Organisationsformen für das Lernen mit dem Computer

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1 LMU SS Seminar Computereinsatz im Mathematikunterricht Dozent: Hr. Zebhauser Referenntin: Christine Lang Organisationsformen für das Lernen mit dem Computer 1. Möglichkeiten der Organisation Computerraum, d.h. fest installierte Geräte in einem separaten Raum Medienecke im Klassenzimmer Handhelds (Laptops oder Taschencomputer) Selbstlernzentrum, d.h. freier Zugang zu den PCs Von diesen Organisationsformen ist der Computerraum in der Sekundarstufe I und II wahrscheinlich noch am geläufigsten. Bei den anderen Möglichkeiten gibt es noch didaktische und technische Entwicklungstendenzen, mit dem Ziel der größtmöglichen Flexibilisierung. Dabei bestimmen Sachzwänge und äußere Gegebenheiten oft über die Wahl der Variante. Optimal ist ein integrierter, langfristiger und kontinuierlicher Einsatz des PCs, z.b. auch für Klausuren und Hausaufgaben. Dabei sollte der Schüler selbständig entscheiden können, wann er das Medium einsetzt. Vorteile einer ständigen Verfügbarkeit: Entwicklung von Medienkompetenz Wahl des individuellen Lösungswegs (mit/ohne Rechnereinsatz) Medium als Werkzeug Die Schülerinnen und Schüler können nur über die ständige Verfügbarkeit (auch in der Schule) eine langfristige Medienkompetenz entwickeln. So können sie ihren individuellen Lösungsweg gehen und selbst entscheiden, ob sie den Rechner einsetzen oder nicht. Zudem steht dann nicht mehr das Medium im Mittelpunkt, sondern hat nur noch Werkzeugcharakter. Grundlegend gilt für die Wahl der Organisationsform: Die Verfügbarkeit des Mediums entscheidet über die Einsatzmöglichkeiten! 2. Einsatzmöglichkeiten Projektunterricht Wochenplanarbeit offene Unterrichtsformen Freiarbeit Stationenarbeit, Stationenzirkel mediale Unterstützung/Präsentation Hausaufgaben, Klausuren etc. 3. Räumliche Organisation im Klassenraum Frontale Sitzordnung U-Form

2 Gruppentische Außen- und Innenstirnkreis Die frontale Sitzordnung entstammt vor allem dem alten Computerraum. Doch diese Weise der räumlichen Organisation ist bereits überholt und altmodisch. Als bessere Anordnung der Computer(-tische) hat sich die U-Form bewährt. Hier können optional in der Mitte des Us auch noch Tische für computerfreies Arbeiten aufgestellt werden, so dass schnell nur durch ein Drehen des Stuhls - zwischen beiden Arbeitsformen gewechselt werden kann (z.b. um sich Sachverhalte im Heft zu notieren). Zudem hat die Lehrkraft bei dieser Anordnung einen umfassenderen Blick auf alle Schülercomputer. Für offene Unterrichtsformen bieten sich Gruppentische an. Hier können auch mehrere Schüler an einem Computer gemeinsam arbeiten, sind die Computer transportabel, so könnte es auch Computertische und computerfreie Tische geben bzw. kann an einem Gruppentisch zum gleichen Thema mit und ohne Computer gearbeitet werden. Ein weiterer Vorschlag ist die Anordnung der Tische als Innen- und Außenstirnkreis. Auf den äußeren Tischen stehen die Computer, an den inneren Tischen ist mit Blick nach computerfreies Arbeiten denkbar. Dies ermöglicht Partnerarbeit und Gruppengespräche aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Sozialformen richten sich je nach Aufgabenstellung und Methodik. Die Formen sind: - Einzelarbeit - Partnerarbeit und - Gruppenarbeit. 4. Einsatz und Wirkung des Computers bezüglich des Lernarrangements: Wird der Unterricht durch den Lehrer eher zentral geführt, d.h. es wurde ein Lehrervortrag bzw. ein klassisch fragend-entwickelnder Unterricht als Methode gewählt, so wirkt der Computer visualisierend und vorstrukturierend. Allerdings mit der Gefahr eines zu zentral geführten Unterrichts, d.h. einer zu dichten und komprimierten Darbietung. Fällt die Methodenwahl auf offenere Unterrichtsformen, bietet der Computer neben der Visualisierung und der Strukturierung von Inhalten und Themen auch Möglichkeiten zur Beobachtung von Sachverhalten. Dies erfolgt dann durch eigenes

3 Tun und somit epistemisch-heuristischem Arbeiten des Schülers, was als das nachhaltigere Lernen verstanden wird. Es ist jedoch anzumerken, dass nicht das Medium allein eine qualitative Veränderung des Unterrichts bewirkt, sondern die Qualität der Aufgabenstellung und des Lernarrangements entscheidend ist! Die Qualität entsteht unter anderem durch das Gesamtgefüge der äußeren Organisation und dem Grad der Offenheit. Zudem wichtig für den Lernerfolg ist auch die Art der Nutzung zu Hause, z.b. für Hausaufgaben, Nacharbeiten und Unterrichtsvorbereitungen. Dazu kann eventuell Software aus der Schule auch zu Hause zur Verfügung gestellt werden, um die Vertrautheit im Umgang damit zu verbessern. Ziel ist auch dabei, dass der Computer als Werkzeug, wie Zirkel und Lineal, verstanden wird. Optimal ist natürlich ein transportables Gerät pro Schüler. Art und Weise des Einsatzes: Information: Datenbanken, Lexika ( Internet) Unterricht (Lehren, Lernen, Üben, Anwenden, Bewerten): Lernsoftware, Simulationen, virtuelle Lernumwelten Gestaltung/Präsentation: Text- und Bildverarbeitung Beschäftigung 5. Konkrete Unterrichtsbeispiele: Einstieg in den Satz des Pythagoras (9 Kl.) Stationenzirkel mit Partnerarbeit Gemeinsamkeiten zwischen Parabeln und Geraden (10. Kl.) Übungsstunde Einstieg in die lineare Regression (11. Kl.) Gruppenarbeit Entwirf ein Glas! (12. Kl.) wiederholte Übungsstunde Softwaretest (ab 3./4. Kl.) Partner- oder Gruppenarbeit Einstieg in den Satz des Pythagoras (9. Kl.): Stationenzirkel im Klassenraum mit Medienecke (Gruppenarbeit) Art des Medieneinsatzes: dynamische Geometriesoftware (Euklid DynaGeo) zur Visualisierung des Sachverhalts und Entdecken von Besonderheiten Keine Vorkenntnisse notwendig! Erarbeitung des Satz des Pythagoras an 3 Stationen haptischer, medialer und spielerischer Zugang; 1. Puzzle zum Satz des Pythagoras, 2. Knotenschnüre zum Entdecken pythagoreischer Tripel,

4 3. PC mit Euklidsoftware zum Entdecken der Besonderheiten Softwaretest (ab 3/4. Kl.) - Gruppenarbeit mittels Handhelds oder Computerraum (min. 1 Computer/Gruppe) - Die Schüler sollen Software testen, von der Installation bis zur Anwendung und anhand eines Bewertungsbogens beurteilen Literatur: Leuders, T. (Hrsg.) (2010). Mathematikdidaktik. Praxishandbuch für die Sekundarstufe I und II. Cornelsen: Berlin. Metzger, K. (2008). Umgang mit Medien in der Grundschule Teil 3. in: Grundschulmagazin 3/2008. S Kiper, H., Meyer, H., Topsch, W. (2002). Einführung in die Schulpädagogik. Cornelsen: Berlin.

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