Patienteninformation zur Vorbeugung von Stürzen

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1 Patienteninformation zur Vorbeugung von Stürzen 1

2 Sehr geehrte Patientinnen und Patienten! Stürze gehören leider immer noch zu den häufigsten Komplikationen im Krankenhaus. Grundsätzlich ist bei jedem Menschen das Risiko zu stürzen vorhanden, sei es durch eine Unachtsamkeit oder bei einer sportlichen Betätigung. Über dieses alltägliche Risiko hinaus gibt es Stürze, deren Ursachen oft in einer Verkettung von inneren und äußeren Risikofaktoren liegen. Auch Sie als Patient/in in unserem Krankenhaus sind aufgrund verschiedener Risikofaktoren sturzgefährdet. Das Pflegepersonal möchte Ihnen mit dieser Broschüre einige Tipps geben, wie Sie dazu beitragen können, die Risiken eines Sturzes während Ihres Krankenhausaufenthaltes möglichst gering zu halten. Einen angenehmen Aufenthalt und baldige Genesung wünschen Ihnen die Mitarbeiter/innen Ihrer Station. 2

3 In einem ersten Gespräch wird Ihre zuständige Pflegekraft mit Ihnen Ihr individuelles Sturzrisiko einschätzen und Sie über konkrete Vorbeugungsmaßnahmen aufklären und beraten. Für eine erfolgreiche Sturzprävention ist es wichtig, dass Sie dabei aktiv unterstützend mitwirken. Dies können Sie, indem Sie einfach die folgenden Tipps während Ihres Krankenhausaufenthaltes beachten. Was sollten Sie ins Krankenhaus mitbringen? rutschfestes, geschlossenes Schuhwerk (keine offenen Hausschuhe oder Sandalen ohne Fersenriemchen) Stoppersocken mit rutschhemmender Sohle, sofern Sie im Bett gerne Socken tragen Gehhilfen (z.b. Rollator, Gehstock) oder andere Hilfsmittel (Brillen, Hörgeräte usw.), sofern Sie diese im Alltag benutzen rutschfeste Kleidung (z. B. keine Satin-Nachtwäsche, da diese das Abrutschen von der Bettkante begünsti gen kann) 3

4 Worüber sollten Sie unser Pflegepersonal informieren? vorhandene Einschränkungen Ihrer Sehkraft, des Hörens und des Tastsinns Stürze, die sich vor Ihrem Krankenhausaufenthalt zugetragen haben (max. vor sechs Monaten) Einschränkungen Ihrer Beweglichkeit, Gangunsicherheiten oder Gleichgewichtsstörungen (z. B. Schwindel) Probleme mit der Ausscheidung (z. B. häufiges Wasserlassen in der Nacht) Arzneimittel, die Sie einnehmen (auch die, die nicht verschreibungspflichtig sind) wenn Sie das Gefühl haben, dass das Bett sehr schmal ist und Sie deshalb Angst haben, hinaus zu fallen (insbesondere nachts) Was können Sie selbst tun, um Stürzen während Ihres Krankenhausaufenthaltes vorzubeugen? Lassen Sie sich über die Funktionen der Klingel und des Bettes aufklären. Beachten Sie die Hinweise unseres Pflegepersonals (z. B. nur in Begleitung aufzustehen). Stellen Sie Ihre Schuhe immer an einem festen Platz direkt vor dem Bett ab, so dass sie gut für Sie erreichbar sind. 4

5 Bevor Sie aufstehen, setzen Sie sich langsam auf und bleiben Sie einen Moment am Bettrand sitzen. Tragen Sie beim Verlassen des Bettes immer geschlossenes, rutschfestes Schuhwerk. Laufen Sie nicht auf feuchten Fußböden. Nutzen Sie vorhandene Handläufe an den Wänden im Zimmer, im Bad und auf dem Flur. Wenn Sie nachts aufstehen, schalten Sie sich das Licht an oder lassen Sie das Nachtlicht brennen. Setzen Sie sich zum Einnehmen einer Mahlzeit nie an die Bettkante, sondern setzen Sie sich entweder an den Tisch oder bleiben Sie ganz im Bett. Sitzen an der Bettkante begünstigt die Gefahr zu stürzen! Benutzen Sie mitgebrachte oder verordnete Hilfsmittel (z. B. Gehhilfen, Brillen, Hörgeräte). Merken Sie sich, wo sich die Lichtschalter befinden und platzieren Sie die Klingel in Reichweite. Nutzen Sie die Nachttische nicht als Haltevorrichtung, da diese nicht stabil genug stehen und wegrollen, wenn Sie versuchen, sich darauf zu stützen. 5

6 Ganz wichtig: Haben Sie keine Scheu, nach dem Pflegepersonal zu klingeln, wenn Sie aufstehen wollen oder Hilfe benötigen! Sie stören damit weder das Personal noch den Stationsablauf! Sollten Sie doch einmal gestürzt sein, melden Sie dies bitte immer dem Pflegepersonal, auch wenn der Sturz folgenlos geblieben ist oder er Ihnen harmlos erschien. Mit Ihrer Hilfe können wir so in Zukunft noch besser Stürze vermeiden! Wann sollten Sie auf jeden Fall um Begleitung / Unterstützung bitten? wenn das Pflegepersonal Sie darüber aufgeklärt hat, nur in Begleitung aufzustehen wenn Sie sich nach Untersuchungen / Eingriffen oder der Einnahme von Medikamenten schwach oder unwohl fühlen oder Probleme haben, das Gleichgewicht zu halten wenn Sie beim Gehen unsicher sind 6

7 wenn Sie sich im Umgang mit den ggf. erforderlichen Gehhilfen oder Hilfsmitteln noch unsicher fühlen wenn Sie sich in der Umgebung nicht zurecht finden wenn Sie Angst haben zu stürzen wenn Sie an einem Monitor oder an Infusionen angeschlossen sind Wo können Sie sich noch informieren? Unsere Gesundheits- und Krankenpflegekräfte besitzen ein umfassendes Fachwissen und beraten Sie gern. Nutzen Sie weitere Beratungsmöglichkeiten wie z. B. unsere Prozessmanager (z. B. über die Versorgung nach Ihrem stationären Aufenthalt) den Sozialdienst unseres Klinikums (z.b. zu Krankenund Pflegeversicherungsleistungen, Wohnraumanpassung) unsere Physiotherapeuten (z.b. über Möglichkeiten, Kraft, Balance und Beweglichkeit zu trainieren) Sanitätshäuser (z.b. über Hilfsmittel) Ihren Hausarzt (z.b. über Anpassung der Medikation und Ernährung, Möglichkeiten der ambulanten und stationären Betreuung) Ihre zuständige Krankenkasse (z.b. über angebotene Leistungen) 7

8 Impressum Herausgeber: Klinikum der Stadt Ludwigshafen ggmbh Konzept und Inhalt: Pflegedirektion Text: Pflegedirektion Layout: Redaktion: Unternehmenskoordination und Öffentlichkeitsarbeit Stand: 04/2009 Klinikum der Stadt Ludwigshafen am Rhein ggmbh Bremserstraße Ludwigshafen

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