Impuls beim Nachmittag der Begegnung am Bernhard Feige

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1 Heute sind wir eingeladen zum Nachmittag der Begegnung es geht um Begegnungen. Begegnungen zwischen Klein und Groß, Begegnungen zwischen Bewohnerinnen und Bewohnern mit Ihren Angehörigen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit ihren Familie, den Ehrenamtlichen, den zahlreich erschienen Freunden und Gästen des Evangelischen Diakonissenrings. Schön, dass Sie alle gekommen sind. Es gibt viele Arten und Formen der Begegnung flüchtige und intensive Begegnungen angstmachende aber auch ermutigende Begegnungen zeitlich gesehen sehr kurze und auch langanhaltenden Begegnungen tiefsinnige und hoffnungsvolle Begegnungen Überlegen Sie doch einmal kurz: welche Begegnung mit einem bestimmten Menschen fallen Ihnen spontan ein, wenn Sie an die letzte Woche denken? Was hat sich eingeprägt? **** Ich möchte an dieser Stelle 3 Zitate zum Thema Begegnung vorlesen: Erinnerung ist eine Form der Begegnung. > Dazu gehört auch die Begegnung mit meiner eigenen Geschichte, mit meinen Erlebnissen und Erfahrungen Ein weiteres Zitat: Freundschaft sind Begegnungen im Leben, die das Leben lebenswert machen. > Es tut gut, dass es Freundschaften gibt. Auch heute Nachmittag treffen und begegnen sich Menschen, die sich schon länger kennen, die sich schätzen und die gemeinsam wertvolle Erfahrungen miteinander gemacht haben und befreundet sind. Mein letztes Zitat von Martin Buber einem jüdischen Religionsphilosoph: Alles wirkliche Leben ist Begegnung > in diesem Zitat wird ganz Wesentliches verdichtet. Leben gibt es nicht ohne Begegnung. Der Mensch ist auf echte Begegnung und das Gegenüber angewiesen. Er verkümmert sonst. Alles wirkliche Leben ist Begegnung. 1

2 Jeder hat in seinem Leben schon Begegnungen erlebt. Wenn wir zurückdenken, fallen uns sicher prägende Situationen dazu ein. In der Kindheit: Erste Begegnungen mit vielen anderen Kindern im Kindergarten vorher war alles recht überschaubar zuhause, und nun muss ich im großen Sandkasten zwischen all den anderen Kindern meinen Platz finden Als Jugendliche: Da gibt es starke Begegnungen in der Gruppe oder auch zaghafte und schüchterne erste Begegnungen zwischen Jungen oder Mädchen. Ganz neue Begegnungen und Erfahrungen in der Ausbildung, Schule oder im Studium. Mein Lebensbereich erweitert sich, und damit auch die Vielfalt der Begegnungen. Als Erwachsener: Wichtige Begegnungen erlebe ich in der Familie, im Berufsfeld, in der Gemeinde, da, wo ich mit Menschen zusammen bin und mich engagiere. Gelegentlich treffe ich auch Personen von früher, aus der Kindheit oder Schulzeit. Manchmal sind dies sehr wertvolle Begegnungen, denn es gibt gemeinsame Erfahrungen und Erlebnisse, die einander verbinden. Es kommt aber auch vor, dass wir merken, es hat sich inzwischen viel verändert man hat sich weiter entwickelt, es ist nicht mehr so wie früher. Als älterer Mensch: Wir erinnern uns gerne an die früheren Begegnungen. Wir sind froh und dankbar, wenn wir die Kraft und Ausdauer für die Begegnungen des heutigen Tages haben. Nichts ist selbstverständlich. Eine positive Begegnung ist ein Geschenk und wir begegnen immer wieder unseren Grenzen und müssen diese akzeptieren. Gut, dass wir dabei nicht alleine sind. Begegnungen mit Menschen dies haben wir alle schon vielfältig und intensiv erlebt. Begegnungen mit Gott haben wir dies auch schon erlebt? Gott sucht die Begegnung mit uns Menschen. Er macht sich auf den Weg zu uns. Er hat ein Interesse an uns an dir an mir an jedem Einzelnen. Wir sind ihm nicht egal, wir sind nicht irgendeine Nummer in seiner Statistik. 2

3 > In Psalm 139, V 14 sagt der Beter Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. Da hat ein Mensch etwas ganz Wesentliches erkannt und entdeckt. Dies möchte er nicht für sich alleine behalten. Er möchte es aussprechen. Er sucht das Gespräch und die Begegnung mit Gott, seinem Schöpfer. Eine echte Beziehung lebt vom Gespräch und der Begegnung. Jürgen Werth schreibt dazu: Miteinander reden heißt reden. Und zuhören! Heißt lauschen und lachen und warten und weinen. Gott will mit dir reden. Will dir zuhören. Will dir lauschen und mit dir lachen. Will warten, bis du die richtigen Worte findest. Du darfst sagen, was du denkst, was du fühlst. Darfst weinen und wehklagen. Du darfst ihm sogar Vorwürfe machen. Und dann lass auch ihn reden. Sanft und einfühlsam wird er mit dir sprechen. Klug und verständnisvoll. Und du weißt, du bist zuhause. In den Psalmen können wir dieses gemeinsame Gespräch entdecken. Dort wird eindrucksvoll ausgedrückt, dass Menschen mit all ihren Themen des Lebens zu ihrem Schöpfer und Herrn gekommen sind. Ihm haben Sie ihre Not geklagt und schwierige Situationen anschaulich und eindrucksvoll geschildert. In Psalm 13, Vers 2 steht: Herr, wie lange willst du mich so ganz vergessen? Wie lange verbirgst du dein Antlitz vor mir? Bei ihm haben Sie Ruhe gesucht in Psalm 62, Vers 2 können wir lesen: Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft es gibt auch ruhige und stille Begegnungen, die sehr wichtig sind. Ihm haben Sie ihren Dank gebracht in Psalm 103 steht der Vers Lobet den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Dies ist ein wichtiger Aufruf gegen die Vergesslichkeit. Wie schnell vergessen wir die guten und wertvollen Begegnungen, die Gott uns geschenkt hat, die ermutigenden Erfahrungen, in denen er uns Hoffnung und Perspektive gab. 3

4 Die Psalmen sind ein großer Schatz und sie zeigen uns, wie Menschen lang vor unserer Zeit ihre Begegnungen mit Gott erlebt und erfahren haben. Als einzelne und auch als Volk. Diese Erfahrungen und Begegnungen waren so intensiv, dass sie noch viele Jahrzehnte und Jahrhunderte weitererzählt und aufgeschrieben wurden. Uns wurde dieser wertvolle Schatz anvertraut und diese Texte laden ein, dass wir uns mit unserem ganzen Leben diesem Gott anvertrauen. Dazu gehören unsere Sorgen und Nöte, unser Kummer und unsere Schmerzen, aber auch unser Dank über das, was gut gelungen ist und unsere Freude über das, wo wir reich beschenkt wurden. Immanuel dies ist der hebräische Ausdruck für mit uns ist Gott. Gott ist mit uns. Er kommt uns ganz nah. Er begleitet uns mitten in unserem Leben da ist er dabei, da möchte er uns begegnen. Dies hat sein Volk im Alten Testament immer wieder erlebt. In aussichtlosen und ungerechten Situationen unter schwerem Druck da wo es eigentlich keine Hoffnung mehr gab. Da schickte Gott seine Boten mit seinem ermutigenden Wort. Da machte er sich auf den Weg und kam auf sein Volk zu. Er kommt auf uns zu. Er macht uns Mut. Er begleitet uns in schweren Zeiten. Dies gilt, wenn ich nicht mehr weiter weiß, wenn meine Kraft nachlässt und ich Hilfe, und Unterstützung benötige, wenn ich pflegebedürftig bin und meine Möglichkeiten stark eingeschränkt sind. Er begleitet uns in dieser Lebensphase und schenkt neue Hoffnung und Kraft. Dies gilt, wenn der Arbeitsplatz oder die beruflichen Perspektiven unsicher sind, wenn es in der Beziehung mit den Kindern oder dem Ehepartner Probleme und Spannungen gibt. Oder wenn mir der Mut zum Leben fehlt, und ich momentan keine Perspektive mehr sehe. Er unser Gott, ist da mitten drin dabei. Er Begleitet uns und stärkt uns. Gottes Kinder bleiben nicht verschont vom Leid. Auch wir kennen schwere Stunden, Angst und Einsamkeit. Doch das entscheidende ist, wir sind in diesen Situationen nicht allein. Er ist nicht weit. Er kommt uns ganz nah. In Jesus Christus, seinem Sohn ist er uns ganz nah gekommen. Er hat all das Leid, die Schmerzen und Entbehrungen selbst durchlitten und er kennt unserer Schmerzen und unsere Ängste und Nöte. Immanuel. Gott ist mit uns. Er lässt uns nicht im Stich. Immanuel. Gott kommt zur Welt. Sanftmütig zeigt er sich. 4

5 Dazu möchte ich zum Abschluss ein Lied von Albert Frey und Christoph Zehender vorspielen, dass von der Begegnung mit diesem Gott berichtet: Immanuel Gottes Volk war schwer bedrängt in alter Zeit Unter Druck, beherrscht von Ungerechtigkeit. Als es fast verzagte in der Dunkelheit Da war er nicht weit. Gottes Boten jubeln. Bald ist es soweit: Gott ist auf dem Weg zu uns, macht euch bereit! Grade dort, wo unsre Not zum Himmel schreit Da ist er nicht weit. Gottes Kinder bleiben nicht verschont vom Leid, kennen schwere Stunden, Angst und Einsamkeit. Doch sie wissen überall und jederzeit: Gott ist niemals weit! Immanuel. Gott ist mit uns. Er lässt uns nicht im Stich. Immanuel. Gott kommt zur Welt. Sanftmütig zeigt er sich. **** So wünsche ich uns allen gute Begegnungen untereinander und gute und wertvolle Begegnungen mit diesem einzigartigen Gott, der uns in allen Situationen des Lebens begleitet. Bernhard Feige Heimleitung und Personalleitung 5

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