Auftaktveranstaltung Studien- und Berufsorientierung im P-Seminar

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1 Auftaktveranstaltung Studien- und Berufsorientierung im P-Seminar Mittwoch, um 10:00 Uhr Kolpinghaus München Adolf-Kolping-Straße 1, München Begrüßung Bertram Brossardt Hauptgeschäftsführer vbw Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. Es gilt das gesprochene Wort.

2 1 Sehr geehrter Herr Staatssekretär, lieber Georg Eisenreich, sehr geehrter Herr Dr. Schnöring, meine Damen und Herren, herzlich willkommen zu unserer heutigen Veranstaltung im Rahmen des Projekts Studienund Berufsorientierung im P-Seminar. Damit setzen wir den Auftakt für eine Reihe von sieben weiteren Fortbildungsveranstaltungen quer durch den Freistaat. Die vbw Vereinigung der bayerischen Wirtschaft e.v. ist gerne als Exklusivsponsor mit im Boot. Unser Engagement hat handfeste Gründe: Eine fundierte Studien- und Berufsorientierung gerade auch am Gymnasium ist die Basis dafür, dass unsere Unternehmen in Zukunft ausreichend Nachwuchs finden können. Der Fachkräftemangel ist längst Realität. Unsere vbw Studie Arbeitslandschaft 2035 zeigt: Bis 2020 können uns in Bayern bereits eine Viertelmillion Fachkräfte fehlen wenn wir jetzt nicht gegensteuern.

3 2 Das fängt schon in der Schule an: Studien- und Berufsorientierung muss deshalb genauso zum Stundenplan gehören wie Mathe oder Englisch. Hier besteht noch großer Nachholbedarf, wie eine aktuelle Umfrage der Vodafone-Stiftung zeigt: Nur gut die Hälfte der Schüler in Deutschland (56 Prozent) fühlt sich ausreichend über ihre beruflichen Möglichkeiten informiert. Von denjenigen, die sich unzureichend informiert fühlen, gibt mehr als die Hälfte der Sekundarschüler an, dass ihnen ganz grundlegende Informationen dazu fehlen, welche Ausbildungswege es überhaupt gibt. Und fast zwei Drittel der Gymnasiasten sagen, dass sie zu wenig darüber wissen, was in den verschiedenen Studiengängen auf sie zukommt. Der Preis den unsere jungen Leute und die Gesellschaft dafür zahlen, ist hoch: Die Abbrecherquote an den Unis liegt bei 35 Prozent, an den Fachhochschulen sind es 19 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine

4 3 Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung vom vergangenen Jahr. Besonders betroffen sind und bleiben Studierende der MINT-Fächer: In den Ingenieurswissenschaften zum Beispiel bricht gut jeder Dritte sein Studium ab in einzelnen Fachbereichen sogar jeder Zweite. Das können wir uns nicht leisten weder was die Zukunft der jungen Menschen angeht, noch was die Zukunftsfähigkeit unseres Standorts angeht! Darum: Fundierte und frühzeitige Berufsorientierung und zwar an allen Schulen. Das ist das Gebot der Stunde. Wir, die vbw, sind schon seit Jahren in diesem Bereich aktiv und haben eine Fülle von Projekten dazu aufgelegt teils in Eigeninitiative, teils in Kooperation mit der Bayerischen Staatsregierung, den bayerischen Metallund Elektroarbeitgebern und dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft

5 4 Ein kleiner Auszug aus unserem Portfolio: Sprungbrett Bayern wendet sich an Schüler aller Schularten. Auf einem eignen Onlineportal findeen sich mit über Einträgen Bayerns größte Praktikums-Börse und viele Tipps und Tools zur Berufsorientierung. Die AusbildungsOffensive Bayern informiert Jugendliche über Ausbildungsberufe und duale Studienmöglichkeiten in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie. Fahrender Bestandteil unserer Kampagne ist der infotruck(me), der direkt in die Schulen kommt. Und natürlich ist auch der Studienkompass ein fester Bestandteil unseres Angebots. Der Grundansatz war, Schülerinnen und Schüler bei der Studien- und Berufswahl zu unterstützen, deren Eltern nicht studiert haben. Mittlerweile hat sich der Blick aber auf alle Schüler geweitet: Das ist gut so und hat auch mit der Einführung des P-Seminars an den bayerischen Gymnasien zu tun.

6 5 Wir haben diese Einführung immer begrüßt und mit der Verleihung eines eigenen P-Seminar- Preises für besonders gelungene Projekte unterstützt. Denn mit dem P-Seminar wurde ein Ort geschaffen, an dem Berufs- und Studienorientierung gezielt und nachhaltig stattfinden können. Und ich betone an dieser Stelle: Es geht um eine Orientierung, die genauso zur dualen Ausbildung führen kann wie zum Studium. Beide Wege sind auch für Gymnasiasten attraktiv und bieten eine Fülle von Chancen und Möglichkeiten zur beruflichen Entwicklung. Doch wir wissen: Es gibt auch beim P-Seminar noch Optimierungsbedarf. So haben Lehrer immer wieder vorgetragen, dass sie noch einen deutlichen Bedarf an Weiterbildung und konkreten Unterrichtshilfen sehen, um eine angemessene Beraterposition übernehmen zu können. Dem tragen die Fortbildungen, die wir heute starten, Rechnung vor allem aber auch das

7 6 deutschlandweit einmalige Handbuch mit dem Titel Studien- und Berufswahl begleiten!, das wir Ihnen heute erstmals präsentieren. Es enthält zahlreiche Unterrichtseinheiten zum Thema Studien- und Berufsorientierung am Gymnasium und steht Ihnen ab heute zur Verfügung. Beides Fortbildungen und Handbuch sind das Ergebnis einer Zusammenarbeit, die in dieser Form einmalig und vorbildlich ist. Deshalb möchte ich an dieser Stelle auch ausdrücklich danke sagen dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Ohne die intensive Unterstützung und Begleitung des Ministeriums hätte es das Projekt nicht gegeben. Dafür ein herzliches Dankeschön stellvertretend an Dich, lieber Georg Eisenreich, und natürlich an die Gymnasialabteilung im Ministerium. Ein weiterer Dank gilt der Stiftung der Deutschen Wirtschaft. Sie hat die

8 7 Projektidee beherzt aufgegriffen und umgesetzt. Mein besonderer Dank gilt natürlich der Bereichsleiterin in der Stiftung der Deutschen Wirtschaft und Autorin des Handbuchs, Frau Wittmer-Greber, für ihren unermüdlichen Einsatz. Und last but not least danke ich auch allen Lehrerinnen und Lehrern, die an der Entstehung der Unterrichtsmaterialien mitgewirkt haben. So ist das neue Handbuch zum P-Seminar eine echte Hilfe aus der Praxis für die Praxis geworden. Jetzt kommt es auf Sie alle an, sehr geehrte Lehrerinnen und Lehrer. Wir sind fest davon überzeugt: Die Handreichung kann Ihnen hilfreiche Impulse geben, wie Sie Schülerinnen und Schüler bei einer der wichtigsten Entscheidungen in ihrem Leben, der Berufswahl, noch zielgerichteter unterstützen und begleiten können. Dazu viel Erfolg und heute einen erkenntnisreichen Tag!

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