Herausforderung und Chancen der Inklusion an berufsbildenden Schulen in Bayern Perspektivwechsel in der Lehrerbildung

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1 Herausforderung und Chancen der Inklusion an berufsbildenden Schulen in Bayern Perspektivwechsel in der Lehrerbildung Dipl.oec.troph Susanne Miesera Fachdidaktik Ernährungs- und Hauswirtschaftswissenschaft Antje Eder Fachdidaktik Agrarwissenschaften Agenda Der bayerische Weg Modellversuch - Inklusive berufliche Bildung - Konsequenzen für die Lehrerbildung erste, zweite und dritte Phase Fachdidaktik Agrar EH 2 1

2 Inklusion ist mehr als Integration Es ist normal, verschieden zu sein. Es gibt keine Norm für das Menschsein. Manche Menschen sind blind oder taub, andere haben Lernschwierigkeiten, eine geistige oder körperliche Behinderung - aber es gibt auch Menschen ohne Humor, ewige Pessimisten, unsoziale oder sogar gewalttätige Männer und Frauen Quelle: Rede Bundespräsident Richard von Weizsäcker, 1. Juli Inklusion ist mehr als Integration Inklusion in Erziehung und Bildung bedeutet die gleiche Wertschätzung aller SchülerInnen und MitarbeiterInnen, die Steigerung der Teilhabe aller SchülerInnen an (und den Abbau ihres Ausschlusses von) Kultur, Unterrichtsgegenständen und Gemeinschaft ihrer Schule, Vgl. Index für Inklusion, Halle-Wittenberg

3 Der bayerische Weg Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen Beibehaltung der Förderberufsschulen Wissenschaftlicher Beirat Inklusion mit der Universität Würzburg und Universität München Quelle: Präsentation MR Erich Weigl, IV.6,

4 Modellversuch Inklusive berufliche Bildung Ziel des Modellversuchs: Für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf (Förderschwerpunkt Lernen und/oder emotionale und soziale Entwicklung) werden Voraussetzungen geschaffen, einen regulären Berufsabschluss zu erwerben. Dazu sollen entsprechende Bedingungen geschaffen werden. Durch gezielte individuelle Unterstützung aller Schülerinnen und Schüler sollen sowohl ein höheres fachliches als auch ein höheres allgemeines Kompetenzniveau (z. B. Personal- und Sozialkompetenz) erreicht und in der Folge die Rate der Ausbildungsabbrüche verringert werden Konzept Regensburg Berufsschule für Gärtner und Floristen Sonderpädagogische Berufsschule Schultandem Ziel: Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf zur erfolgreichen Vollausbildung heranzuführen durch Inkludierung Beruf: Gärtner / Garten- und Landschaftsbau

5 BFS Bayreuth Modellversuch Inklusive berufliche Bildung Es erfolgt: eine Auswahl und Erprobung geeigneter Diagnoseinstrumente, eine Weiterqualifizierung der Lehrkräfte an den allgemeinen Berufsschulen bzw. Berufsfachschulen bzgl. ihrer Förderkompetenz sowie eine berufsfachliche Weiterqualifizierung der Lehrkräfte an den Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung und die Ausarbeitung und Umsetzung von Maßnahmen zur Intensivierung der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft im Umfeld der Schulen

6 Wer kann was beitragen Berufsschule: Fachwissenschaftliche Tiefe Stufenweise Eingliederungen in das Regelschulsystem Ablauf: 1. Lehrjahr: Inkludierung im BGJ 2./3. Lehrjahr: Beschulung in Ettmannsdorf anstatt in der regulären Sprengelberufsschule Förderzentrum: Sonderpädagogische Methoden (Diagnostik) Begleitung durch den Mobilen Sonderpädagogischen Dienst Fortführung der Ausbildung in der Fachstufe Chancen. Organisatorisch: Lehrertausch zwischen BS und Förderzentrum Teamarbeit über die Schulen hinaus Schulorganisatorischer Ablauf aktiv in Frage stellen! MSD als Unterstützer Regelmäßige Absprachen im Lehrerteam unterrichtlich: sonderpädagogische Methoden im Regelunterricht ausprobieren (z.b. Lernleiter, Mentoren-Prinzip) ausgeprägte Differenzierung vornehmen! im Team unterrichten Zusätzliche LK aus dem sozialpäd. Bereich als Unterstützung (?) persönlich: Akzeptanz und Toleranz in den Mittelpunkt stellen!

7 Probleme unzureichende Absprachen zwischen Schulen/Lehrkräften Einstellung der Lehrkräfte gegenüber Inklusion vorherrschende Vorurteile Nur mit Mut Offenheit Veränderung möglich! gegenseitigem Respekt Konsequenzen für die Lehrerbildung Modellprojekt Inklusive berufliche Bildung in Bayern als Schulversuch Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 2. Oktober 2012 Eine zentrale Bedeutung haben darin zum einen die Qualifizierung der Lehrerschaft (der Förderkompetenz an den allgemeinen Berufsschulen bzw. Berufsfachschulen sowie der berufsfachlichen Qualifizierung der Lehrkräfte an den Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung), zum anderen die enge Kooperation beider Schultypen

8 Inhalte - Wahlfach Inklusion an beruflichen Schulen Kennenlernen von Konzepten der inklusiven Beschulung an beruflichen Schulen Auseinandersetzung mit der UN-Behindertenrechtskonvention, mit deutschen und bayerischen gesetzlichen Grundlagen und analysieren der relevanten Bestimmungen, Anwendung der Kenntnisse auf berufsspezifische Unterrichtskonzepte Konsequenzen für die Lehrerbildung zweite Phase Lehrerbildung seit Studienseminar 1. Ausbildungsjahr: je ein Modultag Pädagogisch diagnostizieren und individuelle Förderung 2. Ausbildungsjahr: ein Modultag Inklusion 2. Ausbildungsjahr in einer Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung im Rahmen des Modellversuchs

9 Quellen und hilfreiche Literatur ISB: Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst: Universität Würzburg: LMU München: sopaed_qual/lehramt_neu/la_so/index.html Stiftung Bildungspakt:

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