Faschismus und Anti-Faschismus in Großbritannien

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1 Englisch Florian Schumacher Faschismus und Anti-Faschismus in Großbritannien Studienarbeit

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3 Inhaltsverzeichnis I. Der Faschismus in Großbritannien vor Die Ausgangssituation Anfang der zwanziger Jahre Die ersten faschistischen Bewegungen in England Die British Union of Fascists unter Oswald Mosley... 4 II. Der Antifaschismus in Großbritannien vor Die Ausgangssituation für den Antifaschismus in Großbritannien Die Kommunisten als Teil des Antifaschismus in Großbritannien Die Jüdische Gemeinschaft und ihre Rolle im Antifaschismus... 9 III. Die legendäre Battle of Cable Street Historischer Rückblick auf die Battle of Cable Street Die Battle of Cable Street aus Sicht der Medien Die Battle of Cable Street aus Sicht eines Teilnehmers und Augenzeugen Zusammenfassung der Ereignisse vom 4. Oktober IV. Die Auswirkungen der Battle of Cable Street auf Faschismus und Antifaschismus Die Auswirkungen auf den Faschismus Die Auswirkungen auf den Antifaschismus Bibliographie zu dieser Arbeit... 17

4 2 I. Der Faschismus in Großbritannien vor Die Ausgangssituation Anfang der zwanziger Jahre Nach Ende des ersten Weltkriegs begann man überall in Europa mit den Wiederaufbau- Arbeiten. Da England, als einer der Gewinner dieses Krieges, wenig vom Krieg und dessen Folgen betroffen war, wurde die Wirtschaft in Großbritannien schnell wieder von Kriegs- auf Friedenswirtschaft umgestellt. Aber auch wenn der Krieg in England selbst wenig Schaden angerichtet zu haben schien, hatte man doch die einstmals führende weltwirtschaftliche Stellung an die Amerikaner verloren, was zu stagnierender Wirtschaft, hoher Arbeitslosigkeit und letztlich zu einer Wirtschaftskrise führte, die vom eigenen Volk mit Argwohn empfunden wurde. Mit Blick auf die Parteienlandschaft in Großbritannien gab es Anfang der zwanziger Jahre nur 2 starke Fraktionen die Liberalen und die Konservativen. Nachdem aber die Wirtschaft zu stagnieren begann und die Arbeiter in England zunehmend unzufriedener wurden, erhob sich eine dritte, starke Partei die Labour Party. Sie wurde rasch zur Massenpartei und bildete ab 1924 eine Minderheitsregierung, auch wenn viele Bürger die deutlich sozialistische Politik fürchteten. Anfang der zwanziger Jahre wurde noch eine weitere Partei in England gegründet die Kommunisten, die jedoch fast immer erfolg- und bedeutungslos im Spiel der anderen Parteien blieben. 2. Die ersten faschistischen Bewegungen in England In einer durch das Kriegsende und die stagnierende Wirtschaftssituation angespannten innenpolitischen Situation gründete Rotha Lintorn-Orman 1923 die British Fascisti, die sehr stark am Vorbild Italiens (dem Symbol des Faschismus schlechthin) orientiert waren, und die sich selbst als Hilfstruppe der Konservativen Partei sahen, und mit ihnen gegen die Gefahr, die ihrer Meinung nach von den Sozialisten und Kommunisten ausging, kämpfen wollten. Die British Fascisti verzeichneten zwar rasch einen gewaltigen Zulauf an Mitgliedern (ein Jahr später bereits über ), wurden jedoch genauso schnell wieder völlig bedeutungslos. Am 27. Mai 1924 wurden die British Fascisti als Gesellschaft eingetragen und nannten sich von da an British Fascists Ltd. ( BF ). Robert B. D. Blakeney, der im September 1924 zum Präsidenten der BF gewählt wurde, änderte die Organisations-Struktur der Partei und führte einige paramilitärische Elemente ein, die sogar soweit gingen, dass es ab 1926 shock troops gab, die gegebenenfalls mit Gewalt für Recht und Ordnung während Sitzungen und Propaganda-Veranstaltungen sorgen sollten. Die BF war eine hierarchisch angeordnete

5 3 Organisation, mit einer Führungsetage, mehreren Unterabteilungen (wie z.b. für Propaganda, Transport und Nachrichtendienst) und den schon erwähnten militärischen shock troops 1. In der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre kam es zu zahlreichen blutigen Auseinandersetzungen zwischen diesen faschistischen shock troops und kommunistischen Aktivisten. Historiker belegen, dass es von der Gründung der Partei im Jahre 1923 bis 1926 sehr wenig faschistische Elemente in deren Programm und deren Ideologie gab, was daran liegen mag, dass weder die Gründerin der Bewegung noch die anderen führenden Personen ein umfassendes Verständnis des Faschismus hatten. Verglichen mit anderen faschistischen Parteien in Europa zu dieser Zeit waren die BF eine eher gemäßigte und konfuse Partei ohne wirkliches Programm. Der Generalstreik in Großbritannien im Jahre 1926 markiert einen Wendepunkt für die BF. Durch diesen Streik wurden mehrere rechts-orientierte Bewegungen (darunter auch die BF) dazu angetrieben, der Regierung ihre Hilfe anzubieten, da niemand sonst mehr arbeitete. Die Regierung (unter Baldwin) nahm die Hilfe der BF an jedoch nur unter der Bedingung, dass die BF das Wort faschistisch aus ihrem Namen entfernt, den paramilitärischen Flügel der BF aufgibt und das Versprechen abgibt, der Demokratie zu dienen. Diese Bedingungen führten zu einer Krise innerhalb der BF-Führungsriege, da einige der Mitglieder absolut gegen diese Änderungen waren, es aber auch andere gab, die sich damit einverstanden erklärten. In folge dieser Krise stimmten die Mitglieder der BF über den Vorschlag der Regierung ab und stimmten schließlich mit einer knappen Mehrheit gegen ihn woraufhin eine Vielzahl von Mitgliedern die Partei verließen und die British Loyalists gründeten. Aber der Generalstreik 1926 fügte den BF noch anderen Schaden zu. Da der Streik nicht der Anfang der, von den Faschisten vorausgesagten, bolschewistischen Revolution war, und relativ schnell wieder gearbeitet wurde, sahen die Mitglieder keine Berechtigung für die paramilitärischen Einheiten der BF mehr (da sie zuerst nur als Mittel der Selbstverteidigung gegen diese bolschewistische Revolution präsentiert wurde), was die Führungsetage der BF letztlich um eines der Hauptelemente ihrer Ideologie beraubte. Nach diesem Generalstreik verlor die BF an Bedeutung in Großbritannien. Fortan konzentrierte sich die Parteiführung auf den Faschismus in deren Ideologie, wobei sie aber auch auf den Anti-Bolschewismus konzentriert blieben. 1 Quelle: British fascism Parties, ideology and culture, Seite 64

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