Was ist Bioökonomie überhaupt und wozu brauchen wir sie?

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1 Klagenfurt, Was ist Bioökonomie überhaupt und wozu brauchen wir sie? SC DI Gerhard Mannsberger Klagenfurter Forst- und Holzimpulse 1. September 2016

2 Was ist Bioökonomie? Bioökonomie ist ein Wirtschaftssystem, das auf der effizienten Nutzung von nachhaltig gewonnenen biogenen Rohstoffen basiert. Das Ziel ist, die Abhängigkeit von fossilen Energien und Rohstoffen zu reduzieren, Innovation und wirtschaftliche Entwicklung zu fördern sowie neue Arbeitsplätze zu schaffen.

3 Welche Branchen gehören zur Bioökonomie? In der Reihenfolge ihrer Umsätze in der EU: 1) Nahrungsmittelindustrie (inkl. Getränke und Tabak) 2) Landwirtschaft 3) Papierindustrie 4) Holzverarbeitende Industrie 5) Textilindustrie (Naturfasern) 6) Bio-Chemische Industrie (inkl. Pharma und Kunststoffe) 7) Forstwirtschaft 8) Fischerei 9) Bio-Energie

4 Wo steht die Forst- und Holzwirtschaft in der EU-Bioökonomie? Textfeld Anteil der FHW in der EU Bioökonomie: 2,7 Millionen Arbeitsplätze (17%) 498 Milliarden EURO Umsatz (26%) Quelle: El-Chichakli B. et al.: Five cornerstones of a global bio-economy, NATURE Vol. 535, July14, 2016

5 Wie verhält es sich in Österreich? Produktionswerte in Mrd Euro ,7 1,61 8,54 7,08 21 Chemische Industrie Nahrungsmittelproduktion Landwirtschaft Holzwirtschaft Papierindustrie Forstwirtschaft 13,6 Forst- und Holzwirtschaft plus Papierindustrie: 12,39 Mrd. Euro Produktionswert 38% Anteil Quellen: Grüner Bericht, wko Daten aus 2014, Papierinsustrie 2013

6 Häufige Reaktionen der Branche auf das Thema Bioökonomie Wir haben doch schon immer Bioökonomie gemacht! Stimmt! Die Forst- und Holzwirtschaft ist ein wichtiger Player in der Bioökonomie. Das ist alter Wein in neuen Schläuchen! Stimmt nicht! Bioökonomie ist ein neuer Cuvée aus angestammten Branchen und neuen Industriesparten, mit neuen Produkten und Technologien sowie neuen Märkten und Anforderungen. Wir haben sowieso einen Wissensvorsprung! Stimmt nicht ganz! Der Rohstoff Holz ist für viele neue Industrien sehr interessant, da muss man rechtzeitig mit F&E darauf reagieren. Es gibt ja noch immer keine Österreichische Bioökonomie-Strategie! Stimmt nicht ganz! Es gibt z.b. die Waldstrategie 2020+, den Nationalen Ressourceneffizienzplan, den Aktionsplan zur stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe oder die FTI-Strategie für die biobasierte Industrie es fehlt nur noch ein nationales Dach.

7 Die Bioökonomie in der Waldstrategie Kapitel 5 Waldpolitische Handlungsfelder Kapitel 5.3 Produktivität und wirtschaftliche Aspekte der österreichischen Wälder Strategisches Ziel 3.2 Vermehrte Verwendung von Holz als nachwachsender Rohstoff und Energieträger im Sinne der Bioökonomie Strategischer Schwerpunkt/Stoßrichtung (u.a.) Erarbeitung einer österreichischen Bioökonomiestrategie

8 Was sind die größten Chancen in der Bioökonomie und Ihre Bedingungen? Der Stellenwert der Forst- und Holzwirtschaft wird in der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wahrnehmung steigen wenn sich die FHW klar als Teil der Bioökonomie deklariert! Die FHW kann die Wettbewerbsfähigkeit, Produktivität und Effizienz erhöhen und damit die Themenführerschaft im Bereich Holz ausbauen wenn Sie jetzt die F&E selber vorantreibt und sich rechtzeitig um strategische Kooperationen mit anderen Sparten bemüht!

9 Welche Herausforderungen gibt es und wie begegnet man ihnen? Die Konkurrenz um die Ressource Holz wird größer werden - innerhalb und außerhalb der FHW Effizienzsteigerung bei Material und Prozessen, gezielte Nutzung aller Holzarten und Qualitäten, höhere Recyclingquote, Der Druck speziell auf die Forstwirtschaft bezüglich Holzmobilisierung wird steigen Standortsbezogene Nutzungsmodelle, überbetriebliche Kooperationen (inkl. Klein- und hofferne Waldbesitzer), marktkonforme Qualitäts-, Liefer- und Preisgestaltung, Baumartenwahl/genetische Optimierung alles unter strenger Beachtung der Nachhaltigkeitskriterien Die nationale Bioökonomie-Strategie sollte die Handschrift der FHW tragen Bündelung aller vorhandenen Strategieansätze und Entwicklung der Dachstrategie in einem Bottom-up Prozess, Anleihen nehmen an FHW relevanten vorhandenen nationalen Strategien anderer Länder

10 Wie geht es weiter? Alle sind herzlich eingeladen - dem Beispiel des walddialogs folgend Ihre Ideen einzubringen und in einem gemeinsamen Prozess die Österreichische Bioökonomie Strategie zu entwickeln. Packen wir es an!

11 Klagenfurt, Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! SC DI Gerhard Mannsberger Klagenfurter Forst- und Holzimpulse 1. September 2016

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