(Pflege-)Teams und ihre Eigenschaften: Wie nehmen sie Einfluss auf den Implementierungsprozess?

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1 2. Fachtagung der DGP 22. Februar 2013 (Pflege-)Teams und ihre Eigenschaften: Wie nehmen sie Einfluss auf den Implementierungsprozess? Tina Quasdorf Seite 1

2 LebenQDII Intervention: DCM Implementierungsprozess Grad der Implementierung Effekte? Seite 2

3 Theoretischer Hintergrund IPO-Modell of Team Performance INPUT PROZESS OUTPUT Faktoren auf individueller Ebene Outcome: Grad der Implementierung Faktoren auf Teamebene Interaktionsprozess Faktoren auf Umweltebene Quelle: nach Hackmann & Morris 1975 (adaptiert an LebenQD) Seite 3

4 Datenerhebung Fallbezogene Datenerhebung (Multi-Case-Study (Yin 2003) Fall = Wohnbereich) Unterschiedliche Methoden der Datenerhebung Leitfadeninterviews mit Wohnbereichsleitungen und Mitarbeitern Beobachtungen projektbezogener Teaminteraktion (SYMLOG) (Bales et al. 1982) Organisationsfragebogen Mitarbeiterfragebogen Prozessdaten Bewohnerdokumentationen Wiederholte Datenerhebung im Projektverlauf Berücksichtigung von Input-, Prozess- und Output-Ebene Seite 4

5 Datenanalyse Separate Analyse der zur Verfügung stehenden Datensätze mithilfe der jeweils angemessenen Methode, z.b.: Qualitative Inhaltsanalyse (Mayring 2003) Verfahren zur Erstellung von Felddiagrammen (Bales et al. 1982) Integration der Daten (side-by-side-comparison)(creswell et al. 2011) und Erstellung von Fallbeschreibungen Fallvergleiche Übertragung der Ergebnisse zu Input, Prozess und Output in das IPO- Modell Seite 5

6 Interviewergebnisse Team I Team II Identifikation mit dem Wohnbereich Positive Haltung zur Intervention Flache Hierarchien Gute Kommunikationsstrukturen Keine wesentlichen Konflikte Formale Funktion der Wohnbereichsleitung im Projekt Übernahme von Projektverantwortung durch die Wohnbereichsleitung Geringe Identifikation mit dem Wohnbereich Pflege von PmD = Belastung Keine ablehnende Haltung zur Intervention, aber wenig Wissen Hierarchie-/Diversitätskonflikte Schwierige Kommunikationsstrukturen Konflikte zwischen Hilfs-/Fachkräften Keine formale Funktion der Wohnbereichsleitung im Projekt Keine Übernahme von Projektverantwortung durch die Wohnbereichsleitung Seite 6

7 unfreundlich (N Negative) Interaktionsanalyse zielorientiert, die Aufgabe unterstützend (F Forward) dominant (U - Upward) SYMLOG - System for the Multiple Level Observation of Groups Beobachtungssystem zur Analyse der Interaktion in Kleingruppen (Bales et al. 1982) passiv (D Downward) freundlich (P Positive) retrospektiv wird ein Gesamteindruck der Individuen einer Kleingruppe dokumentiert Adjektivratingbogen mit 26 Items mit verhaltensbeschreibenden Adjektiven das Ziel nicht unterstützend, individualistisch (B Backward) Seite 7

8 unfreundlich unfreundlich Ergebnisse der Interaktionsanalyse I zielorientiert zielorientiert freundlich freundlich das Ziel nicht unterstützend Team I das Ziel nicht unterstützend Team II Seite 8

9 unfreundlich unfreundlich Ergebnisse der Interaktionsanalyse II zielorientiert zielorientiert freundlich freundlich das Ziel nicht unterstützend Team I das Ziel nicht unterstützend Team II Seite 9

10 Weitere Merkmale von Teams Teamstabilität Hierarchien Verantwortungsübernahme durch Leitung Personalsituation Arbeitskultur Psychological Safety Führungsstil etc. Seite 10

11 Diskussion und Fazit I Effektive Teams können Implementierungsprozesse erfolgreicher umsetzen (Lukas et al. 2009). Unterschiedliche Merkmale von Teams können einen Einfluss auf die Effektivität haben (z.b. Hollemann et al. 2009; Ferlie & Shortell 2001; Timmermanns et al. 2012) Mithilfe der bisherigen Ergebnisse der LebenQDII-Studie konnten Merkmale von Teams identifiziert werden, von denen anzunehmen ist, dass sie einen Einfluss auf die Implementierung von DCM haben. Seite 11

12 Diskussion und Fazit II Die ausstehenden Daten zum Grad der Implementierung werden dabei helfen, diejenigen Eigenschaften von Teams zu identifizieren, die einen entscheidenden Einfluss auf die Implementierung von DCM haben. Bereits jetzt ist deutlich, dass Entscheidungsträger bei der Entscheidung für Implementierungsprojekte, die betreffenden Teams und ihr Potential berücksichtigen sollten Seite 12

13 Das Projektteam Tina Quasdorf, MScN Wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Christine Riesner Wissenschaftliche Mitarbeiterin Martin Dichter, MScN Wissenschaftlicher Mitarbeiter Martin Dr. Margareta Halek Projektleitung Seite 13

14 Literatur Bales, R. F., Cohen, S. P., & Williamson, S. A. (1982). SYMLOG - ein System für die mehrstufige Beobachtung von Gruppen. Stuttgart: Klett-Cotta. Creswell, J. W., & Plano Clark, V. L. (2011). Designing and Conducting - Mixed Methods Research. Thousand Oaks: SAGE Publications, Inc. Ferlie, E. B., & Shortell, S. M. (2001). Improving the Quality of Health Care in the United Kingdom and the United States: A Framework for Change. The Milbank Quarterly, 79(2), 281. Hackman, J. R., & Morris, C. G. (1975). Group Tasks, Group Interaction Process, And Group Performance Effectiveness: A Review And Proposed Integration. Advances in Experimental Social Psychology, 8. Holleman, G., Poot, E., Mintjes-de Groot, J., & van Achterberg, T. (2009). The relevance of team characteristics and team directed strategies in the implementation of nursing innovations: a literature review. Int J Nurs Stud, 46(9), Lukas, C. V., Mohr, D. C., & Meterko, M. (2009). Team effectiveness and organizational context in the implementation of a clinical innovation. Quality management in health care, 18(1), 25. Mayring, P. (2003). Qualitative Inhaltsanalyse - Grundlagen und Techniken (Vol. 8). Weinheim und Basel: Beltz Verlag. Timmermans, O., Van Linge, R., Van Petegem, P., Van Rompaey, B., & Denekens, J. (2012). Team learning and innovation in nursing, a review of the literature. Nurse Educ Today, 32(1), 65. Yin, R. K. (2003). Case Study research: design and methods: Sage Publications Seite 14

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