Tab. KO9/1: Zulässige Größtwerte der Ausfachungsfläche von nicht tragenden Außenwänden ohne rechnerischen Nachweis, nach DIN

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1 Nicht tragende Wände Nicht tragende Außenwände Nicht tragende Außenwände sind scheibenartige Bauteile, die überwiegend nur durch ihr Eigengewicht beansprucht werden. Sie müssen die auf ihre Fläche wirkenden Lasten (z. B. Wind) sicher auf die angrenzenden, tragenden Bauteile, z. B. Wand- und Deckenscheiben, Stahl- oder Stahlbetonstützen und Unterzüge, abtragen. Neben den bauphysikalischen Anforderungen werden insbesondere Anforderungen an - die Halterung der Wände (Anschluss an tragende Bauteile, Abb. KO 9/1) - den zu verwendenden Mörtel, - sowie die Geometrie (zulässige Größtwerte der Ausfachungsfläche) gestellt. Bei der Einhaltung von bestimmten Parametern, u. a. der Ausfachungsfläche (Abb. KO9/2), darf auf einen statischen Nachweis der Wände verzichtet werden. Nicht tragende Außenwände werden nicht nur bei Neubauten verwendet, sie können auch bei der Modernisierung eingesetzt werden. Abbildung KO9/2 zeigt die Ausfachung von Fachwerkwänden mit neuem Mauerwerk. Die Anschlüsse an die tragenden Holzquerschnitte können dann nach Abb. KO9/3 ausgeführt werden. Abb. KO9/1: Wandanschluss an eine Stahlbetonstütze. Tab. KO9/1: Zulässige Größtwerte der Ausfachungsfläche von nicht tragenden Außenwänden ohne rechnerischen Nachweis, nach DIN KO9 Nichttragende Wände Seite 1/6

2 Abb. KO9/2: Ausfachung von Fachwerkwänden, aus [1] Abb. KO9/4: Nicht tragende Wand. eingesetzt bei Gebäuden mit großen Deckenspannweiten, wie Schulen, Verwaltungsgebäuden, Krankenhäusern, Hallen- und Wirtschaftsbauten. Abb. KO9/3: Anschluss von Mauerwerksausfachungen an einen tragenden Fachwerkpfosten, aus [1]. Nicht tragende Innenwände Nicht tragende Innenwände sind Raumtrennwände, die keine statischen Aufgaben für die Gesamtkonstruktion, insbesondere die Gebäudeaussteifung, zu erfüllen haben (Abb. KO9/4). Sie können entfernt werden, ohne dass die Standsicherheit des Gebäudes beeinträchtigt wird. Die Standsicherheit der nicht tragenden Innenwände selbst ist durch die Verbindung mit den an sie angrenzenden Bauteilen (Querwände oder gleichwertige Maßnahmen und Decken) gegeben, sofern die zulässigen Grenzmaße (Tab. KO9/2 und KO9/3, vgl. a. [2]). Die Belastung der Lastabtragenden Bauteile durch die nicht tragenden Wände ist bei den Standsicherheitsnachweisen zu berücksichtigen. Nicht tragende Innenwände werden in Wohngebäuden sowie in Stahl- und Stahlbetonskelettbauten als Zwischen- oder Ausfachungswände ausgeführt. Sie werden weiterhin Neben den bauphysikalischen Anforderungen, insbesondere dem Schall- und Brandschutz, werden auch Anforderungen an die Standsicherheit nicht tragender Innenwände gestellt. Sie müssen neben ihrem Eigengewicht alle auf sie im Gebrauchszustand einwirkenden Lasten (z.b. Lasten aus Regalen, Stoßeinwirkungen) aufnehmen und in lastabtragende Bauteile weiterleiten können. Die Größe dieser Beanspruchungen hängt von der Nutzungsart der Räume ab. In DIN 4103 werden zwei Einbaubereiche definiert. Einbaubereich 1: Bereiche mit geringer Menschenansammlung, zum Beispiel Wohnungen, Hotel-, Büro-, Krankenräume und ähnlich genutzte Räume einschließlich der Flure. Einbaubereich 2: Bereiche mit großer Menschenansammlung, zum Beispiel größere Versammlungsräume, Schulräume, Hörsäle, Ausstellungs- und Verkaufsräume und ähnlich genutzte Räume. Hierzu zählen auch Räume mit einem Höhenunterschied der Fußböden 1,00 m. Aus den bauphysikalischen und statischen Beanspruchungen ergeben sich Anforderungen an die Anschlüsse der Wände an tragende Bauteile. KO9 Nichttragende Wände Seite 2/6

3 Diese Anschlüsse müssen die Verformungen zwischen lastabtragenden und nicht tragenden Bauteilen ableiten und die Anforderungen an den Schall- und Brandschutz erfüllen. Unterschieden wird zwischen gleitenden und starren Anschlüssen. Gleitende Anschlüsse lassen in geringem Umfang Bewegungen zwischen den einzelnen Bauteilen zu, starre Anschlüsse verbinden die Bauteile unverschieblich miteinander. Gleitende Anschlüsse werden verwendet wenn größere Formänderungen, z. B. aus dem Schwinden der angrenzenden Bauteile oder der nicht tragenden Wand selbst, zu erwarten sind, ist dies nicht der Fall, können starre Anschlüsse det werden. Bei der Ausbildung der Anschlüsse sind die Anforderungen an den Schall- und Brandschutz zu beachten, die oft durch die Verwendung von geeigneten Dämmstoffen bei der Ausbildung der Anschlüsse erfüllt werden. Beispiele für starre und gleitende Anschlüsse an seitliche, obere und untere Bauteile zeigen die Abbildungen KO9/5 und KO9/6. Tab. KO9/2: Zulässige Wandlängen nicht tragender innerer Trennwände ohne Auflast bei freiem oberen Rand, aus [2] KO9 Nichttragende Wände Seite 3/6

4 Tab. KO9/3: Zulässige Wandlängen nicht tragender innerer Trennwände mit und ohne Auflast bei vierseitiger Halterung, aus [2] KO9 Nichttragende Wände Seite 4/6

5 Abb. KO9/5: Starre Anschlüsse an seitliche Bauteile, aus [2]. KO9 Nichttragende Wände Seite 5/6

6 Abb. KO9/6: Gleitende Anschlüsse an Zwischenstützen, aus [2]. Stand: 08/2008 Quellen: [1] Bundesverband Porenbeton: Porenbeton Handbuch, 2002 [2] e.v.: Nicht tragende innere Trennwände, 2004 [3] Wienerberger Ziegelindustrie GmbH: Technische Information Ziegelsystem, 2006 Bearbeitung: Dipl.-Ing. Heiko Koch, Prof. Dr.-Ing. Werner Seim KO9 Nichttragende Wände Seite 6/6

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