Impressum: Personen und Handlungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

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2 Impressum: Personen und Handlungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt. Besuchen Sie uns im Internet: Papierfresserchens MTM-Verlag GbR Oberer Schrannenplatz Lindau Telefon: 08382/ Alle Rechte vorbehalten. Erstauflage 2015 Lektorat: Melanie Wittmann Herstellung: Redaktions- und Literaturbüro MTM Cover und Illustrationen: Kathrin Willert Druck: AJS Vilnius Gedruckt in der EU ISBN:

3 Kapitel 1 Schlaf gut, Stella, und träum etwas Schönes. Schnell gab ihr ihre Mama noch einen Kuss, deckte sie zu und ging aus dem Zimmer. Wie jeden Abend hatten ihre Eltern sie ins Bett gebracht. Und wie jeden Abend hatten sie ihr schöne Träume gewünscht. Träume, was waren schon Träume? Stella war sechs Jahre alt und ja, manchmal hatte sie beim Schlafen kleine Geschichten im Kopf. Von Prinzessinnen oder von Elefanten mit bunten Ohren. Stella tanzte für ihr Leben gern. Nie konnte sie still sitzen oder stehen, ohne sich zu drehen und zu hüpfen. Sie wollte Balletttänzerin werden und so träumte sie oft davon, wie das Leben dann wohl so wäre. Und mit diesen Gedanken schlief sie schnell ein. Es war ein sonniger Morgen. Als Stella erwachte, lag sie mitten auf einer großen bunten Wiese. Das Gras duftete und überall waren die schönsten Blumen in vielen Farben zu sehen. Wo bin ich denn hier?, fragte sie sich. Gestern Abend lag ich doch noch in meinem Bett. Was war passiert? Mama hat mir schöne Träume gewünscht, überlegte Stella. Und jetzt bin ich in einem Traum. Es fühlt sich aber so echt an. Stella stand auf und schaute sich um. Irgendwo hinter ihr plätscherte ein kleiner Fluss. Neugierig lief sie dorthin. Sie planschte mit ihren Händen im Wasser und es spritzte wild nach allen Seiten. Plötzlich hörte sie eine leise Stimme rufen: Igitt, pass doch auf! Ich werde ja ganz nass. Schnell schaute sich Stella nach allen Seiten um und entdeckte neben sich ein kleines Wesen. Es war ein winziges Mädchen mit 3

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5 wuscheligen Haaren und hatte ein hübsches Kleidchen an. Außerdem hatte es rosa Flügel und an den Füßen trug es Ballettschuhe. Wer bist du denn?, fragte Stella. Ich bin Tabi, antwortete das fremde Mädchen. Wieso bist du so groß und woher kommst du? Ich bin Stella. Und eigentlich lag ich gestern Abend noch in meinem Bett. Wo bin ich hier? Du bist in Blütenstadt. Und ich bin eine Elfe, eine Ballettelfe. Überrascht und fasziniert schaute Stella die Kleine an. Du bist eine Ballettelfe? Ich möchte auch so gerne Balletttänzerin werden, sagte sie mit leuchtenden Augen. Darf ich mit dir kommen? Ich möchte alles über Ballett lernen. Bitte nimm mich mit! Tabi musste nachdenken. Nein, das geht nicht. Fremde dürfen eigentlich nicht in unsere Welt. 5

6 Stella blickte sie traurig an. Eine Träne lief ihr über die Wange. Enttäuscht drehte sie sich um und wollte davongehen. Doch plötzlich rief Tabi sie zurück: Na gut, aber du darfst niemandem von uns erzählen. Wir sind nur ein kleines Volk und leben versteckt. Unsere Feinde, die Grummelmonster, mögen keine Musik und keinen Tanz. Deswegen wollen sie uns vernichten. Aber nun haben wir endlich ein ruhiges Plätzchen gefunden, wo uns keiner aufspürt. Wir können dort tanzen und laut Musik machen, ohne jemanden zu stören. Stella nickte Tabi zu. Ich verspreche es, ich werde niemandem etwas von euch erzählen, schwor sie feierlich. Die beiden Mädchen nickten sich zu und begannen übermütig zu lachen. Doch plötzlich verstummte Tabi und sah Stella von oben bis unten an. Aber so groß, wie du jetzt bist, kann ich dich unmöglich mitnehmen. Du würdest alles kaputt machen und meine Leute zu Tode erschrecken. Wir müssen dich erst schrumpfen. Schrumpfen?, fragte Stella erschrocken. Wie soll ich denn schrumpfen? Tabi überlegte kurz und sprach dann: Siehst du da vorn den großen Baum mit den bunten Früchten? Die gelben sind Schrumpfpflaumen und die violetten sind Riesenwuchsäpfel. Isst du eine Frucht, wirst du dich im Nu verwandeln. Stella traute dem Ganzen nicht so recht und schaute Tabi fragend an. Aber schließlich wollte sie mit nach Blütenstadt und so nahm sie all ihren Mut zusammen und biss in eine gelbe Schrumpfpflaume hinein. Sie schmeckte ziemlich süß. Kaum hatte sie die Fruchtstücke hinuntergeschluckt, fühlte sie sich ganz merkwürdig und die Welt um sie herum wurde immer größer und größer. Und ehe sie sich versah, war sie genauso klein wie die Elfe Tabi. Nun konnten sich die beiden Mädchen richtig begrüßen, sie umarmten sich und sprangen fröhlich tanzend umher. Anschließend begaben sie sich auf den Weg nach Blütenstadt. Stella hatte ein bisschen Angst davor, was sie erwartete, doch ihre Neugier war viel zu groß, um einen Rückzieher zu machen. 6

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