Palliative Care. In der Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung

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1 Palliative Care In der Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung DGKS Patrizia Pichler Trainerin für Palliative Care und Hospizarbeit Lebens - und Trauerbegleiterin

2 End of live Care

3 Palliative Care Pflege Aufmerksamkeit Liebevoll Lindern von Leidem und Schmerzen Intensive Betreuung Achten der Menschenwürde Trösten und Halt geben Individuelle Versorgung anbieten Verantwortungsvolle Zusammenarbeit mit ALLEN Beteiligten (Aus: Palliativpflege in und um Alfeld 2008)

4 Was ist Palliative Care? Palliative Care ist ein Ansatz, der die Lebensqualität von PatientInnen, und ihren Familien verbessert, die sich mit Problemen konfrontiert sehen, wie sie mit lebensbedrohlichen Erkrankungen verbunden sind. Dies geschieht durch die Verhütung und Erleichterung von Leidenszuständen, indem Schmerzen und andere Probleme (seinen sie körperlicher, psychosozialer oder spiritueller Art) frühzeitig entdeckt und exakt eingeordnet werden. (Anders leben, anders sterben, Evelyn Franke)

5 Was bedeutet der Begriff Palliative Care? Pallium (lat.): der Mantel To care (englisch): Pflege, Betreuung, Fürsorge, Vorsicht, Obhut, Sorgfalt, Umsicht, Zuwendung, Behutsamkeit, Obacht

6 Caring versus Pflegen Caring ist ein menschliches Merkmal Caring beinhaltet Empathie Caring ist eine moralische Pflicht Caring beinhaltet eine Interaktion zwischen Menschen Caring erfordert Interventionen

7 Palliative Care als Herausforderung Patientenorientierung Sterben und Tod Schmerz- und Symptommanagement Angehörige einbeziehen Multiprofessionalität und Interdisziplinarität

8 Palliative Care bietet Entlastung von Schmerzen und anderen belastenden Symptomen an; betont das Leben und betrachtet das Sterben als einen normalen Prozess; hat die Absicht den Eintritt des Todes weder zu beschleunigen noch ihn hinauszuzögern; integriert psychologische und spirituelle Aspekte der Fürsorge für den Patienten;

9 bietet ein Unterstützungssystem an, das es dem Patienten ermöglicht sein Leben so aktiv wie möglich bis zum Tode zu leben; bietet ebenso ein Unterstützungssystem für Familien an, um die Belastungen während der Krankheit des Patienten und die der eigenen Trauer zu bewältigen;

10 nutzt einen Teamansatz, um den Bedürfnissen des Patienten und seiner Familie zu begegnen, was die Trauerberatung soweit erforderlich einschließt will die Lebensqualität verbessern und kann den Verlauf der Krankheit positiv beeinflussen;

11 wird bereits früh im Verlauf der Erkrankung angewandt, in Verbindung mit anderen Therapieformen, die darauf abzielen das Leben zu verlängern wie z. B. Chemo- und Strahlentherapie und schließt solche Untersuchungen ein, die dazu dienen, belastende klinische Komplikationen besser zu verstehen und damit umzugehen

12 Wo soll Palliative Care angewandt werden? Nach den Grundsätzen von Palliative Care kann und sollte in jedem Zuhause (ob Pflegeheim, privates Zuhause, Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, also überall dort wo Menschen leben bis zuletzt) betreut werden. Häufig löst der Vorschlag der Implementierung von Palliative Care in Einrichtungen Abwehr aus und das Gefühl: was denn noch alles und was ist das überhaupt Palliative Care schon wieder so ein neuer englischer Begriff!!

13 Der Ansatz Palliative Care bedeutet nicht: mehr Aufwand mehr Dokumentation mehr Arbeit mehr Tun

14 Palliative Care zeichnet sich aus durch: Konzentration auf das Wesentliche Überlegtes und begründetes (Weg-) Lassen Ausgangspunkt der Überlegungen ist immer der erkrankte und sterbende Mensch in seiner letzten Lebensphase Er bestimmt die Richtung und das Tempo

15 Palliative Care als Handlungs- und Betreuungskonzept in der letzten Lebensphase bedeutet nicht mehr Tun, sondern anderes Tun und Lassen

16 Ziele der Palliative Care Maximierung der Lebensqualität Definition der Lebensqualität aus der Sicht des Patienten Radikale Patientenorientierung (Bewohnerorientierung) Therapie darf nicht belasten So schonend wie möglich

17 Palliative Care hilft dem Patienten, dem Bewohner, dem Menschen mit Behinderung SEIN LEBEN zu leben!!

18 Palliative Care Kompetenz im Überblick Haltung dem Leben und Sterben gegenüber Fachwissen Kompetenz in ethischen Entscheidungen Kommunikation Interprofessionelle Zusammenarbeit Gefühle, Mitgefühl, Rituale Akzeptanz des Einfach Da Seins (Nichts tun können) Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit

19 Heilerziehungspfleger, Sozialpädagogen, Rehabilitationspädagogen, haben in ihren Ausbildungen gelernt. Menschen mit Behinderungen in ihrem Alltag zu begleiten, ihre Möglichkeiten zu erkennen und Hilfsangebote zur Alltagsbewältigung zu organisieren

20 Sie sind von ihren (Grund-)Ausbildungen nicht darauf vorbereitet..einen sterbenden Menschen entsprechend den Notwendigkeiten und seiner Bedürfnisse zu begleiten

21 Aber..wer ist schon ohne dafür notwendige Weiterbildung darauf vorbereitet??

22 Deshalb ist es wichtig. Betreuende Menschen in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung entsprechend ihren speziellen Bedürfnissen in Palliative Care zu schulen Mitarbeitende in der Behindertenhilfe ebenso entsprechend ihrem besonderen Alltag zu schulen, da sie bei ihren zu Betreuenden auf andere kognitive, sprachliche, emotionale Möglichkeiten treffen.

23 Sie sind wichtig!!! Die Sterbenden sind wichtig, weil es sie gibt. Sie sind bis zum letzten Augenblick ihres Lebens wichtig, Und wir werden alles tun, damit sie nicht nur in Frieden sterben, sondern auch bis zuletzt leben können Cicely Saunders

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