Studierende der Wirtschaftsinformatik / Betriebswirtschaft

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1 Attributname Name des LO Autor Zielgruppe Vorwissen Lernziel Beschreibung Dauer der Bearbeitung des LOs Keywords Beschreibung Überblick Materialwirtschaft FH-Vorarlberg Studierende der Wirtschaftsinformatik / Betriebswirtschaft Beginner Nach dem Studium dieses Lernobjektes kennen Sie die organisatorische Einordnung der Materialwirtschaft mit ihren Zielen und Aufgaben und haben einen Gesamtüberblick über die Grundfunktionen der Materialwirtschaft. Das Lernobjekt gibt eine kurze Übersicht der materialwirtschaftlichen Grundfunktionen, Aufgaben und Ziele und bietet eine interaktive Übung dazu. 12 min Disposition, Einkauf, Bestandsführung, Lagerplatzverwaltung, Lagersteuerung, Lieferbereitschaft, Rechnungsprüfung, Materialbestände, Produktionsplanung- und steuerung (PPS), Materialfluss und Informationsfluss Erstellungsdatum März 2004 Benötigte Plugins PHP M6_LO 001 Überblick MW Seite 1

2 1 Einführung Der folgende Abschnitt soll einen Überblick über die Materialwirtschaft verschaffen. Der Begriff der Materialwirtschaft kann als Oberbegriff für sämtliche Aktivitäten bezüglich der Materialversorgung verwendet werden. Materialwirtschaft ist der wirtschaftliche Umgang mit Material. [1] Grundsätzlich ist die Materialwirtschaft ein Teil der Logistik. Die Aufgabe der Materialwirtschaft ist die Sicherstellung der Versorgung eines Unternehmens mit den benötigten Waren und Dienstleistungen. Anders ausgedrückt: die Materialwirtschaft muss dafür sorgen, dass die benötigten Güter in der benötigten Menge beschafft und bereitgestellt werden. Voraussetzung für einen optimalen Materialfluss ist ein funktionierender Informationsfluss zwischen den einzelnen Bereichen eines Unternehmens. Die Materialwirtschaft ist in zweifacher Weise mit anderen Wirtschaftseinheiten verbunden: - am Beschaffungsmarkt als Nachfrager nach Materialien. - am Absatzmarkt als Anbieter von Erzeugnissen und Waren. Der Materialwirtschaft obliegt nicht nur eine passive, registrierende Rolle (wie z.b. der routinemäßigen Abwicklung von Bestellungen), sondern sie hat durchaus auch eine aktive Rolle, in dem sie dazu beiträgt, die benötigten Materialien nach Art, Menge und Zeit kostenoptimal bereitzustellen. [2] Die folgende Abbildung zeigt die beispielhaften Teilbereiche und Abläufe des debite Unternehmens. Der Bereich der Materialwirtschaft ist dabei hervorgehoben. [1] Vgl. Kluck 1998, S. 1 [2] Vgl. Oeldorf/Olfert 2002, S. 20 M6_LO 001 Überblick MW Seite 2

3 2 Aufgaben der Materialwirtschaft Der Bereich der Materialwirtschaft kann in unterschiedliche Aufgabenbereiche unterteilt werden. Der Anstoß für materialwirtschaftliche Aktivitäten kommt dabei von der Produktionsplanung. Die Materialwirtschaft deckt folgende Aufgaben ab [3]: Disposition - Materialbedarfsplanung Einkauf - Materialbeschaffung Bestandsführung Lagerverwaltung Rechnungsprüfung [3] Vgl. Laroque/Philippi 2001, S. 120f M6_LO 001 Überblick MW Seite 3

4 3 Disposition - Materialbedarfsplanung Die Materialdisposition hat die Aufgabe durch eine Materialbedarfsplanung und Bestellrechnung optimale Bestellungen und eine ausreichende Lieferbereitschaft zu sichern. Dazu ist es wichtig, dass eine durchgängige Verbindung zum Bestellsystem und zur Bestandsführung besteht. [4] Bei debite ist der verantwortliche Disponent mit der Frage der ausreichenden Lieferbereitschaft konfrontiert. Wenn eine Anfrage vom Verkauf behandelt wird, ist auch die Frage, die ausreichende Lieferbereitschaft zu klären. Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine Anfrage über Tische vorliegen mit einem Lieferzeitpunkt in 2 Wochen. Der Auftrag könnte nur erfüllt werden, wenn der bereits verfügbare Lagerbestand + die noch mögliche produzierbare Menge größer oder gleich Tische ist. Dieses Beispiel zeigt, dass gerade Funktionen im Unternehmen wie der Vertrieb auf die Daten der Materialdisposition zurückgreifen. [4] Vgl. Laroque/Philippi 2001, S. 124 M6_LO 001 Überblick MW Seite 4

5 4 Einkauf - Materialbeschaffung Der Einkauf hat folgende Aufgaben: Externe Materialbeschaffung bzw. Beschaffung von Dienstleistungen Ermittlung möglicher Bezugsquellen für einen Bedarf, der entweder im Rahmen der Disposition oder in der Fachabteilung entstanden ist Überwachung der Warenlieferungen bzw. deren Zahlung Typische Aufgaben des Einkaufs sind die Angebotseinholung und Lieferantenauswahl. Der Einkäufer im Unternehmen debite muss seine Bezugsquellen überprüfen und entsprechenden Kontakt zu Lieferanten halten. Neben Angebotseinholungen und Preisverhandlungen ist auch die Sicherstellung der Qualität der Lieferung von großer Bedeutung. Der Einkäufer kann bei der Angebotseinholung und Lieferantenauswahl durch ein integriertes Einkaufsystem unterstützt werden. Dadurch sollen die Routinetätigkeiten bei der Anfrage- und Bestellschreibung minimiert werden. [5] [5] Vgl. Laroque/Philippi 2001, S. 124 M6_LO 001 Überblick MW Seite 5

6 5 Bestandsführung - Lagerverwaltung Die Aufgabe der Bestandsführung besteht darin, den Bestand sowohl mengen- als auch wertmäßig fortzuschreiben. [6] Der Materialfluss des Unternehmens wird mit Hilfe von Warenbewegungsbelegen erfasst. Weiters wird eine Inventur durchgeführt. Der verantwortliche Mitarbeiter für die Bestandsführung im Unternehmen debite hat die schwierige Aufgaben, einerseits die Bestände aus Kostengründen niedrig zu halten, andererseits die Materialen für die Kunden (auch interne Kunden wie z.b. die Produktion) in ausreichenden Mengen bereit zu stellen. [6] Vgl. Oeldorf/Olfert 2002, S. 236ff M6_LO 001 Überblick MW Seite 6

7 6 Rechnungsprüfung Die Rechnungsprüfung stellt das Bindeglied zwischen der Materialwirtschaft und dem Finanzwesen und Controlling dar. In der Rechnungsprüfung können eingehende Rechnungen durch Bezug zu einem Wareneingang oder einer Bestellung erfasst, geprüft und gebucht werden. Dabei werden Informationen aus dem Materialstamm, Bestellung und Wareneingang verwendet. Dabei findet eine Prüfung in dreifacher Hinsicht statt: [7] - sachliche Prüfung: Abweichungen zwischen Bestellmenge und Liefermenge sind zu reklamieren, wenn sie über das vereinbarte oder handelsübliche maß hinausgehen. Die sachliche Prüfung dient in erster Linier zur Kontrolle des Lieferanten und wird meist von der Beschaffungsabteilung durchgeführt. - preisliche Prüfung: Hier geht es um den Vergleich des angebotenen Preises des Lieferanten mit den gängigen Marktpreisen. Dazu werden meist mehrere Angebote von verschiedenen Lieferanten eingeholt. Zu berücksichtigen sind sämtliche mit dem Lieferanten vereinbarte Konditionen. - rechnerische Prüfung: Hier soll festgestellt werden, ob bei der Ermittlung der Rechnungssumme möglicherweise ein Rechenfehler unterlaufen oder eine mehrfache Rechnungsstellung erfolgt ist. [7] Vgl. Oeldorf/Olfert 2002, S. 351ff M6_LO 001 Überblick MW Seite 7

8 7 Ziele und Zielkriterien der Materialwirtschaft Im Vordergrund der materialwirtschaftlichen Tätigkeiten stehen die so genannten 6 R s. Die 6 R s drücken die Ziele des logistischen Denkens und Handelns aus: Dieser Gedanke strebt die Bereitstellung der Materialen und Produkte [8] - in der richtigen Menge, - als richtige Objekte (Güter, Informationen, etc.), - am richtigen Ort, - zur richtigen Zeit, - in der richtigen Qualität, - zu den richtigen Kosten an. Daher wird eine möglichst produktionssynchrone Beschaffung und die Minimierung der Bestände bzw. die Reduzierung der aufzuwendenden finanziellen Mittel im Unternehmen angestrebt. Das materialwirtschaftliche Optimierungsproblem besteht darin, eine hohe Lieferbereitschaft (Servicegrad) bei geringer Kapitalbindung und minimalen Kosten zu erreichen. Zielkriterien Zur Überprüfung der Ziele der Materialwirtschaft, können folgende Zielkriterien herangezogen werden: Minimale Dispositions- und Beschaffungskosten durch Optimierung der Bestellmenge Geringe Kapitalbindung durch niedrige Lager- und Umlaufbestände Gute Kapazitätsauslastung der Fertigungsstellen Sicherung eines reibungslosen Fertigungsablaufs Hohe Lieferbereitschaft durch gute Lieferbeziehungen und minimale Bestellzeiten Optimales Beschaffungsmarketing, d.h. langfristige Versorgung durch Pflege guter Lieferantebeziehungen [8] Vgl. Kluck 1998, S. 7 M6_LO 001 Überblick MW Seite 8

9 8 Literaturverzeichnis Kluck, Dieter (1998): Materialwirtschaft und Logistik. Schäffer-Poeschel Verlag Stuttgart. Laroque, Stefan; Philippi, Jens (2001): SAP R/3 Materialwirtschaft. Release 4.6. München: Addison- Wesley. Oeldorf, Gerhard und Klaus Olfert (2002): Materialwirtschaft. Friedrich Kiehl Verlag Ludwigshafen. M6_LO 001 Überblick MW Seite 9

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