Sozialisation und Identität nach George Herbert Mead

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1 Sozialisation und Identität nach George Herbert Mead Universität Augsburg Lehrstuhl für Soziologie Seminar: Grundkurs Soziologie Dozent: Sasa Bosancic Referentinnen: Christine Steigberger und Catherine Lorcy-Heyl WS 07/

2 Gliederung 1. Biographie 2. Zeichen, Gesten, signifikante Symbole 3. Rollenübernahme 4. Identität 5. play and game 6. I and Me 7. Würdigung und Kritik 8. E. Goffmann Identität und Anpassung

3 1. Biographie

4 geboren am in South Hadley, Massachusetts gestorben am in Chicago, Illinois amerikan. Soziologe, Sozialpsychologe und Philosoph bekanntestes Werk Mind, Self and Society (1934) Biographie

5 2. Zeichen, Gesten, signifikante Symbole

6 Zeichen, Gesten, signifikante Symbole Zeichen sind: - Sinnesreize, die instinktive Reaktionen auslösen - von jeder sozialen Beziehung unabhängig Gesten - bringen einen bestimmten Sinn zum Ausdruck - sichern die Kommunikation - lösen bestimmte Reaktionen aus - Gesten = Verhalten, Handeln - Sinn = Verbindung einer Geste mit Handlung - Interpretation erfordert Zeit und kann sich widersprechen

7 Zeichen, Gesten, signifikante Symbole Symbole: - generalisieren die Situation zu einem bestimmten Sinn - weisen durch Erfahrungen über eine konkrete Situation heraus - haben einen allgemeinen Sinn Signifikante Symbole: - sind eindeutige Zeichen oder symbolische Gesten, die das Gegenüber eindeutig versteht - lösen die gleiche bzw. erwartete Reaktion aus - sind in der Sprache aufgehoben

8 Zeichen, Gesten, signifikante Symbole Sprache - ist die höchst entwickelte Form von Kommunikation und bezeichnet eine bestimmte Bedeutung - ist ein symbolisches Kommunikationsmedium - ist ein Speicher für kollektive Erfahrungen der Gesellschaft - ist Symbolsystem Denken ist ein nach innen verlegtes Gespräch mittels Sprachsymbolen z.b. Eindrücke

9 3. Rollenübernahme

10 Rollenübernahme Signifikante Symbole haben für alle Mitglieder einer Gesellschaft die gleiche Bedeutung Auslösen ganz bestimmter Reaktionen Verhalten wird antizipierbar Fähigkeit von der Position des anderen aus zu denken = Rollenübernahme

11 Rollenübernahme Rollenübernahme bringt strategische Vorteile mit sich z.b. bestimmte Reaktionen des Gegenüber zu provozieren Aber: der andere kann das auch wechselseitige Verschränkung der Perspektiven, ohne die das Handeln gar nicht möglich ist

12 Rollenübernahme Verständigung über Perspektiven und Rollen findet aber auch innerhalb des Individuums statt Dieser Prozess macht das Denken aus Denken zielt darauf ab sich einem anderen verständlich zu machen sich selbst zu verstehen Ursprung des Selbstbewusstseins

13 4. Identität

14 Identität Durch die Fähigkeit sich in die Rolle eines anderen versetzen zu können (über das Denken) bilden wir im Prozess dieser Rollenübernahme durch die Kommunikation eine Identität

15 Identität Um Identität zu erlangen ist es notwendig, dass die Person auf sich selbst reagiert. - Dieses soziale Verhalten schafft die Bedingungen für ein Verhalten indem Identität auftritt. - Man ist / hat solange keine Identität im reflexiblen Sinn als dass man nicht selbst Objekt ist. - Erst durch den Bezug auf andere habe ich eine Vorstellung von mir selbst. SELBST-BEWUSST-SEIN Ist der Prozess in dem sich das Individuum selbst zum Objekt macht

16 5. play und game

17 play und game 1) play Kind übernimmt Rolle von signifikanten Anderen (=wichtige Bezugspersonen) Dialog mit Hilfe von Gesten Gefühl für die Rolle der anderen Gefühl für sich selbst Ausbildung einer plausiblen Identität

18 play und game 2) game Kind lernt die Bedeutung organisierter Rollen Beachten von mehreren Rollen Die organisierte Gemeinschaft heißt generalisierter Andere

19 play und game play signifikanter Andere einzelne Rollen nacheinander übernehmen abwechselnd in eigene Rollen und die des anderen versetzen game generalisierter Andere mehrere Rollen gleichzeitig beachten Haltung der anderen und eigene gegenüber den anderen in einem Ganzen organisieren

20 play und game Der generalisierte Andere ist das Bild, das in einer best. Gesellschaft über Rollen/soziale Zusammenhänge herrscht ist die Summe der generellen Haltungen in einer best. Situation sind die Normen und Werte der Gesellschaft für eine best. Situation/Rolle

21 play und game Im play und game erfährt das Kind soziale Kontrolle erlangt das Kind sein Selbstbewusstsein

22 6. I and Me

23 I and Me Das I ist: - das subjektive, spontane Ich - die Persönliche Identität - existiert nur i.d. Einzahl und ist impulsiv - der biologische Impuls - ähnlich dem Freudschen Es nur nicht chaotisch sondern konstruktiv - vorsozial - niemals voll sozialisierbar - unbewusst

24 I and Me Das Me ist: - das sozial eingeordnete Ich (Rolle) - die soziale Identität - existiert i.d. Mehrzahl - ist refektierend / reflexives Bewusstsein - die zugewiesene Identität - ähnlich dem Freudschen Über-Ich d.h. die Zensurinstanz der Triebimpulse des I - die internalisierte Vorstellung von dem Bild, das sich andere von mir machen - die organisierte Werthaltung der Sozialisation Vermehrt sich im Laufe des Lebens (durch Erfahrungen) Differenziert sich im Laufe des Lebens, kann sich widersprechen

25 I and Me Identität /Self = I + Me Gesamte Selbstverständnis Entsteht durch die Synthese des Selbstbildes (me + I )

26 7. Würdigung und Kritik

27 Würdigung und Kritik 1) Würdigung nach Mead ist die Differenz zwischen impulsiven Ich und den Erwartungen der Gesellschaft kein Defizit, sondern: Voraussetzung für die Veränderung der Gesellschaft Voraussetzung für die Identität

28 Würdigung und Kritik 1) Würdigung Bei Mead steht nicht die Rolle, sondern die Identität im Zentrum, denn über die Rollenübernahme setzt sich das Individuum auch zu sich selbst in Bezug

29 Würdigung und Kritik 2) Kritik Kritik ist angesichts des fehlenden historischen, ökonomischen und sozialen Bezugs berechtigt Aber: Meads Ziel war es eine allgemeine Theorie des Handelns zu entwickeln, die unabhängig von Raum und Zeit existiert

30 8. E. Goffmann Identität und Anpassung

31 E. Goffmann Identität und Anpassung Text im Reader: - Handeln und Sein - Primäre und sekundäre Anpassung

32 Quellen Abels, H. (1998): Interaktion, Identität, Präsentation. Opladen, S

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