Unterschied zwischen Kinder- und Jugendpsychiatrie und Erwachsenenpsychiatrie:

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1 1 10. Vorlesung / / Friedrich Die Mitschrift wurde mir dankenswerterweise von einer Kollegin zur Verfügung gestellt! Ich hab sie aus meiner alten Mitschrift an manchen Stellen nur etwas ergänzt. KINDER- UND JUGENDPSYCHIATRIE Unterschied zwischen Kinder- und Jugendpsychiatrie und Erwachsenenpsychiatrie: 1) andere Grundbedingungen: Psychiater sieht Kind mit 6 Jahren -> in folgenden Jahren macht es große Veränderung bzw. Entwicklung durch; Bei Erwachsenen -> Selbstbestimmung; bei Kind -> ist Besitz der Eltern, von ihnen wird alles bestimmt; besonders arg ist das, wenn sich die Eltern um die Obsorge streiten. 2) Krankheitseinsicht : ist nicht vom Kind selbst bestimmt, sondern von Erwachsenen, bzw. von außen (z.b. Eltern, Kindergarten, Schule, Psychiater) -> Zugang zum Kind ist dadurch erschwert. 3) Frage, was tut ein Kinderpsychiater eigentlich? Psychiater ist ein Professionist, der glaubt zu wissen, was dem Kindern gut tut -> ist seine Zielgruppe damit aber auch einverstanden? Was ist die Aufgabe der Erwachsenengeneration? Was ist eigentlich gesund? Es gibt eigentlich keine Norm (weil Kind ja noch in Entwicklung ist, muss alles einkalkuliert werden, z.b. physiologische Ängste, die auf bestimmter Entwicklungsstufe auftreten -> Psychiater muss sich fragen: Sind sie schon überwunden oder nicht? ) mit 5 Jahren -> Märchen + magische Welt mit 6 Jahren -> reale Welt Psychiater muss feststellen: Wo ist Kind z.b. hängen geblieben in der Entwicklung -> regressive Anteile herausfinden! Beispiel: Pubertät: > in Wahrnehmung, Denken, Stimmung etc. Schwierigkeiten -> dies wäre psychotisch, in Pubertät ist es aber normal.

2 2 Symptome stehen lassen, ohne sie gleich mit Krankheit behaften. Intrapsychisch nicht bewusstseinsfähige Inhalte -> oft Teil / Grundlage für Kreativität. z.b. Pointilismus -> war neue Richtung, neue Richtungen werden zuerst meist abgelehnt. leicht wird man für verrückt erklärt jeder hat Symptome, die, wenn sie allein auftreten, KEINE Krankheit bedeuten Psychosen-Geschichte: aus Antike -> Affektpsychosen Selbstmord -> in Brunnen springen Demenz -> 18. / 19. Jhd. -> Kinder, die sich normal entwickelt haben und dann geistesschwach geworden sind. Auch Behinderte können psychisch krank werden! Berger -> Baumgartner Höhe dafür was eingerichtet 1970: mit Teilleistungsschwäche -> Sonderschule ca. 1980: Revolution -> normaler IQ + Teilleistungsschwäche -> Schule reformiert Erkennen, ob in Eingabe, Wiedergabe + Störung -> Kompensation möglich -> Matura möglich Beratungslehrer, Mosaikklassen heute Kinder haben noch keine Ich-Leistung erbracht Ich: Denken Fühlen Wollen Handeln -> erlernen -> erproben -> muss man zähmen (Trotz -> Ausprobieren der Autonomie, was kann ich erreichen durch meine Handlung? ) -> zielgerichtet bei Erwachsenen; bei Kind folgt es einem Impuls, ist also noch nicht zielgerichtet

3 3 Autismus: = früheste beobachtbare Form der Psychose; autistische, egozentrische, narzisstische Welt der Babys -> dort Urvertrauen verankert -> ich werde nur um meiner selbst willen geliebt ; autistisches Kind zuerst noch nicht auffällig. Dann: o fremdelt mit 8 9 Monaten nicht (weil es ihm egal ist, lebt ja in seiner Welt) o Kommunikation ändert sich. Betritt die Welt mit ca. 1 Jahr -> geh dort nicht hin!, Achtung!, etc. -> Auseinandersetzung mit Welt beinhaltet Grenzen. o autistisches Kind -> tut auch das, was es nicht tun soll, hört nicht auf Mutter; dann Arzt aufsuchen, findet nix Organisches. o 2. Lebensjahr -> im Spiel weiter wie Kleinkinder -> nimmt nicht wahr Für Jahrhunderte hieß das -> idiotisches Kind -> Abwendung vom Kind o Kind nimmt nicht ausreichend Kommunikation auf. Kommunikation ist skurril; Kind ist mit sich selbst zufrieden Unterscheidet sich vom Mutismus (= Kind hat Sprache zwar erlernt, setzt sie aber nicht ein). Es gibt auch selektiven Mutismus (= redet z.b. nur mit Mutter oder jemand anderem, mit allen anderen nicht) Ursache für Autismus? Mutismus von Anfang an Man unterscheidet: a) Canner scher Autismus: Mensch lebt in seiner eigenen Welt; es scheint so, als würden diese Menschen andere Menschen in keiner Weise brauchen; leben in völlig eigener Welt großes Problem für Erwachsene (Kind lächelt nicht ab der 6. Lebenswoche, es ist ihm egal, ob es hochgenommen und gewiegt wird; reagiert überhaupt nicht auf Spielzeug) fühlen sich von solchen Kindern gekränkt verändern in der Folge ihr eigenes Verhalten solchen Kindern gegenüber... Ursache = unklar (genetisch?) Manche solcher Kinder = selbstbeschädigend, andere handeln völlig skurril. Haben meist SEHR hohen IQ. Autismus = heute sozial akzeptierte Diagnose (Eltern sagen lieber, ihr Kind ist Autist als minderbegabt); manche Patienten erreichen in kleinsten Bereichen Höchstleistungen

4 4 b) Asperger scher Autismus intellektuell Hochbegabte, Verrückte ; viel Aggressionspotential vorhanden; Eindruck: er macht alles zufleiß, setzt Streiche (vgl. Till Eulenspiegel) -> Handlung, die einen anderen mehr oder weniger schädigt -> Täter geht unbeschadet von dannen, Schadenfreude der anderen; erfüllen den Auftrag wörtlich -> 2. und 3. Bedeutung wird nicht erkannt, z.b. Geh durch die Tür! -> er geht durch und zerbricht sie Kinder sind auch hochbegabt; eigene Privatlogik und eigene Welt wird gelebt, sind aber dissozial bis asozial (-> machen der Umwelt alles zufleiß, aber: Betroffener kann nicht anders, hat für sich privatlogisches Erklärungsmodell; zerstören z.b. anderen die Spielsachen = quasi wie Zwang (Unterschied zu Zwangserkrankung: Zwang = Impuls; hier: Zerstörung nach genauem Plan) Entwickeln auch eine Art Wahn 1 Früher: Heute: Dissozialer wurde bezeichnet als Psychopath. Psychopath wird nur mehr verwendet für organisches Psychosyndrom Walter Spiel: Friedrich: Amminger: kindliche und jugendliche Psychosen (Habilitation) Früherkennungsmerkmale Präventionsprogramme -> Screening kann man Jugendlichen Eintritt in die Psychose ersparen? In späterer Psychose erkennt man: a) substratbedingte Faktoren: perinatale: Prof. Lämm: über Teilleistungsschwächen + Psychosen wie sehen Denkstörungen aus? Sprachaufbau ähnlich wie der Abbau bis hin zum Faseln Analogie gibt es nicht gibt es überzufällig viele bestimmte Teilleistungsstörungen -> nein -> perinataler Faktor -> nein somatile: überzufällige Häufung kindlicher Erkrankungen und Unfälle Sie sind hinsichtlich ihrer Somatik höher vulnerabel -> häufiger Unfälle mangelnde Antizipationsfähigkeit des Kindes -> können Gefahren schlechter abschätzen 1 Wahnkriterien nach JASPERS: * Irrealität * subjektive Gewissheit * Unkorrigierbarkeit

5 5 Life-Events: erschüttern interfamiliäres Gefüge; vom Kind nicht steuerbar -> nicht herausragend b) umweltbedingte Faktoren: Trennung aus dem Elternhaus -> Auslöser! Sommer -> Sprachferien -> weg von Eltern (Schutz!) -> Auslösungshäufung Mutter schützt dieses Kind nicht mehr laut Friedrichs Untersuchungen Entwicklung einer Psychose: vulnerable Zeit: Schulwechsel von Volksschule in Hauptschule Lebensjahr -> max. 3 Monate -> Persönlichkeitsbild entspricht Hochblüte der Pubertät: Stimmungsschwankungen Ich Diffusion Irritabilität war auch für Eltern und Lehrer auffällig klang wieder ab prodromale Phase folgte -> psychopathologische Auffälligkeiten, die eintreten, aber noch kein Vollbild der Erkrankung; große Auffälligkeiten im Minus-Symptomatik-Bereich 63 Variablen insgesamt in Prodromaler Phase: Energieverlust Impulsverarmung Verlust der Leitbarkeit der Gedanken: man redet immer noch teilverständlich; für Jugendlichen bedrohlich, wird in Pubertät aber nicht ernst genommen. Schlaf = einer der sensibelsten Indikatoren für psychische Erkrankungen! Wahninhalte im Vorfeld Beziehungs- und Beachtungsideen Diese Variablen werden aber alle nicht als Störung erkannt

6 6 UNTERSUCHUNG VON FRIEDRICH: Man unterscheidet zwischen: * Vorpostensymptome: Symptome lange vor der Erkrankung * Prodromi: sind unmittelbar vor der Erkrankung frühzeitig auftretende Symptome 1) Um 10. Lebensjahr herum haben später psychotisch Erkrankte auffällige Symptomkonstellation (= Zeit, die in Familie, etc. sehr erinnerlich ist, weil es Schulwechselalter ist). Wer später eine Psychose hatte, zeigte in dieser Zeit Verhalten ähnlich wie in Hochblüte der Pubertät. Symptome waren ca. 3 Monate lang vorhanden, dann verschwanden sie wieder. Solche Vorpostensymptome sind: * Schlafstörung, * Konzentrationsstörung, * Kontaktängste, * massive Autoritätsprobleme, die weit über dieses Alter hinausgehen dann wieder völliges Abklingen. 2) Dann 2 Monate vor der endgültigen Erkrankung Wiederauftreten. Symptome (= Prodromi): 3) Vollbild: * Energieverlust ( Ich bin ausgelaugt, habe keine Reserven mehr. ), * Impulsverarmung, * Verlust der Leitbarkeit der Gedanken (Hinweis auf spätere Denkstörung!), * Schlafstörung (=> wesentlicher Indikator für Psychiater!) a) Leitsymptome: Denkstörung Affektstörung Ich-Störung (Denkziel wird nicht erreicht (z.b. Affektinkontinenz) (Derealisation, Depersonalisation) (siehe oben) und b) akzessorische Symptome: * Psychomotorik * autistische Symptome * Halluzinationen * Wahn * diverse Bizarrerien in Sprache, Gestik, Mimik Vollbild entwickelt sich nach Gauß scher Glockenkurve...

7 7 4) Im Abklingen ähnliche Situation wie in der Prodromal-Situation (daher wichtig: Anfangsstadium ordentlich erheben, denn Endstadium verläuft ähnlich) Für kindliche Psychosen gilt dasselbe wie für Erwachsenenpsychosen: ABER BEI KINDERN: das alles muss lebensaltertypisch betrachtet werden! Therapie: Behandlung = schwierig: mehr Medikamente, weil höherer Grundumsatz bei Jugendlichen auf Welt des Jugendlichen einlassen ab 15. Lebensjahr = Medikation erlaubt; darunter = es sehr schwierig, Medikamente einzusetzen organische Normdaten in dieser Zeit = schwierig (Hormone, etc.) Behandlungserfolge: je früher Psychose entdeckt wird, desto günstiger 40% Ausheilungen (es bleibt bei einmaliger Episode) 30% mit sehr guten Heilungserfolgen, sodass der Jugendliche seinen Weg weiterbeschreiten kann 30% immer wieder Rückfälle

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