Liebevolle Begleitung in der letzten Lebensphase

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1 Liebevolle Begleitung in der letzten Lebensphase Was ich als Angehörige(r) / Bezugsperson tun kann

2 Die Begleitung von Menschen, die sich auf ihr Sterben vorbereiten, ist schwer. Es ist eine Zeit der Krise, der Angst und Unsicherheit. Der Weg des Sterbens ist für jeden sehr unterschiedlich. Für manche ist es schwer, sich von diesem Leben zu lösen; sie brauchen unter Umständen lange Zeit der Pflege und Zuwendung. Für andere mag es leichter sein. Es ist wichtig, dass wir den Sterbenden die Zeit lassen, die sie brauchen, um ihren Weg des Sterbens zu gehen. Das mag manchmal schmerzlich und schwer für uns sein. Wir müssen aber immer wieder bereit sein, die Art und Weise, die Sterbende für sich wählen, als die für sie richtige Art anzunehmen. Es ist immer ein individuelles Sterben. Und wir wissen nicht, wie wir selbst diesen Weg einmal gehen werden.

3 Die letzte Lebenszeit In dieser Zeit hat der Sterbende immer weniger körperliche Energie. Er zieht sich mehr und mehr von der Außenwelt zurück. Sterbende schlafen und ruhen viel. Manche möchten nur mehr wenige Besucher. Häufig möchten Sterbende nicht mehr viel essen und trinken. Ein feuchter Mundraum ist jedoch wichtig. Sterbende verlieren das Zeitgefühl und erkennen möglicherweise anwesende Personen nicht mehr. Der Atem kann sich verändern: er kann schneller oder viel langsamer werden, unregelmäßig oder mit langen Pausen zwischen den Atemzügen. Diese Veränderungen können kommen und gehen. Sterbende können in den letzten Lebenstagen ins Koma fallen.

4 WIE KANN ICH HELFEN? Bleiben Sie beim Sterbenden Wenn Sie wollen, auch über Nacht. Wenden Sie sich bzgl. Schlafmöglichkeit bitte an das Personal. Lassen Sie den Sterbenden Ihre Zuneigung spüren: durch einfaches Dasein, durch Berührungen, durch Gestalten der Umgebung. Sie können z.b.: Bilder und Fotos, eigene Decken oder Polster, Essen und Getränke, auch Wein oder Bier, mitbringen. Musik abspielen Duftöle einsetzen Füße oder Bauch massieren Dem Sterbenden Mund und Lippen befeuchten Das Pflegepersonal leitet Sie gerne bzgl. Pflege, Massage oder Aromatherapie an. Auf den Intensivstationen sind diese Dinge leider nur eingeschränkt möglich. Bitte wenden Sie sich hierfür an das Personal. Sprechen Sie mit dem Sterbenden Der Hörsinn ist der letzte Sinn, der schwindet. Auch wenn der Sterbende bewusstlos ist, hört er alles, was Sie sagen. Wenn Sie ihm noch etwas Wichtiges mitteilen möchten, sagen Sie es ruhig. Es ist keinesfalls zu spät für ein: Es tut mir leid oder Ich liebe dich...

5 Seelsorgliche Betreuung Unser Krankenhausseelsorgeteam steht Ihnen gerne für Gespräche, Begleitung und Gebet zur Verfügung. Die Feier der Krankensalbung Sakramente sind ein Geschenk Gottes an uns. Er lässt uns dabei spüren, dass er uns liebt und bei uns ist! Bei der Salbung mit dem Krankenöl legt sich gleichsam die heilende, beruhigende Hand Jesu auf den Kranken. Die Salbung lässt den Kranken spüren: Jesus ist bei mir. Er lässt mich nicht fallen. Die Krankensalbung ist nicht Sterbesakrament, sondern ein Sakrament, das die Kranken aufrichten will. Sie kann mehrmals empfangen werden. Bei der Feier der Krankensalbung ist es sinnvoll und tröstlich, wenn auch die Angehörigen anwesend sind. Das Miteinander- Beten kann für alle eine Hilfe sein. Wenn Sie eine Krankensalbung wünschen, wenden Sie sich bitte an das Pflegepersonal oder direkt an das Seelsorgeteam (Tel ).

6 Der Zeitpunkt des Todes Es kann sein, dass ein Mensch es vorzieht, genau dann zu sterben, wenn die letzte anwesende Person einen kurzen Moment eingenickt ist; es kann sein, dass ein Mensch wartet, bis eine geschätzte Person die weite Reise bis zum Krankenbett eben noch geschafft hat. Die Erfahrung zeigt, dass Sterbende häufig gehen, wenn sie allein sind. Vielleicht ist es so leichter, sich von dieser Welt und den geliebten Menschen zu lösen? Der Moment des Sterbens gehört dem sterbenden Menschen, es ist sein Moment des Übergangs. Manchmal wird es uns geschenkt, dabei zu sein und wir dürfen dadurch etwas von dieser anderen Welt ahnen.

7 Die eigenen Grenzen der Belastbarkeit Wenn wir jemanden in der Zeit des Sterbens begleiten, kommen wir oft an unsere eigenen Grenzen. Für Angehörige ist es wichtig, dass sie auch für sich sorgen. Gönnen Sie sich Zeit für sich allein oder mit Freunden, um Kraft zu schöpfen. Manchmal braucht man das Gespräch mit einem anderen Menschen, um über die eigenen Sorgen und Ängste sprechen zu können. Scheuen Sie sich nicht, andere um Hilfe zu fragen. Gerne können Sie auch die Unterstützung unseres Krankenhaus- Seelsorgeteams in Anspruch nehmen.

8 A. ö. Krankenhaus St. Vinzenz Betriebs GmbH Zams Sanatoriumstr. 43, 6511 Zams

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