedfertig und wehren sich nur, wenn sie direkt bedrängt werden. Oftmals können ihre Stachel die menschliche Haut gar nicht durchdringen. Lediglich einige Staaten bildende Arten verteidigen ihr Nest und nur der Stich dieser Wespen, Hornissen, Hummeln oder der Honigbiene ist für den Menschen schmerzhaft. Hummel beim Nektar sammeln Große Wollbiene Wespennest DIE MEISTEN BIENEN- UND WESPENARTEN LEBEN ALS EINSIEDLER. Alekss - Fotolia.com, Andrey Semenov - Fotolia.com, Michael O. pixelio.de, M.Großmann pixelio.de, Rike pixelio.de, peter_waters - Fotolia.com

2 Keine Bienen ohne Landschaft Wildlebende Bienen- und Wespenarten finden sich am Meer und in den Alpen, in Mooren und Trockenheiden, in Wiesen und Wäldern. Um zu überleben und sich zu vermehren brauchen sie vielfältige Kleinstrukturen wie Waldränder, Heckensäume, Totholzinseln, blütenreiche Feldraine, Fluss- Auen, Sand- und Kiesgruben, Steilwände, Brachen, Obstwiesen oder Naturgärten. Hauptsache warm und trocken Bienen und Wespen lieben Wärme und Trockenheit. Bei kühlem und regnerischem Wetter sind sie selten unterwegs. Auch ihre Nester bauen sie bevorzugt an warmen und trockenen Orten. Nachts oder bei schlechtem Wetter ruhen sie entweder in ihren Nestern, in Hohlräumen, graben sich ein oder suchen verschiedene Blüten als Unterschlupf auf. Nur Hummeln und einige stark behaarte Bienenarten sind auch bei niedrigen Temperaturen aktiv. Vom Aussterben bedroht Viele Wildbienen und Wildwespenarten sind inzwischen selten geworden, weil ihnen geeignete Nistplätze und Nahrung fehlen. Ursache hierfür sind die aufgeräumten Kulturlandschaften, die eintönige Nutzung von Feldern und Gärten sowie der Einsatz von Pestiziden. Nach der Roten Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze sind von den 560 in Deutschland nachgewiesenen Bienenarten über 52 % im Bestand gefährdet. Schlafende Trauerbiene Bienenweide im Wald Naturnaher Ortsrand Teichufer Totholz im Wald 25 BIENENARTEN SIND VOM AUSSTERBEN BEDROHT UND 81 ARTEN STARK GEFÄHRDET. Alekss Fotolia.com, Mathias Krumbholz, Wolfgang Dirscherl pixelio.de, M. Großmann pixelio.de, Rainer Sturm pixelio.de, Barbara Lechner pixelio.de, Rainer Sturm pixelio.de

3 All you can eat So vielfältig die Welt der Bienen und Wespen ist, so vielfältig ist auch ihre Ernährung. Dabei erfüllen sie wichtige Funktionen als Bestäuber von Blütenpflanzen oder helfen als Insektenfresser bei der Regulierung von Schadinsekten. Auch sind sie selbst Teil der Nahrungskette und dienen anderen Tieren wie Vögeln, Reptilien und Säugetieren als Nahrungsgrundlage. Bienen sind reine Pflanzenfresser Den eigenen Energiebedarf decken Bienen fast ausschließlich über den zuckerhaltigen Nektar der Blütenpflanzen. Den Blütenstaub sammeln sie als Nahrung für ihre Larven. Manche Bienenarten sind dabei spezialisiert auf bestimmte Pflanzen, andere sind weniger wählerisch und besuchen viele verschiedene Blüten. Ganz nebenbei bestäuben Bienen bei der Nahrungssuche die Blütenpflanzen und ermöglichen so die Frucht- und Samenbildung. Das sichert auch die Nahrungsgrundlage vieler Lebewesen, auch die des Menschen. Mischkost für die Wespen Auch Wespen ernähren sich von dem Nektar der Blüten aber auch von Früchten und süßen Säften. Den Eiweißbedarf zur Aufzucht ihrer Brut erlegen sie räuberisch, indem sie Insekten, Spinnen oder andere Kleintiere mit Hilfe ihres Stachels erbeuten. Sie übernehmen damit eine wichtige Funktion für eine ausgewogene Artenzusammensetzung in der Natur. RUND 80 % DER HEIMISCHEN NUTZ- UND WILDPFLANZEN SIND AUF BIENEN ALS BESTÄUBER ANGEWIESEN. Biene mit Pollenhöschen Ohne Bienen kein Obst Spinne mit erbeuteter Biene Wespe am Apfel Alekss Fotolia.com, Alvesgaspar, Alex Schymonski pixelio.de, Birgit H. pixelio.de, Jürg Adler pixelio.de, Willi Wasser pixelio.de, Dmitriy Syechin Fotolia.com

4 Ein Leben für die nächste Generation Sozial lebende Bienen- und Wespenvölker vergrößern im Laufe des Jahres ihre Nestbauten und damit ihr Volk. Im Herbst stirbt der Staat und nur die Königin überwintert, um im nächsten Jahr ein neues Volk heranzuziehen. Die Honigbienenkönigin bringt es dabei im Laufe ihres drei- bis vierjährigen Lebens auf über Nachkommen. Anders ist es bei den solitär lebenden Arten. Die Lebensdauer der Weibchen ist meist auf vier bis sechs Wochen begrenzt. In dieser Zeit können sie nur etwa Nachkommen erzeugen. Vom Ei zum fertigen Insekt Gemeinsam ist den Bienen- und Wespenarten ihre Entwicklung in Brutzellen. In ihnen durchlaufen die Tiere ihre gesamte Entwicklung vom Ei bis zum flugfähigen Insekt. Als Nahrungsvorrat dienen dabei Nektar und Pollen, wie bei den meisten Bienenarten oder Insekten und Spinnen und bei vielen Wespenarten. Kuckucksbienen und Kuckuckswespen schmuggeln ihre Eier in die Nester anderer Arten und ihre Larven entwickeln sich dort auf Kosten der Wirtslarven. Selber graben oder Hohlräume nutzen Brutkammern eines Bienennestes Gallische Feldwespe beim Nestbau Galläpfel der Eichengallwespe Erdbiene beim Nestbau Die vielen verschiedenen Bienen- und Wespenarten legen die unterschiedlichsten Nestbauten an. Sie graben Löcher in den Boden, nagen Höhlen in das Mark von Pflanzenstängeln oder nutzen vorhandene Hohlräume. Manche Arten mauern ihre Nester auf eine feste Unterlage, wobei sie Harz, Pflanzenfasern oder Sand vermischt mit Speichel, als Baumaterial verwenden. NUR DIE KÖNIGIN EINES VOLKES ÜBERWINTERT UND BEGINNT ALLEINE MIT DEM NESTBAU. Landeshauptstadt Wiesbaden, Umweltamt, Gestaltung: Anja Klesius, PURE:design Mainz, Druck: Index Digital, Wiesbaden, Quellenangaben Bilder von oben nach unten: kesipun Fotolia.com, Alekss Fotolia.com, Schulbiologiezentrum Biedenkopf, Hans Hillewaert, Andreas Kern pixelio.de, M. Großmann pixelio.de, goldbany Fotolia.com

5 Blüten für die Bienen Jeder Garten- und Balkonbenutzer kann einen Beitrag zur Erhaltung der Insektenvielfalt leisten. Dies ist wichtig, denn unseren Wildbienen- und Wespenarten mangelt es an Flächen, auf denen Sie ausreichend Nahrung finden. Bienen- und wespengerecht bepflanzte Gärten, Terrassen oder Balkone sind in einer sonst eher artenarmen Umgebung eine wahre Oase für die gefährdeten Arten. Das können Sie tun: Eine bunte Bienenwiese wachsen lassen. Statt steriler Züchtungen lieber pollenreiche Wildformen von Gartenblumen pflanzen. Mehrjährige und ausdauernde Stauden auswählen, sie sorgen für ein dauerhaftes Nahrungsangebot. Mit heimischen Blütensträuchern die Blütenvielfalt ergänzen. Einen Platz für Wildkräuter zulassen. Für eine Blütenpracht von Frühjahr bis Spätsommer sorgen. Auch in Balkonkästen oder Pflanzkübeln wachsen attraktive Wildblumen für die Wildbienen. Einige Gärtnereien haben sich bereits auf den Verkauf von Wildblumen spezialisiert und bieten neben einem umfangreichen Sortiment auch Beratung an. Unterstützung bei der Pflanzenauswahl ist auch bei den Naturschutzbehörden oder den örtlichen Naturschutzverbänden zu bekommen. Blütenreicher Staudengarten Katzenminze, dekorativ und nektarreich Blumenstreifen mitten im Rasen SCHAFFEN SIE KLEINE OASEN! Olivier Le Moal Fotolia.com, Alekss Fotolia.com, unpict Fotolia.com, unpict Fotolia.com, Rainer Sturm pixelio.de, Albrecht E. Arnold pixelio.de, Sigismund von Dobschütz, Olivier Le Moal Fotolia.com

6 Mehr Raum für wilde Tiere Je vielfältiger ein Garten gestaltet ist, desto besser. Trockenmauer, Tümpel, Totholzstapel, Sand- oder Steinhaufen, eine Kräuterspirale oder ein Hochbeet der naturnahen Möblierung sind keine Grenzen gesetzt. Dann herrscht nicht nur von März bis September ein reges Treiben verschiedener Wildbienen- und Wespenarten, sondern eine Vielzahl anderer Tiere findet hier Platz zum Leben und Überwintern. Künstliche Nisthilfen Ersatzquartiere lindern die Not Drei Viertel aller im Garten vorkommenden Wildbienenarten nisten in selbst gegrabenen Höhlen im Boden. Nur ein Viertel der Arten besiedelt als typischer Hohlraumbewohner künstliche Nisthilfen. In einem blütenreichen naturnahen Garten können diese eine wertvolle Ergänzung sein, um den Mangel an Nistmöglichkeiten in der Umgebung auszugleichen. In artenarmen Ziergärten mit großen Rasen- und Pflasterflächen werden sich die nützlichen Insekten trotz angebotener Nisthilfen selten einfinden. Nisthilfen für Wildbienen und -wespen lassen sich in verschiedenen Ausführungen selbst herstellen, vom wenig aufwändigen Schilfbündeln bis zum mehrstöckigen Insektenwohnhaus. Viele Arten von Insektennisthilfen gibt es auch fertig zu kaufen. Kräuterspirale Hochbeet aus Ziegeln Steingarten Nisthilfen selbstgemacht ES GIBT VIELE MÖGLICHKEITEN NISTHILFEN SELBST ZU BAUEN. Kladu pixelio.de, Alekss Fotolia.com, Orionis, Klaas Hartz - pixelio, Schulbiologiezentrum Biedenkopf, Marina Lohrbach Fotolia.com

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