Herausforderungen begegnen

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1 Herausforderungen begegnen Prak0sche Anregungen für den beruflichen Alltag unter Berücksich0gung des ETEP*- Konzepts Arbeitsgruppe im Rahmen der Tagung Junge und Alte Wilde,(LAG Wohnen, Goethe- Universität Frankfurt ) Mar0na Hehn- Oldiges ETEP = Entwicklungstherapie/Entwicklungspädagogik, Konzept zur Förderung sozial- emo0onaler Kompetenzen n. Wood/ adap0ert durch Bergsson, s. Literaturhinweise

2 Die Begegnung 1. Wer definiert welche Handlungen als herausforderndes Verhalten? 2. Welche Gefühle löst das als herausfordendes Verhalten erlebte Handeln eines Menschen bei der professionellen FachkraD aus? Diese beiden subjek0ven Faktoren müssen als solche erkannt werden und in ihrer Bedeutung für die emo0onale und dadurch häufig unprofessionelle Reak0on durch Fachkrä_e in Konfliktsitua0onen berücksich0gt werden.

3 Beziehungsdynamik Professionelle Bezugsperson Mensch mit BeeinträchKgungen Eigene Emotionalität Grundbedürfnisse Entwicklungs ängste Selbstkonzept Durch Beeinträchtigungen veränderte Lebenswirklichkeit Pädagogischer Auftrag Sozial-emotionale Fähigkeiten Lebensalter/ Entwicklungsalter Bild: Quelle: Mar0na Hehn- Oldiges, 2012

4 Die professionelle Fachkra_ - berücksich0gt mögliche für den professionellen Umgang mit herausforderndem Verhalten hinderliche Faktoren, die durch ihr eigenes Selbstkonzept, die eigene Emo0onalität und den pädagogischen Au_rag entstehen können - analysiert das als herausfordernde Verhalten beschriebene Handeln in der Bedeutung für den Menschen mit Beeinträch0gungen

5 Grundannahmen Jedem Verhalten liegt ein Bedürfnis, ein Ziel oder eine Motivation zugrunde, ist also sinnvoll Herausforderndes Verhalten ist - ein Signal für vorhandene Bedürfnisse, Ängste oder Nöte - die derzeit zur Verfügung stehende Fähigkeit, sich mitzuteilen

6 Grundannahmen des Konzepts ETEP 1 Sozial-emotionale Fähigkeiten werden im Laufe des Lebens erworben und lassen sich stufig und hierarchisch aufgebaut beschreiben Herausforderndes Verhalten wird als Entwicklungsverzögerung verstanden Verhalten muss entschlüsselt werden

7 Folgerungen 2 Den Blick auf Stärken richten Der Entwicklungslogik folgen Freude und Erfolg gewährleisten Für bedeutsame Erfahrungen sorgen

8 Den Blick auf die Stärken richten Gesamtes Verhaltensrepertoire wahrnehmen! Präventive Fragestellungen: In welchen Situationen wird erwünschtes Verhalten gezeigt? Reaktionen auf erwünschtes Verhalten durch pädagogische Fachkräfte? Veränderte Haltung: Erreichbare Ziele, erwünschtes Verhalten formulieren Wird erwünschtes Verhalten gezeigt, dieses z.b. zeitnah rückmelden oder spiegeln

9 Der Entwicklungslogik folgen Kenntnis über das Stufenmodell der sozial-emotionalen Entwicklung (Wood/ Bergsson) 3 Veränderte Entwicklungsniveaus des Menschen mit Beeinträchtigungen in der Entwicklung zugrunde legen (Piaget, Leontjew, Pitsch) 4

10 Entwicklungsdiagnos0k In dieser Arbeitsgruppe wird nicht näher auf die Entwicklungsdiagnos0k (ELDIB=Entwicklungspädagogischer Lernziel- Diagnosebogen) nach ETEP eingegangen, s. Fortbildungshinweis und Literatur am Ende der Präsenta0on In der Arbeit mit Menschen, die in ihrer geis0gen Entwicklung beeinträch0gt sind, beziehen wir uns in der Förderplanung ebenso wie das ETEP- Konzept auf entwicklungsorien0erte Diagnoseverfahren. Im Folgenden werden die Stufen nach Wood kurz skizziert und durch eine Tabelle von Pitsch/Thümmel ergänzt, in der deutlich wird, wie sich die Stufen der Entwicklung durch die Beeinträch0gungen verzögern können. Wich0g ist es, sich darüber bewusst zu werden, in welchem sozial- emo0onalen Entwicklungsniveau oder auf welcher Stufe sich der Mensch, der herausforderndes Verhalten zeigt, befindet. Daraus ergeben sich notwendige an der Entwicklung orien0erte pädagogische Maßnahmen und angemessene Erwartungen. Literaturhinweis: Senckel, Barbara (1998): Du bist ein weiter Baum, Entwicklungschancen für geis0g behinderte Menschen durch Beziehung, Verlag Beck, München

11 Stufen der Entwicklung nach Wood/Bergsson 5 Institut für Entwicklungstherapie/Entwicklungspädagogik e.v. (ETEP Europe) Düsseldorf, 2001 Texte, Grafiken und Tabellen adaptiert aus: M.M. Wood et al. (1996): Developmental Therapy - Developmental Teaching. Pro-Ed: Austin, TX

12 Veränderte Entwicklung Stufe III Stufe II Stufe I Tabelle aus: Hans-Jürgen Pitsch, Ingeborg Thümmel (2005): Handeln im Unterricht, Athena Verlag, Oberhausen

13 Beeinträch0gungen in der geis0gen Beeinträchtigungen durch Erkrankungen Entwicklung mit möglichen Auswirkungen auf: Anfallsleiden und Auswirkungen durch Medikamente Veränderung der Entwicklung von Wahrnehmungstätigkeiten Veränderte sozial-emotionale Entwicklung durch die Erkrankung Entwicklungsängste Beeinträchtigungen bei der Befriedigung der Grundbedürfnisse Abwehrmechanismen/Vermeidungsstrategien Sprachentwicklung Bewegungsentwicklung Kognitive Entwicklung Sozial-emotionale Entwicklung Entwicklung der Selbstständigkeit -> Faktoren für das ENTSCHLÜSSELN DES VERHALTENS

14 Freude und Erfolg gewährleisten 6 Für den Menschen erreichbare Ziele formulieren Entwicklungsgemäße Unterstützung durch Bezugspersonen Erwünschtes Verhalten führt zum Ziel, zur Befriedigung eines Bedürfnisses Erwünschtes Verhalten wird als erfolgreich erlebt

15 Für bedeutsame Erfahrungen sorgen 7 Erfahrungen, die persönlich bedeutsam sind und dem Lern- und Handlungsniveau entsprechen, fördern die sozial-emotionale Entwicklung Inhaltliche Angebote müssen den Entwicklungsniveaus angepasst werden Gestalten, Strukturieren von Lernsituationen gemäß den Entwicklungsmöglichkeiten

16 Interven0onsstrategien 8 Agieren stam reagieren Beispiele: Posi0ves Feedback Spiegeln Mo0va0on durch Materialien Strukturierung Rituale Physische Nähe

17 Fußnoten, Literaturhinweise 1 s. Erich, Regina (2007): Kinder mit Verhaltensschwierigkeiten gezielt fördern Das Programm der Entwicklungstherapie/Entwicklungspädagogik, Stumgart 2 vgl. ebda. S vgl. ebda. S. 15ff. 4 Pitsch, Hans- Jürgen/Thümmel, Ingeborg (2005): Handeln im Unterricht, Athena Verlag, Oberhausen 5 vgl. hmp://www.etep.org/seiten/entwickl.htm 6 vgl. Erich, Regina (2005): Entwicklungstherapie/Entwicklungspädagogik Förderung sozialer Kompetenzen im Unterricht in: Zeitschri_ Sonderpädagogik in Bayern, He_ 4/2005 download unter wirtscha_.de, S. 7 7 ebda. S. 7 8 vgl.: Erich, Regina (2007), Kinder mit Verhaltensschwierigkeiten gezielt fördern, Stumgart, S. 107 ff. Häußler, Anne (2005): Der TEACCH Ansatz zur Förderung von Menschen mit AuKsmus Einführung in Theorie und Praxis Verlag borgmann, Dortmund

18 Fort- und Weiterbildung ETEP: Bei Fragen zum pädagogischen Programm der Entwicklungstherapie/Entwicklungspädagogik oder zu Fortbildungsangeboten wenden Sie sich an: ETEP Europe, Marita Bergsson, Internet: hmp://www.etep.org TEACCH: AUTEA GmbH Uech0ngstraße 89a, Gelsenkirchen Telefon: (0209) , Telefax: (0209) E- Mail: Internet:

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