Vertreterseminar am 21. September Was kann man aus unserem Geschäftsbericht herauslesen?

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1 Vertreterseminar am 21. September 2015 Was kann man aus unserem Geschäftsbericht herauslesen? 1

2 Was ist eigentlich ein Jahresabschluss? Er muss einmal im Jahr erstellt werden (gesetzliche Basis ist das Handelsgesetzbuch). Er muss bestimmte Bestandteile enthalten. Es gibt verbindliche Regeln, wie er aufgestellt werden muss. Das Einhalten dieser Regeln wird von den Wirtschaftsprüfern überprüft. Der Jahresabschluss ist öffentlich. 2

3 Welche Fragen werden beantwortet? Was gehört uns? Bilanz Haben wir Gewinn gemacht? Gewinn- und Verlustrechnung Haben wir Geld in der Kasse? Kapitalflussrechnung/ Cashflow 3

4 Geschäftsbericht Im Geschäftsbericht werden die Zahlen dargestellt, die die vorgenannten Fragen beantworten. Erläutert wird das im Anhang. Darüber hinaus kann die Geschäftsführung weitere Informationen in den Geschäftsbericht schreiben, z.b. Geschäftliche Rahmenbedingungen Vermietungssituation Beteiligungen (bei uns vor allem die Rautal) Verschiedene Kennzahlen 4

5 Besondere Angaben im Geschäftsbericht Anlagespiegel (Wie setzt sich unser Anlagevermögen zusammen, was hat es ursprünglich gekostet und was ist es jetzt noch wert?) Rücklagenspiegel (Welche Teile des Gewinns früherer Jahre haben wir in der Genossenschaft belassen?) Verbindlichkeitenspiegel (Wie setzen sich unsere Schulden zusammen?) 5

6 Lagebericht Hier beleuchtet die Geschäftsführung die voraussichtlichen künftigen Entwicklungen und nimmt vor allem zu eventuellen Risiken Stellung. 6

7 Was gehört uns? DIE BILANZ 7

8 Aufbau Die Bilanz bezieht sich immer auf einen bestimmten Stichtag (bei uns der ). Sie ist eine zweispaltige Tabelle, Links steht das gesamte Vermögen (Aktiva). Rechts steht, wie dieses Vermögen insgesamt finanziert ist (Passiva). Die Summe auf beiden Seiten (Spalten) muss übereinstimmen. 8

9 Aktiva Bilanz zum... Passiva A. Anlagevermögen A. Eigenkapital I. Immaterielle Vermögensgegenstände I. Gezeichnetes Eigenkapital II. Sachanlagen II. Kapitalrücklage III. Finanzanlagen III. Gewinnrücklage B. Umlaufvermögen IV. Gewinnvortrag / Verlustvortrag I. Vorräte V. Jahresfehlbetrag II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände B. Rückstellungen C. Verbindlichkeiten III. Wertpapiere D. Rechnungsabgrenzungsposten IV. Zahlungsmittel C. Rechnungsabgrenzungsposten Bilanzsumme Bilanzsumme 9

10 Einige Daten der WG CZ eg (ca.-angaben) Unser Vermögen beläuft sich auf 269 Mio.. Davon sind 220 Mio. unsere Grundstücke und Häuser. Finanzanlagen haben wir 17 Mio.. Unser Umlaufvermögen (Vorräte, unfertige Leistungen, Forderungen usw.) beläuft sich auf 11 Mio., dazu kommen Wertpapiere und flüssige Mittel von etwa 21 Mio.. 10

11 Einige Daten der WG CZ eg (ca.-angaben) Die Finanzierung erfolgt so: Eigenkapital: 132 Mio. (49,15 Prozent) Investitionszulagen/Rückstellungen: 6 Mio. Verbindlichkeiten ( Schulden ): 131 Mio. davon Spareinlagen 65 Mio. Bankkredite 54 Mio. sonstige Verbindlichkeiten 12 Mio. Das Eigenkapital ist unser Nettovermögen es muss niemandem zurückgezahlt werden. 11

12 Haben wir Gewinn gemacht? DIE GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG (G.U.V) 12

13 Aufbau Diese Rechnung bezieht sich immer auf ein Jahr. Grundprinzip: Von den Erträgen des Jahres werden die Aufwendungen abgezogen. Ist die Differenz positiv, gibt es einen Jahresüberschuss, ist sie negativ, heißt das Ergebnis Jahresfehlbetrag. 13

14 Umsatzerlöse - Materialaufwand = Rohertrag - Personalaufwand - Abschreibungen - sonstiger Aufwand = Betriebsergebnis +/- Finanzergebnis = Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit + Neutraler Ertrag - Neutraler Aufwand - Steuern von Einkommen und Ertrag = Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 14

15 Einige Daten der WG CZ eg (ca.-angaben) Umsatz (vor allem Hausbewirtschaftung) 33 Mio. Aufwand aus Hausbewirtschaftung 17 Mio. Rohergebnis: 16 Mio. Finanzergebnis: - 1,5 Mio. (vor allem Zinsen) Jahresüberschuss nach Steuern: 2,53 Mio. 15

16 Verwendung des Jahresüberschusses Etwa 174 T wurden an die Mitglieder in Form der Dividende ausgezahlt. Der Rest verbleibt in der Genossenschaft: Ein Teil wird dem Eigenkapital zugeführt (Ergebnisrücklagen), der Rest in die Gewinnvorträge eingestellt. Gemeinsam mit den Gewinnvorträgen aus den Vorjahren ergibt sich ein vorhandener Bilanzgewinn von etwa 10,5 Mio. 16

17 Achtung: Ein erwirtschafteter Gewinn liegt nicht auf einem Bankkonto oder im Tresor: Er wird verwendet, um ihn neu zu investieren (z.b. in unsere Objekte Winzerberge, den Anbau von Balkonen, die Vorbereitung der Nordlichter II usw.). 17

18 Haben wir Geld in der Kasse (Liquidität)? DIE CASHFLOWRECHNUNG 18

19 Cashflow Hier wird bestimmt, wie die Differenz zwischen den Einzahlungen in die Genossenschaft und den Auszahlungen ist. Ein- und Auszahlungen erfolgen u.a. für Nutzungsentgelte (+) Materialien, Reparaturleistungen usw. im laufenden Betrieb (-) Löhne/Gehälter/Sozialleistungen (-) Zinsen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 19

20 Cashflow Weitere Auszahlungen: Tilgungen von Krediten Investitionen in Gebäude, Grundstücke usw., aber auch in Autos, Rechentechnik, Telefonanlage Finanzcashflow Investitionscashflow 20

21 Cashflow Weitere Einzahlungen: Aufnahme von Krediten Einzahlungen von Sparern Einzahlung von Genossenschaftsanteilen 21

22 Wie wirken einzelne Vorgänge auf die unterschiedlichen Rechnungen? BEISPIELE 22

23 Investition in ein neues Gebäude/ Werterhöhung durch Modernisierung Bilanz: Geld wird ausgegeben, dafür erhöht sich im gleichen Maße das Vermögen. Das Gesamtvermögen verändert sich nicht. GuV: Keine Auswirkungen, da sich das Vermögen in seiner Höhe nicht verändert. Cashflow: Negativ in Höhe des Preises, der bezahlt wurde. 23

24 Aufnahme eines Kredites zur Finanzierung der Investition Bilanz: Auf der Vermögensseite erhöht sich das Vermögen um das ausgezahlte Geld, auf der Kapitalseite erhöht sich im gleichen Maß das Fremdkapital (Verbindlichkeiten). GuV: Keine Auswirkungen Cashflow: Positiv, weil Geld in das Unternehmen fließt. 24

25 Abschreibungen Bilanz: Der Wert des Vermögens verringert sich. GuV: Die Abschreibungen sind Aufwand und verringern damit den Gewinn. Cashflow: Keine Auswirkungen, es fließt kein Geld. 25

26 Personalkosten (z.b. Löhne für Hausmeister) Bilanz: Verringerung des Vermögens, es wird Geld auf die Privatkonten überwiesen. GuV: Lohnzahlungen sind Aufwand und verringern den Gewinn. Cashflow: Negativ, es fließt Geld aus der Genossenschaft. 26

27 Rückzahlung von Spareinlagen Bilanz: Das Vermögen wird weniger, in gleicher Höhe reduzieren sich die Verbindlichkeiten (gegenüber dem Sparer). GuV: Keine Auswirkungen Cashflow: Negativ, es fließt Geld aus der Genossenschaft. 27

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