Kraftspannfutter ROTA THW plus

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1 Original Betriebsanleitung Kraftspannfutter ROTA THW plus Montage- und Betriebsanleitung Superior Clamping and Gripping

2 Impressum Impressum Urheberrecht: Diese Anleitung bleibt urheberrechtlich Eigentum der SCHUNK GmbH & Co. KG. Sie wird nur unseren Kunden und den Betreibern unserer Produkte mitgeliefert und ist Bestandteil des Produktes. Ohne unsere ausdrückliche Genehmigung dürfen diese Unterlagen weder vervielfältigt noch dritten Personen, insbesondere Wettbewerbsfirmen, zugänglich gemacht werden. Technische Änderungen: Änderungen im Sinne technischer Verbesserungen sind uns vorbehalten. Dokumentennummer: Auflage: de SCHUNK GmbH & Co. KG Alle Rechte vorbehalten Sehr geehrter Kunde, wir gratulieren zu Ihrer Entscheidung für SCHUNK. Damit haben Sie sich für höchste Präzision, hervorragende Qualität und besten Service entschieden. Sie erhöhen die Prozesssicherheit in Ihrer Fertigung und erzielen beste Bearbeitungsergebnisse für die Zufriedenheit Ihrer Kunden. SCHUNK-Produkte werden Sie begeistern. Unsere ausführlichen Montage- und Betriebshinweise unterstützen Sie dabei. Sie haben Fragen? Wir sind auch nach Ihrem Kauf jederzeit für Sie da. Mit freundlichen Grüßen Ihre H.-D. SCHUNK GmbH & Co. Spanntechnik KG Lothringer Str. 23 D Mengen Tel Fax ROTA THW plus de

3 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis 1 Allgemeines Warnhinweise Mitgeltende Unterlagen Grundlegende Sicherheitshinweise Bestimmungsgemäße Verwendung Nicht bestimmungsgemäße Verwendung Hinweise auf besondere Gefahren Hinweise zum sicheren Betrieb Wesentliche Veränderungen Personalqualifikation Organisatorische Maßnahmen Verwendung von persönlichen Schutzausrüstungen Gewährleistung Schrauben-Drehmomente Lieferumfang Technische Daten Futterdaten Spannkraft-Drehzahl-Diagramme Berechnung der Spannkraft und Drehzahl Berechnung der notwendigen Spannkraft bei gegebener Drehzahl Berechnungsbeispiel: Notwendige Ausgangsspannkraft Fsp0 für eine gegebene Drehzahl n Berechnung der zulässigen Drehzahl bei gegebener Spannkraft Genauigkeitsklassen Zulässige Unwucht Anbau und Zerlegen des Spannfutters Maßnahmen vor Montagebeginn Anbau des Spannfutters an die Maschinenspindel Zerlegen und Zusammenbau des Spannfutters Funktion und Handhabung Funktion des Spannfutters Handhabung des Futters und der Grundbacken Grundbackenposition Austausch bzw. Ergänzung von Backen Wartung ROTA THW plus de 3

4 Inhaltsverzeichnis 9.1 Schmierung Wartungsintervalle Technischer Zustand Entsorgung Futteraufnahmen und Ersatzteile Futteraufnahmen Ersatzteile Zeichnungen ROTA THW plus de

5 Allgemeines Allgemeines Diese Betriebsanleitung ist integraler Bestandteil des Produktes und enthält wichtige Informationen zur sicheren und richtigen Montage, Inbetriebnahme, Bedienung, Pflege, Wartung und Entsorgung. Diese Anleitung ist für alle Anwender jederzeit zugänglich in unmittelbarer Nähe des Produktes aufzubewahren. Vor der Benutzung des Produktes diese Anleitung, besonders das Kapitel "Grundlegende Sicherheitshinweise" lesen und beachten. ( 2, Seite 7) Wird das Produkt an Dritte weitergegeben, diese Betriebsanleitung beifügen. Abbildungen in dieser Betriebsanleitung dienen dem grundsätzlichen Verständnis des Produktes und können von der tatsächlichen Ausführung abweichen. Wir weisen darauf hin, dass wir für Schäden, die sich durch die Nichtbeachtung dieser Betriebsanleitung ergeben, keine Haftung übernehmen. Warnhinweise Zur Verdeutlichung von Gefahren werden in den Warnhinweisen folgende Signalworte und Symbole verwendet. GEFAHR Gefahren für Personen. Nichtbeachtung führt sicher zu irreversiblen Verletzungen bis hin zum Tod. WARNUNG Gefahren für Personen. Nichtbeachtung kann zu irreversiblen Verletzungen bis hin zum Tod führen. VORSICHT Gefahren für Personen. Nichtbeachtung kann zu leichten Verletzungen führen ROTA THW plus de 5

6 Allgemeines ACHTUNG Sachschaden Informationen zur Vermeidung von Sachschäden. WARNUNG Warnung vor Handverletzung WARNUNG Warnung vor heißen Oberflächen 1.2 Mitgeltende Unterlagen Allgemeine Geschäftsbedingungen Katalogdatenblatt des gekauften Produktes Berechnung der Backenfliehkräfte (Kapitel "Technik" im Drehfutter-Katalog) Die oben genannten Unterlagen stehen als Download unter zur Verfügung ROTA THW plus de

7 Grundlegende Sicherheitshinweise Grundlegende Sicherheitshinweise Von diesem Produkt können Gefahren für Personen und Sachen durch falsche Handhabung, Montage und Wartung ausgehen, wenn diese Betriebsanleitung nicht beachtet wird. Schäden und Mängel sofort dem Betreiber melden und unverzüglich instandsetzen, um den Schadensumfang gering zu halten und die Sicherheit des Produktes nicht zu beeinträchtigen. Es dürfen nur original SCHUNK-Ersatzteile verwendet werden. Bestimmungsgemäße Verwendung Das Spannfutter dient zum Spannen von Werkstücken auf Werkzeugmaschinen und anderen geeigneten technischen Einrichtungen unter besonderer Berücksichtigung der vom Hersteller angegebenen technischen Daten. Die vom Hersteller angegebenen technischen Daten dürfen dabei niemals überschritten werden! Das Produkt ist bestimmt für industrielle Anwendung. Zur bestimmungsgemäßen Verwendung gehört auch, dass der Anwender diese Betriebsanleitung, besonders das Kapitel "Grundlegende Sicherheitshinweise", vollständig gelesen und verstanden hat. Die Höchstdrehzahl des Spannfutters und die notwendige Spannkraft muss vom Betreiber für die jeweilige Spannaufgabe nach den jeweils gültigen Normen bzw. technischen Vorgaben des Herstellers ermittelt werden. (Siehe auch "Berechnungen zu Spannkraft und Drehzahl" im Kapitel "Technische Daten"). ( 6, Seite 18) 2.2 Nicht bestimmungsgemäße Verwendung Eine nicht bestimmungsgemäße Verwendung des Spannfutters liegt z.b. vor: wenn es als Press- oder Stanzwerkzeug, als Werkzeughalter, als Lastaufnahmemittel oder als Hebezeug verwendet wird. wenn es in nicht zulässigen Arbeitsumgebungsbedingungen eingesetzt wird. wenn Werkstücke nicht ordnungsgemäß, unter besonderer Berücksichtigung der vom Hersteller vorgeschriebenen Spannkräfte, gespannt werden. wenn unter Missachtung der geltenden Sicherheitsvorschriften Personen an Maschinen oder technischen Einrichtungen arbeiten, die nicht der EG-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG entsprechen. wenn die vom Hersteller vorgeschriebenen technischen Daten beim Gebrauch des Spannfutters überschritten werden ROTA THW plus de 7

8 Grundlegende Sicherheitshinweise 2.3 Hinweise auf besondere Gefahren Gefahren für Personen und Sachschäden können von diesem Produkt ausgehen, wenn es z.b.: nicht bestimmungsgemäß verwendet wird; unsachgemäß montiert oder gewartet wird; die Sicherheits- und Montagehinweise, die am Einsatzort gültigen Sicherheits- und Unfallverhütungsvorschriften und die EG- Maschinenrichtlinie nicht beachtet werden. GEFAHR Mögliche tödliche Gefahr für das Bedienungspersonal bei einem Energieausfall durch Herausschleudern oder Herabfallen des Werkstückes! Bei einem Energieausfall kann ein sofortiger Ausfall der Spannkraft des Spannfutters eintreten und das Werkstück unkontrolliert freigesetzt werden. Dadurch besteht Gefahr für Leib und Leben des Bedienungspersonals und kann erhebliche Beschädigungen der Anlage zur Folge haben. Der Maschinenhersteller und der Betreiber der Maschine müssen, auf Grund einer von ihnen durchgeführten und dokumentierten Gefährdungsermittlung und Risikobeurteilung, dafür sorgen, dass durch geeignete Maßnahmen bis zum Stillstand der Maschine und der Sicherung des Werkstückes (z.b. durch einen Kran oder ein geeignetes Hebezeug) die Spannkraft des Spannfutters erhalten bleibt. Die Maschinen und Einrichtungen müssen den Mindestanforderungen der EG-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG entsprechen und insbesondere wirksame technische Schutzmaßnahmen gegen mögliche mechanische Gefährdungen besitzen ROTA THW plus de

9 GEFAHR Grundlegende Sicherheitshinweise Mögliche tödliche Gefahr für das Bedienungspersonal nach einem Backenbruch sowie bei einem Versagen des Spannfutters nach Überschreiten der technischen Daten durch Werkstückverlust und wegfliegende Teile! Die vom Hersteller vorgeschriebenen technischen Daten beim Gebrauch des Spannfutters dürfen niemals überschritten werden. Das Spannfutter darf nur an Maschinen und Einrichtungen eingesetzt werden, die den Mindestanforderungen der EG- Maschinenrichtlinie 2006/42/EG entsprechen und insbesondere wirksame technische Schutzmaßnahmen gegen mögliche mechanische Gefährdungen besitzen. GEFAHR Mögliche tödliche Gefahr für das Bedienungspersonal durch Erfassen und Einziehen von Kleidung oder Haaren in die Maschine durch Hängenbleiben am Spannfutter! Lose Kleidung oder lange Haare können z.b. an überstehenden Teilen am Spannfutter hängenbleiben und in die Maschine eingezogen werden! Die Maschinen und Einrichtungen müssen den Mindestanforderungen der EG-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG entsprechen und insbesondere wirksame technische Schutzmaßnahmen gegen mögliche mechanische Gefährdungen besitzen. Mit eng anliegender Kleidung und mit Haarnetz an der Maschine und am Spannfutter arbeiten. WARNUNG Verletzungsgefahr durch Herabfallen des Spannfutters beim Transport, An- und Abbau. Besondere Vorsicht im Gefahrenbereich beim Transport oder dem An- und Abbau des Spannfutters. Die einschlägigen Ladungssicherungsvorschriften im sicheren Umgang mit Kranen, Flurförderzeugen, Anschlagmittel und Lastaufnahmemittel beachten ROTA THW plus de 9

10 Grundlegende Sicherheitshinweise VORSICHT Rutsch- und Sturzgefahr bei verunreinigter Einsatzumgebung des Spannfutters (z.b. durch Kühlschmierstoffe oder Öl). Vor Beginn der Montage- und Installationsarbeiten auf ein sauberes Arbeitsumfeld achten. Geeignete Sicherheitsschuhe tragen. Die Sicherheits- und Unfallverhütungsvorschriften beim Betrieb des Spannfutters, besonders beim Umgang mit Werkzeugmaschinen und anderen technischen Einrichtungen, beachten. VORSICHT Quetschgefahr für Gliedmaßen durch Öffnen und Schließen der Spannbacken beim manuellen Be- und Entladen oder beim Auswechseln beweglicher Teile. Nicht zwischen die Spannbacken greifen. Schutzhandschuhe tragen. Die Sicherheits- und Unfallverhütungsvorschriften beim Betrieb des Spannfutters, besonders beim Umgang mit Werkzeugmaschinen und anderen technischen Einrichtungen, beachten. VORSICHT Verbrennungsgefahr durch Werkstücke mit hoher Temperatur. Bei der Entnahme der Werkstücke Schutzhandschuhe tragen. Eine automatische Beladung bevorzugen ROTA THW plus de

11 VORSICHT Grundlegende Sicherheitshinweise Gefahr von Beschädigungen durch falsch gewählte Spannstellung der Spannbacken zum Werkstück. Durch eine falsch gewählte Spannstellung der Spannbacken zum Werkstück können Grund- und Aufsatzbacken beschädigt werden. Beachten, dass die Werkstückspannung konzentrisch ist. Bei einem Spannfutter mit Backenschnellwechselsystem dürfen die Aufsatzbacken in radialer Richtung nicht über die verwendeten Grundbacken hinausragen. Ausnahme: Die Trägerbacke Variante 3 ragt bauartbedingt über die Futtergrundbacke hinaus. In diesem Fall müssen die Nutensteine immer vollständig in die Nut der Futtergrundbacke eingeschoben sein. VORSICHT Gefährdung durch Vibration durch mit Unwucht rotierende Teile und Lärmentwicklung. Physische und psychische Belastungen durch unwuchtige Werkstücke und Lärm während des Bearbeitungsprozesses am gespannten und rotierenden Werkstück. Rund- und Planlauf des Spannfutters beachten. Möglichkeiten zur Beseitigung von Unwuchten an Sonder- Aufsatzbacken und Werkstücken prüfen. Drehzahl verringern. Gehörschutz tragen. 2.4 Hinweise zum sicheren Betrieb Die Maschinenspindel darf erst anlaufen, wenn der Spanndruck im Spannzylinder aufgebaut ist und die Spannung im zulässigen Arbeitsbereich erfolgt. Das Lösen der Spannung darf erst bei Stillstand der Maschinenspindel möglich sein. Bei Ausfall der Spannenergie muss das Werkstück bis zum Spindelstillstand und der Sicherung des Werkstückes fest eingespannt bleiben. Die sicherheitstechnischen Angaben der entsprechenden Betriebsanleitungen müssen genau befolgt werden ROTA THW plus de 11

12 Grundlegende Sicherheitshinweise Funktionsprüfung Nach dem Aufbau des Spannfutters muss vor Inbetriebnahme dessen Funktion geprüft werden. Zwei wichtige Punkte sind: Spannkraft! Bei max. Betätigungskraft/Druck muss die für das Spannfutter angegebene Spannkraft erreicht werden. Hubkontrolle! Der Hub des Spannkolbens muss in der vorderen und hinteren Endlage einen Sicherheitsbereich aufweisen. Die Maschinenspindel darf erst anlaufen, wenn der Spannkolben den Sicherheitsbereich durchfahren hat. Für die Spannwegüberwachung dürfen nur Grenztaster eingesetzt werden, die den Anforderungen für Sicherheitsgrenztaster nach DIN EN entsprechen. Bei der Festlegung der erforderlichen Spannkraft zur Bearbeitung eines Werkstückes ist die Fliehkraft der Spannbacken zu berücksichtigen (nach VDI 3106). Werden die Spannbacken gewechselt, so ist es erforderlich, die Hubkontrolle auf die neue Situation abzustimmen. Drehzahl GEFAHR Mögliche tödliche Gefahr für das Bedienungspersonal bei überschreiten der Höchstdrehzahl des Spannfutters durch Werkstückverlust und wegfliegende Teile! Kann die Werkzeugmaschine oder die technische Einrichtung eine höhere Drehzahl als die Höchstdrehzahl des Spannfutters erreichen, muss eine sichere Drehzahlbegrenzung eingebaut und die Wirksamkeit der sicheren Drehzahlbegrenzung nachgewiesen sein! Wartungsvorschriften Die Zuverlässigkeit und die Sicherheit des Spannfutters kann nur gewährleistet sein, wenn die Wartungsvorschriften des Herstellers durch den Betreiber beachtet werden. Zum Abschmieren empfehlen wir unser bewährtes Spezialfett LINO MAX. Ungeeignete Schmiermittel können die Funktion des Spannfutters (Spannkraft, Reibwert, Verschleißverhalten) negativ beeinflussen. (Produktinformationen zu LINO MAX befinden sich im Kapitel "Zubehör" im SCHUNK-Drehfutter-Katalog oder können bei SCHUNK angefordert werden). Eine geeignete Hochdruckfettpresse verwenden um alle Schmierstellen sicher zu erreichen ROTA THW plus de

13 Grundlegende Sicherheitshinweise Zur richtigen Fettverteilung den Spannkolben mehrmals bis zu seinen Endstellungen durchfahren, nochmals abschmieren und anschließend die Spannkraft kontrollieren. Es ist empfehlenswert, die Spannkraft vor Neubeginn einer Serienarbeit und zwischen den Wartungsintervallen mit einem Spannkraftmessgerät zu kontrollieren.»nur eine regelmäßige Kontrolle gewährleistet eine optimale Sicherheit«. Die Spannkraftmessung sollte immer in dem Zustand des Spannfutters durchgeführt werden, wie es für die aktuelle Spannsituation eingesetzt wird. Werden Aufsatzbacken mit Spannstufen eingesetzt, muss in derselben Stufe, wie für die jeweilige Spannaufgabe gemessen werden. Bei hohen Arbeitsdrehzahlen muss, infolge der auf die Spannbacken wirkenden Fliehkraft, mit Spannkraftverlusten gerechnet werden. Der Wert für die Betriebsspannkraft muss in diesem Fall über eine dynamische Messung ermittelt werden. Nach spätestens 500 Spannhüben den Spannkolben mehrmals bis an seine Endstellung durchzufahren. (Das Schmiermittel wird dadurch wieder an die Flächen der Kraftübertragung herangeführt. Die Spannkraft bleibt somit für längere Zeit erhalten). Sicherheitshinweise bei der Instandhaltung Bei der Instandhaltung alle geltenden Rechtsnormen für Sicherheit und Gesundheit beachten. Unter besonderer Berücksichtigung des Arbeitssystems und der Gefährdungsermittlung geeignete persönliche Schutzausrüstungen benutzen, insbesondere Schutzhandschuhe, Schutzbrillen und Sicherheitsschuhe. GEFAHR Mögliche tödliche Gefahr für das Bedienungspersonal durch ein Versagen des Spannfutters bei Missachtung der Wartungs- und Instandhaltungsvorschriften des Spannfutters! Die vom Hersteller angegebenen Instandhaltungsvorschriften müssen für einen sicheren Betrieb des Spannfutters eingehalten werden. Die Arbeiten sind von befähigtem und sicherheitstechnisch unterwiesenem Fachpersonal durchzuführen. Einsatz von Sonderspannbacken Beim Einsatz von Sonder-Spannbacken die nachfolgenden Regeln beachten: Die Spannbacken sollten so leicht und so niedrig wie möglich gestaltet werden. Der Spannpunkt muss möglichst nahe am ROTA THW plus de 13

14 Grundlegende Sicherheitshinweise Futtergesicht liegen (Spannpunkte mit größerem Abstand verursachen in der Backenführung eine höhere Flächenpressung und können die Spannkraft wesentlich verringern). Keine geschweißten Backen verwenden. Sind die Sonderbacken aus konstruktiven Gründen schwerer als die dem Spannmittel zugeordneten Aufsatzbacken, müssen die damit verbundenen höheren Fliehkräfte bei der Festlegung der erforderlichen Spannkraft und der Richtdrehzahl berücksichtigt werden. Die Backenbefestigungsschrauben in die am weitest auseinanderliegenden Bohrungen einschrauben. Die max. Richtdrehzahl darf nur bei max. eingeleiteter Betätigungskraft und einem einwandfreien und voll funktionsfähigen Spannfutter eingesetzt werden. Nach einer Kollision des Spannfutters muss es vor erneutem Einsatz einer Rissprüfung unterzogen werden. Beschädigte Teile müssen durch original SCHUNK-Ersatzteile ersetzt werden. Die Befestigungsschrauben der Spannbacken müssen bei Verschleißerscheinung oder Beschädigung ausgetauscht werden. Nur Schrauben der Qualität 12.9 verwenden Wesentliche Veränderungen Wesentliche Veränderungen am Spannfutter dürfen nicht durchgeführt werden. Durch eine wesentliche Veränderung des Spannfutters durch den Betreiber erlischt die Konformität mit der EG-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG! 2.5 Personalqualifikation Die Montage und Demontage, die Inbetriebnahme, der Betrieb und die Instandhaltung des Spannfutters darf nur von befähigtem und sicherheitstechnisch unterwiesenem Fachpersonal durchgeführt werden. Allen Personen, die mit der Bedienung, Wartung und Instandsetzung unseres Spannfutters beauftragt sind, muss die Betriebsanleitung, insbesondere das Kapitel "Grundlegende Sicherheitshinweise", zur Verfügung gestellt werden. Wir empfehlen dem Betreiber interne Sicherheitsbetriebsanweisungen zu erstellen. Auszubildende dürfen an Maschinen und technischen Einrichtungen, in die ein Spannfutter eingebaut ist, nur beschäftigt werden, wenn sie immer unter Leitung und Aufsicht von befähigtem Fachpersonal stehen ROTA THW plus de

15 Grundlegende Sicherheitshinweise 2.6 Organisatorische Maßnahmen Einhaltung der Vorschriften Der Betreiber hat durch geeignete Organisations- und Instruktionsmaßnahmen sicherzustellen, dass die einschlägigen Sicherheitsvorschriften und Sicherheitsregeln von den Personen, die mit der Bedienung, Wartung und Instandsetzung des Spannfutters betraut sind, beachtet werden. Kontrolle des Verhaltens Der Betreiber muss zumindest gelegentlich das sicherheits- und gefahrenbewusste Verhalten des Personals kontrollieren. Gefahrenhinweise Der Betreiber muss darauf achten, dass die Sicherheits- und Gefahrenhinweise an der Maschine, an der das Spannfutter angebaut ist, beachtet werden und dass die Hinweisschilder in gut lesbarem Zustand sind. Störungen Treten am Spannfutter sicherheitsrelevante Störungen auf, oder lässt das Produktionsverhalten auf solche schließen, ist die Werkzeugmaschine, an der das Spannfutter angebracht ist, sofort stillzusetzen und zwar so lange, bis die Störung gefunden und beseitigt ist. Störungen nur durch Fachpersonal beheben lassen. Ersatzteile Grundsätzlich dürfen nur original SCHUNK-Ersatzteile verwendet werden. Umweltschutzvorschriften Die geltenden Rechtsnormen bei der Entsorgung beachten. 2.7 Verwendung von persönlichen Schutzausrüstungen Bei Verwendung dieses Produktes die einschlägigen Arbeitsschutzbestimmungen beachten und die erforderlichen persönlichen Schutzausrüstungen (PSA), mindestens Kategorie 2, verwenden! ROTA THW plus de 15

16 Gewährleistung / Schrauben-Drehmomente 3 Gewährleistung Die Gewährleistung beträgt 24 Monate ab Lieferdatum Werk bei bestimmungsgemäßem Gebrauch unter folgenden Bedingungen: Beachtung der mitgeltenden Unterlagen ( 1.2, Seite 6) Beachtung der Umgebungs- und Einsatzbedingungen Beachtung der maximalen Spannzyklen ( 6, Seite 18) Beachtung der vorgeschriebenen Wartungs- und Schmierintervalle ( 9, Seite 34) Werkstück berührende Teile und Verschleißteile sind nicht Bestandteil der Gewährleistung. Schrauben-Drehmomente Anzugsdrehmomente für die Befestigungsschrauben zum Aufspannen des Futters auf Drehmaschinen oder anderen geeigneten technischen Einrichtungen (Schrauben-Qualität 10.9) Schraubengröße M6 M8 M10 M12 M14 M16 M18 M20 M22 M24 M27 M30 Anziehdrehmomente M A (Nm) Anzugsdrehmomente für die Befestigungsschrauben von Aufsatzbacken auf das Spannfutter (Schrauben-Qualität 12.9) Schraubengröße M6 M8 M10 M12 M14 M16 M20 M24 Anziehdrehmomente M A (Nm) ROTA THW plus de

17 Lieferumfang 5 Lieferumfang ROTA THW plus 165, 185, 215: 1 Kraftspannfutter 1 Satz Grundbacken 3 Befestigungsschrauben 1 Ausklinkschlüssel 1 Bedienungsanleitung 1 Kurzbedienungsanleitung ROTA THW plus 260, 315: 1 Kraftspannfutter 1 Satz Grundbacken 3 Befestigungsschrauben 1 Ausklinkschlüssel 1 Bedienungsanleitung 1 Kurzbedienungsanleitung 1 Montageschlüssel ROTA THW plus de 17

18 Technische Daten Technische Daten Futterdaten ROTA THW plus Max. Betätigungskraft [kn] Max. Spannkraft [kn] Max. Drehzahl [min ¹] Hub pro Backe [mm] Kolbenhub [mm] Durchlassbohrung [mm] Gewicht [kg] Einsatztemperatur C Fliehmoment der Grundbacke mit Spitzverzahnung M cgb [kgm] Für das Spannfutter THW plus ist es erforderlich, diese Daten spezifisch zu ermitteln. Berechnungsbeispiele befinden sich im Kapitel "Technik" im SCHUNK-Drehfutter- Katalog oder im Kapitel "Sonderbacken/Technik" im SCHUNK-Spannbacken-Katalog. Diese Kataloge stehen auch als Download unter zur Verfügung. Die maximal zulässige Drehzahl für die spezielle Bearbeitung muss vom Anwender auf der Grundlage der erforderlichen Spannkräfte bestimmt werden. Diese Drehzahl darf die maximale Drehzahl des Spannfutters nicht überschreiten. Gewährleistung und maximale Spannzyklen Gewährleistungsdauer Maximale Spannzyklenanzahl 24 Monate Zyklen Bei ungehärteten Aufsatzbacken oder Sonderbacken auf möglichst geringes Gewicht der Backen achten. Bei ungehärteten Aufsatzbacken oder Sonderbacken muss für die jeweilige Zerspanungsaufgabe die zulässige Drehzahl nach VDI 3106 rechnerisch ermittelt werden, wobei die maximale Richtdrehzahl nicht überschritten werden darf. Die rechnerisch ermittelten Werte müssen durch eine dynamische Messung mit einem Spannkraftmessgerät überprüft werden ROTA THW plus de

19 Technische Daten 6.2 Spannkraft-Drehzahl-Diagramme Die Diagramme beziehen sich auf ein 3-Backenfutter. Spannkraft-/Drehzahlkurven sind mit harten Backen ermittelt worden. Dabei wurde die max. Betätigungskraft eingeleitet und die Backen bündig mit dem Futteraußendurchmesser gesetzt. Das Futter ist dabei in einwandfreiem Zustand und mit SCHUNK- Spezialfett LINO MAX abgeschmiert. Bei Veränderungen einer oder mehrerer dieser Voraussetzungen sind die Diagramme nicht mehr gültig. Futteraufbau für Spannkraft / Drehzahl-Diagramm F/3 Spannkraft pro Backe F max Max. Betätigungskraft r s Schwerpunktradius S Schwerpunkt Spannkraft-Drehzahl-Diagramm ROTA THW plus ROTA THW plus de 19

20 Technische Daten Spannkraft-Drehzahl-Diagramm ROTA THW plus Spannkraft-Drehzahl-Diagramm ROTA THW plus Spannkraft-Drehzahl-Diagramm ROTA THW plus ROTA THW plus de

21 Technische Daten Spannkraft-Drehzahl-Diagramm ROTA THW plus Berechnung der Spannkraft und Drehzahl Legende Fehlende Informationen oder Angaben können vom Hersteller angefordert werden! F c Gesamtfliehkraft [N] M cab Fliehmoment Aufsatzbacken [kgm] F sp Wirksame Spannkraft [N] M cgb Fliehmoment Grundbacken [kgm] F spmin erforderliche Mindestspannkraft [N] n Drehzahl [min -1 ] F sp0 Ausgangsspannkraft [N] r s Schwerpunktradius [m] F spz Zerspankraft [N] r sab Schwerpunktradius Aufsatzbacke [m] m AB Masse einer Aufsatzbacke [kg] s sp Sicherheitsfaktor Spannkraft m B Masse Spannbackensatz [kg] s z Sicherheitsfaktor Zerspanen M c Fliehkraftmoment [kgm] Σ s Max. Spannkraft des Futters [N] Berechnung der notwendigen Spannkraft bei gegebener Drehzahl Die Ausgangsspannkraft F sp0 ist die Gesamtkraft, die durch Betätigung des Drehfutters im Stillstand radial über die Backen auf das Werkstück einwirkt. Unter Drehzahleinfluss erzeugt die Backenmasse eine zusätzliche Fliehkraft. Die Fliehkraft verringert, bzw. vergrößert die Ausgangsspannkraft in Abhängigkeit, ob von außen nach innen oder von innen nach außen gespannt wird. Die Summe aus Ausgangsspannkraft F sp0 und Gesamtfliehkraft F c ist die wirksame Spannkraft F sp. ( ) für Spannen von außen nach innen (+) für das Spannen von innen nach außen ROTA THW plus de 21

22 Technische Daten GEFAHR Gefahr für Leib und Leben des Bedienungspersonals und erhebliche Sachschäden bei Überschreitung der Grenzdrehzahl (Abb. 1)! Bei einer Spannung von außen nach innen verringert sich mit steigender Drehzahl die wirksame Spannkraft um den Betrag der größer werdenden Fliehkraft (Kräfte sind entgegengerichtet). Bei Überschreitung der Grenzdrehzahl wird die erforderliche Mindestspannkraft F spmin unterschritten. In Folge dessen wird das Werkstück unkontrolliert freigesetzt. Die errechnete Drehzahl nicht überschreiten. Die erforderliche Mindestspannkraft nicht unterschreiten. Abb. 1 Verringerung der wirksamen Spannkraft um den Betrag der Gesamtfliehkraft, bei einer Spannung von außen nach innen. Die notwendige wirksame Spannkraft für die Zerspanung F sp berechnet sich aus dem Produkt der Zerspanungskraft F spz mit dem Sicherheitsfaktor S z. Dieser Faktor berücksichtigt Unsicherheiten in der Berechnung der Zerspanungskraft. Laut VDI 3106 gilt: S z 1.5. Hieraus lässt sich die Berechnung der Ausgangsspannkraft im Stillstand ableiten: (+) für Spannen von außen nach innen ( ) für das Spannen von innen nach außen ROTA THW plus de

23 ACHTUNG Technische Daten Diese errechnete Kraft darf nicht größer sein als die maximale Spannkraft ΣS welche auf dem Futter eingraviert ist. Siehe auch Tabelle "Futterdaten" ( 6.1, Seite 18) Aus der oberen Formel ist ersichtlich, dass die Summe aus wirksamer Spannkraft F sp und Gesamtfliehkraft F c mit dem Sicherheitsfaktor für die Spannkraft S sp multipliziert wird. Laut VDI 3106 gilt auch hier: S sp 1.5. Die Gesamtfliehkraft F c ist zum einen von der Summe der Massen aller Backen und zum anderen von dem Schwerpunktradius sowie von der Drehzahl abhängig. ACHTUNG Aus Sicherheitsgründen gilt laut DIN EN 1550, dass die Fliehkraft maximal 67% der Ausgangsspannkraft betragen darf. Die Formel für die Berechnung der Gesamtfliehkraft F c lautet: Dabei ist n die gegebene Drehzahl in min -1. Das Produkt m B r s wird als das Fliehkraftmoment M c bezeichnet. Bei Spannfuttern mit geteilten Spannbacken, d.h. mit Grund- und Aufsatzbacken, bei denen die Grundbacken ihre radiale Stellung nur um den Betrag des Hubes ändern, müssen Fliehmoment der Grundbacken M cgb und Fliehmoment der Aufsatzbacken M cab addiert werden: Das Fliehmoment der Grundbacken M cgb wird aus der Tabelle "Futterdaten" ( 6.1, Seite 18) entnommen, das Fliehmoment der Aufsatzbacken M cab wird errechnet gemäß: Berechnungsbeispiel: Notwendige Ausgangsspannkraft Fsp0 für eine gegebene Drehzahl n Für die Zerspanungsaufgabe sind folgende Daten bekannt: Spannen von außen nach innen (Anwendungsspezifisch) Zerspanungskraft F spz = 3000 N (Anwendungsspezifisch) ROTA THW plus de 23

24 Technische Daten max. Drehzahl n max = 3200 min -1 (Tabelle "Futterdaten") Drehzahl n = 1200 min -1 (Anwendungsspezifisch) Masse einer (!) Aufsatzbacke m AB = 5.33 kg (Anwendungsspezifisch) Schwerpunktradius der Aufsatzbacke r sab = m (Anwendungsspezifisch) Sicherheitsfaktor S z = 1.5 (nach VDI 3106) Sicherheitsfaktor S sp = 1.5 (nach VDI 3106) Hinweis: Massen der Backenbefestigungsschrauben und Nutensteine sind nicht berücksichtigt. Zuerst wird die notwendige wirksame Spannkraft F sp mit Hilfe der gegebenen Zerspanungskraft ermittelt: Ausgangsspannkraft im Stillstand: Ermittlung der Gesamtfliehkraft: Für zweiteilige Spannbacken gilt: Entnahme der Fliehmomente der Grundbacke und der Aufsatzbacke aus Tabelle "Futterdaten": Für das Fliehmoment der Aufsatzbacke gilt: Fliehmoment für eine Backe: Das Futter hat 3 Backen, das Gesamtfliehmoment beträgt: Jetzt kann die Gesamtfliehkraft berechnet werden: Ausgangsspannkraft im Stillstand, welche gesucht war: ROTA THW plus de

25 Technische Daten Berechnung der zulässigen Drehzahl bei gegebener Spannkraft Mit der folgenden Formel lässt sich die zulässige Drehzahl bei gegebener Ausgangsspannkraft im Stillstand ermitteln: ACHTUNG Die errechnete zulässige Drehzahl, darf aus Sicherheitsgründen die auf dem Futter eingetragene Höchstdrehzahl nicht überschreiten! Berechnungsbeispiel: Zulässige Drehzahl für eine gegebene wirksame Spannkraft Aus vorgehender Rechnung sind folgende Daten bekannt: Ausgangsspannkraft im Stillstand F sp0 = N Zerspanungskraft für die Zerspanungsaufgabe F spz = 3000 N (Anwendungsspezifisch) Gesamtfliehmoment aller Backen M c = kgm Sicherheitsfaktor S z = 1.5 (nach VDI 3106) Sicherheitsfaktor S sp = 1.5 (nach VDI 3106) HINWEIS: Massen der Backenbefestigungsschrauben und Nutensteine sind nicht berücksichtigt. Gesucht wird die zulässige Drehzahl: Die errechnete Drehzahl n zul = 1495 min -1, ist kleiner als die maximal zulässige Drehzahl des Futters n max = 3200 min -1 (siehe Tabelle "Futterdaten" ( 6.1, Seite 18)). Diese errechnete Drehzahl darf verwendet werden. 6.4 Genauigkeitsklassen Die Rund- und Planlauftoleranzen entsprechen den technischen Lieferbedingungen für Drehfutter nach DIN ISO Zulässige Unwucht Die zulässige Unwucht für Drehfutter entspricht der Gütestufe G 6.3 nach DIN ISO ROTA THW plus de 25

26 Anbau und Zerlegen des Spannfutters Anbau und Zerlegen des Spannfutters Die angegebenen Positionsnummern zu den entsprechenden Einzelteilen beziehen sich auf das Kapitel Zeichnungen ( 12, Seite 38). Maßnahmen vor Montagebeginn Das Produkt vorsichtig (z.b. mit geeignetem Hebezeug) aus der Verpackung heben. VORSICHT Verletzungsgefahr durch scharfe Kanten und durch raue oder rutschige Oberflächen Persönliche Schutzausrüstung, insbesondere Schutzhandschuhe, verwenden. Die Lieferung auf Vollständigkeit und Transportschäden überprüfen. 7.2 Anbau des Spannfutters an die Maschinenspindel Prüfung der Futteraufnahme Maschinenspindelkopf bzw. fertig bearbeiteter Zwischenflansch auf Rund- und Planlauf prüfen. Zulässig sind mm nach DIN Die Anlagefläche muss an den Bohrungen entgratet und sauber sein. Anbau des ROTA THW plus-futters Durch Betätigung des Spannzylinders das Zugrohr in vorderste Stellung fahren (siehe Abb. 2). Abb. 2: ROTA THW plus de

27 Anbau und Zerlegen des Spannfutters Kolben in vorderster Stellung R1 = Futterkolben in vorderste Stellung drücken und mit Tiefenmaß ausmessen R2 = R mm (max mm) Es muss gewährleistet sein, dass der Kolben in die vorderste (Backenwechsel-)Stellung gebracht werden kann. Dies wird erreicht indem die Maße für den Anbau (siehe Abb. 2) eingehalten werden. Futterkolben (Pos. 3) in vordere Stellung schieben. Futter der Größe 165, 185 und 215 Die Grundbacken so versetzen, dass sie nicht über die Futteraußenkante überstehen. Das ganze Futter muss auf das Zugrohr (-stange) gedreht werden. Mit den mitgelieferten Befestigungsschrauben das Futter auf der Spindelnase wechselseitig anziehen. Rund- und Planlauf am Kontrollrand prüfen. Funktion und Größe der Betätigungskraft überprüfen. Zylinder in vordere Stellung fahren. Keilstangen mit dem mitgelieferten Ausklinkschlüssel entriegeln und die Grundbacken entsprechend der Signierung 1, 2 bzw. 3 in die Backenführung des Futters einschieben bzw. versetzen. Leichtgängigkeit der Grundbacken und Backenhub kontrollieren. Futter der Größe 260 und 315 Die Grundbacken bis zur äußersten Markierung (siehe Zeichnungen, Kapitel 11) versetzen. Die Schrauben (Pos. 43) entfernen und mit dem Abdrückgewinde die Schutzbüchse (Pos. 4) aus dem Futterkörper (Pos. 1) abdrücken und anschließend ganz herausziehen. Das Futter mit einer Ringschraube fluchtend zur Spindelmitte vor die Spindelnase heben. Die drehbare Zugbüchse (Pos. 18) wird mit dem mitgelieferten Montagewerkzeug bis zum Anschlag auf das Zugrohr aufgeschraubt. Mit den mitgelieferten Befestigungsschrauben das Futter auf der Spindelnase wechselseitig anziehen. Rund- und Planlauf am Kontrollrand prüfen. Funktion und Größe der Betätigungskraft überprüfen ROTA THW plus de 27

28 Anbau und Zerlegen des Spannfutters Die Schutzbüchse (Pos. 4) mit den Schrauben (Pos. 43) in den Futterkörper einsetzen und befestigen. Den Zylinder in die vordere Stellung fahren. Keilstangen mit dem mitgelieferten Ausklinkschlüssel entriegeln und Grundbacken entsprechend der Signierung 1, 2 bzw. 3 in die Backenführung des Futters einschieben bzw. versetzen. Leichtgängigkeit der Grundbacken und Backenhub kontrollieren. Die Demontage der Spindel erfolgt sinngemäß in umgekehrter Reihenfolge. Den Haltering (Pos. 17) in regelmäßigen Abständen auf festen Sitz überprüfen (siehe Abb. 3). Abb. 3 A B C D E F O-Ring ROTA THW plus M54 x x 2.62 ROTA THW plus M64 x x 2 ROTA THW plus M78 x x 2 ROTA THW plus M90 x x 2 ROTA THW plus M115 x x ROTA THW plus de

29 Anbau und Zerlegen des Spannfutters 7.3 Zerlegen und Zusammenbau des Spannfutters Das Spannfutter darf nur in abgebautem Zustand (siehe Anbau des Spannfutters, Kapitel ( 7.2, Seite 26)) zerlegt werden. Die Grundbacken (Pos. 2) können im Futter verbleiben. Diese in die äußerste zulässige Stellung bringen. Dazu den Futterkolben (Pos. 3) in die vordere Endstellung bewegen. Schrauben (Pos. 43) entfernen und mit dem Abdrückgewinde die Schutzbüchse (Pos. 4) aus dem Futterkörper (Pos. 1) abdrücken und anschließend ganz herausziehen. Schrauben (Pos. 42/44) aus der Aufnahme (Pos. 7) entfernen. Lage der Aufnahme (Pos. 7) zum Futterkörper (Pos. 1) kennzeichnen. Schrauben (Pos. 40/41) einige Gewindegänge lösen und mit einem Gummihammer leicht auf die Schraubenköpfe schlagen. Dadurch löst sich die Aufnahme (Pos. 7) von der Zentrierung des Futterkörpers (Pos. 1). Schrauben entfernen und Aufnahme abnehmen. Sicherungsbolzen (Pos. 14) mit Druckfeder (Pos. 35) und Federbolzen (Pos. 13) entfernen. Ausklinkbolzen (Pos. 8) mit Kugeln (Pos. 37) mit einem geeigneten Werkzeug durch die Bohrung des Sicherungsbolzens herausdrücken und entfernen. Die Dichtung (Pos. 33) auf Beschädigung und Verschleiß kontrollieren, ggf. ersetzen. HINWEIS: Der Kugelmechanismus kann zu einer metallischen Geräuschentwicklung führen. Futterkolben (Pos. 3) gemeinsam mit den drei Keilstangen (Pos. 9) aus dem Futterkörper (Pos. 1) herausziehen. Die einzelnen Keilstangen (Pos. 9) sind in der Position im Futterkörper (Pos. 1) gemäß der Nummerierung am Umfang gekennzeichnet. Der Kolben hat an der radialen Stirnseite am Kolbenschrägzug eine Punktmarkierung. Diese ist bei der Montage der Grundbackenführung 1 zugeordnet. Grundbacken (Pos. 2) aus dem Futterkörper (Pos. 1) herausschieben. Die Dichtung (Pos. 31) im Futterkolben (Pos. 3) zur Schutzbüchse (Pos. 4) und Dichtung (Pos. 32) zum Zugrohr auf Beschädigung und Verschleiß kontrollieren, ggf. ersetzen ROTA THW plus de 29

30 Anbau und Zerlegen des Spannfutters Eine Keilstange (Pos. 9) besteht insgesamt aus 9 Teilen. Durch Federspannung sind der Druckbolzen (Pos. 12) und die Druckstücke (Pos. 16) vorgespannt. Die Keilstange (Pos. 9) mit entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen und mit Schutzbrille demontieren. Der Exzenterbolzen (Pos. 10) schließt mit seinem Schlitz für den Ausklinkbolzen (Pos. 8) in Verlängerung der Nut in der Keilstange (Pos. 9) an. Dies ist die Stellung für den Betrieb und die Montage des Futters. Für die Demontage muss der Exzenterbolzen (Pos. 10) mit einem geeigneten Werkzeug im Uhrzeigersinn um ca. 15 gedreht werden. Exzenterbolzen (Pos. 10) von der Schrägzugseite der Keilstange (Pos. 9) bis auf ca. 6 mm herausschieben. Dann wird der Druckbolzen (Pos. 12) sichtbar. Durch leichten Druck auf die Verzahnung wird die Verschiebekraft reduziert. Druckbolzen (Pos. 12) gegen herausschleudern sichern und dann Exzenterbolzen (Pos. 10) vollständig aus der Keilstange (Pos. 9) entnehmen. Winkel mit Raststift (Pos. 15) und Druckstück (Pos. 16) mit Druckfeder (Pos. 34) von der Keilstange abnehmen. Der Stift (Pos. 11) ist fest in den Exzenterbolzen (Pos. 10) eingeklebt. Alle Einzelteile reinigen und auf Beschädigungen und Verschleiß überprüfen. Es dürfen nur original SCHUNK-Ersatzteile verwendet werden. Die Montage des Spannfutters erfolgt sinngemäß in umgekehrter Reihenfolge. Teile vor der Montage gut mit Spezialfettpaste LINO MAX einfetten. VORSICHT Allergische Reaktionen durch Schmierfett bei Hautkontakt! Schutzhandschuhe tragen ROTA THW plus de

31 Funktion und Handhabung Funktion und Handhabung Die angegebenen Positionsnummern zu den entsprechenden Einzelteilen beziehen sich auf das Kapitel Zeichnungen ( 12, Seite 38). Funktion des Spannfutters Die Keilstangenfutter Typ THW plus werden durch umlaufende Voll- oder Hohlspannzylinder betätigt. Die axialen Zug- bzw. Druckkräfte werden über tangentiale im Futterkörper liegende Keilstangen zur radialen Backenspannkraft umgelenkt. 8.2 Handhabung des Futters und der Grundbacken Der Spann- und Öffnungsweg der Spannbacken wird vom Spannzylinder vorgegeben. Das Versetzen oder Wechseln der Grundbacken mit aufgeschraubten Aufsatzbacken erfolgt in geöffneter Spannstellung. Aus Sicherheitsgründen ist in dieser Futterkolbenposition die Verzahnung der Grundbacken noch im Eingriff. Die Entriegelung der Grundbacken wird manuell vollzogen. VORSICHT Wegen des Backenhubes besteht bei Handbeladung Quetschgefahr! Wir empfehlen eine automatische Beladung. Die Backenstellung ist bei Handbeladung so einzurichten, dass keine Verletzungsgefahr beim Einlegen der Teile auftreten kann. Der max. Öffnungsspalt muss kleiner als 4 mm sein, wenn das Werkstück auf einer der Backen aufliegt. Für jede Backenführung ist am Futterumfang ein Ausklinkbolzen (Pos. 8) mit Innensechskant angeordnet, der mit dem Ausklinkschlüssel (Pos. 90) verdreht werden kann. Durch das Verdrehen des Ausklinkbolzens wird die Verzahnung der Keilstange (Pos. 9) gegen Federdruck axial aus der Verzahnung der Grundbacke (Pos. 2) gefahren. In dieser Stellung können die Grundbacken radial nach innen oder außen verschoben bzw. gewechselt werden. Ein Herausziehen des Ausklinkschlüssels ist in dieser Position nicht möglich. Der Ausklinkschlüssel wird verriegelt, solange keine Spannbacken in den Funktionsbereich gebracht wurden! Der Funktionsbereich bedeutet, dass die Grundbacke im Eingriff der Verzahnung des Winkels ist ROTA THW plus de 31

32 Funktion und Handhabung ACHTUNG Der Futterkolben (Pos. 3) darf nicht bewegt werden solange sich der Ausklinkschlüssel (Pos. 90) in einem der Ausklinkbolzen (Pos. 8) des Futters befindet. Gefahr der Beschädigung des Spannfutters. ACHTUNG Beim Wechseln der Schutzbüchse (Pos. 4) wird die Futtermechanik geöffnet. Es dürfen dabei keine Späne in die Futtermechanik eindringen. Wenn keine Schutzbüchse im Spannfutter montiert ist, darf das Spannfutter nicht betätigt werden bzw. der Futterkolben (Pos. 5) nicht bewegt werden! Gefahr der Beschädigung des Spannfutters. VORSICHT Quetschgefahr durch die offene Futtermechanik beim Schutzbüchsenwechsel. Nicht in die offene Futtermechanik greifen! Schutzhandschuhe tragen. 8.3 Grundbackenposition Auf der Futterplanseite ist eine Markierungslinie zwischen den Backenführungen eingefräst (siehe Zeichnung ( 12, Seite 38)). Diese Markierungslinie ist die Positionierhilfe der Grund- bzw. Aufsatzbacken. Die äußerste Grund- bzw. Blockbackenstellung ist erreicht, wenn in der Backenwechselstellung (Spannfutter geöffnet) die Stirnseite der Grundbacke bzw. der ungeteilten Aufsatzbacke mit der Markierungslinie übereinstimmt. Diese Backenposition muss unbedingt eingehalten werden, damit bei der Kraftübertragung von den Keilstangen zu den Grundbacken bzw. Aufsatzbacken alle Zähne im Eingriff sind. 8.4 Austausch bzw. Ergänzung von Backen Spannbacken für höchste Spannwiederholgenauigkeit müssen im Spannfutter unter Spanndruck ausgedreht bzw. ausgeschliffen werden ROTA THW plus de

33 Funktion und Handhabung Beim Ausdrehen bzw. Ausschleifen darauf achten, dass der Ausdrehring bzw. Ausdrehbolzen von den Aufsatzbacken und nicht von den Grundbacken gespannt wird. Grund- und Aufsatzbacken für wiederkehrende Arbeiten verschraubt aufbewahren. Backenbefestigungsschrauben mit dem vorgeschriebenem Drehmoment festziehen ( 4, Seite 16). Backenbefestigungsschrauben mit einem Drehmomentschlüssel festziehen. Keinesfalls die Schrauben mit einer Rohrverlängerung oder mit Hammerschlägen festziehen ROTA THW plus de 33

34 Entsorgung Wartung Schmierung Um die sichere Funktion und hohe Qualität des Spannfutters zu erhalten, muss dieses regelmäßig abgeschmiert werden. Abb. 4 A 3 Schmiernippel am Futterumfang (3 x 120 ) Das Spannfutter in geöffnete Stellung fahren. An den 3 Schmiernippeln (A - siehe Abb. 4) mit einer Hochdruckfettpresse, je nach Futtergröße jeweils 2-6 Hübe, mit SCHUNK-Spezialfett LINO MAX abschmieren. Zur optimalen Fettverteilung muss der Spannkolben nach dem Abschmieren mehrmals den gesamten Spannhub verfahren. Spannkraft prüfen, gegebenenfalls Vorgang wiederholen. Futtergröße Anzahl der Hübe Alle drei Segmente gleichmäßig abschmieren, um Unwuchten zu vermeiden. (Produktinformationen zu LINO MAX befinden sich im Kapitel "Zubehör" im SCHUNK-Drehfutter-Katalog oder können bei SCHUNK angefordert werden). VORSICHT Allergische Reaktionen durch Schmierfett bei Hautkontakt! Schutzhandschuhe tragen ROTA THW plus de

35 Entsorgung 9.2 Wartungsintervalle Abschmieren der Schmierstellen: Schmierintervall alle 25 Stunden alle 8 Stunden nach 1200 Stunden oder bei Bedarf Beanspruchung normal / Kühlmitteleinsatz hoch / Kühlmitteleinsatz Ganzreinigung mit Zerlegen des Futters, je nach Schmutzart und -menge 9.3 Technischer Zustand Bei kleinstmöglichem Betätigungsdruck (Spannzylinder) müssen sich die Grundbacken gleichmäßig bewegen. Diese Methode ist nur bedingt aussagefähig und ersetzt nicht die Spannkraftmessung. Ist die Spannkraft zu stark abgefallen, oder lassen sich Grundbacken und Spannkolben nicht mehr einwandfrei bewegen, ist es erforderlich das Futter zu zerlegen, zu reinigen und neu zu schmieren. Es dürfen nur original SCHUNK-Ersatzteile verwendet werden. 10 Entsorgung Nach Außerbetriebnahme das Spannfutter so ablegen, dass eventuell im Futter vorhandene Flüssigkeiten ablaufen können. Die auslaufenden Flüssigkeiten auffangen und gemäß den gesetzlichen Bestimmungen fachgerecht entsorgen. Eventuell im oder am Spannfutter verbaute erkennbare Kunststoff- oder Aluminiumteile abbauen und gemäß den gesetzlichen Bestimmungen fachgerecht entsorgen. Die Metallteile des Spannfutters als Altmetall entsorgen. Alternativ kann das Spannfutter zur fachgerechten Entsorgung an SCHUNK zurückgeschickt werden ROTA THW plus de 35

36 Futteraufnahmen und Ersatzteile Futteraufnahmen und Ersatzteile Futteraufnahmen SCHUNK-Type Futteraufnahme Ident-Nr. ROTA THW plus Z 140 A5 A6 ROTA THW plus Z 140 Z 170 A5 A6 ROTA THW plus Z 170 A6 A8 ROTA THW plus Z 170 Z 220 A6 A8 ROTA THW plus Z 220 A8 A Ersatzteile Bei Bestellung von Ersatzteilen ist es unumgänglich, die Type, Größe und vor allem die Fertigungs-Nr. des Futters anzugeben. Grundsätzlich sind Dichtungen, Dichtelemente, Verschraubungen, Federn, Lager, Schrauben und Abstreiferleisten sowie werkstückberührende Teile nicht Bestandteil der Gewährleistung. Pos. Bezeichnung Menge 1 Futterkörper 1 2 Grundbacken 3 3 Futterkolben 1 4 Schutzbüchse Standard 1 7 Aufnahme 1 8 Ausklinkbolzen 3 9 Keilstange komplett 3 10 Exzenterbolzen ROTA THW plus de

37 Futteraufnahmen und Ersatzteile Pos. Bezeichnung Menge 11 Stift 3 12 Druckbolzen 3 13 Federbolzen 3 14 Sicherungsbolzen 3 15 Raststift 3 16 Druckstück 6 17 Haltering (nur Größe 260/315) 1 18 Zugbüchse (nur Größe 260/315) 1 19 Montagewerkzeug 1 20 Hebel für Montagewerkzeug 1 29 Dichtung Zugbüchse (ab Baugröße 250) 1 31 Dichtung Kolben 1 32 Dichtung Adapter 1 33 Dichtung Ausklinkbolzen 3 34 Druckfeder Druckstück 6 35 Druckfeder Sicherungsbolzen 3 36 Druckfeder Druckbolzen 3 37 Stahlkugel Ausklinkbolzen 3 39 Kegel-Schmiernippel 3 40 Befestigungsschrauben DIN EN ISO Befestigungsschrauben DIN EN ISO Befestigungsschrauben DIN EN ISO Befestigungsschrauben DIN Befestigungsschrauben DIN EN ISO Druckfeder Rasterung 2 48 Stahlkugel Rasterung 2 60 Ringschraube 1 90 Ausklinkschlüssel 1 91 Ausklinkschlüssel Quergriff 1 93 Haltestück 1 94 Federhülse 1 95 Druckhülse 1 96 Druckfeder Ausklinkschlüssel ROTA THW plus de 37

38 Zeichnungen 12 Zeichnungen ROTA THW plus de

39 Zeichnungen ROTA THW plus de 39

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