Die Klein- und Mittelunternehmen Rückgrat der Schweizer Volkswirtschaft

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1 Statistik der Schweiz Die Klein- und Mittelunternehmen Rückgrat der Schweizer Volkswirtschaft Eine Analyse anhand der Betriebszählungen 1985, 1991, 1995, 1998 und 2001 durch das Forschungsinstitut für Empirische Ökonomie und Wirtschaftspolitik (FEW-HSG) Projektleitung Projektbearbeitung Prof. Dr. Franz Jaeger Dipl.-Volksw. Carolin Helwig Lic.oec. HSG Robert Oleschak Informatische Projektmitarbeit Herausgeber Dr. Klaus Edel Bundesamt für Statistik (BFS) Office fédéral de la statistique (OFS) Neuchâtel, 2003

2 IMPRESSUM Herausgeber: Bundesamt für Statistik (BFS) Auskunft: Autor: Realisierung: Vertrieb: Bestellnummer: Preis: Fr. 17. Reihe: Fachbereich: Originaltext: Titelgrafik: Grafik/Layout: Auskunftsdienst Betriebszählung Tel , Forschungsinstitut für Empirische Ökonomie und Wirtschaftspolitik (FEW-HSG) Prof. Dr. Franz Jaeger, Dipl.-Volksw. Carolin Helwig, Lic.oec. HSG Robert Oleschak Zu danken bleibt denjenigen FEW-Mitarbeitern, die den Text der vorliegenden Studie nicht nur sorgfältig Korrektur gelesen, sondern auch mit zahlreichen kritischen Über legungen und vielen kreativen Anregungen bereichert haben. Es sind dies: Urs Bernegger, Christoph Brunner, Stefan Bühler, Jürg Furrer, Robert Hartl, Jochen Hartwig, Ruedi Minsch und Eva Poen. BFS, Sektion Unternehmen und Beschäftigung Bundesamt für Statistik, CH-2010 Neuchâtel Tel / Fax / Statistik der Schweiz 6 Industrie und Dienstleistungen Deutsch Roland Hirter, Bern BFS Copyright: BFS, Neuchâtel 2003 Abdruck ausser für kommerzielle Nutzung unter Angabe der Quelle gestattet ISBN:

3 Inhaltsverzeichnis Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse 1 Résumé des principaux résultats fournis 6 1 Einleitung Auftrag und Aufbau der Studie Die Betriebszählung Definitionen Die Grundgesamtheit Beschäftigung und Beschäftigte Definition der KMU: Die Grössenklasse Arbeitsstätten und Unternehmen Struktur und Strukturwandel Einleitung Daten der Betriebszählungen Begriffe Zur Vorgehensweise Der Einfluss des Strukturwandels auf die KMU Angebotsseitiger Strukturwandel Nachfrageseitiger Strukturwandel Strukturwandel und Grössenstruktur Strukturwandel und konjunkturelles Umfeld Gesamtwirtschaftliche Bedeutung der KMU und Vergleich mit der EU Auswertung standardisierter Strukturmerkmale Sektoranalyse Die Branchenanalyse: Ein Überblick Weitere Einflüsse des Strukturwandels auf die Grössenstruktur Beschäftigung nach Geschlecht und Herkunft Einleitung iii

4 2.5.2 Gesamtbeschäftigung KMU Teilzeitbeschäftigung Vergleich Grossunternehmen und KMU Beschäftigung Schweizer/Ausländer im KMU-Bereich Verflechtung mit dem Ausland Einleitung Daten der Betriebszählung Definitionen Zur Vorgehensweise Struktur der grenzübergreifenden Beteiligungen FDI und Unternehmensgrösse Beschäftigungswirkungen von FDI Beschäftigungswirkung im Ursprungsland Beschäftigungswirkung im Empfängerland Zur Konjunkturresistenz des KMU-Sektors Einleitung Masse für die Konjunkturresistenz und Vorgehensweise Vergleich der Veränderungsraten der Beschäftigung Arbeitsstättenschliessungen Vorgehensweise und Daten Ergebnisse Zur Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz als KMU- Standort Auswertung der Umfrageergebnisse Fragestellung und Datenmaterial Strukturelle Merkmale der befragten Unternehmen Stärke-/Schwächeprofil des KMU-Standortes Schweiz Forschungs- und Ausbildungsbedingungen in der Schweiz Rekrutierungssprobleme des schweizerischen Arbeitsangebots für KMU-Bedürfnisse Analyse des Marktmachtproblems Unternehmens- und Arbeitsstättenverlagerung in der Schweiz Umfrageergebnisse: Ausmass und Gründe der Standortverlagerung Daten der Betriebszählung und Definitionen iv

5 5.2.3 Einfluss von Branche und Unternehmensgrösse auf die Migrationsrate Standortwechsel rasch wachsender Firmen Abbildungsverzeichnis 97 Tabellenverzeichnis 99 Literaturverzeichnis 103 Anhang 107 v

6

7 Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse Gesamtwirtschaftliche Bedeutung Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der KMU ist vor allem in Bezug auf die Zahl der Unternehmen, wie auch der Beschäftigten, über alle Betriebszählungen hinweg betrachtet, ausserordentlich gross. Der Anteil der KMU an allen Unternehmen liegt über den Zeitraum 1985 bis 2001 bei mindestens 99.6%. Gleichzeitig arbeiten über 2/3 aller Beschäftigten in KMU. Innerhalb der drei Grössenklassen der KMU spielen die Kleinstunternehmen die wichtigste Rolle: Sie machen im Jahr 2001 knapp 88% aller Unternehmen aus und sind Arbeitgeber von über 25% aller Beschäftigten. Zum Vergleich: Die Grossunternehmen, welche 0.35% von allen Unternehmen ausmachen, beschäftigen knapp 1/3 der Erwerbstätigen. Die Kleinstunternehmen weisen zudem im Zeitraum von eine stärkere Wachstumsrate der Beschäftigten als die Grossunternehmen auf. Ihre Anteile nehmen tendenziell zu. Bei den Anteilen der Unternehmen in den jeweiligen Grössenklassen ist zu beobachten, dass die Klein- und Mittelunternehmen zugunsten der Kleinstunternehmen Anteile eingebüsst haben. Die Grossunternehmen dagegen stellen konstant den gleichen Anteil. Strukturwandel Die Schweizer Wirtschaftsstruktur unterliegt einem permanenten Wandel. Als wichtige Treiber des Strukturwandels werden angebotsseitig die technologische Entwicklung, die unterschiedlichen Produktivitätsentwicklungen einzelner Branchen und Sektoren sowie der Wandel in der Zusammenarbeit zwischen Gross- und Kleinunternehmen genannt. Nachfrageseitig werden aus langfristiger Sicht demographische Entwicklungen eine wichtige Quelle des Strukturwandels sein. Aus mittel- bis kurz- 1

8 fristiger Sicht spielen die Individualisierung der Nachfrage und die Zunahme des Konsums von Wahlgütern eine wichtige Rolle. Unklar ist es jedoch, ob der beobachtete Strukturwandel aus volkswirtschaftlicher Sicht positiv oder negativ zu bewerten ist. Wächst die Beschäftigung in Unternehmen und Branchen auf offenen Märkten mit wirksamem Wettbewerb, so ist das positiv zu bewerten. Findet das Wachstum jedoch auf Märkten statt, die durch künstliche Handelsbarrieren oder Wettbewerbsbeschränkungen anderer Art charakterisiert sind, so ist dies kritisch zu beurteilen, da es sich oft um Branchen mit schwacher Produktivität und, international betrachtet, mit zu hohen Preisen handelt. Ausgehend von einer Übersicht über die gegenwärtige Struktur, werden Thesen über den Strukturwandel und seine Auswirkung auf die drei Grössenklassen der KMU erarbeitet und diese anhand von Betriebszählungsdaten des Bundesamtes für Statistik überprüft. Die Indikatoren für den Strukturwandel sind die Beschäftigung und die Zahl der Unternehmen bzw. Arbeitsstätten. Daten über die Wertschöpfung und den Umsatz lagen zu Handen dieser Studie nicht vor. Die Analyse wird sowohl für den zweiten wie für den dritten Sektor, als auch differenziert nach Branchen durchgeführt. Sektoranalyse Der Dienstleistungssektor weist weitgehend kleingewerbliche Strukturen auf. Mit den Daten der Betriebszählungen konnte gezeigt werden, dass je geringer die Unternehmensgrösse ist, umso grösser ist der Anteil der im Dienstleistungssektor tätigen Unternehmen. Im Zeitraum 1991 bis 2001 ist weiterhin generell ein Trend zur Tertiarisierung festzustellen. Dieser Trend wird, bei abnehmender Tendenz, allerdings zur Zeit noch am stärksten von den Grossunternehmen getragen. Im schrumpfenden 2. Sektor waren es wiederum die Kleinstunternehmen deren Zahl und deren Beschäftigung im Gegensatz zu allen anderen Grössenklassen zulegten bzw. am wenigsten stark zurückgingen. Diese Entwicklungen weisen darauf hin, dass die Kleinstunternehmen vor allem im Industriesektor zunehmend Tätigkeiten von Grossunternehmen übernehmen, da sie aufgrund des technologischen Wandels auf der einen Seite auch kleine Serien effizient produzieren können und auf der anderen Seite die individualisierte Nachfrage dank der kundenorientierten Kleinproduktion besser zu befriedigen vermögen. Auf der anderen Seite haben sich viele Grossunternehmen im Verlauf der Zeit vom traditionellen Industrie- in ein modernes Dienstleistungsunternehmen verwandelt. 2

9 Branchenanalyse Die Branchen weisen oftmals Grössenstrukturen auf, die dem gesamtwirtschaftlichen bzw. sektoralen Muster sehr ähnlich sind. Viele kleine Unternehmen stehen wenigen grossen Unternehmen gegenüber. Zu den Faktoren, welche die Grössenstruktur und damit das relative Gewicht der KMU in den einzelnen Branchen bestimmen, zählt neben der Kapitalintensität und den Möglichkeiten zu Skalen- und Verbundvorteilen auch die lokale Ansiedlung der Produktion. Die Ergebnisse zeigen, dass Branchen mit hoher Produktivität eher grossbetrieblich strukturiert sind. Unterstellt man einen positiven Zusammenhang zwischen Produktivität und Kapitalintensität, so lässt sich schliessen, dass auch Branchen mit hoher Kapitalintensität eher grossbetrieblich organisiert sind. Eine synoptische Analyse des Wachstums der Beschäftigung in den KMU im Vergleich zu jenem in den Grossunternehmen ergibt, dass die KMU im Zeitraum 1991 bis 2001 vor allem in denjenigen Branchen gewachsen sind, in denen Güter lokal respektive kundennah produziert werden. Dies ist höchstwahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass sich die im Regelfall flexibleren KMU gegenüber den Grossunternehmen gerade auf solchen Märkten besser zu profilieren vermögen. Andererseits wächst die Beschäftigung in den KMU jener Branchen, deren Beschäftigten sich auf wenige Lokalitäten konzentrieren, langsamer als in den Grossunternehmen. Beschäftigung nach Geschlecht und Teilzeit Gesellschaftspolitischen Aspekten in den KMU wurde durch eine Auswertung der qualitativen Erhebungsmerkmale der Beschäftigung Rechnung getragen. Dazu gehören die verschiedenen Anstellungsgrade und die Aufteilung der Beschäftigung nach Geschlecht. Die Auswertung zeigt allgemein eine starke Steigerung der Teilzeitbeschäftigung sowie eine stärkere Zunahme der Zahl teilzeitbeschäftigter Frauen, verglichen mit jener der teilzeitbeschäftigten Männer. Letzteres ist hauptsächlich auf eine Steigerung der Zahl Teilzeit-2 (d.h. maximal 50%) beschäftigter Frauen zurückzuführen. Die Teilzeitbeschäftigung insgesamt, besonders jedoch die Zahl der teilzeitbeschäftigten Frauen, korreliert zudem eng und positiv mit dem BIP. Die Vermutung, dass sich die grössere organisatorische Flexibilität der KMU verstärkend auf die Einrichtung flexiblerer Arbeitszeitmodelle wie Teilzeitarbeit auswirkt, konnte mit der Auswertung der Betriebszählungsdaten nicht bestätigt werden. Grossunternehmen sind hinsichtlich der Einrichtung von Teilzeitstellen - besonders für Frauen - offensichtlich besser disponiert. Auch Vollzeitstellen scheinen in den Grossunternehmen stärker von Frauen besetzt zu werden als in den KMU. So weist die 3

10 Frauenbeschäftigung in den Grossunternehmen im Zeitraum ein mehr als doppelt so hohes Wachstum auf als jenes in den KMU. Beschäftigung nach Herkunft Der Anteil der Ausländer an der KMU-Beschäftigung beträgt konstant ca. 25% über alle Betriebszählungen hinweg. Ausländer arbeiten überwiegend im produzierenden Gewerbe/Industrie. In der Baubranche und im Gastgewerbe arbeiten die meisten Ausländer. Beide Branchen sind relativ stark von der verlangsamten Wirtschaftsentwicklung betroffen. Während in der Baubranche besonders die Ausländer unter dieser Entwicklung leiden, ist die Entwicklung im Gastgewerbe gegenläufig: Der Ausländeranteil im Gastgewerbe steigt. Verflechtung mit dem Ausland Die Untersuchungen haben ergeben, dass innerhalb der KMU die internationale Verflechtung mit steigender Unternehmensgrösse zunimmt. Die Grossunternehmen weisen die höchste grenzüberschreitende Verflechtung auf. Die Beschäftigung von Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen, die im Ausland investieren oder an denen umgekehrt ausländische Unternehmen beteiligt sind, wächst stärker als jene von KMU ohne internationale Verflechtung. KMU sind zwar weniger mit dem Ausland verflochten als Grossunternehmen. Sind sie aber auslandorientiert, so sind sie - gemessen am Beschäftigungswachstum - erfolgreicher als diese. Investieren Schweizer Grossunternehmen im Ausland, so tun sie dies in aller Regel, um die Produktion ins Ausland zu verlagern, was für die KMU grössenbedingt weniger möglich ist. Die Investitionen, die ausländische Investoren in inländische Grossunternehmen tätigen, helfen in der Schweiz, den technologischen Fortschritt zu verstärken, erhöhen die Produktivität, führen allerdings sehr oft auch zu Restrukturierungen von Unternehmen, die Arbeitsplätze kosten. Konjunkturresistenz Die Auswertung liefert Hinweise, dass mit kleiner werdender Unternehmensgrösse die Veränderungsraten der Beschäftigung weniger stark schwanken. Die Veränderungsraten in den Grossunternehmen reagieren am stärksten auf konjunkturelle 4

11 Einflüsse. Die KMU wirken folglich konjunkturstabilisierend. Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Zahl der gescheiterten Arbeitsstätten in den KMU diejenige in den Grossunternehmen übersteigt. Dabei lässt sich feststellen, dass mit steigender Unternehmensgrösse im Verhältnis zum Anteil gescheiterter Arbeitsstätten weniger Personal abgebaut wird. Man könnte diesen Befund dahingehend interpretieren, dass Grossunternehmen Kosten durch den Abbau von Arbeitsstätten senken, in denen nicht viele Leute beschäftigt sind, oder sie schichten dieses Personal um. Nicht zu übersehen ist allerdings, dass sich die Restrukturierungsprozesse in den Grossunternehmen, die jüngst einen starken Personalabbau zur Folge hatten, in der Betriebszählung von 2001 noch nicht niedergeschlagen haben. Deshalb ist in der kommenden Betriebszählung ein Strukturbruch zu erwarten, gemäss dem sich der Anteil der abgebauten Beschäftigten in den Grossunternehmen im Vergleich zu den KMU vergrössern wird. Auswertung Umfrage Seit 1998 steht Datenmaterial zur Verfügung, das im Rahmen des Intensivstudiums für Führungskräfte in Klein- und Mittelunternehmen an der Universität St. Gallen (KMU-HSG) erfasst wurde. Darin beurteilen jedes Jahr zwischen 30 und 40 KMU-Eigner bzw. -Führungskräfte die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz als KMU-Standort. Die Schweiz als Wirtschaftsstandort weist demnach für die KMU einige Mängel auf. In erster Linie beklagen die Unternehmer die geringe Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften und den Zugang zu den Kreditund Kapitalmärkten und die hohen Lohnnebenkosten. Zudem wirkt sich der kaufkraftbereinigt überbewertete Wechselkurs des Frankens zunehmend negativ auf die Geschäftserfolge der exportierenden KMU aus. Auf der anderen Seite profitiert der Wirtschaftsstandort Schweiz vor allem vom Arbeitsfrieden und von der Arbeitsqualität. Zusätzlich positiv wirken ein marktwirtschaftlich bewusster Einsatz von Umweltschutzauflagen sowie eine befriedigende Flexibilität des Arbeitsmarktes, welche nach wie vor entscheidend zu der niedrigen Arbeitslosenquote (3,6% im Juni 2003) in der Schweiz beiträgt. Standortverlagerung Bei der Auswertung der Betriebszählungsdaten zum Thema der Standortverlagerung werden nicht die Gründe der Verlagerung untersucht, sondern die Merkmale, die die Standortwechsler auszeichnen. Dazu gehören die Distanz, die Zugehörigkeit 5

12 zum Sektor bzw. der Branche und die Beschäftigung. Ob es sich bei der Standortverlagerung um eine Gesamt- oder um eine Teilverlagerung des Unternehmens handelt und welche Gründe dafür vorliegen, ist Inhalt der Auswertung der Umfrage unter den KMU-Eignern bzw. -Führungskräften. Die Auswertung der Betriebszählungsdaten hat ergeben, dass innerhalb kurzer Distanzen die Migrationsrate (d.h. der Anteil standortwechselnder Unternehmen) der einzelnen Grössenklassen im Dienstleistungsgewerbe sich von derjenigen im Industriegewerbe nicht wesentlich unterscheidet. Die Migrationsrate von Branchen, die relativ viele Beschäftigte aufweisen, wie z.b. im Detailhandel und im Gastgewerbe, sind tief. Das Kredit- und Versicherungsgewerbe weist demgegenüber sehr hohe Migrationsraten auf. Die Migrationsraten liegen um so höher, je kleiner die Unternehmensgrösse ist, weil sich mit weniger Vollzeitäquivalenten eine Verlagerung der Beschäftigung einfacher umsetzen lässt. Vor allem sehr schnell wachsende Kleinstunternehmen wechseln ihren Standort oft. Knapp 20% der Kleinstunternehmen, deren Beschäftigtenzahl sich zwischen 1995 und 2001 mehr als verdreifacht haben, wechselten z.b. ihren Gemeindestandort. Die Standortverlagerungen von KMU erfolgten übrigens öfters absatzorientiert, sind also häufiger offensiv motiviert als jene der Grossunternehmen, die überwiegend kostenorientiert erfolgten, also überwiegend defensiv motiviert sind. 6

13 Résumé des principaux résultats fournis Importance des PME pour l économie L importance des PME pour l ensemble de l économie ressort de tous les recensements des entreprises réalisés; elle se traduit notamment par le nombre de ces entreprises même que par celui des emplois qu elles comptent. Les PME représentaient au moins 99,6% de toutes les entreprises recensées entre 1985 et Elles concentraient par ailleurs plus de 2/3 des emplois de toute la Suisse. Parmi les trois catégories de taille des PME, celle des micro-entreprises est la plus importante: elle regroupait en 2001 près de 88% de toutes les entreprises et concentrait plus de 25% de tous les emplois. En comparaison, les grandes entreprises, qui représentaient 0,35% de toutes les entreprises, regroupaient un peu moins du tiers des emplois recensés. En outre, le taux de croissance de l emploi était plus élevé, entre 1985 et 2001, dans les micro-entreprises que dans les grandes entreprises; le pourcentage des emplois dans les micro-entreprises a ainsi tendance à augmenter. En ce qui concerne la taille des entreprises, on observe une diminution de la part des petites et moyennes entreprises au profit de celle des micro-entreprises. La part des grandes entreprises en revanche est constante. Changements structurels La structure économique de la Suisse subit des changements permanents. Les grands moteurs de ces changements structurels sont, du côté de l offre, l évolution technologique, les différences quant à l évolution de la productivité dans chaque branche et secteur économique, ainsi que les changements observés dans la collaboration entre grandes et petites entreprises. Du côté de la demande, l évolution démographique est une source importante de changements structurels à long terme. L individualisation 7

14 de la demande et l augmentation de la consommation de biens jouent un rôle important dans l évolution structurelle à court et à moyen termes. Les changements structurels observés sont-ils positifs ou négatifs pour l économie? Ces changements sont positifs si la croissance de l emploi dans les branches et les entreprises a lieu sur des marchés ouverts, où la concurrence fonctionne. Si la croissance de l emploi a lieu, au contraire, sur des marchés où la concurrence est entravée par des barrières commerciales ou par d autres obstacles artificiels, ces changements structurels posent problème, car la productivité est généralement faible et les prix sont élevés par rapport à ceux pratiqués dans les autres pays. Différentes thèses sur les changements structurels et leurs conséquences pour les trois catégories de taille des PME ont été élaborées à partir de la situation actuelle. Ces thèses ont été vérifiées à l aide des données du recensement des entreprises de l Office fédéral de la statistique. Les indicateurs des changements structurels pris en compte sont l emploi et le nombre d entreprises ou d établissements. On ne disposait pour cette étude d aucune donnée sur la valeur ajoutée et les chiffres d affaires. L analyse porte sur les secteurs secondaire et tertiaire ainsi que sur les données des différentes branches. Analyse sectorielle Le secteur des services compte une majorité de petites entreprises: les données du recensement des entreprises montrent que la part des entreprises actives dans le secteur des services augmente à mesure que l on descend dans les catégories de taille. Entre 1991 et 2001, la tendance générale était toujours à la tertiairisation. Bien qu elle soit moins marquée aujourd hui, cette tendance est toujours la plus prononcée dans les grandes entreprises. Dans le secteur secondaire, qui enregistre actuellement un recul, l évolution du nombre d entreprises et de l emploi a été la plus positive dans les micro-entreprises par rapport aux autres catégories de taille d entreprises. Cette évolution traduit notamment la tendance croissante des microentreprises du secteur industriel à reprendre des activités des grandes entreprises. D une part, elles peuvent produire de petites séries de manière plus rentable grâce aux progrès technologiques et, d autre part, elles sont mieux à même de satisfaire une demande individualisée en produisant de petites quantités en fonction des besoins des clients. De l autre côté, bon nombre de grandes entreprises autrefois traditionnellement industrielles sont devenues aujourd hui des entreprises modernes du secteur des services. 8

15 Analyse par branche En général, on retrouve dans les branches la structure observée dans l ensemble de l économie pour la représentation des différentes catégories de taille d entreprises. On trouve d un côté une masse importante de petites entreprises et, de l autre, un petit groupe de grandes entreprises. Parmi les facteurs déterminant la structure des PME selon leur taille et donc leur poids relatif dans les différentes branches, on trouve, outre la forte intensité de capital et la possibilité de réduire les coûts de production par des productions de masse, le lieu d implantation des unités de production. Il ressort des résultats obtenus que les branches où la productivité est la plus forte comptent plutôt de grandes entreprises. Si l on part du principe que la productivité et l intensité de capital sont liées, on peut en déduire que les branches où l intensité de capital est forte comptent aussi une majorité de grandes entreprises. L analyse synoptique de la croissance de l emploi dans les PME et dans les grandes entreprises révèle qu entre 1991 et 2001, les PME ont progressé avant tout dans les branches qui produisent leurs biens dans le bassin même ou dans une région proche de leur clientèle. Il est probable en effet qu étant généralement plus flexibles, les PME soient mieux à même que les grandes entreprises de se profiler sur les marchés locaux. En revanche, dans les branches actives dans un périmètre réduit, l emploi progresse plus lentement dans les PME que dans les grandes entreprises. L emploi selon le sexe et le travail à temps partiel L analyse des caractères qualitatifs de l emploi saisis dans le recensement renseigne sur certains aspects sociopolitiques des PME, tels que les taux d occupation et la part des emplois occupés par des femmes ou au contraire par des hommes. Elle révèle que, si le travail à temps partiel connaît effectivement une forte progression d une manière générale, le nombre de femmes travaillant à temps partiel a davantage augmenté que celui des hommes dans ce cas. Cet écart s explique essentiellement par le nombre accru d emplois occupés par des femmes dont le taux d occupation ne dépasse pas 50%. Le travail à temps partiel dans son ensemble et celui des femmes en particulier suivent de près l évolution du PIB. L hypothèse selon laquelle la plus grande flexibilité organisationnelle des PME favoriserait la mise en place de modèles de travail plus souples comme le travail à temps partiel n a pas pu être confirmée dans l analyse des données du recensement des entreprises. Apparemment, les grandes entreprises sont davantage favorables au travail à temps partiel, notamment pour les femmes. Mais elles emploient égale- 9

16 ment davantage de femmes à plein temps que les PME. Pas étonnant donc que la représentation féminine ait connu une progression plus de deux fois plus forte dans les grandes entreprises que dans les PME entre 1985 et L emploi différencié selon l origine Tous les recensements des entreprises font état d un pourcentage d environ 25% d étrangers dans le personnel des PME. Ceux-ci travaillent principalement dans le secteur secondaire des arts et métiers et de l industrie. Ils sont les plus nombreux dans la construction et dans la restauration, deux branches relativement fortement touchées par le ralentissement conjoncturel. Signalons que dans cette situation, la proportion d étrangers a diminué dans la construction, alors qu elle a augmenté dans la restauration. Partenariat avec l étranger Les études à ce propos montrent que plus les PME ont des relations économiques avec l étranger, plus leur taille est importante. Le partenariat avec l étranger est donc le plus fréquent dans les grandes entreprises. Dans les PME qui investissent à l étranger ou qui jouissent d une participation étrangère, l emploi progresse davantage que dans celles qui n entretiennent pas de relations économiques internationales. Cependant, si elles sont tournées vers l étranger, les PME sont plus performantes que les grandes entreprises en termes de croissance de l emploi. En général, les grandes entreprises investissent à l étranger en transférant leur production dans un autre pays, ce qui est difficilement réalisable pour les PME compte tenu de leur taille. Quant aux investissements étrangers dans des grandes entreprises suisses, ils visent généralement à renforcer les progrès technologiques en Suisse, à y augmenter la productivité, mais sont souvent à l origine de restructurations qui impliquent des suppressions d emplois. Résistance à l évolution conjoncturelle L emploi varie moins fortement à mesure que l on descend dans les tailles d entreprises. Sa variation est plus sensible aux effets conjoncturels dans les grandes entreprises. Les PME contribuent donc à amortir ces effets. Par contre, et c est là le revers de la 10

17 médaille, le nombre des établissements qui cessent leurs activités est plus important dans les PME que dans les grandes entreprises. Et l on constate que, plus l on s élève dans les tailles d entreprises, moins les fermetures ont d impact sur l emploi. On peut donc en déduire que les grandes entreprises réduisent leurs coûts en supprimant des établissements comptant peu d emplois ou en répartissant le personnel concerné dans d autres établissements. Signalons toutefois que les nombreux emplois supprimés récemment dans les grandes entreprises restructurées n ont pas été pris en compte dans le recensement des entreprises de Il faut donc s attendre lors du prochain recensement des entreprises à ce que le pourcentage des suppressions d emplois dans les grandes entreprises augmente par rapport à celui des PME. Résultats d un sondage Nous disposons depuis 1998 de données relevées à l occasion de la formation post grade proposée aux cadres des petites et moyennes entreprises à l Université de Saint-Gall (KMU-HSG). Chaque année entre 30 et 40 directeurs ou cadres de PME évaluent à cette occasion l attrait et la compétitivité de la Suisse en tant que lieu d implantation des PME. Leur évaluation met en lumière certaines lacunes de la Suisse dans ce domaine: les entrepreneurs lui reprochent les difficultés à recruter des travailleurs qualifiés, l accès difficile aux marchés du crédit et des capitaux de même que ses hautes charges salariales. Surévalué, le cours du franc suisse a par ailleurs des répercussions de plus en plus négatives sur les résultats des PME exportatrices. Mais la place économique suisse présente aussi des avantages tels que la paix du travail et la qualité du travail. D autres facteurs positifs sont l application de mesures de protection de l environnement tenant compte également des exigences de l économie de marché et la flexibilité du marché du travail, cette dernière contribuant par ailleurs grandement à maintenir le taux de chômage en Suisse à un bas niveau (3,6% en juin 2003). Transfert des activités vers un autre site L analyse des données du recensement des entreprises au sujet des transferts d activités vers de nouveaux sites ne porte pas sur les raisons de ces transferts mais sur les facteurs déterminant de telles décisions. Citons parmi ces facteurs la distance, 11

18 l appartenance au secteur ou à la branche et l emploi. Le sondage effectué auprès des directeurs et cadres des PME a pour but de déterminer si l on est en présence d un transfert total ou partiel des activités et quelles sont les raisons ayant motivé ce transfert. Il ressort des données du recensement des entreprises que dans un périmètre réduit, le taux de migration (c est-à-dire la part des entreprises transférant leurs activités) des diverses catégories de tailles d entreprises ne varie pratiquement pas entre le secteur des services et l industrie. Ces taux de migration sont bas dans les branches qui comptent relativement beaucoup d emplois, telles que le commerce de détail et la restauration. Ils sont très élevés, en revanche, dans les activités financières et les assurances. Les taux de migration sont d autant plus élevés que les entreprises sont petites: il est plus facile en effet de transférer des activités lorsque le nombre d équivalents plein temps est moins important. Les micro-entreprises dont la croissance est rapide ont davantage tendance à changer de lieu d implantation: près de 20% des microentreprises dont le nombre d emplois a plus que triplé entre 1995 et 2001 ont en effet changé de commune d implantation pendant cette période. En général, les PME transfèrent leurs activités pour améliorer leurs ventes. Elles appliquent alors ainsi plus souvent une stratégie offensive, contrairement aux grandes entreprises dont les transferts d activités sont généralement motivés par une stratégie défensive en matière de coûts. 12

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