Pandemische Grippe (H1 N1) 2009: Informationen und Empfehlungen an die Schulen, Kindergärten und Kinderbetreuungseinrichtungen im Kanton Graubünden

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1 Gesundheitsamt Graubünden Uffizi da sanadad dal Grischun Ufficio dell igiene pubblica dei Grigioni Planaterrastrasse 16, 7001 Chur, Telefon , Telefax Adresse: / Homepage: Chur, 6. August 2009 Elektronisch oder mit A-Post an: Trägerschaften der Volksschulen / Kindergärten Leitungen der Volksschulen / Kindergärten Privat- und Sonderschulen Leitungen der kantonalen Mittelschulen Leitungen der Berufsschulen Leitungen der Kinderkrippen Pandemische Grippe (H1 N1) 2009: Informationen und Empfehlungen an die Schulen, Kindergärten und Kinderbetreuungseinrichtungen im Kanton Graubünden Sehr geehrte Damen und Herren Die pandemische Grippe (H1 N1) 2009 breitet sich derzeit weltweit in verschiedenen Gebieten aus. Von dieser Entwicklung sind auch die Schulen, Kindergärten und Kinderbetreuungsstätten betroffen. Wir möchten mit diesem Schreiben dazu beitragen, dass allfällige offene Fragen geklärt werden. Weiter informieren wir Sie in Absprache mit den jeweils für diese Einrichtungen zuständigen Amtsstellen - über die notwendigen Massnahmen und über Empfehlungen.. Wie gefährlich ist die Krankheit? Zurzeit lässt sich über die Gefährlichkeit der Krankheit noch wenig aussagen. Die verfügbaren Daten weisen darauf hin, dass die pandemische Grippe (H1 N1) 2009 bei den meisten Erkrankten milde bis mittelschwere Symptome verursacht, vergleichbar mit denen einer saisonalen Grippe. Häufig gesunden die Patienten ohne besondere Behandlung. Wie verläuft die Grippe und wie wird sie übertragen? Die Grippe ist eine akute Infektionskrankheit der Atemwege, welche durch Influenzaviren verursacht wird. Die Übertragung der Viren erfolgt entweder direkt über Tröpfchen, die von einer infizierten Person über Niesen, Husten und Sprechen verbreitet werden oder indirekt über den Kontakt mit Oberflächen (z.b. Türklinken), auf denen Viren eine Zeit lang überleben können. Was wird mit den Massnahmen gegen die Verbreitung der pandemischen Grippe (H1N1) bezweckt? Das aktuelle Ziel besteht darin, die weitere Ausbreitung des Virus zu verlangsamen bzw. die Folgen in der Bevölkerung zu begrenzen. Die Zahl der gleichzeitig kranken Menschen soll möglichst klein gehalten werden. Y:\Ablage\24_Kantonsarzt\07 Pandemievorbereitungen\07 A H1N1 2009\Rundschreiben GA\Schulen\Rundbrief Schulleitungen docx

2 Seite 2 Welche Massnahmen gegen die Weiterverbreitung der Grippe (H1N1) 2009 sollen die Schulen, Kindergärten und Kinderbetreuungsstätten treffen? Die wichtigste Massnahme besteht in der Einhaltung der folgenden, einfachen Hygienemassnahmen, welche die Übertragung von Krankheitserregern reduzieren: Regelmässiges und gründliches Waschen der Hände mit Wasser und Seife. Wenn möglich Papierhandtücher, allenfalls Stoffrollen zum Trocknen verwenden. Beim Husten oder Niesen ein Papiertaschentuch vor Mund und die Nase halten. Papiertaschentücher nach Gebrauch in einem Abfalleimer entsorgen und danach die Hände waschen. Wenn kein Taschentuch zur Verfügung steht: o Hand vor Nase und Mund halten und danach mit Wasser und Seife waschen o oder Arm vor Nase und Mund halten. Generell wenn möglich einen Abstand von mindestens einem Meter wahren (kein Körperkontakt, zur Begrüssung keine Hände schütteln, Sitzordnung in den Klassenzimmern allenfalls anpassen usw.). Beim Reinigungsdienst Prioritäten setzten: Oberflächen, insbesondere WC-Brillen, WC-Deckel, Spültasten, Türgriffe, Waschbecken, Wasserhahnen, Computertastaturen und -mäuse regelmässig reinigen (idealerweise mit einem Desinfektionsreiniger). Wir bitten Sie, dafür zu sorgen, dass die Betreuungs- und Lehrpersonen Kenntnis der beschriebenen Hygienemassnahmen erhalten und die Massnahmen umgesetzt werden. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) stellt im Internet unter unter anderem Merkblätter und Plakate zur Verfügung, die an geeigneten Orten aufgehängt werden können. Stehen Schliessungen von Klassen, Schulen und Einrichtungen bevor? Wenn ja, wer ist zuständig? Nein, derzeit sind keine konkreten Schliessungen geplant. Je nach Verlauf der Pandemie kann diese Massnahme aber zu einem späteren Zeitpunkt in Erwägung gezogen werden. Dabei muss unterschieden werden: Schliessung aus epidemiologischen Gründen: Die Kantone können unter anderem Schulen und Einrichtungen schliessen (Art. 21 Abs. 21it. b und c des Epidemiengesetzes des Bundes, SR ). Derzeit plant der Kanton Graubünden keine Schulschliessungen aus epidemiologischen Gründen. Erkranken aber gleichzeitig mehr als 3 Kinder oder Jugendliche in einer Klasse resp. einer Gruppe an Grippesymptomen, muss eine Schliessung situativ im Einzelfall geprüft werden. Der Entscheid obliegt dem Kantonsarzt in Absprache mit der Schulträgerschaft und dem zuständigen Schularzt. Die Schliessung von Klassen, Schulen oder Einrichtungen soll aber eine Ausnahme sein. Schliessung aus betrieblichen Gründen: Wenn Lehrpersonen erkranken, kann unter Umständen der Regelbetrieb nicht mehr aufrecht erhalten werden. Unterrichtsbeziehungsweise Schulausfälle sind wenn immer möglich zu verhindern Können Schullager, Exkursionen oder ähnliche Anlässe stattfinden? Zurzeit können solche Anlässe durchgeführt werden. Wichtig ist, dass Vorkehrungen für das Einhalten der Hygienemassnahmen getroffen werden und Erkrankte unverzüglich nach Hause zurückkehren können. Treten mehrere Fälle (3 und mehr) auf, muss die Aufhebung des Anlasses geprüft werden.

3 Seite 3 Wann sollen Lehrpersonen, Betreuungspersonen, Kinder und Jugendliche zu Hause bleiben? Treten mehrere der folgenden Symptome auf, sollen Personen zu Hause bleiben oder nach Hause gehen: Plötzliche auftretendes Fieber über 38 C; Schüttelfrost, Kopf-, Muskel-und Gliederschmerzen; Schnupfen, trockener Husten und Halsschmerzen; Schwindelgefühl oder Atembeschwerden; Bauchschmerzen, Durchfall oder Erbrechen. Im Zweifelsfall sollen Betroffene zu Hause bleiben oder nach Hause gehen. Betreuungs-und Lehrpersonen sollen Kinder und Jugendliche mit Verdachtssymptomen nach erfolgter Information der Erziehungsberechtigten nach Hause schicken, resp. kleine Kinder durch die Erziehungsberechtigten abholen lassen. Wann dürfen Kinder, Jugendliche, Betreuungs-und Lehrpersonen, die krank gewesen sind, wieder zur Schule oder in die Betreuungsstätte? Frühestens 24 Stunden nachdem alle Symptome verschwunden sind. Sie müssen in den ersten Tagen besonders auf die Einhaltung der persönlichen Hygienemassnahmen achten Was soll die Leitung unternehmen, wenn an der Schule, im Kindergarten oder in der Betreuungsstätte ein Fall der Grippe (H1 N1) 2009 auftritt? Die Erziehungsberechtigten sollen über den Ausbruch informiert werden. Die Hygienemassnahmen werden verstärkt. Erkranken gleichzeitig mehr als drei Kinder oder Jugendliche in einer Klasse oder Gruppe, muss mit dem zuständigen Schularzt und dem Kantonsarzt Kontakt aufgenommen werden. Gemeinsam werden allfällige weitere Massnahmen (u.a. Schliessung) geprüft. Sollen Kinder und Jugendliche in die Betreuungsstätte, in den Kindergarten oder in die Schule geschickt werden, wenn es in der Familie (gleicher Haushalt) einen Krankheitsfall gibt? Je jünger Kinder sind, desto schwieriger ist für sie die Einhaltung des Sicherheitsabstandes und der Hygiene Massnahmen. Unter ihnen verbreitet sich das Virus (H1 N1) besonders rasch. Daher muss je nach Alter der Kinder wie folgt differenziert werden: Kinderkrippen / Kindergarten: Kinder unter sieben Jahren sollen sieben Tage zu Hause bleiben, wenn ein Familienmitglied im gleichen Haushalt erkrankt. Ausnahme: Das erkrankte Familienmitglied wird negativ auf (H1 N1) getestet. Falls sich während dieser Zeit beim Kind keine Symptome entwickeln, kann es danach wieder den Kindergarten resp. die Kinderkrippe besuchen. Während der Abwesenheitszeit soll das Kind möglichst wenig Kontakt zu anderen Kindern haben. Die betroffenen Familien sollen die allgemeinen Hygienemassnahmen beachten (häufiges Händewaschen mit Wasser und Seife, Niesen und Husten in ein Papiertaschentuch usw.). Sofern vorhanden, soll die erkrankte Person beim Kontakt mit gesunden Familienmitgliedern eine Gesichts-oder Hygienemaske tragen. Primar-und Sekundarschule sowie Schulen auf der Sekundarstufe II: Kinder und Jugendliche sollen die Schule besuchen. Sie sollen jedoch die allgemeinen Hygienemassnahmen besonders beachten.

4 Seite 4 Sollen Betreuungs-und Lehrpersonen der Arbeit nachgehen, wenn es im gleichen Haushalt einen Krankheitsfall gibt? Ja, Betreuungs-und Lehrpersonen, welche im selben Haushalt Kontakt mit einer erkrankten Person gehabt haben, sollen weiterhin der Arbeit nachgehen. Auch für sie gilt, dass sie die allgemeinen Hygienemassnahmen besonders befolgen. Falls vorhanden, sollen insbesondere Betreuungs- und Lehrpersonen in Kindergärten und Kinderkrippen Gesichts-oder Hygienemasken tragen, falls bei Ihnen zu Hause eine Person krank ist. Dürfen Eltern ein gesundes Kind aus einer Familie ohne Krankheitsfall zu Hause behalten? Es muss zwischen schulpflichtigen und vorschulpflichtigen Kindern unterschieden werden: Schulpflichtige Kinder (Kindergarten und Volksschule und älter) sollen und müssen zur Schule gehen. Nicht schulpflichtige Kleinkinder können die Erziehungsberechtigten nach eigenem Ermessen zu Hause behalten. Je nach Regelung der Kinderbetreuungsstätte können aber trotzdem Kosten entstehen. Was bezweckt ein Pandemieplan? Die Arbeitgeber sind verpflichtet, die Gefahren einer Infektion von Arbeitnehmenden am Arbeitsplatz zu minimieren (Art. 6 ff. Arbeitsgesetz des Bundes, SR ). Dies kann durch Erstellung eines Pandemieplans sichergestellt werden (ein Handbuch ist im Internet unter abrufbar). Wo sind weiterführende Informationen zur pandemischen Grippe (H1 N1) zu erhalten? Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) stellt laufend aktuelle Informationen zur Verfügung. Diese sind im Internet unter abrufbar. Die oben gemachten Ausführungen orientieren sich eng an den Informationen des BAG. Weiterführende Auskünfte erteilen: Das BAG für allgemeine Fragen (Telefon-Hotline unter der Nummer ). Der Schularzt oder die Schulärztin für spezifische Fragen betreffend die Massnahmen der Schulen. Diese Informationen haben im heutigen Zeitpunkt Gültigkeit. Je nach Verlauf können sie zu einem späteren Zeitpunkt geändert werden. In der Beilage senden wir Ihnen eine Information zuhanden der Erziehungsberechtigten und bitten Sie, das Schreiben den Erziehungsberechtigten in geeigneter Art und Weise zukommen zu lassen. Für Ihren Einsatz bedanken wir uns bestens und wünschen Ihnen sowie den Kindern und Jugendlichen einen guten Start ins neue Schuljahr! Freundliche Grüsse Gesundheitsamt Graubünden Kantonsarzt Dr. Martin Mani

5 Seite 5 Beilage: Schreiben an Erziehungsberechtigte Kopie: Regierungsrat Claudio Lardi, Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement Regierungsrätin, Barbara Janom-Steiner, Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Amt für Volksschule und Sport Amt für Höhere Bildung Amt für Berufsbildung Sozialamt Graubünden

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