Ich muss mich mit den Krümeln abfinden. Kann ich meinen Weg finden ohne im Lebkuchenhaus der Hexe zu landen?

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1 Die Pfeffer- und Zuckerfee Ich muss mich mit den Krümeln abfinden. Kann ich meinen Weg finden ohne im Lebkuchenhaus der Hexe zu landen? Ich dachte immer daran Musik, Literatur, Germanistik oder Jura zu studieren Meinen Geist und meine Seele sowie meinen Intellekt stets mit neuem Wissen zu füttern Es braucht viel um nach so einem Leben mit den Gegebenheiten und Möglichkeiten, die man ganz realistisch noch hat, wahren Frieden schliessen zu können. Es sind vielleicht trotz allem nicht wenige Möglichkeiten die ich habe, doch nicht die, die ich wollte. Was dafür bleibt ist das ekelhafte Gefühl, dass man immer nur "Spielball" der "Grossen und Erwachsenen" war. Sie waren auf der Bühne, die eigentlich dem Kind gehört hätte und haben, das Kind dazu benutzt für sie Statist zu sein und Regie zu führen. Das Licht so zu positionieren, dass nur sie zur Geltung kamen, sich so zu verkleiden, dass man ihnen gefiel, das Drehbuch so zu ändern, dass man selbst ja nie aus der Statisten-Rolle und in den Mittelpunkt gelangen konnte. Und dann sind diese "unreifen und egozentrischen Erwachsenen" endlich weg doch dein Leben noch immer gezeichnet von ihrer einstigen Anwesenheit. Und obwohl du sie hasst, wirst du das was du von ihnen nie bekommen hast immer und für immer vermissen. Es geht um emotionale, sowie auch weltliche Dinge. Um Wurzeln und Urvertrauen, um das Gefühl wichtig und getragen zu sein. Jegliche Substanz fehlt um materiell zu werden. Es hört niemals auf. Ob man nun ein Kind auf der Strasse sieht das vergnügt und zärtlich mit seiner Mutter schäkert,

2 Eine verwöhnte Praktikantin die begeistert von der Möglichkeit erzählt, dass sie Medizin studieren wird und dabei unterstützt wird, Oder einfach nur bei der Arbeit am Pausentisch sitzt und man merkt, dass man "anders ist" gewisse Dinge nicht kennt, nicht nachvollzieht und einfach nicht mitreden kann Man sollte "Gottvertauen" haben, man sollte zuversichtlich sein, man sollte täglich arbeiten gehen und Steuern zahlen. Brav, angepasst und depressiv. An manchen Tagen, will gar nicht erst aufstehen. Ich will Nichts Essen, ich will nicht reden, ich will nur liegen bleiben... Bei der Arbeit muss ich für andere da sein, freundlich, lächelnd auch in komplexen Pflegesituationen professionell und empathisch sein, das gelingt mir fast immer. Kaum habe ich Feierabend und sitze in der RBS, fällt dann alles von mir ab...ich bin nicht fröhlich, ich bin nicht glücklich..ich freue mich über die positiven Reaktionen der Patienten ich weiss ich habe ihnen geholfen und dass meine Arbeit wichtig ist. Doch ich fühle mich gefangen. Ich habe Angst immer nur ein Statist zu bleiben, ich will das nicht und doch muss ich? Ich weiss, ich bin gut darin, ich weiss, dass ich zwischen den Zeilen der Menschen lesen kann und in ihren Augen erkennen kann was wirklich relevant und wichtig für ihre Heilung ist. Ich hole die Menschen dort ab wo sie stehen, ich bin achtsam ich bin sanftmütig und ich bin, gleichzeitig traurig darüber und hasse mich dafür. Meine Arbeit ist wichtig und undankbar, so empfinde ich es. Hatte ich eine andere Wahl? Grosse Denker und Weise, würden sagen: Natürlich hattest du das, jeder hat das immer.

3 Doch mein geschundenes Herz findet ganz andere Worte: Kurz und knapp. Nein. Ich kann froh sein, so heil davon gekommen zu sein. Andere sitzen für immer in der Klappse und schlucken Psychopharmaka. Für mich war das nie ein Thema. Darauf bin ich stolz. Obschon es Nichts einfacher macht, im Gegenteil. Ich habe den härteren und schwereren Weg gewählt. Ich fühle mich im Schatten, emotional unterernährt. Alle sehen nur was sie sehen können. Da die meisten Menschen sehr beschränkt sind, ist das was die Meisten sehen können, nur eine blasse, junge, zierliche Frau. Bin ich nicht mehr als das? Ich konnte niemals ein Kind sein, niemals ein Teenager sein, niemals sorglos und was am aller schlimmsten ist: Mich niemals Fallen lassen. Ich hatte immer Angst, nicht gut genug zu sein, meine Rolle nicht perfekt genug zu spielen. Ich wusste noch nicht mal, dass nicht ich das bin, sondern, dass ich nur das Abbild, dessen geworden war, was andere in mir sahen und brauchten um sich besser zu fühlen. Ich wollte nur geliebt werden, ich war ein Kind. Was bleibt ist das Gefühl benutzt worden zu sein auch wenn nicht auf einer primären körperlichen Ebene. Sowie eine Art Verbitterung und Sarkasmus, der zu einem jungen Menschen einfach nicht passen will.

4 Meine Seele fühlt sich schmutzig an. Trotzdem hat man noch Mut. Den Mut der Verzweiflung. Den Mut den nur ein Kind haben kann, dass im Bett liegt und sich vor dem Ungeheuer hinter dem Schrank fürchtet und sich immer wieder einredet, dass es doch keines gibt. Wie tapfer wir Kinder doch sind. Egal wie alt wir werden. Man ist nicht robust, aber zäh und hart im nehmen. Doch wie lange reicht das um die Diskrepanzen zwischen den Welten aufrecht zu erhalten? Es ist ein Kampf um das innere Gleichgewicht, Tag für Tag, Es bedeutet jeden Tag mit alten Wunden und Ängsten konfrontiert zu sein, Es bedeutet manchmal tagelang Nichts essen zu können, weil man zu voll mit äusseren Eindrücken und zu sehr mit inneren Prozessen gefüllt und beschäftigt ist. Es bedeutet Tag für Tag, gleichzeitig in zwei Welten zu leben, Und zwar so dass die Mitmenschen, egal wo möglichst wenig davon mitkriegen. Ich weiss zu oft nicht wer ich bin, Ich gebe mein Bestes, Und bleibe doch unerkannt Niemand sieht die Verzweiflung über mein ungelebtes Leben. Moira

5 Reisende zwischen den Welten (Eigenes Gedicht, eigene Gedanken) Nie gehörte ich nur einer an, nie schlug mein Herz nur für diese eine Realität und Existenz, der ich mir noch immer nicht wirklich bewusst bin. Nie, war ich je ganz und gar, nie war ich wirklich wahr, als Reisende Zwischen den Welten. Während meine Seele die kargen Grenzen der menschlichen Vorstellungskraft in Windeseile hinter sich lässt, bleibt mein lebloser Körper zurück, als Pfand, als ironischer Beweis dafür, dass sein muss, was sein muss. Simple organische Minimalfunktionen, mehr kann ich dieser Welt nicht abgewinnen, sie die mich in Dornen zu fesseln scheint, sie die mich traurig festhält und doch nicht tröstet oder ganz zerstört. Simple organische Minimalfunktion, ist es das was ihr Leben nennt? (Für alle Reisenden, in allen Welten) Moira

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