Soziale Netzwerke Es kommt nicht darauf an, WAS man weiß, sondern WEN man kennt.

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1 Soziale Netzwerke Es kommt nicht darauf an, WAS man weiß, sondern WEN man kennt.

2 Soziale Netzwerke für Millionen von Usern

3 Ein Soziales Netzwerk Was ist das eigentlich? Drei Definitionen: Soziale Netzwerke als Unterstützungssyteme in persönlichen Lebensvollzügen. (Götzenbrucker, 2001, S. 178) Unter Netzwerken sind stabile Beziehungsstrukturen zu verstehen, in denen Kommunikation über Verbindungen abläuft, die zu einem oder mehreren Punkten führen können. (Mast, 2002, S. 205) Unter einem sozialen Netzwerk soll [ ] eine eigenständige Form der Koordination von Interaktionen verstanden werden [ ] (Weyer, 2000, S. 11)

4 1. Die Entwicklung des Netzwerkbegriffs Formale Soziologie (Georg Simmel 1890) Sozialanthropologie (~1930/40) Mathematische Graphentheorie und Sozialwissenschaft (~1960) Experimentelle Kommunikationsnetzwerkforschung (~1960/70)

5 1. Die Entwicklung des Netzwerkbegriffs Beispiel: gerichteter Graph

6 1. Die Entwicklung des Netzwerkbegriffs Beispiel: Kommunikationsnetze - Rad - Kette - Kreis - Vollstruktur (Bild: M. Schenk, 1984, S. 26)

7 2. Arten sozialer Netzwerke Strategische Netzwerke Regionale Netzwerke Policy-Netzwerke Innovationsnetzwerke Forschungs-/ Entwicklungsnetzwerke (nach Johannes Weyer, 2000)

8 3. Charakteristika sozialer Netzwerke größere Leistungsfähigkeit bei der Bewältigung gesellschaftlicher Aufgaben als hierarchische Strukturen Flexibilität Zuverlässigkeit Effizienz/ Innovation Reduktion von Unsicherheit Kooperation auf Vertrauensbasis Wechselseitigkeit (nach Weyer, 2000)

9 3. Charakteristika sozialer Netzwerke die Inhalte der Verbindungen in sozialen Netzwerken bestehen aus... 1) Kommunikation 2) Austausch von Gütern, Diensten, Ressourcen 3) Einstellungen, Normen und Werten. (nach J. Clyde Mitchell, 1973) Soziale Netzwerke sind mehr als Kommunikationsnetzwerke!

10 3. Charakteristika sozialer Netzwerke unterscheiden sich von Gruppen als auch Systemen - direkte und indirekte Interaktion - starke und schwache Beziehungen - Uniplexität und Multiplexität (nach Michael Schenk, 1983)

11 3. Charakteristika sozialer Netzwerke drei Typen von Beziehungen in sozialen Netzwerken 1) persönliche 2) kategorielle 3) strukturelle (nach Michael Schenk, 1983)

12 3. Charakteristika sozialer Netzwerke Unter einem sozialen Netzwerk soll ein spezifisches Set von Verbindungen zwischen einem bestimmten Set von Personen verstanden werden, mit der zusätzlichen Eigenschaft, dass die Merkmale dieser Verbindungen als Ganzes dazu benutzt werden können um das soziale Verhalten der einbezogenen Personen zu interpretieren. (nach Schenk und Mitchell)

13 4. Die Methode der Netzwerkanalyse Social Networking weckt Neugierde der Geheimdienste Recherchen des US-Magazins "New Scientist" zufolge finanziert die National Security Agency (NSA) Forschungsarbeiten, um personenbezogene Informationen en gros aus sozialen Netzwerken herunterzuladen und zu verarbeiten. Der USamerikanische Geheimdienst war Anfang des Jahres ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, als herauskam, dass die NSA über Jahre hinweg ohne rechtliche Legitimation Terrorverdächtige überwacht hat. Weiterhin ist schon länger bekannt, dass die NSA verstärkt auf Methoden zur sozialen Netzwerkanalyse setzt. ( )

14 4. Die Methode der Netzwerkanalyse Die Netzwerkanalyse ist ein Instrument der empirischen Sozialforschung. untersucht die sozialen Beziehungen zwischen untereinander verbundenen Menschen. konzentriert sich auf größere soziale Gebilde. kann auf der Mikro- und Makro-Ebene betrieben werden.

15 4. Die Methode der Netzwerkanalyse Parameter der Netzwerkanalyse: soziales Kapital Größe Dichte Formalisierungsgrad Länge der Kommunikationswege Symmetrie der Beziehungen inhaltliche Ausrichtung Multiplexität Funktion

16 4. Die Methode der Netzwerkanalyse Untersuchungsmethoden: Fragebögen Interviews Tagebücher Beobachtungen (N)Ethnographie Software-Tools Computer-Überwachung Cookies

17 4. Die Methode der Netzwerkanalyse Social Networking Map Wer sind die Opinion- Leader für mein Produkt? Beispiel: Blogger-Community Microsoft: Word of the web guidelines for advertisers

18 5. Eigenschaften internetbasierter sozialer Netzwerke Spezifische Eigenschaften von internetbasierten Netzwerken im Vergleich zu Netzwerken im direkten zwischenmenschlichen Kontakt: beschränkte Ausdrucksmöglichkeiten (meist nur Bild und Schrift) teilweise anonyme/ pseudonyme Teilnehmer (einfache Anmeldung) multiple Formen der Selbstdarstellung (Variierende Charaktere) vergleichsweiße einfaches Ein- und Austreten möglich ( ein Klick )

19 5. Eigenschaften internetbasierter sozialer Netzwerke Nachteile: häufige Missverständnisse möglich durch reduzierte Form der Kommunikation Identifizierbarkeit der Teilnehmer erschwert Anonymität kann Hemmschwellen senken Kontaktabbruch bei Konflikten mit einem Tastendruck möglich Gefahr der Banalisierung der Kommunikation Vorteile: kreative Sprachstile in Texten/ Profilen breite Teilnahmemöglichkeit für theoretisch alle Menschen Anonymität erlaubt ausprobieren des Selbst Unterhaltsame Identitäts- und Rollenspiele

20 FAZIT Können wir bei Facebook, MeinVZ, LinkedIn oder XING automatisch von Sozialen Netzwerken sprechen? Nein, können wir nicht. Denn grundsätzlich stellen alle diese Domains erst einmal technische Plattformen dar für die Entwicklung von Sozialen Netzwerken unter ihren Nutzern. Erst die Nutzer, also Menschen erheben Facebook oder andere Seiten zu einem Sozialen Netzwerk ohne zwischenmenschliche Aktivitäten würden diese Seiten allenfalls technische Netzwerke darstellen. Ein Soziales Netzwerk besteht aus zwischenmenschlichen Interaktionen. Diese können zum Untersuchungsgegenstand einer Sozialforschung werden. Bei der Analyse von Sozialen Netzwerken, oder auch Social Networks muss der Fokus auf dem menschlichen Verhalten liegen und nicht auf der technischen Struktur. Unter einem sozialen Netzwerk soll [ ] eine eigenständige Form der Koordination von Interaktionen verstanden werden [ ] (Weyer, 2000, S. 11)

21 6. Literatur Götzenbrucker, Gerit: Soziale Netzwerkforschung/SNA (social network analysis) als Methode der Sozialwissenschaft, r.pdf ( ) Götzenbrucker, Gerit: Soziale Netzwerke und Internet-Spielewelten, 2001 Preece, Jenny: Online Communities, 2000 Weyer, Johannes: Soziale Netzwerke, 2000 Mast, Claudia: Unternehmenskommunikation, 2002 Müller, Christoph: Online Communities im Internet, 2001, ( ) Schenk, Michael: Das Konzept des sozialen Netzwerkes, In: Neidhardt, Friedhelm (Hrsg.): Gruppensoziologie, Sonderheft 23, 1983, S Schenk; Michael: Soziale Netzwerke und Kommunikation, 1984

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