6-10 GESUNDHEIT HÄNDE WEG! SACH INFORMATION ALKOHOLISMUS

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1 SACH INFORMATION Ist von Drogen und Süchten die Rede, sind damit meistens illegale Rausch- und Aufputschmittel gemeint. Der Genuss von Alkohol immerhin konsumierte bereits vor zehn Jahren jede/r ÖsterreicherIn 150 Liter (Wein, Bier, Spirituosen) pro Jahr wird jedoch nur im Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen als problematisch empfunden. Auch beim Rauchen sind die Erwachsenen kein gutes Vorbild. ALKOHOLISMUS Alkoholismus hat eine lange Tradition. Das Durchschnittsalter für Alkoholabhängigkeit liegt bei Männern bei 26 und bei Frauen bei 34 Jahren. Der Alkoholgenuss von Erwachsenen ist gesellschaftlich akzeptiert, ca. 40% der Erwachsenen trinken zuviel. Der Alkoholmissbrauch von Kindern und Jugendlichen ist in besorgniserregendem Ausmaß im Steigen begriffen: Studien bestätigen, dass Alkoholexzesse bei 15jährigen Mädchen um 200% gestiegen sind und bei 15jährigen Burschen um 100%. Das Landeskrankenhaus Graz sieht sich mit einer überdurchschnittlich hohen Zahl an kindlichen- und jugendlichen Alkoholmissbrauchsopfern konfrontiert, dies ist österreichweit jedoch eine Ausnahme. Bewiesen ist, dass der Zugang zu Alkohol immer früher erfolgt. Kindern und Jugendlichen wird heute viel an Autonomie, Flexibilität und Innovationsgeist abverlangt sie werden sehr schnell erwachsen. Der Genuss von Alkohol als Initiation ins Erwachsenenleben findet daher früher statt. Reflexe, Wahrnehmung und Handlungsfähigkeit werden durch Alkohol reduziert.trotzdem gilt Alkohol am Steuer in der Gesellschaft als Kavaliersdelikt. Auf Jugendlichen lastet oft ein Gruppendruck dem zu widerstehen verlangt nach einem ausgeprägten Selbstwertgefühl. Weshalb Kampagnen gegen Alkohol am Steuer darauf abzielen Grundsätze wie.. wenn i trink, fahr i net... als nachahmenswert zu verbreiten. Bei Jugendlichen wirkt sich der Genuss von Alkohol in Kombination mit motorisierter Mobilität besonders fatal aus. Fahranfänger neigen dazu ihre Fahrtüchtigkeit zu überschätzen, mit Alkohol im Blut erst recht! Zigarette nein danke! In Europa werden viele verschiedene Alkoholika produziert: Whiskey, Wodka, Obstler, Gin usw. Gegen ein Bier in launiger Runde ist nichts einzuwenden, jedoch sollte es nicht zu oft konsumiert werden! Wie man Kinder und Jugendliche vor Alkohol(missbrauch) schützen kann, ist man sich uneins. Auf der einen Seite die Meinung Kinder ruhig nippen zu lassen, da der intensive Geschmack in der Regel abstößt. Andererseits wird ein Alkoholverbot bis 21 Jahre gefordert. Studien belegen, dass Verbote eher auffordern bzw. ein kontrollierter, mäßiger Alkoholgenuss nicht erlernt werden kann. ÖKO LOG NIEDERÖSTERREICH 4.10

2 SACH INFORMATION Paradoxerweise lässt uns die Geschichte auch wissen, dass ausgerechnet die Jugend selbst (Jugendorganisationen der drei Großparteien) um 1918 verlangten, dass Kinder und Jugendliche von den Trinkunsitten der Erwachsenen verschont werden. ZUSAMMENFASSUNG: Immer mehr Kinder und Jugendliche greifen zu Alkohol und Zigaretten trotz des Wissens und die Gefahr einer Gesundheitsgefährdung. Die erwachsenen ÖsterreicherInnen sind in beiden Fällen kein gutes Vorbild. Rund 40% trinken laut MedizinerInnen zuviel und rauchende Eltern produzieren meist rauchende Kinder. Abschreckungskampagnen wirken bei Kindern und Jugendlichen jedoch eher nicht die zu erwartenden gesundheitlichen Schäden liegen in zu weiter Ferne. Aktuelle Maßnahmenpakete zur Suchtprävention nehmen darauf Rücksicht und setzen auf unterschiedlichen Ebenen an. INFO SERVICE: Informationen zur Suchtprävention finden Sie im Vorsorge Service. Zigaretten müssen seit kurzem mit auffälligen Warnhinweisen versehen werden ein weiterer Versuch Menschen vom Rauchen abzuhalten. NIKOTIN Obwohl die gesundheitsgefährdende Wirkung des Rauchens bewiesen ist, lassen sich Jugendliche dadurch nicht abschrecken. Es ist belegt, dass ca. 90% aller Lungenkrebsopfer RaucherInnen waren/sind und dass Rauchen vor dem 15. Lebensjahr die Lunge nachhaltig schädigt. Nichtrauchende Eltern haben in der Regel nichtrauchende Kinder, hier liegt das größte Potenzial in der Nikotin-Sucht-Prävention. Nach nur drei Wochen gelegentlichem Zigarettenkonsum zeigen 12-13jährige Mädchen erste Abhängigkeitssymptome, Burschen nach sechs Monaten ÖKO LOG NIEDERÖSTERREICH

3 DIDAKTISCHE UMSETZUNG Die wichtigsten Ziele von Suchtprävention decken sich mit jenen schulischer Gesundheitserziehung. Im Mittelpunkt stehen das Bereitstellen von Informationen, Unterstützung eines gesunden Lebensstils, Stabilisierung von Selbstkonzept und Selbstwertgefühl, Unterstützung im Umgang mit Konflikt- und Stresssituationen, Förderung von Verantwortungsbewusstsein. In der Volksschule stehen Selbstkompetenzen und Sozialkompetenzen im Mittelpunkt der Suchtprävention, Ziel ist der Aufbau von Handlungskompetenzen gegenüber Suchtgefährdung. LERNZIELE: Beschäftigung mit eigenen Vorlieben und Interessen. Kennenlernen von Zusammenhängen zwischen Gefühlen und Handlungsstrategien. Kennenlernen verschiedener Formen von Sucht. Identifizierung von stoffungebundener und stoffgebundener Sucht. Die Anzahl erwachsener RaucherInnen ist in den letzten Jahren eher rückläufig die Anzahl rauchender Kinder und Jugendlicher hingegen steigt stetig. Kinder und Jugendliche werden schneller süchtig als Erwachsene. ICH - COLLAGE ORT: Klassenzimmer. ZEITAUFWAND: eine Unterrichtseinheit. MATERIALIEN: Zeitschriften, Papier, Schere, Klebstoff. KOSTEN: keine. UMSETZUNG: Die Auswahl von Bildern, die zu einem passen, steigert die Selbstreflexion. Der verbale Austausch mit anderen darüber fördert das sich öffnen und das Eingehen auf andere. Zur Vorbereitung Zeitschriften mit möglichst vielen Bildern sammeln. Die Kinder suchen sich aus den Zeitschriften Bilder, Bildteile, Farben, Formen oder Wörter aus, die ihnen besonders gefallen und kleben diese auf. Aus den einzelnen Teilen muss keine bestimmte Form zusammengestellt werden. Im Anschluss daran sucht sich jedes Kind eine/n PartnerIn und stellt das Bild vor. Qualitätsvolle Computerspiele können die Entwicklung des Kindes fördern. Wer jedoch nur mehr alleine vor dem Bildschirm sitzt anstatt mit Freunden zu spielen, verpasst viel vom Leben! Volksschulkinder verbringen durchschnittlich rund eineinhalb Stunden täglich vor dem Fernseher. ÖKO LOG NIEDERÖSTERREICH 4.10

4 DIDAKTISCHE UMSETZUNG Das Überangebot an Getränken macht die richtige Wahl schwer! In der Volksschule ist der Aufbau von Selbst-, Sozialund Handlungskompetenzen ein wichtiger Schritt im Umgang mit Suchtgefährdung. WAS TUE ICH, WENN ORT: Klassenzimmer. ZEITAUFWAND: eine Unterrichtseinheit. MATERIALIEN: Arbeitsblatt. KOSTEN: keine. UMSETZUNG: Diese Übung soll den Zusammenhang zwischen Gefühlen und Handlungen aufzeigen, wobei durch die Satzerweiterung mit oder auch Handlungsalternativen überlegt werden. Zur Vorbereitung das Arbeitsblatt mit den vorgestellten Satzanfängen gestalten. Die Kinder setzen die angegebenen Satzanfänge fort, wobei die Sätze mit dem Wort oder verlängert werden sollen. Beispiele für die Satzanfänge: Wenn ich fröhlich bin,... Wenn ich aufgeregt bin,... Wenn ich mich langweile,... Wenn ich mich freue,... Wenn ich wütend bin,... Wenn ich unzufrieden bin,... Wenn ich schlechte Laune habe,... Anschließend stellen die Kinder in Kleingruppen ihre Sätze vor und tauschen ihre Erfahrungen aus. SUCHTRUCKSACK Erkundigen Sie sich über das Theaterstück zur Suchtvorbeugung "Viktoria hat Geburtstag", siehe Vorsorge Service. ORT: Klassenzimmer. ZEITAUFWAND: eine Unterrichtseinheit. MATERIALIEN: Rucksack, Gegenstände, die etwas mit Sucht zu tun haben. KOSTEN: keine. UMSETZUNG: Zur Vorbereitung füllt die Lehrkraft einen Rucksack mit Gegenständen (zum Beispiel Packung Kaffee, Fernsehzeitung, Diskette, Medikamentenpackung, Bierflasche, Zigarette, Geld, Kosmetika, Handy, Waage, Kartenspiel, Süßigkeiten, Klebstoff usw.). Der Rucksack liegt in der Mitte des Sitzkreises. Jedes Kind nimmt einen Gegenstand heraus und erzählt, was seiner Meinung nach dieser Gegenstand mit Sucht zu tun hat. Gegenstände dürfen auch zurückgelegt und gegen einen anderen ausgetauscht werden. Als Alternative oder Zusatz können auch folgende Fragen diskutiert werden: Erinnert euch der Gegenstand an eine Begebenheit aus eurem Leben? Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ihr darauf verzichten müsstet? Wie wichtig ist dieser Gegenstand für euer Leben? 4.10 ÖKO LOG NIEDERÖSTERREICH

5 ARBEITSBLATT ICH BIN STOLZ AUF MICH! Hier findest du einige Eigenschaften, auf die man stolz sein kann. Sollten jene, die zu dir passen nicht dabei sein, schreibe sie einfach dazu! fröhlich hilfsbereit klug ehrlich ruhig geduldig künstlerisch nachdenklich geschickt empfindsam sportlich kreativ freundlich höflich sprachbegabt mutig großzügig tolerant lustig kameradschaftlich Entscheide dich für 4 Wörter und schreibe sie in die Bäume. Dann wähle 2 Wörter aus, die besonders gut zu dir passen und schreibe sie in die Wolken. Nun wähle zwischen den beiden Wörtern jenes aus, das deiner Meinung nach am besten zu dir passt und schreibe es in die Sonne. ÖKO LOG NIEDERÖSTERREICH 4.10

6 ARBEITSBLATT SUCHT WAS KÖNNTE DAS SEIN? Ziel dieses Spiels ist es, einige Arten von Sucht kennen zu lernen. Lest euch zu Beginn diese Wörter durch und markiert jene, die ihr nicht kennt. Danach klärt diese Begriffe in der Klasse. Nun könnt ihr mit dem Spiel beginnen. Zerschneidet das Arbeitsblatt und heftet euch mit Klebestreifen gegenseitig jeweils ein Wort auf den Rücken, wobei man nicht wissen soll, welches Wort an seinem Rücken befestigt ist. Nun soll jeder herausfinden, welches Suchtwort an seinem Rücken klebt. Dafür geht ihr durch die Klasse und stellt Fragen. Du darfst alles versuchen, um dein Wort herauszufinden, außer direkt nach dem Wort zu fragen. Wenn du dein Suchtwort herausgefunden hast, darfst du es auf deine Brust kleben. putzsüchtig koffeinsüchtig herrschsüchtig eifersüchtig karrieresüchtig trunksüchtig drogensüchtig gefallsüchtig spielsüchtig tobsüchtig esssüchtig fernsehsüchtig tablettensüchtig arbeitssüchtig nikotinsüchtig heroinsüchtig mondsüchtig kaufsüchtig gewinnsüchtig naschsüchtig rachsüchtig selbstsüchtig alkoholsüchtig magersüchtig 4.10 ÖKO LOG NIEDERÖSTERREICH

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