Peer Mediation. Spiele zum Einsatz in Klassen

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1 Peer Mediation Spiele zum Einsatz in Klassen

2 Grenzen wahrnehmen und Grenzen setzen Ziel Dauer Rahmen Ablauf Eigene Grenzen wahrnehmen, herausfinden, was ich brauche, um mich sicher undunbedroht zu fühlen; Ausdrucksmöglichkeiten finden, die eigenen Grenzen klar und deutlich zu machen Minuten Großer Raum, der genügend Abstand zwischen den Teilnehmenden erlaubt. B geht auf A zu, A spürt nach, in welchem Abstand ihr persönlicher Grenzbereich liegt. Sie kann den Abstand austarieren, indem sie B bittet näher zu kommen oder wieder zurückzugehen bis es stimmt. A bekommt die Aufgabe, B über einen Stopp-Ruf zu stoppen, wenn B in den eigenen Grenzbereich tritt bzw. zu nahe kommt. Es folgen mehrere Durchgänge mit folgenden Aufforderungen für B: geht langsam auf A zu; geht schnell und forsch auf A zu; geht aggressiv auf A zu; geht wie eine fremde Person auf A zu. A bekommt die Aufgabe, B nonverbal zum Stehenbleiben aufzufordern. A kann B bitten, in welcher Weise sich B nähern soll: aggressiv, schnell, langsam, A bekommt die Aufgabe, B nur mit dem Blick der Augen zum Stehenbleiben zu bringen, was ebenfalls mehrmals probiert werden kann. B bekommt die Aufgabe, dann stehen zu bleiben, wenn die Grenzsetzung von A als überzeugend empfunden wird; wenn nicht, geht B einfach weiter; mehrere Versuche durchführen lassen. Auswertung Es hat sich bewährt, den Teilnehmenden nach jedem Durchgang eine kurze Zeit zum Austausch zu geben, insbesondere für ein Feedback für die Person, die versucht hat, die Grenzen für sich zu setzen: Stimmte der Abstand? Waren die Gesten, die Signale, Stimme, Körperhaltung klar und eindeutig? Eine weitere Auswertung im Plenum ist in aller Regel nicht notwendig, aber möglich. Wenn du unsicher bist, ob ein weiterer Austausch in der Gruppe gewünscht ist, frage einfach nach, ob jemand etwas darüber erzählen möchte, war er oder sie in der Übung erlebt hat oder ob es etwas Wichtiges gibt, das Einzelnen in der Übung bewusst geworden ist. Hinweise Da diese Übung mehrere Durchgänge umfasst, sollten Sie vorher genau überlegen, wie Sie die Übung einleiten. Wenn Sie alle Stufen der Methode vor Beginn erklären, werden nur wenige alles behalten. Jede Stufe der Übung wird von Ihnen angekündigt. Geben Sie genügend Zeit zum mehrfachen Ausprobieren.

3 GEFÜHLSACTIVITY Ziel: Dauer: Material: Wahrnehmung und Ausdruck von Gefühlsqualitäten stärken. etwa 20 Minuten in Streifen geschnittene Gefühlszettel Durchführung Bereiten Sie die Gefühlszettel in einem Kuvert vor. Erklären Sie den Jungen, dass es in der folgenden Übung darum geht, Gefühle pantomimisch (d.h. ohne Worte) darzustellen und diese zu erraten. Dazu zieht ein Junge einen Zettel mit einem Gefühl und soll dieses dann vor der Gruppe darstellen. Die Gruppe versucht das dann zu erraten. Je nachdem, ob alle Jungen etwas vorstellen wollen oder nur einige, wird der nächste Darsteller bestimmt, z. B. wer es errät, der kann es mit dem nächsten Begriff versuchen, oder jemanden auswählen, der noch nicht gespielt hat; es ist auch eine alphabetische Abfolge möglich usw. Den konkreten Ablauf sollte sich der Gruppenleiter je nach angestrebtem Ziel im Vorfeld überlegen. Sie können im Anschluss an die Übung eine kurze Reflexion dazu machen, welche Darstellungen den Jungen leicht gefallen sind, welche sie gut kennen und erkennen können, aber auch wo es schwieriger war. Auf Grund der meist sehr lebendigen und witzigen Dynamik empfiehlt es sich, die Übung nich allzu sehr zu zerreden. Der Effekt liegt hier mehr im Schauspiel und dem szenischen Ausprobieren an sich bzw. in der Herausforderung der Fremdwahrnehmung. Variationen: Statt der vorbereiteten Gefühlszettel können Sie die Jungen auch bitten, selbst solche Zettel zu verfassen (hier kann es allerdings viele Wiederholungen geben). Es ist auch gut möglich, die Gefühle einmal in einer männlichen und einmal in einer weiblichen Version zu spielen (Gibt es hier Unterschiede, wie sehen diese aus, was ist bei wem leichter zu erkennen, usw.). Bei älteren Jungen kann die Übung auch in einer reduzierten pantomimischen Form durchgeführt werden: z. B. ein Gefühl in einer einzigen typischen Handbewegung ausdrücken; es kann auch ein Fernsehrahmen herangezogen werden, den die Darsteller vor sich halten; das Gefühl muss dann nur mit dem Gesichtsausdruck dargestellt werden. Drei Jungen wählen Gefühlsbefindlichkeiten, die recht ähnlich sind (z. B. Freude, Stolz, Zufriedenheit), die der Gruppe mitgeteilt werden und von denen jeder Junge eine darstellt. Die Gruppe versucht herauszufinden, wer welches Gefühl darstellt (Darstellung parallel) bzw. dargestellt hat (Darstellung hintereinander).

4 VORSCHLAG GEFÜHLSZETTEL LIEBE TRAURIGKEIT ANGST EINSAMKEIT FREUDE LANGEWEILE VERWUNDERUNG NACHDENKLICHKEIT SCHOCK SCHAM WUT HASS AUFREGUNG VERZWEIFLUNG EIFERSUCHT HILFLOSIGKEIT NEUGIER ERREGUNG ÜBERRASCHUNG STOLZ

5 Spiele und Übungen zur Konfliktbewältigung Gruppen und Außenseiter Atomspiel (Zimmermann et al.: 46) Achtung gefährlich: Spüren, wie es ist, ein Außenseiter zu sein. (20 Minuten) Teilnehmer gehen durch de Raum. Der Spielleiter ruft nach gewisser Zeit Atom und eine Anzahl, welche die Größe der Gruppen angibt, die sich nun bilden sollen. Dabei muss die Zahl so gewählt sein, dass immer genau ein Spieler übrig bleibt, der ausscheidet. Dies wird wiederholt, bis nur zwei Spieler übrig sind. In der anschließenden Wiederholung ist es das Ziel, die Gewinner des Vorspiels als erstens Ausscheiden zu lassen. Platzkarte (Zimmermann et al.: 50) Handlungsmöglichkeiten und Alternativen in einem Konflikt erleben. (45 Minuten) Sechs Stühle bilden ein Bahnabteil. Fünf Teilnehmer haben eine Reservierung, der sechste sitzt unberechtigt auf einem Platz. Der siebte Spieler betritt das Abteil und hat die gültige Reservierung für den siebten Platz. Er muss nun eine Lösung finden und darf dabei auch weitere Rollen (z. B. Schaffner) erfinden. Bleistiftspiel (Institut für Friedenspädagogik) Dieses Spiel erlaubt, Konflikte aus Ressourcenknappheit und deren Klärung zu beobachten. (45 Minuten) Drei Gruppen (Namen A, B, C oder andere) verfügen über unterschiedliche Ressourcen: A hat einen Bleistiftspitzer, B viele kleinen Zettel, C Bleistifte mit abgebrochenen Spitzen. Ziel jeder Gruppe ist, möglichst viele Zettel mit ihrem Namen darauf zu erwerben. Gruppen können nur als Gemeinschaft handeln, müssen also zunächst intern entscheiden, bevor sie mit anderen in Kontakt treten.

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