Wenn die Schulzeit in Aschau zu Ende geht. Welche Versicherungen braucht ein behinderter Erwachsener?

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1 Wenn die Schulzeit in Aschau zu Ende geht Welche Versicherungen braucht ein behinderter Erwachsener?

2 Kranken- und Pflegeversicherung Gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung, wenn der behinderte Mensch in Ausbildung ist oder in einer Werkstätte/Förderstätte ist. Wenn der behinderte Mensch ganztägig zuhause oder in einer vollstationären Einrichtung lebt, ist er grundsätzlich zeitlich unbeschränkt bei seinen Eltern mitversichert. Nach deren Tod übernimmt der Sozialhilfeträger die Versicherung, es sei denn der Behinderte bezieht eine Hinterbliebenenrente. Wenn das Kind 18 wird, und entweder noch schulpflichtig ist, oder zu Hause lebt, oder in einer vollstationären Einrichtung lebt, sollte die Kranken-/Pflegekasse ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass die Mitversicherung weiterhin bestehen bleiben soll Günther Bauer, Elternbeirat Seite 2

3 Haftpflichtversicherung Die Versicherung prüft Ansprüche Geschädigter und weist sie entweder zurück oder befriedigt sie (bis zur Höchstgrenze). 1. Problem: es ist umstritten, ob ein behindertes Kind eine Risiko- Erhöhung ist, die der Versicherung angezeigt werden muss. 2. Problem: ist der Behinderte deliktunfähig hat ein Geschädigter juristisch keinen Haftungsanspruch. Ein moralischer Anspruch zählt nicht. Eine Haftpflichtversicherung leistet deshalb grundsätzlich nicht. Informieren Sie Ihre Haftpflichtversicherung darüber, dass ein Behinderter mitversichert ist! Es gibt Versicherungen, die auch bei Deliktunfähigkeit eintreten Günther Bauer, Elternbeirat Seite 3

4 Rollstuhl-Versicherung Für maschinell betriebene Krankenfahrstühle muss per Gesetz das Haftpflichtrisiko durch eine Moped-Haftpflichtversicherung abgedeckt werden Für nicht-maschinell betriebene Krankenfahrstühle gibt es keine gesetzliche Versicherungspflicht Für die Risiken aus Diebstahl und Beschädigung der Krankenfahrstühle gibt es ebenfalls keine gesetzliche Versicherungspflicht 1. Umfang der privaten Haftpflichtversicherung prüfen 2. Kaskoversicherungsbedarf überlegen 3. Evtl Gruppenversicherungsschutz über Einrichtung Günther Bauer, Elternbeirat Seite 4

5 Rechtsschutzversicherung Zu unterscheiden sind Verkehrs-, Familien- und Berufsrechtsschutz. Kinder sind beim Familienrechtsschutz meist mitversichert, Anzeigepflicht der Behinderung ist fraglich Zum Familienrechtsschutz gehört meist auch der Sozialversicherungsrechtsschutz Informieren Sie Ihre Rechtsschutzversicherung darüber, dass ein behindertes Kind mitversichert ist! Bewerten Sie Ihren Versicherungsbedarf realistisch eine Versicherung kostet Geld, aber ein aus Kostengründen nicht geführter Rechtsstreit könnte noch viel mehr kosten Günther Bauer, Elternbeirat Seite 5

6 Gebäude- und Hausratversicherung Es sind keine Unterschiede zwischen Behinderten und Nichtbehinderten bekannt Günther Bauer, Elternbeirat Seite 6

7 Unfallversicherung Während Schule, Ausbildung und Arbeit sind Behinderte im selben Maße gesetzlich unfallversichert wie Nichtbehinderte. Nicht versichert sind also Unfälle im privaten Bereich Unfälle im eigenwirtschaftlichen Bereich: Arztbesuch, Mittagspause, Einzeltherapiemaßnahmen, Einkaufen auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Versicherungsbedarf realistisch abschätzen. Beim Versicherungsantrag den Umfang der Behinderung wahrheitsgemäß angeben Günther Bauer, Elternbeirat Seite 7

8 Renten- und Lebensversicherung In der Werkstätte für behinderte Menschen sind die Behinderten gesetzlich rentenversichert. Diese gesetzliche Rente kann eventuell durch eine private Zusatzrentenversicherung ergänzt werden. Leistungen aus einer Lebensversicherung werden in der Regel vom jeweiligen Sozialhilfeträger beschlagnahmt. Wenn der behinderte Mensch in einer Werkstätte arbeitet oder in einem Wohnheim lebt für dessen Kosten die Sozialhilfe aufkommt, sollte vor Abschluss einer Lebensversicherung unbedingt fachkundiger Rat einzuholen! Günther Bauer, Elternbeirat Seite 8

9 Pflegschafts-Haftpflichtversicherung Zur Absicherung gegen Ansprüche Dritter gegen die Führung der Betreuung, z.b. Schaden durch Untätigkeit Zur Absicherung von Vermögensansprüchen des Betreuten gegen den Betreuer, z.b. Nichtbeantragung erreichbarer Zuschüsse Prüfen, ob dieses Risiko in einer bestehenden privaten Haftpflichtversicherung enthalten ist! Wenn nicht: Info beim Bundesverband der Berufsbetreuer, Hamburg Günther Bauer, Elternbeirat Seite 9

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