DEPRESSIVER STÖRUNGEN BEI KINDERN UND JUGENDLICHEN

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1 CAMPUS INNENSTADT DEPRESSIVER STÖRUNGEN BEI KINDERN UND JUGENDLICHEN Gerd Schulte-Körne

2 HÄUFIGKEIT DEPRESSIVER STÖRUNGEN IM KINDES- UND JUGENDALTER Vorschulkinder ca. 0,5% Schulkinder ca. 2% Jugendliche 9 13% Geschlechtsunterschiede ab Pubertät > (2:1) 2

3 ALTERSABHÄNGIGE SYMPTOMATIK IM VORSCHULALTER (3-6 JAHRE) Trauriger Gesichtsausdruck Leicht irritierbar und stimmungslabil introvertiert, aber auch reizbar Freudlos/ Spielunlust Appetitmangel Gewichtsverlust BEI SCHULKINDERN Verbale Berichte über Traurigkeit Geringe Frustrationstoleranz Impulsdurchbrüche Selbst-/ Fremdverletzung Schulleistungen nehmen ab Kopf-/ Bauchschmerzen 3

4 IM PUBERTÄTS- UND JUGENDALTER Innere Leere Konzentrationsmangel Leistungsstörungen Freudlosigkeit Suizidalität Sozialer Rückzug Vermindertes Selbstvertrauen Gereiztheit und Aggressivität Psychosomatische Symptome 4

5 VERLAUF Episodenhaften Verlauf - höhere Wiedererkrankungsrate bei jüngeren Menschen. Hohe Komorbidität bei Kinder und Jugendlichen: Störung des Sozialverhaltens (40%), Angststörungen (36%), Essstörungen (15-25%), schulische Entwicklungsstörungen (14%). Hohe Komorbidität zu chronisch körperlichen Erkrankungen, wie z.b. Asthma, Adipositas, Diabetes mellitus 5

6 INANSPRUCHNAHME PROFESSIONELLER HILFEN Depressive Störungen werden im allgemeinen Gesundheitssystem zu wenig und zu spät erkannt. Hilfen werden zu wenig in Anspruch genommen. Finnland: Ca. 50% der Familien mit einem 8Jährigen mit psychischen Problemen sucht professionelle Hilfen auf. Nur 2% der 18-Jährigen sucht professionelle Hilfe auf. USA (2104): nur ca. 40% der Jugendlichen in Behandlung 6

7 BEHANDLUNG

8 SÄULEN DER DEPRESSIONSTHERAPIE BEI KINDERN UND JUGENDLICHEN Psychotherapie Medikamentöse Behandlung Beratung, Psychoedukation Unterstützung im psycho-sozialen Netzes 8

9 BEHANDLUNGSLEITLINIEN Zu depressiven Störungen bei Kindern und Jugendlichen Evidenz- und konsensbasierte Leitlinie (S3) 2013 Veröffentlichung ( 9

10 PRÄVENTION

11 BEGRÜNDUNG FÜR PRÄVENTION Prävalenz Hohe Prävalenz depressiver Störungen bei Kinder und Jugendlichen, die Hälfte aller behandlungsbedürftigen psychischen Störungen beginnt bereits im Alter von 14 Jahren Behandlung Hohe Rate an Nicht-Behandlung (bis zu 60%) Anzahl der Behandlungsplätze reicht nicht aus, um alle Kinder und Jugendliche zu behandeln. Kosten- Nutzen Prävention meist günstiger als Behandlung Psychische Erkrankungen im Kindes und Jugendalter nachhaltigen Einfluss auf die soziale Entwicklung und auf das psychosoziale Entwicklungsniveau 11

12 SELEKTIVE PRÄVENTION Ziel: ein bereits bestehendes Erkrankungsrisiko zu vermindern Zielgruppen: ausgewählte Kinder, Jugendliche und ihre Familien z.b.: Kinder von Eltern mit einer psychischen Erkrankung (Depression), Kinder, mit einem erhöhten Risiko (z. B. länger bestehende Angststörung) Methodik: Psychoedukation, Methoden der Verhaltenstherapie, Einbezug der Familie Vorteile: höherer Wirksamkeit als universelle Prävention 12

13 UNIVERSELLE PRÄVENTION Ziel: allgemeine Risikofaktoren, wie z. B. mangelnde Stressverarbeitungs- und Problemlösungsstrategien zu vermindern. Zielgruppe: unselektiert Kinder und Jugendliche der Allgemeinbevölkerung, z.b. Schulklassen Methodik: Stärkung von Resilienz z. B. durch das Lernen von alternativen Denk- und Problemlösestrategien, der Verbesserung des Umgangs mit Stresssituationen durch Stärkung der sozialen Kompetenz. Vorteile: Größere Populationen werden erreicht Keine Stigmatisierung von einzelnen Schülern Meist kostengünstig und wenig zeitintensiv Nachteil: geringe bis fehlende Wirksamkeit 13

14

15 AUSGANGSLAGE Kinder depressiver Eltern weisen ein ca. 3-fach erhöhtes Risiko auf, selbst an einer depressiven Störung zu erkranken ca. 30% der stationär psychiatrisch behandelten Patienten sind Eltern von minderjährigen Kindern ca. 3 Millionen betroffene Kinder in Deutschland haben Eltern mit depressiven Episoden 15

16

17 Das PRODO-Team Kontakt: Tel Projektleitung: Dr. Belinda Platt & Prof. Dr. med. Gerd Schulte-Körne Team: Johanna Löchner & Kornelija Starman, Lina Engelmann, Alessandra Voggt, Fabian

18 Prof. Dr. Gerd Schulte-Körne Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universität München Nußbaumstr. 5a München Tel Fax

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