Erfolgsfaktoren für Gesundheit in kleinen und mittelständischen Unternehmen

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1 Erfolgsfaktoren für Gesundheit in kleinen und mittelständischen Unternehmen Barbara Reuhl, Arbeitnehmerkammer Bremen Bremen-Vegesack Bremen-Nord, 30. Mai 2016

2 fotolia Der Chef/ die Chefin hat den Hut auf. Verantwortung 618 BGB: individuelle Fürsorgepflicht aus dem Arbeitsvertrag 1 Arbeitsschutzgesetz: Verbesserung von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit durch Maßnahmen des Arbeitsschutzes/ Organisationspflicht Treiber, aber nicht Macher! Der Chef/ die Chefin sorgt für die geeignete Organisation und gibt den Takt vor. Entscheidungsgewalt Führungskompetenz, Entscheidung über die Mittel Vorbildfunktion Glaubwürdigkeit: Wie ernst ist es der Unternehmensführung mit der Gesundheit?

3 Gesundheit in KMU: strukturelle Faktoren Hemmende Faktoren: überdurchschnittliche Kosten pro einem Tag Arbeitsunfähigkeit Tagesgeschäft hat Vorrang vor strategischen Entscheidungen insbes. im Handwerk häufig Männer als Unternehmensleitung schwieriger für Gesundheitsthemen zu motivieren Mitarbeiter/innen im Außendienst schwerer zu erreichen personelle und finanzielle Ressourcen enger als in Großbetrieben Fördernde Faktoren: überschaubare Strukturen Arbeitsbedingungen sind bekannt, Tätigkeiten von Chef/ Chefin und Mitarbeiter/innen teilweise gleich kürzere Wege der Kommunikation engere Beziehungen zwischen Unternehmensführung und Beschäftigten familiäre Strukturen = soziale Unterstützung Mitarbeiter/innenbindung hoch regionale Verankerung günstig für Vernetzung Rund ein Drittel aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten arbeiten in KMU

4 Belastung Belastende Faktoren schwere Arbeit, Lärm, Gefahrstoffe, Unfälle Stress Betriebsklima körperliche Verfassung Gesundheitszustand Alter Geschlecht Qualifikation

5 Belastung Schützende Faktoren Arbeitsgestaltung Arbeitsschutz Information/ Qualifikation soziale Unterstützung Wertschätzung Verstehbarkeit Beeinflussbarkeit Sinnhaftigkeit

6 Belastende Faktoren schützende Faktoren

7 Belastende Faktoren Gesundheit und Krankheit sind nicht statisch. Das gesundheitliche Befinden bewegt sich über das gesamte Leben hinweg fortwährend zwischen den beiden Polen gesund und krank. Ein Leben ohne krank sein und gesund sein gibt es nicht. Der Krankenstand in Deutschland liegt seit einigen Jahren bei Werten um 4 4,5 Prozent, also sehr niedrig. Nach Expertenmeinung ist eine wesentliche Senkung kaum möglich. Ziel muss es sein, die Lebens- und Arbeitsbedingungen gesundheitsgerecht zu gestalten, so dass die Gesundheit gestärkt, Erkrankungen verhütet sowie Belastungen und Erkrankungen bewältigt werden können.

8 Belastende Faktoren Doppelstrategie: Belastungen vermeiden oder verringern Ressourcen stärken Mit gesundheitsförderlicher und gesundheitsgerechter Gestaltung von Arbeitsbedingungen wäre eine Vielzahl von Erkrankungen vermeidbar (Angerer et al., 2014)

9 Bestandteile des betrieblichen Gesundheitsmanagements Arbeitgeberpflicht Arbeitsschutz Unfallverhütung Prävention von Berufskrankheiten Standortbestimmung: Was ist schon vorhanden? Arbeitsschutz- und Gestaltungsmaßnahmen, Erkenntnisse aus der Gefährdungsbeurteilung, dem BEM Auftrag der UVT Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren Arbeitgeberpflicht Betriebliches Eingliederungsmanagement Förderung durch GKV Betriebliche Gesundheitsförderung

10 BGM: Verbesserungspotenzial Arbeitsschutz Standortbestimmung: Was ist schon vorhanden? Arbeitsschutz- und Gestaltungsmaßnahmen, Erkenntnisse aus der Gefährdungsbeurteilung, dem BEM Auftrag der UVT Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren Arbeitgeberpflicht Betriebliches Eingliederungsmanagement Förderung durch GKV Betriebliche Gesundheitsförderung

11 BGM: Verbesserungspotenzial Betriebliche Gesundheitsförderung Maßnahmen nach Betriebsgröße 57% in Unternehmen mit Mitarb. knapp 25 % in Unternehmen < 50 Mitarb. Je größer der Betrieb, desto eher wurden Ressourcen der UVT eingebracht insges. 17% in Gastgewerbe, Energie-/ Wasserversorgung, Baugewerbe, Handel, Instandsetzung, Reparatur von Kfz. 36% verarbeitendes Gewerbe Zielgruppen Werte für 2014; Quelle: GKV 2015

12 Bestandteile des betrieblichen Gesundheitsmanagements Arbeitsschutz = Managementaufgabe Arbeitsschutzorganisation, Pflichtenübertragung auf Führungskräfte, Beratung durch Experten Standortbestimmung: Sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über gesundheitliche Gefährdungen und Schutzmaßnahmen im Bilde? Ist es erlaubt, sich mit Gesundheitsfragen auseinanderzusetzen? Präventionsauftrag der UVT Kampagnen, Modellprojekte, Beratung Unterstützung innerbetrieblich: Führungskräfte, Sicherheitsfachkraft, Betriebsarzt überbetrieblich: Berufsgenossenschaft, Krankenkasse, Berater/innen Betriebliche Gesundheitsförderung Modellvorhaben kontinuierliche Angebote Personalmanagement Integrationsvereinbarung Integrationsteam Die größte Wirkung kann erzielt werden, wenn Maßnahmen zur Arbeitsgestaltung/ zum Arbeitsschutz und zur individuellen Verhaltensprävention kombiniert und die Maßnahmen in die alltäglichen Arbeitsabläufe integriert werden (iga.report 28).

13 Unterstützung durch Vorgesetzte: Dreifach wichtig, einfach unterschätzt (BAuA 2014) Bei häufiger Unterstützung von der direkten Führungskraft: geringere Belastungen, deutlich weniger gesundheitliche Beschwerden bei Beschäftigten. Psychosomatische Beschwerden bei häufigen Arbeitsbelastungen umso wahrscheinlicher, wenn Vorgesetzte nie unterstützen. Zentrale Ressourcen für Gesundheit: Wertschätzung Soziale Unterstützung

14 Passgenaue Maßnahmen? Bestandsaufnahme und Praxishilfen Welche Faktoren spielen im Unternehmen in Bezug auf Gesundheit eine Rolle? Arbeitsschutzorganisation: z.b. Orga-Check Arbeitskreis Gesundheit im Land Bremen Belastungen, gesundheitliche Risiken, Krankenstand, Unfälle: Gefährdungsbeurteilung, z.b. Ideen- Treff: Arbeitsschutzausschuss kleine Unterschiede beachten: Nein, ich kann die Tätigkeit wahrscheinlich nicht bis zur Rente ausüben sagen mehr als 50 % der über 55-Jährigen (DGB-Index Gute Arbeit) männliche und weibliche Beschäftigte können unterschiedlich belastet sein, abhängig von den Branchen, Tätigkeiten, Arbeitsformen (z. B. in Zeitarbeit = eher Männer, körperliche Belastungen bei Männern, in Dienstleistungen = eher Frauen, Umgang mit anderen Menschen als Belastung bei Frauen) schützende Faktoren: Information und Unterweisung der Mitarbeiter/innen, Qualifikation der Führungskräfte, Pausen Was ist schon vorhanden, woran kann angeknüpft werden? Was muss noch entwickelt werden?

15 BGM als Element guter Betriebsführung I Vorhandene Ressourcen nutzen Führungskräfte qualifizieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbeziehen: bessere Analyse, höhere Akzeptanz der Maßnahmen Unterstützer ins Boot holen: innerbetrieblich: Führungskräfte, Betriebsrat, Sicherheitsfachkraft, Betriebsarzt überbetrieblich: Berufsgenossenschaft, Betriebsberater, Krankenkasse Vorteile von KMU wahrnehmen Regionale Verankerung nutzen Der Chef/ die Chefin sorgt für die geeignete Organisation und gibt den Takt vor.

16 BGM als Element guter Betriebsführung II Kontinuierliche Verbesserung: Ziele definieren Prozesse anstoßen für geeignete Rahmenbedingungen sorgen vorhandene Strukturen nutzen/ Strukturen aufbauen Erfolgskontrolle Dokumentation Professionelles Arbeiten = gesundheitsgerechtes und sicheres Arbeiten Je nach Vorarbeiten: beginnen mit Projekt, überführen in nachhaltige Strukturen Zum Nulltarif oder ganz von allein geht es nicht: Zeit Qualifizierung von Entscheidern Planung

17 Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! Barbara Reuhl Arbeitsschutz- und Gesundheitspolitik Arbeitnehmerkammer Bremen Tel

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