Elektronische Vollmachten - Demonstrator

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1 Telefon: ++43 (316) Fax: ++43 (316) Inffeldgasse 16a / 8010 Graz / Austria Elektronische Vollmachten - Demonstrator Version 1.0.0, DI Arne Tauber Zusammenfassung: Elektronische Vollmachten erlauben es, Rechte bzw. Rollen und Funktionen von einer Person auf eine andere zu übertragen. Durch die Einführung von MOA-ID+ (MOA-ID mit Erweiterung für elektronische Vollmachten) und der Öffnung des Vollmachtenportals der österreichischen Stammzahlenregisterbehörde sind nunmehr die Instrumente für den Einsatz von elektronischen Vollmachten in behördlichen Verfahren geschaffen. Dieses Dokument beschreibt wie mit Hilfe von MOA-ID+ behördliche Applikationen elektronische Vollmachten verarbeiten können. Es wird ein Demoservice beschrieben, das einen Einstieg mittels Bürgerkarte unter Zuhilfenahme von MOA-ID+ ermöglicht. Inhaltsverzeichnis: Elektronische Vollmachten - Demonstrator Abbildungen... 3 Revision History Kurzbeschreibung Grundlagen Prozeßablauf von MOA-ID Voraussetzungen zur Nutzung der Anwendung 6 2 Anwendungsbeschreibung Vollmacht in Bürgerkarte eintragen Vollmachtenmodus aktivieren Anmeldung am Demoservice 7 3 Deployment Systemanforderungen Server Komponenten Client Komponenten Konfiguration der Online Applikation in MOA-ID 13 Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit wurde in diesem Dokument teilweise auf geschlechtsspezifische Formulierungen verzichtet. Die verwendeten Formulierungen richten sich jedoch ausdrücklich an beide Geschlechter. Das E-Government Innovationszentrum ist eine gemeinsame Einrichtung des Bundeskanzleramtes und der TU -Graz

2 3.3 Konfiguration der Java VM Konfigurationsdatei Installation der Webapplikation 15 2

3 Abbildungen Abbildung 1: Prozeßablauf von MOA-ID Abbildung 2: Stellvertretungsmodus im Kontextmenü der BKU... 7 Abbildung 3: Startseite des Stellvertretungs Demoservices... 8 Abbildung 4: Auslesen der Personenbindung, Vollmachten und Starten der Signatur... 8 Abbildung 5: Anmeldung mittels einer Prokura... 9 Abbildung 6: Anmeldung mittels einer bilateralen Postvollmacht... 9 Abbildung 7: Verwendung einer ungültigen Vollmacht bei der Anmeldung...10 Abbildung 8: Erfolgreiche Anmeldung mittels Vollmacht...10 Abbildung 9: Erfolgreiche Anmeldung ohne Vollmacht...10 Abbildung 10: MOA-ID+ Konfiguration der Online Applikation...13 Abbildung 11: Postvollmachtsprofil von MOA-VV

4 Revision History Version Datum Autor(en) Arne Tauber (EGIZ) Initialversion 4

5 1 Kurzbeschreibung 1.1 Grundlagen Elektronische Vollmachten erlauben es, Rechte bzw. Rollen und Funktionen von einer Person auf eine andere zu übertragen. Durch die Einführung von MOA-ID+ (MOA-ID mit Erweiterung für elektronische Vollmachten) und der Öffnung des Vollmachtenportals der österreichischen Stammzahlenregisterbehörde sind nunmehr die Instrumente für den Einsatz von elektronischen Vollmachten in behördlichen Verfahren geschaffen. Dieses Dokument beschreibt wie mit Hilfe von MOA-ID+ behördliche Applikationen elektronische Vollmachten verarbeiten können. Es wird ein Demoservice beschrieben, das einen Einstieg mittels Bürgerkarte unter Zuhilfenahme von MOA-ID+ ermöglicht. Für das Demoservice wurde ein Vollmachtsprofil erstellt, das eine Postvollmacht voraussetzt. Da die Vertretungsmacht einer Prokura (Handelsrechtliche Vollmacht) weiter reicht, kann auch diese zum Einstieg verwendet werden. 1.2 Prozeßablauf von MOA-ID+ Der Prozeßablauf von MOA-ID+ gestaltet sich ähnlich wie der herkömmliche Anmeldevorgang ohne Vollmachten. 1 Behördenanwendung 2 B K U Vollmacht MOA-VV MOA-ID Abbildung 1: Prozeßablauf von MOA-ID+ Der Bürger öffnet die Startseite der Anmeldung seitens der Behörde (1) und wird auf die Anmeldeseite von MOA-ID weitergeleitet (2). Es wird anschließend zusätzlich zur Personenbindung die Infobox Mandates (Vollmachten) ausgelesen (3). Damit auch eine Vollmacht an MOA-ID gesendet wird, muß die Bürgerkartenumgebung (BKU) den Stellvertretungsmodus aktivieren. In diesem Modus wird ein vordefiniertes Vollmachtsprofil 5

6 selektiert oder der Bürger kann explizit eine Vollmacht auswählen, die an MOA-ID gesendet wird. Die übermittelte Vollmacht wird anschließend an MOA-VV gesendet und auf ihre Echtheit überprüft (4). Die Behördenanwendung kann für ein spezielles Vollmachtsprofil von MOA-VV konfiguriert werden, gegen das die Vollmacht geprüft wird. Nach erfolgreicher Überprüfung wird der Bürger zum Signieren aufgefordert (5). Hier können bereits vollmachtsspezifische Daten (z.b. Daten des Vollmachtgebers) mitsigniert werden. Nach erfolgreicher Prüfung der Signatur wird der Bürger wieder zur Behördenanwendung weitergeleitet (6). 1.3 Voraussetzungen zur Nutzung der Anwendung Webbrowser (z.b. Mozilla Firefox oder Internet Explorer) Bürgerkartenumgebung trustdesk Basic (Version > 2.6) Bürgerkarte (momentan werden nur Chipkarten wie A-Trust, Bankomatkarte oder E- Card unterstützt). Die A1 Signatur unterstützt den Stellvertretungsmodus noch nicht. 6

7 2 Anwendungsbeschreibung 2.1 Vollmacht in der Bürgerkarte eintragen In einem ersten Schritt muß eine Postvollmacht oder eine Prokura am Vollmachten- Demoportal von EGIZ beantragt werden. Dieses Service ist über die URL https://demo.egiz.gv.at/mandates/ erreichbar. Die Postvollmacht ist eine bilaterale Vollmacht und kann im entsprechenden Menüpunkt erstellt werden. 2.2 Stellvertretungsmodus aktivieren Um mittels Vollmacht einsteigen zu können, muß der Stellvertretungsmodus in der Bürgerkartenumgebung aktiviert werden. Abbildung 2: Stellvertretungsmodus im Kontextmenü der BKU Wie in obiger Darstellung abgebildet, kann über das Kontextmenü des Chipkartensymbols in der Taskleiste der Stellvertretungsmodus aktiviert und konfiguriert werden. In diesem Beispiel wurden bereits drei Profile vorkonfiguriert. Wird der Menüpunkt Auswahl bei Anfrage gewählt, kann bei der Einwahl mittels MOA-ID+ explizit eine Vollmacht vom Bürger ausgewählt werden. 2.3 Anmeldung am Demoservice Nachdem der Vollmachtenmodus in der BKU aktiviert wurde, kann die Startseite des Demoservices aufgerufen werden. 7

8 Abbildung 3: Startseite des Stellvertretungs-Demoservices Auf der Startseite kann die Ausprägung der Bürgerkarte gewählt werden (Chipkarte oder A1 Signatur). Da die A1 Signatur noch keine Vollmachten unterstützt, ist momentan nur der Einstieg unter Verwendung einer Chipkarte und der Bürgerkartenumgebung trustdesk basic mit einer Mindestversion 2.6 möglich. Der Vorgang der Identifikation ist identisch mit der bisherigen Version von MOA-ID, außer daß in einem ersten Schritt zusätzlich zur Personenbindung eine Vollmacht an MOA-ID übermittelt wird. Wurde der Stellvertretungsmodus nicht aktiviert, so ist der Anmeldevorgang identisch. Abbildung 4: Auslesen der Personenbindung, Vollmachten und Starten der Signatur Ist die Vollmacht gültig, so wird der Bürger zum Signieren aufgefordert. Das Demoservice liefert bei Vorliegen einer elektronischen Vollmacht zusätzliche Daten die mitsigniert werden. 8

9 Abbildung 5: Anmeldung mit einer Prokura Abbildung 6: Anmeldung mit einer bilateralen Postvollmacht 9

10 Falls die Vollmacht ungültig ist, wird bereits vor dem Auslösen der Signatur ein entsprechender Fehler von MOA-ID+ ausgegeben (wie in folgender Abbildung dargestellt). Abbildung 7: Verwendung einer ungültigen Vollmacht bei der Anmeldung Bei erfolgreicher Anmeldung gibt das Demoservice im Browser die Anmeldedaten aus. Es wird angezeigt, ob die Anmeldung mit oder ohne Vorlegen einer Vollmacht erfolgt ist. Abbildung 8: Erfolgreiche Anmeldung mittels Vollmacht Abbildung 9: Erfolgreiche Anmeldung ohne Vollmacht 10

11 11

12 3 Deployment Der nachfolgenden Beschreibung wird folgende Terminologie bzw. werden folgende Parameter zu Grunde gelegt: Parameter Name Wertebereich Beschreibung %CONTAINER% n/a Bezeichnet den verwendeten Servlet Container. %CONTEXT% n/a Bezeichnet den Servlet Context, der dem Container zugeordnet wird. %CONFIG% n/a Konfigurationsdatei 3.1 Systemanforderungen Es gelten folgende Anforderungen an die Installationsplattform bzw. an die Clientkomponenten (die angegebenen Versionen entsprechen der getesteten Umgebung): Server Komponenten JDK Tomcat Application Server (5.0) MOA-ID+ (MOA-ID 1.4) MOA-VV Client Komponenten Webbrowser (z.b. Mozilla Firefox oder Internet Explorer) Bürgerkartenumgebung trustdesk Basic (Version > 2.6) Bürgerkarte (momentan werden nur Chipkarten wie A-Trust, Bankomatkarte oder E- Card unterstützt). Die A1 Signatur unterstützt den Stellvertretungsmodus noch nicht. 12

13 3.2 Konfiguration der Online Applikation in MOA-ID <OnlineApplication publicurlprefix="https://demo.egiz.gv.at/mandatesdemo/authenticator"> <AuthComponent slversion="1.2" provideauthblock="false"> <Templates> <Template URL="http://demo.egiz.gv.at/mandatesdemo/MOAIDTemplate.html"/> </Templates> <VerifyInfoboxes> <Infobox Identifier="Mandates" providestammzahl="true"> <ApplicationSpecificParameters> <ConnectionParameter URL="http://demo.egiz.gv.at/moavv/services/moavvService"> <AcceptedServerCertificates>certs/servercerts</AcceptedServerCertificates> </ConnectionParameter> <mdp:mandatecheckprofilereference xmlns:mdp="http://reference.e-government.gv.at/namespace/mandateprofile/ #" ProfileName="Postvollmacht" ProfileVersion="1"/> </ApplicationSpecificParameters> </Infobox> </VerifyInfoboxes> </AuthComponent> </OnlineApplication> Abbildung 10: MOA-ID+ Konfiguration der Online Applikation Um die Applikation mit der Überprüfung der Vollmachten auszustatten, muß das XML Element VerifyInfoboxes in die MOA-ID Konfiguration der Online Applikation hinzugefügt werden. Der Name der Vollmachten-Infobox in der BKU ist Mandates und muß als obligatorisches Attribut des Infobox Elements angeführt werden. Das Attribut providestammzahl muß ebenfalls angeführt und auf true gesetzt werden, damit die Überprüfung korrekt durchgeführt werden kann. In den ApplicationSpecificParameters wird die SOAP Schnittstelle zu MOA-VV und das Vollmachtsprofil angegegeben, gegen das die Vollmacht geprüft wird. Nähere und weiterführende Informationen dazu werden in der MOA-ID Dokumentation angeführt. 13

14 Abbildung 11: Postvollmachtsprofil von MOA-VV 3.3 Konfiguration der Java VM Die Java VM, mit der der Application Server (z.b. Tomcat) betrieben wird, muss mit der Java Systemvariable moaid.mandates.config initialisiert werden. z.b. -Dmoaid.mandates.config=c:/tomcat /conf/mandates-demo/config.properties 3.4 Konfigurationsdatei Die im obigen Punkt erwähnte Konfigurationsdatei %CONFIG% enthält folgende Parameter, die konfiguriert werden müssen: Name Werteberei ch Beschreibung Address String URL des MOA-ID+ GetAuthenticationData Services, an dem die Anmeldedaten (inkl. Vollmachtsdaten) abgeholt werden können. Truststore String Absoluter Pfad zu einem Truststore, der für den SSL Verbindungsaufbau zu obigem Service benötigt wird. Password String Passwort für den Truststore. 14

15 StoreType String Typ des Truststores. Kann JKS oder PKCS12 sein. 3.5 Installation der Webapplikation Für die Installation der Webapplikation muß die mitgelieferte war Datei (mandates-demo.war) in das Webapplikationsverzeichnis des Application Servers (Tomcat) gelegt werden. Nach dem Starten des Tomcats wir das Webarchiv automatisch entpackt und ist über die URL %CONTAINER%/%CONTEXT% verfügbar, z.b. https://demo.egiz.gv.at/mandates-demo/. 15

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