SOA und Business Intelligence. Whitepaper von Thomas Volz

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1 SOA und Business Intelligence Whitepaper von Thomas Volz

2 I N H A LT 1 Zielsetzung dieses Whitepapers 2 Was ist SOA? 3 Warum ist das gerade jetzt ein Thema? 3 Was ist der Nutzen für den BI-Anwender? 4 Wird das Data Warehouse überflüssig? 5 Und jetzt? CUBUS AG Zentrale Bahnhofstraße 29 I Herrenberg (Germany) I Telefon I Fax I

3 Zielsetzung dieses Whitepapers Derzeit wird das Thema SOA kurz für Service Oriented Architecture oder deutsch Serviceorientierte Architektur - in der IT-Welt sehr intensiv diskutiert. Ein SOA-Kongress und -Artikel reiht sich an den anderen und der Aufklärungsbedarf scheint immer noch gewaltig zu sein. Das mag daran liegen, dass viele der angebotenen Informationen so technisch sind, dass sie nur ein Entwickler verstehen kann. Ist wirklich etwas dran an SOA oder ist alles nur ein riesiger Hype? Warum wird SOA insbesondere von den großen Softwareherstellern so massiv in den Markt hereingetragen? Ist SOA wieder ein neues Versprechen und wie realistisch ist es, dass es eingehalten werden kann? Dieses Whitepaper wendet sich an "Non-IT-People", die grob wissen wollen, um was es bei SOA eigentlich geht und welche Auswirkungen auf die eigene Arbeit möglicherweise zu erwarten sind. Einem gängigen Spruch zufolge ist wenigsten eine Stunde nötig, um SOA zu erklären unser Ziel ist es, dass Sie zum Lesen (und Verstehen) dieses Whitepapers weniger Zeit benötigen. 1

4 S O A Was ist SOA? Hinter SOA steht sowohl eine Idee als auch ein technisches Konzept. Eine SOA-Anwendung ist eine Kombination von verschiedenen Diensten (auch Services genannt). Ein Dienst ist eine Komponente, die eine genau definierte Funktionalität über eine standardisierte Schnittstelle anderen Services oder Anwendungen zur Verfügung stellt. Die Dienste erfüllen jeder für sich eine bestimmte Aufgabe, operieren unabhängig voneinander, sind austauschbar und erweiterbar. Man könnte dies mit dem Prinzip der "Führung nach Zielvereinbarung" (Management by Objectives) vergleichen. Jede Komponente (Dienst) erhält einen klar definierten Auftrag. Jeder Dienst entscheidet für sich, wie er den Auftrag ausführt. Darüber hat die SOA- Anwendung keine Kontrolle (und will sie auch gar nicht). Nach Beendigung der Aufgabe meldet der Dienst den Vollzug und liefert je nach Aufgabenstellung möglicherweise eine Information zurück. Wie im realen Leben muss die Anwendung darauf achten, welche Aufgaben hintereinander abgearbeitet werden müssen (ein Dienst muss auf das Ergebnis eines anderen Dienstes warten) und welche Aufgaben parallelisiert werden können. Die Techniker nennen dies synchrone und asynchrone Dienste. Die Definition der Aufgabe folgt einem festgelegten Standard. Hier werden auch für die Erledigung der Aufgabe benötigte Informationen hinterlegt und definiert in welcher Form eine erwartete Information zurück gebracht werden soll. Diese standardisierte Definition ist die Basis für die Austauschbarkeit und die Wiederverwendbarkeit der Dienste. Das Versprechen der SOA-Architektur ist somit das, was wir eigentlich schon immer haben wollten: eine an Geschäftsprozessen ausgerichtete IT-Infrastruktur, die schnell auf veränderte Anforderungen reagiert und die durch die Wiederverwendbarkeit zudem Kostenvorteile bietet. 2

5 Warum ist das gerade jetzt ein Thema? Die Komplexität der IT-Landschaft hat einen Grad erreicht, der je nach Betrachtungsweise als gerade noch beherrschbar oder als nicht mehr beherrschbar bezeichnet wird. Es wundert daher nicht, dass insbesondere die großen Softwarehersteller das SOA-Konzept massiv forcieren. Es die Chance, die über viele Jahre gewachsenen monolithischen Konstruktionen aufzubrechen und in Einzelkomponenten zu zerlegen. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob man dieses Prinzip auf ein Betriebssystem wie Microsoft Windows, eine ERP-Software oder ein CPM-System anwendet. Es ist aber insbesondere eine Chance für Nischenprodukte und angeblich veraltete Produkte, die sich jedoch in der Praxis bewährt haben und nicht so leicht ablösen lassen. Selbst für ein altes COBOL- Programm kann man ein Web-Service-Interface schaffen und es damit in eine neue, zukunftsorientierte Anwendung integrieren. Kleine Softwareanbieter, die eine spezifische Nische perfekt ausfüllen, können ohne Probleme in eine SOA-Anwendung integriert werden, ohne dass der Anwender dies überhaupt merkt. Grundvoraussetzung ist die Existenz der standardisierten Web-Service-Schnittstelle. Die Anschaffung eines neuen Produkts ohne diese Schnittstelle erscheint aus heutiger Sicht nicht mehr die richtige Wahl zu sein. Was ist der Nutzen für den BI-Anwender? Der Business Intelligence (BI)-Anwender in diesem Fall ist BI auch das Synonym für Business Performance Management (BPM) oder Corporate Performance Management (CPM) sieht sich heute zwei wesentlichen Situation ausgesetzt. Der BI-Markt ist gerade dabei sich zu konsolidieren. Große Anbieter kaufen seit einigen Jahren kleinere Anbieter auf, um ihr eigenes Portfolio Stück für Stück zu ergänzen. Anwender finden sich dann häufig nach dem Kauf in einer Situation, in der zwar alle Softwarekomponenten den gleichen Markennamen tragen, aber nicht wirklich integriert sind und die Wahrnehmung aus den Verkaufsgesprächen einen herben Dämpfer erhält. Auf der anderen Seite ist eines der Grundprobleme von Business Intelligence, Daten aus den unterschiedlichsten, heterogenen Vorsystemen in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen und auf eine einfache Weise den Entscheidungsträgern zur Verfügung zu stellen. Der Zeitfaktor spielt dabei eine wesentliche Rolle, denn der Wert einer Information wird mit jeder verstrichenen Zeiteinheit geringer. Oder anders ausgedrückt: Wie oft lesen Sie die Zeitung von letzter Woche? Das SOA-Konzept kann beide Problemfelder bedienen. Auf der einen Seite können die Anbieter in ihrer eigenen Softwarelandschaft dafür sorgen, dass die erwartete Integration auch tatsächlich funktioniert. Auf der anderen Seite sind die Kunden nicht mehr gezwungen, alles aus einer Hand zu kaufen, denn das SOA-Konzept ermöglicht ihnen, die Integration auf Basis der definierten Standards selbst durchzuführen. Zudem können Informationen direkt, und live über die Web-Service-Schnittstelle aus alten Anwendungen extrahiert und in die neue Anwendung integriert werden. 3

6 S O A Wird das Data Warehouse überflüssig? Wenn alle Informationen in der BI-Anwendung direkt aus den Vorsystemen kommen, ist dann das mit großem Aufwand erstellte und mit noch größerem Aufwand zu pflegende Data Warehouse möglicherweise nicht mehr nötig? Theoretisch ja, aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg und es stellt sich auch die Frage, ob dieses Ziel je erreicht wird. Eine der wesentlichen Aufgaben des Data Warehouses ist es, die unterschiedliche Darstellung gleicher Sachverhalte (wie denken sofort an Kundennummern, Buchungskonten, Produktstammdaten) durch Transformation von Daten zu erreichen. Im SOA-Konzept müsste dann konsequent sichergestellt werden, dass eine konsistente Stammdatennutzung bereits in den Vorsystemen passiert ist. Wünschens- und erstrebenswert ist dies ohne Zweifel, aber wie realistisch ist es, dass dies auch tatsächlich in absehbarer Zeit passiert? Eine weitere wichtige Aufgabe des Data Warehouse ist die Historisierung von Informationen. Auch hier gibt es Zweifel, ob diese Aufgabe von den operativen Systemen in der Zukunft übernommen werden kann. Ein Data Warehouse wird es deshalb wahrscheinlich auch in Zukunft geben, aber möglicherweise nicht mehr in dem Umfang, den wir heute teilweise vorfinden. 4

7 Und jetzt? SOA ist zunächst ein Trend der dem typischen Hype-Verhalten unterliegen wird. Gemäß der Einschätzung der Gartner Group ist es auf dem Weg zum Hochpunkt der Hype-Kurve und wir werden dann sicherlich gemeinsam beobachten wie sich die Ernüchterung einstellt. Bei den meisten Performance Management-Anbietern spielt sich SOA bisher mehr in den Marketing-Abteilungen und (vorerst unsichtbar) in den Entwicklungsabteilungen ab, aber es werden mehr und mehr Produkte auf den Markt gebracht. SOA-Software verspricht nicht nur Flexibilität und Anpassung an die Geschäftsprozesse, sondern auch Kostenvorteile durch schnelle Optimierung und mittelfristige Einsparungen durch Wiederverwendbarkeit. Neuinvestitionen sollten daher natürlich auf die Frage überprüft werden, in welcher Form das Produkt heute schon die SOA-Kriterien erfüllt oder zumindest wie sie in naher Zukunft umgesetzt werden sollen. Eine einzelne Zeile auf einer Powerpoint-Folie des Anbieters ist dabei wie immer schnell geschrieben. Durch ausreichend viele, gut klingende Fachbegriffe kann der Verkäufer vielleicht dafür sorgen, dass die Fragen weniger werden - aber die grundsätzliche Anforderung bleibt. SOA ist im Umfeld entscheidungsunterstützender Systeme (BI, BPM, CPM, Decision Support etc.) für die Zukunft eine echte Chance, Mehrwert für die Unternehmen zu generieren. 5

8 CUBUS AG Zentrale Bahnhofstraße Herrenberg (Germany) Telefon Fax CW G

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