Richtlinien zur Gestaltung von Solaranlagen (thermische Solarkollektoren und Photovoltaikanlagen)

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1 Richtlinien zur Gestaltung von Solaranlagen (thermische Solarkollektoren und Photovoltaikanlagen) Gemäß Beschluss der Gemeindevertretung der Gemeindevertretung vom 19. September 2012 hat die Baubehörde Solaranlagen gemäß den nachstehenden Richtlinien zu beurteilen. Präambel Die Marktgemeinde Wolfurt unterstützt und fördert als e5- und Klimabündnisgemeinde seit vielen Jahren die Errichtung von Solaranlagen zur umwelt- und klimafreundlichen Bereitstellung von Wärme und Strom. Gleichzeitig ist die Gemeinde auch für den Schutz von Landschafts- und Ortsbild zuständig. Gemäß 17 des Vorarlberger Baugesetzes müssen Bauwerke und sonstige Anlagen so angeordnet und gestaltet sein, dass sie sich in die Umgebung, in der sie optisch in Erscheinung treten, einfügen oder auf andere Art der Umgebung gerecht werden. Um zu verhindern, dass es durch den erfreulichen Zuwachs von Solaranlagen zu Konflikten zwischen Umwelt- und Ortsbildschutz kommt, sollen am Thema interessierte Bürgerinnen und Bürger frühzeitig für Gestaltungsfragen sensibilisiert und über grundlegende Zusammenhänge informiert werden. So ist beispielweise der Einfluss von Orientierung und Neigung auf den Solarertrag oft geringer, als vielfach angenommen. Selbst bei Ausrichtung nach Ost oder West können noch bis zu 85% Wirkungsgrad erreicht werden, wenn die Dachneigung zwischen 25 und 40 Grad liegt. In diesem Zusammenhang ist auch auf den Leitfaden des Energieinstituts Vorarlberg zur Planung und Gestaltung von Solaranlagen zu verweisen. Für die Gestaltung von Solaranlagen (thermische Solarkollektoren und Photovoltaikanlagen) sowohl beim Neubau als auch auf bereits bestehenden Gebäuden gelten im Hinblick auf deren Einfügung in das Orts- und Landschaftsbild folgende Gestaltungsrichtlinien: 1. Allgemeine Grundsätze: 1.1 Bei der Anbringung von Sonnenkollektoren an mehreren Gebäuden in geschlossener oder verdichteter Bauweise ist auf eine gestalterische Abstimmung der Anlagen untereinander zu achten. 1.2 Solaranlagen sind möglichst in einem Feld zusammenzufassen.

2 1.3 Die Gewährung einer möglichen Zusatzförderung für die Errichtung von Solaranlagen durch die Marktgemeinde Wolfurt wird von der Ausführung gemäß diesen Gestaltungsrichtlinien abhängig gemacht. 1.4 Bei der Situierung von Solaranlagen ist auf die allfällige Gefährdung durch Abrutschen von Schnee Rücksicht zu nehmen. 2. Beurteilungsfaktoren von Solaranlagen: Bei der Beurteilung von Solaranlagen werden folgende Kriterien berücksichtigt a. Lage der Anlage im Ortsgebiet: 1. Ortsbildnerisch sensible Lagen Als ortsbildnerisch sensible Lagen gelten die erste Bautiefe links und rechts der Oberen Straße (Bregenzerstraße, Kirchstraße, Hofsteigstraße), das historische Zentrum um Kirche und Marktplatz sowie sonstige, historisch wichtige Gebäude oder ortsbildlich relevante bzw. exponierte Lagen (z. Geländekuppen, gut einsehbare Hanglagen udgl.). 2. Restliches Ortsgebiet b. Installations-/Aufstellungsvarianten der Solaranlage (gemäß Beschreibung im Anhang) 1. Anlagen mit guter Integration in das Gebäudeerscheinungsbild 2. Anlagen mit akzeptabler Integration in das Gebäudeerscheinungsbild 3. Anlagen mit schlechter oder nicht vorhandener Integration in das Gebäudeerscheinungsbild 3. Genehmigungsfähigkeit von Solaranlagen im Wolfurter Ortsgebiet In Abhängigkeit von Lage und Installationsart gilt folgende Genehmigungsfähigkeit von Solaranlagen: a) In sensiblen Lagen sind nur Anlagen mit guter Integration in das Gebäudeerscheinungsbild genehmigungsfähig. Auch in solchen Fällen kann jedoch eine Verträglichkeitsprüfung durch die Behörde im Hinblick auf das Orts- und Landschaftsbild erforderlich sein, die unter einer vorausgegangenen Beurteilung durch den Raumplanungsausschuss und ggf. auch durch den Gestaltungsbeirat erfolgt. Die Installation von vollflächigen Kollektoranlagen auf straßenzugewandten Schrägdächern ist in sensiblen Lagen in der Regel nicht genehmigungsfähig. b) Im restlichen Ortsgebiet sind Anlagen mit guter und Anlagen mit akzeptabler Integration genehmigungsfähig. c) Anlagen mit schlechter Integration sind grundsätzlich nicht genehmigungsfähig. d) Frei aufgestellte Anlagen sind in der Regel ebenfalls nicht genehmigungsfähig es sei denn es handelt sich dabei um eine Ausnahmesituation (z. B. eigenständiges künstlerischgestalterisches Konzept/ Kunst am Bau, nicht einsehbare Anlagen zur Versorgung historisch wertvoller Bausubstanz wo sonst keine Anlage möglich wäre, etc. ) Überblick:

3 Integrationsform & Lage Gute Integration Sensible Lagen Bei positiver Beurteilung genehmigungsfähig Restliches Ortsgebiet Genehmigungsfähig Akzeptable Integration Nicht genehmigungsfähig Genehmigungsfähig Schlechte Integration Nicht genehmigungsfähig Nicht genehmigungsfähig

4 Anhang: Spezifikation der Anlagen A) Anlagen mit guter Integration in das Gebäudeerscheinungsbild Auf geneigten Dächern gelten Anlagen als gut integriert, wenn sie dachbündig eingebaut sind, bzw. der Dachüberstand 1 max. 20 cm beträgt der First, die seitlichen Dachränder oder der Traufe nicht überragt werden sie die gleiche Orientierung und Neigung aufweisen wie Dachkanten und Dachflächen sie als zusammenhängende Flächen oder als Bänder möglichst rechteckig gestaltet sind Auf Flachdächern und flach geneigten Dächern 2 gelten Anlagen als gut integriert, wenn sie parallel zur Dachkante angeordnet sind der Dachüberstand 3 der Kollektoren darf maximal 1,0 m beträgt der Abstand zum Dachrand zumindest der Höhe des Dachüberstandes entspricht. In Balkonen und Fassadenteilen gelten Anlagen als gut integriert, wenn sie in die Fassadengestaltung integriert sind sie die gleiche Orientierung und Neigung aufweisen wie Gebäudekannten und Fassaden Röhrenkollektoren gelten durch den hohen Reflexionsgrad generell nicht als Anlagen mit guter Integration in das Gebäudeerscheinungsbild. Möglichkeiten zur guten Integration von Solaranlagen in das Erscheinungsbild eines Gebäudes: Beispiele einer guten Integration von Solaranlagen ins Erscheinungsbild eines Gebäudes: 1 Dachüberstand = rechtwinkliger Abstand zwischen Dachfläche und Oberkante der Anlage 2 bis 7 Dachneigung 3 Dachüberstand = Abstand von der Dachfläche bzw. von der Oberkante der Attika zum höchsten Punkt der Anlage.

5 B) Anlagen mit akzeptabler Integration in das Gebäudeerscheinungsbild Als Anlagen mit noch akzeptabler Integration in das Gebäudeerscheinungsbild gelten Anlagen, die den Kriterien von lit. a) entsprechen (dachparallel, keine Auskragungen, ), jedoch nicht zur Gänze als zusammenhängende oder rechtwinklige Fläche ausgeführt werden können Anlagen, die den Kriterien von lit. a) entsprechend geplant wurden, jedoch aufgrund der besonderen Situation geringfügige Abweichungen von diesen Vorgaben nicht vermeidbar sind Röhrenkollektoren, die entsprechend den Kriterien von lit. a) installiert werden Frei neben einem Gebäude aufgestellte Anlagen gelten nur dann als akzeptabel, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: Anlage kann in einem geneigten Gelände aufgestellt und die Neigung dem Gelände angepasst werden. Anlage kann nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand am Gebäude angebracht werden. Die Fernwirkung der Anlage ist als gering anzusehen. Es kann der rechnerische Nachweis für einen wesentlich höheren Wirkungsgrad gegenüber einer gebäudeintegrierten Anlage erbracht werden. Die Anlage hat eine maximale Fläche von 30 m². Beispiele einer akzeptablen Integration von Solaranlagen ins Erscheinungsbild eines Gebäudes:

6 C) Anlagen mit schlechter bzw. ohne Integration in das Gebäudeerscheinungsbild Auf geneigten Dächern gelten Anlagen als schlecht integriert, wenn der First, die seitlichen Dachränder oder der Traufe überragt werden sie nicht die gleiche Orientierung und Neigung haben wie Dachkanten und Dachflächen sie als massive Abtreppungen aufweisen oder mehrere kleine Kollektor-Inseln bilden Auf Flachdächern und flach geneigten Dächern gelten Anlagen als schlecht integriert, wenn sie nicht parallel zur Dachkante angeordnet sind der Dachüberstand der Kollektoren 1,0 m übersteigt In Balkonen gelten Anlagen als schlecht integriert, die nicht die gleiche Orientierung und Neigung aufweisen wie das Balkongeländer Im ebenen Freigelände aufgestellte Anlagen ohne Integration in ein bestehendes Bauwerk gelten ebenfalls als schlecht bzw. nicht integrierte Anlagen. Beispiele einer schlechten (und damit nicht genehmigungsfähigen) Integration ins Gebäude:

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