DIE SOZIALVERSICHERUNG

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1 EINLEITUNG So können Sie sicher starten DIE SOZIALVERSICHERUNG BBK VBU-Schulung zum Thema Sozialversicherung

2 EINLEITUNG Jetzt einsteigen und los! Ein neuer Lebensabschnitt hat für Sie begonnen: die berufliche Ausbildung. Wie fühlen Sie sich? Sicher super endlich selbst verdientes Geld in der Tasche, die Eltern können nicht mehr in alles reinreden, möglicherweise sind Sie sogar in eine eigene Wohnung gezogen. Diese Abnabelung vom Elternhaus bringt neue Erfahrungen und Freiräume, bedeutet aber auch mehr Eigenverantwortung.

3 EINLEITUNG Damit s gleich richtig beginnt Es gibt Dinge im Leben, die man nicht unbedingt wissen muss und andere, die man unbedingt wissen sollte. Was es mit den Sozialversicherungen auf sich hat, gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Denn egal ob Kranken-, Pflege-, Renten-, Unfalloder Arbeitslosenversicherung spätestens in Ihrer Abschlussprüfung werden sie alle eine Rolle spielen. Und deshalb bietet es sich an, möglichst früh mit diesen Themen in Kontakt zu treten. Diese Unterlagen werden Ihnen dabei helfen, denn sie enthalten alle wichtigen Informationen. Angefangen mit der Geschichte der Versicherungen über deren Leistungen bis hin zur Finanzierung. Zum Abschluss bieten wir eine Lernkontrolle mit prüfungsrelevanten Fragen, mit der Sie Ihr Wissen noch einmal überprüfen können.

4 Die Sozialversicherung Die Deutsche Sozialversicherung ist ein gesetzliches Versicherungssystem, das als Teil der sozialen Sicherung Deutschlands eine herausragende Rolle spielt. Über 90 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung sind sozialversichert und dadurch geschützt vor Lebensrisiken, die jeden treffen können: Krankheit Arbeitslosigkeit Pflegebedürftigkeit Alter Ursprung Die Grundlagen für unser System der sozialen Sicherung sind über hundert Jahre alt und gehen auf die Bismarcksche Sozialgesetzgebung zurück. Betriebsunfälle Minderung der Erwerbsfähigkeit Auf Initiative des damaligen Reichskanzlers Otto von Bismarck leitete Kaiser Wilhelm I. am 17.November 1881 mit einer Kaiserlichen Botschaft den Aufbau einer Arbeitnehmerversicherung in Deutschland offiziell ein.

5 Die Sozialversicherung Jeder Mensch hat als Mitglied der Gesellschaft Recht auf soziale Sicherheit; er hat Anspruch darauf, durch innerstaatliche Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit unter Berücksichtigung der Organisation und der Hilfsmittel jedes Staates in den Genuss der für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlichen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen. [Artikel 22 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948]

6 Die wichtigsten Grundprinzipien Soziale Sicherung und soziale Gerechtigkeit für den Großteil der Bevölkerung ist eine Aufgabe, zu deren Bewältigung in der Sozialversicherung wichtige Grundprinzipien eingehalten werden müssen: Das Versicherungsprinzip Einer für alle alle für einen. Das Versicherungsprinzip beruht auf dem statischen Gesetz der großen Zahlen. Danach lässt sich viel besser für eine größere Gesamtheit von Betroffenen ein individuelles Risiko kalkulieren. Das Prinzip der Solidarität Die zu versichernden Risiken werden von allen Versicherten gemeinsam getragen. Unabhängig davon, wie viel die Versicherten an die Sozialversicherungen gezahlt haben, sind sie in umfassendem Maße abgesichert. Durch diesen solidarischen Ansatz wird ein Ausgleich geschaffen zwischen Gesunden und Kranken, zwischen besser und weniger gut Verdienenden, zwischen Jung und Alt, zwischen Familien und Singles. Das Prinzip der Beitragsfinanzierung Die Sozialversicherungen werden überwiegend aus Beiträgen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber finanziert. Die Beitragssätze werden gesetzlich festgelegt, die Beiträge orientieren sich am Gehalt des Arbeitnehmers. Das Prinzip der Äquivalenz Im Rahmen der Deutschen Sozialversicherung gilt das Äquivalenzprinzip allein für die Rentenversicherung und beinhaltet das Verhältnis zwischen der Höhe der gezahlten Beiträge und den Leistungen, die ein Versicherter erhält. Grundsätzlich richten sich die Leistungen nach der Höhe der gezahlten Beiträge.

7 Die fünf Versicherungszweige Die Sozialversicherung garantiert den stabilen Lebensstandard jedes Einzelnen und umfasst fünf Versicherungszweige. Die Versicherten bilden eine Solidargemeinschaft: 1. Mit den Beiträgen zur Krankenversicherung helfen die Gesunden den Kranken, 2. mit denen zur Pflegeversicherung den Pflegebedürftigen, 3. bei der Arbeitslosigkeit zahlen die Arbeitnehmer für die Arbeitslosen, 4. durch die Rentenversicherung unterstützen die Jungen die Alten. Und auch die Arbeitgeber sind in die Solidargemeinschaft einbezogen: 5. Sie zahlen ungefähr je die Hälfte der Beiträge. Nur die Unfallversicherung wird allein von den Arbeitgebern finanziert.

8 Die fünf Säulen Zusammengefasst bilden sie ein leistungsstarkes Gebäude DIE SOZIALVERSICHERUNG Krankenversicherung Pflegeversicherung Arbeitsförderung Rentenversicherung Unfallversicherung

9 Die fünf Versicherungszweige 1. Die Krankenversicherung Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist der älteste Zweig der Sozialversicherung. Die gesetzlichen Grundlagen hierfür wurden bereits mit der Gründung des Reichsgesundheitsamtes in Berlin geschaffen, mit der Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung und mit dem Erlass der Reichsversicherungsordnung. Seitdem haben sich die Aufgaben der Krankenversicherungen stark verändert. Ging es zunächst nur darum, die Behandlung von Krankheiten zu finanzieren und Lohnausfälle auszugleichen, organisiert die gesetzliche Krankenversicherung heute u.a. die Gesundheitsvorsorge.

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