Wie zwei Bären wieder Freunde werden

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1 Pavel und Mika Wie zwei Bären wieder Freunde werden In einem wunderschönen Wald leben zwei Bären, ein großer und ein kleiner. Der große Bär heißt Pavel und der kleine Mika. Die beiden sind die besten Freunde, die es auf der ganzen Welt gibt.

2 Jeden Tag toben sie zwischen den Bäumen umher uns spielen Fangen. Der kleine Mika kann viel schneller laufen als der große, dicke Pavel. Manchmal bleibt Mika stehen und ruft laut: Fang mich doch, Pavel! Und Pavel keucht und lacht: Warte nur, gleich hab ich dich!

3 Wenn sie zusammen Fische fressen, erzählt Pavel viele schöne Geschichten. Mika hört aufmerksam zu. Mit großen Augen staunt er über alles, was der Große Bär berichtet: Ooooh! Ist das wirklich wahr? Dann nickt Pavel bedächtig: Ja, das ist wahr!

4 Am liebsten hört Mika zu, wenn Pavel von Gott erzählt: Gott kümmert sich um alle Tiere, die großen und die kleinen. Denn er hat die Welt geschaffen: die Blätter, die im Frühling grün werden, und die bunten Blumen. Auch die Sonne, die dein nasses Fell ganz schnell wieder trocknet, und den Mond, der in der Nacht scheint, damit es im Wald nicht so dunkel ist. Dann staunt der kleine Bär: Wir sind für Gott wichtig, stimmt s Pavel? Pavel nickt dann und lächelt: Ja, ganz wichtig, kleiner Mika.

5 Mika ist ein neugieriger kleiner Bär. Alles will er wissen. Warum sind die Blätter erst grün und werden dann im Herbst so schön bunt? Sammeln nur die Bienen den Honig, oder können das auch die Marienkäfer? Wieso kann ich am Tag die Sterne nicht sehen? Warum hat Gott manche Tiere so klein und andere so groß gemacht? Bei so vielen Fragen schüttelt Pavel lachend den Kopf und brummt: Du kleiner, neugieriger Bär. Wie soll ich das alles wissen?

6 Im Herbst machen sich die beiden auf zu einer gemütlichen Höhle. Dort wollen sie den Winter verbringen. Als der erste Schnee fällt, kuschelt sich Mika eng an Pavel und sagt: Ich bin so froh, dass ich dich habe, Pavel! In dieser großen Höhle habe ich ohne dich Angst! Und bei dir ist es schön warm! Bist du auch froh, dass wir uns haben, Pavel? Pavel brummt zufrieden, legt seine Tatzeliebevoll um Mika und sagt: Ja, Mika, ich bin auch froh, dass wir uns haben. Dann machen beide die Augen zu und schlafen, bis es Frühling wird.

7 Endlich ist der Frühling da. Der kleine Bär wacht als erster auf. Er reibt sich die Augen. Da hört er einen Vogel zwitschern. Sofort rüttelt er den großen Bären wach und ruft ungeduldig: Pavel, wach auf! Es ist Frühling! Ich habe Hunger und will mit dir spielen! Pavel gähnt und brummt verschlafen: Schüttele mich nicht so! Ich bin ja schon wach!

8 Holst du mir etwas zu fressen? Ich warte hier auf dich!, bittet Mika. Pavel nickt und trottet zum Fluss, um Fische zu fangen. Mika bleibt vor der Höhle sitzen und beobachtet ein paar Vögel, die zwischen den Bäumen umherfliegen und ein fröhliches Lied zwitschern. Was die wohl singen?, denkt er. Ich muss Pavel fragen!

9 So schnell er kann, läuft er zum Fluss. Schon von weitem sieht er Pavel am Ufer stehen. Pavel! Welches Lied singen die Vögel, fragt er. Doch das Wasser rauscht so laut, dass Pavel ihn nicht hört. Pavel schaut nur nach den Fischen und bemerkt den kleinen Bären nicht. Mika sieht verwundert zu seinem großen Freund hinüber. Pavel, warum antwortest du nicht? Bist du böse, weil ich dich geweckt habe? Oder traurig, weil du die Fische allein fangen musst?

10 Warum bin ich nicht gleich mit ihm gegangen? Bestimmt fängt er nur etwas für sich und gibt mir nichts ab? Oh weh, was mache ich nur? Am besten verstecke ich mich hier, bis Pavel alle seine Fische gefressen hat. Und dann fange ich mir selbst welche, denkt Mika. Als Pavel mit seinen Fischen zur Höhle geht, ist Mika verschwunden. Hm, vielleicht ist er zum Fluss gelaufen, weil er so ein ungeduldiger kleiner Bär ist, denkt Pavel. Schnell macht sich der große Bär wieder auf den Weg zum Fluss.

11 Als Pavel beim Fluss ankommt, traut er seinen Augen nicht: Mika hat sich selbst Fische gefangen. Aber warum? Will er meine Fische nicht? Oder mag er nicht mit mir zusammen sein, weil ich beim Fressen so viel erzähle? Dann ist es wohl besser, wenn ich keine Geschichten mehr erzähle, denkt Pavel. Traurig schleicht er zurück zur Höhle. Aber die Fische schmecken ihm nicht so gut wie sonst. Einige Zeit später kommt auch Mika zurück. Aber die beiden freuen sich nicht, als sie sich sehen. Nur ein trauriges Hallo! sagen sie einander. Mika denkt: Pavel hat seine Fische allein gefressen! Er wollte wirklich nicht mit mir teilen. Vielleicht wird alles wieder gut, wenn er mir eine Geschichte erzählt.

12 Mika setzt sich neben seinen großen Bärenfreund und wartet. Aber heute gibt es keine Geschichte. Ist Pavel böse auf mich, weil ich immer so viel wissen will? Ich bin lieber ganz still und warte, bis Pavel wieder mit mir spielt. So sitzen die beiden Bären vor ihrer Höhle und keiner sagt ein Wort. Auch der große Bär denkt nach: Mika ist so ruhig. Will er heute nichts von mir wissen? Ist er böse auf mich, weil ich seine Fragen nicht beantworten kann? Vielleicht spielt er lieber mit einem jungen Bären, der schnell ist und ihn immer gleich fangen kann? Es ist am besten, wenn ich Mika in Ruhe lasse.

13 Dann findet er schnell neue Freunde, die besser zu ihm passen, die mit ihm herumtoben können und auf alle Fragen eine Antwort wissen! Der alte, große Bär seufzt: Ich möchte heute allein losziehen! So trottet er davon. Ob er sich jetzt neue Freunde sucht? Warum bin ich ihm bloß immer davon gelaufen? Das war gemein. Aber nun ist es zu spät! Jetzt hat mich Pavel nicht mehr lieb! Mika schluckt ein paar Tränen hinunter, dann trottet er in den Wald. Der kleine Mika sieht im traurig nach. Er denkt: Pavel will sicher nicht mehr mit mir spielen, weil ich ihm beim Fangen immer davon gelaufen bin!

14 Am anderen Ende des Waldes ist Pavel unterwegs. Traurig sieht er zu den Bäumen hinauf uns seufzt: Es ist so langweilig ohne Mika! Mit wem soll ich jetzt durch den Wald toben? Wem soll ich meine Geschichten erzählen? Wer stupst mich jetzt an und flüstert mir leise ins Ohr: Pavel, ich bin so froh, dass ich dich habe!?

15 Und Mika? Traurig tapst er durch den Wald. Er sieht ein Eichhörnchen und denkt: Warum haben die Eichhörnchen so einen buschigen Schwanz? Schade, dass Pavel nicht hier ist! Ich hätte ich nos gerne gefragt! Kurz darauf läuft ihm eine Maus über den Weg. Wo die Mäuse wohl den Winter verbringen? Schade, dass Pavel mir das jetzt nicht sagen kann!, denkt er. Dann trifft er ein Stinktier. Warum hat Gott den Stinktieren nicht einen besseren Geruch gegeben?, fragt sich Mika. Pavel hätte das sicher gewusst. Aber Pavel ist nicht da. Mika fühlt sich schrecklich allein.

16 Huuhuu, warum siehst du denn so traurig aus, kleiner Bär? hört Mika plötzlich eine Stimme über sich. Er sieht nach oben. In einem Baum sitzt der schlaue Uhu Krummschnabel. Ich ich habe keinen Freund mehr!, sagt Mika, und eine dicke Träne rollt über sein Gesicht. Pavel mag mich nicht mehr. Und dann erzählt Mika, was an diesem Morgen passiert ist. Der schlaue Krummschnabel hört aufmerksam zu und schüttelt nachdenklich den Kopf. Und jetzt habe ich keinen Freund mehr!, schluchzt Mika schließlich, dabei habe ich Pavel so lieb! Hast du ihm das gesagt?, fragt der schlaue Uhu? Nein eigentlich nicht, antwortet der kleine Bär. Warum nicht? Ich weiß nicht ich habe gedacht, Pavel mag mich nicht mehr. Weißt du, sagt der schlaue Uhu, Gott hat uns alle geschaffen. Er hat uns unseren Verstand zum Denken gegeben und unseren krummen Schnabel, damit wir miteinander reden.

17 Unsere Ohren hat er gemacht, damit wir den anderen zuhören können, und mit deinen kräftigen Bärentatzen kannst du einen anderen Bären in die Arme nehmen. Damit zeigst du ihm, dass du ihn lieb hast. Gott hat uns so viel gegeben. Ist es da nicht dumm, wenn wir nur unsren Verstand benutzen und alles andere nicht? Mika sieht den schlauen Uhu Krummschnabel an: Du meinst, ich soll nicht nur denken, sondern ich soll mit Pavel reden und ihm zuhören? Soll ich einfach zu ihm gehen und ihm sagen: `Pavel, ich hab dich lieb!, und ihn dann ganz fest drücken? Der schlaue Uhu nickt. Danke für den Rat!, sagt Mika und macht sich auf den Weg zu Pavel. Aber wo steckt er? Vielleicht in der Höhle, denkt Mika.

18 Langsam wird es Abend und die Sonne geht unter. Pavel irrt traurig durch den Wald. Wie schön wäre es jetzt, wenn ich den kleinen Mika im Arm hätte. Aber er hat sicher schon einen neuen Bärenfreund gefunden, seufzt er. Als es kühler wird, denkt er an die gemütliche Höhle und macht sich auf den Weg nach Hause. Und wen sieht er bei der Höhle? Es ist Mika, sein kleiner Mika, ganz allein, ohne einen neuen Bärenfreund. Pavel nimmt allen Mut zusammen und sagt: Hallo Mika! Ich freue mich so, dich wieder zu sehen.

19 Mika strahlt ihn glücklich an. Ich habe dich so vermisst, Pavel! Ich dachte, du hast mich nicht mehr lieb, weil ich so viel frage, so ungeduldig bin und schneller laufen kann als du! Ich dachte, du willst deine Ruhe haben. Nun wundert sich auch Pavel: Aber Mika, wie kommst du nur auf solche dummen Gedanken? Ich habe dich doch lieber als alles auf der Welt! Ich mag deine Fragen und deine Ungeduld und finde es schön, wenn wir zusammen spielen. Ich dachte nur, du spielst lieber mit anderen kleinen Bären. Mika sieht ihn mit großen Augen an: Warum hast du nur so einen Unsinn gedacht? Ich mag deine Geschichten, und ich will niemals einen anderen Freund haben als dich! Ich hab dich doch lieb! Komm in meine Arme, kleiner Mika! Mit seinen kräftigen Tatzen schließt Pavel seinen Bärenfreund fest in die Arme.

20 Pavel nickt und drückt seinen kleinen Freund fest an sich: Da hast du Recht, du schlauer Mika! So machen wir es! Ich bin so froh, dass ich dich habe!, sagt Mika und geht mit seinem Freund Pavel in die Höhle. Ich auch, sagt Pavel. Aber nun lass uns schlafen, es ist schon spät! Die beiden legen sich in eine gemütliche Ecke. Glücklich schlafen sie ein. Und im Traum spielen sie Fangen und fressen Fische und lachen miteinander.

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