Samstag Nachmittag. Die Sonne scheint mir ins Gesicht und niemand steht mir mehr im Licht. Samstag Nachmittag.

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1 Samstag Nachmittag Die Sonne scheint mir ins Gesicht und niemand steht mir mehr im Licht. Ich bin noch nicht voll, aber mein Glas ist leer, und ich hol' mir 'n neues, und ich träum vom Meer. Der Sommerwind streicht mir um die Nase, ich seh das Paradies in 'ner Blumenvase. Zigaretten verglüh'n vor'm Flimmerkasten, irgendjemand spielt Klavier auf den Radiotasten. Mama backt Kuchen, Papa kippt 'n Bier, und ich sitz auf der Straße und hab die Welt vor mir. Ein Bullenauto fährt langsam vorbei und wartet auf 'ne Schlägerei. Irgendeiner ruft "Hallo" und fragt nach der Zeit, ich sag "Bleib ruhig, 's is' bald soweit." Und er lacht und geht weiter der Sonne entgegen und die Sonne lacht auch, frag mich nicht, weswegen.

2 Sternschnuppen Abendsonnen, Mondschattenwelt. Nichts, was meine Seele hält. Atlantikwellen, Marokkosterne. Tausend Straßen, 'n Freund hätt' ich gerne. Tiere schreien, der Sturm zieht auf. Kalte Hände, Pistolenlauf. Ibizahimmel, Gomeraberge. Strand von Goa, Junkiesärge. Abschiedsbriefe, Kerzenschein. "Mamama" flüstern und gestreichelt sein. Kein Hauch, kein Wind, dunkles Meer. Keine Stimme, der Himmel bleibt leer. Gib mir Fleisch und Blut, gib mir Sinn. Laß mich spüren, daß ich bin. Gründe zu sterben, Gründe zu leben. Die Antwort jetzt, wer kann sie geben?

3 Mein Name ist Mensch Ich habe viele Väter. Ich habe viele Mütter, und ich habe viele Schwestern, und ich habe viele Brüder. Meine Väter sind schwarz und meine Mütter sind gelb und meine Brüder sind rot und meine Schwestern sind hell. Refrain: Ich bin über zehntausend Jahre alt, und mein Name ist Mensch! Ich bin über zehntausend Jahre alt, und mein Name ist Mensch! Und ich lebe von Licht, und ich lebe von Luft, und ich lebe von Liebe, und ich lebe von Brot. Ich habe zwei Augen und kann alles sehn. Ich habe zwei Ohren und kann alles verstehen. Wir haben einen Feind. Er nimmt uns den Tag, er lebt von unserer Arbeit, und er lebt von unserer Kraft. Er hat zwei Augen, und er will nicht sehen. Und er hat zwei Ohren und will nicht verstehen. Er ist über zehntausend Jahre alt und hat viele Namen. Er ist über zehntausend Jahre alt und hat viele Namen.

4 So unendlich gut Rück ein bisschen mehr rüber Mach einen kleinen Schritt zur Seite Lass die anderen, die anderen was sehen Sprich in anderen Worten Und lass die anderen, die anderen verstehen So viele renovierte Häuser die ich seh, ich frag warum Warum muss alles immer so neu ausschaun? So viele angelegt Gärten die ich seh Ich frag warum Warum muss alles immer von uns selber sein? Und weil uns so unendlich gut geht, weil uns so unendlich gut geht sind wir hier allein und weil s und ohne, ohne Ende gut geht Los komm her, gib mir mehr Mag die totale Überfüllung Wenn sie naht und verdrängt Was man mehr als Freundschaft nennt Los schau her, schenk mir mehr Die Seltenheit bestimmt den Preis Um das zu spüren was wir fühlen Halt ich die Dinge in der Hand Los schau her wie ich hier steh Hab alles was ich brauche Zwar genug für uns zwei Doch ich nenn es lieber mein Und weil uns so unendlich gut geht, weil uns so unendlich gut geht sind wir hier allein und weil s und ohne, ohne Ende gut geht The HUMUS

5 Sonntagsmelancholie Du sagst die Blätter werden gelblich Ist es etwa schon Herbst? Du sagst der Wind bläst heut erträglich Hast ja auch ne Jacke an Die Sonntagsmelancholie Oder kommt da noch mehr Ich weiß es nicht Was du fühlst? Ich hoffe nicht Du sagst die Menschen sind heut traurig Wer im Dunkeln steht Sieht nun mal kein Licht Die Sonntagsmelancholie Oder kommt da noch mehr Ich weiß es nicht Was du fühlst? Ich hoffe nicht Nett unterhalten werden Ist das wichtigste an Tagen An denen man nichts zu sagen hat Wenn ihr mich fragt ich sag Danke Schafft Sonntage Schafft Sonntage ab The HUMUS

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